Der richtige Zeitpunkt zum AbstillenSäuglinge: Wie lange sollte man ein Baby stillen?

Wie lange man ein Baby ausschließlich stillen sollte, wann mit dem Abstillen begonnen werden kann und wann komplett abgestillt werden sollte.

Stillen verstärkt die Bindung zwischen Mutter und Kind

Stillen verstärkt die Bindung zwischen Mutter und Kind (Foto: Lena May | Shutterstock)

Das Stillen ist etwas sehr Schönes, ein von der Natur eingerichtetes Wunder, durch das die Bindung zwischen Mutter und Baby noch einmal besonders intensiviert wird. Es bietet mehrere Vorteile für Mutter und Kind. So ist das Baby etwa durch die Muttermilch besonders vor Infektionskrankheiten geschützt. Und bei der frischgebackenen Mutter wird durch das Stillen die Rückbildung beschleunigt.

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Trotzdem muss nach einer gewissen Zeit der nächste Schritt in der Entwicklung des Kindes eingeleitet werden. Es muss sich über die Breikost an das normale Essen gewöhnen.

Um den richtigen Zeitpunkt für das Abstillen ist ein Glaubenskrieg – sowohl unter den Müttern als auch innerhalb der Wissenschaft – entbrannt. Die Empfehlungen für die Stillzeit reichen von vier Monaten bis ins Vorschulalter.

Stillen: Die WHO-Empfehlung

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, Babys von der Geburt bis zum sechsten Lebensmonat ausschließlich zu stillen. Wenn der Säugling ein halbes Jahr alt ist, kann langsam das Abstillen angestrebt werden. Dies sollte schleichend stattfinden, damit das Baby sich langsam an die Breikost gewöhnen kann. Außerdem könnte es bei einem abrupten Abstillen zu Verlustängsten beim Säugling kommen und bei der Mutter kann ein Milchstau auftreten.

Schleichendes Abstillen

Unter einem schleichenden Abstillen versteht man, dass langsam Mahlzeit für Mahlzeit durch Brei ersetzt wird, wobei man mit dem Mittagsbrei beginnt. Zu den restlichen Mahlzeiten wird weiterhin gestillt. Jeden folgenden Monat kann dann ein weiteres Essen eingeführt werden, abends, dann auch nachmittags und zum Schluss der Morgenbrei. Oftmals beginnt man am Mittag auch nur mit ein bisschen Brei und stillt zu, bis sich das Kind an das Essen gewöhnt hat.

Das Kind beobachten

Doch nicht nur das Alter ist für das Abstillen ausschlaggebend, sondern auch verschiedene Anzeichen, wie das Interesse des Kindes für die Nahrung, das Verschwinden des Zungenreflexes und wenn sich der vermehrte Wunsch nach Milch nach einigen Tagen normalisiert. Vor allem ist es wichtig, dass das Kind sitzen kann.

Komplettes Abstillen

Das gänzliche Abstillen, also auch das Weglassen der morgendlichen Muttermilch muss die Mutter wohl alleine entscheiden und mit ihrem Erziehungsstil sowie ihrer Zeit abwägen. Einige Experten sagen, es würde die Selbständigkeit fördern, wenn das Kind, sobald es läuft, nicht mehr gestillt wird. Andere wiederum halten es für besonders gut, das Kind bis zum Schulalter zu säugen. Die WHO empfiehlt, mit dem zweiten Lebensjahr das Stillen zu beenden.

Empfehlung der American Academy of Pediatrics

Auch die American Academy of Pediatrics (AAP) empfiehlt inzwischen ausschließliches Stillen für die ersten sechs Monate. Danach sollte langsam Breikost eingeführt werden, das teilweise Stillen aber für mindestens ein weiteres Jahr fortgesetzt werden.

Menschliche Natur

Die natürliche Stillzeit des Menschen beträgt übrigens zwei bis drei Jahre. Das legen Knochenfunde aus der Steinzeit und historische Überlieferungen nahe.

Neue Studien

Jüngere Studien kommen zu dem Ergebnis, dass bereits nach vier Monaten des Stillens die optimale Abwehr des Babys aufgebaut ist. Längeres ausschließliches Stillen könnte gar das Risiko für Allergien und Stoffwechselerkrankungen erhöhen.

Updates & Forschung zum Thema Stillen:

1 Mamaclever – Wie lange Stillen? Statistiken und Empfehlungen
2 Stillkinder – Studie: Stillen schützt vor Asthma
3 Juvalis Blog – Macht Stillen Ihr Baby intelligenter?
4 SWR Blog – Stillen macht schlank
5 Gesundh. Aufklärung – Muttermilch ist out – Babys brauchen Fleisch
6 Healthnews: Studie: Stillen fördert den sozialen Auftsieg des Kindes

Wie lange stillst Du schon? Wann willst Du abstillen? Was empfehlen Dein Arzt und die Hebamme? Schreib uns Deine Erfahrungen, Ergänzungen und Fragen – direkt unter diesem Artikel, in den Kommentaren. Du hilfst damit auch anderen Lesern.

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