Studie
Alzheimer: Sport kann Demenz aufhalten und umkehren

Eine US-Studie kommt zu dem Ergebnis, das sportliche Aktivität Alzheimer nicht nur aufhalten, sondern auch zurückdrängen kann.

Der Demenz davon laufen?

Der Demenz davon laufen? (Foto: lzf | Shutterstock)

US-Forscher haben in einer aktuellen Studie einen neuen Nachweis für die Wirksamkeit sportlicher Betätigung im hohen Alter erbracht. Man hat an der Universität von Pitsburgh zwei Patientengruppen zwischen 55 und 80 Jahren untersucht. Im Untersuchungszeitraum von einem Jahr hatte die Testgruppe ein Sportprogramm zu absolvieren, das vor allem aus drei mal wöchentlich durchgeführten Aerobic-Übungen bestand. Die Kontrollgruppe führte hingegen nur Dehnübungen durch. Die Gehirne beider Gruppen wurden mit MRT-Scans überwacht.

ANZEIGEN

Man wollte insbesondere untersuchen, wie sich der späte Einstieg in die körperliche Aktivität auf den Abbau von Gehirnzellen und das Fortschreiten von Demenzerkrankungen auswirkt.

Sport lässt neue Gehirnzellen wachsen

Die Hirnforschung hat in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht, die neue und zum Teil überraschende Erkenntnisse zutage förderten. So ging man bspw. noch bis in die späten 90er Jahre davon aus, dass in einem erwachsenen Menschen keine neuen Gehirnzellen mehr wachsen. Heute weiß man es besser. Ein Erwachsener Mensch kann jeden Tag tausende neue Neuronen aus neuronalen Stammzellen entstehen lassen. Und Sport ist ein Schlüssel dazu.

Die angeregte Neubildung von frischen und damit leistungsfähigeren Hirnzellen kann daher neurodegenerativen Erkrankungen (z.B. Parkinson, Alzheimer, Altersdemenz) vorbeugen.

Sport lässt Hippocampus wachsen statt schrumpfen

Das Ergebnis nach einem Jahr: Der vordere Bereich des Hippocampus, der vor allem für die Gedächtnisleistung zuständig ist, war bei den Sportpatienten um zwei Prozent gewachsen, während er in der Kontrollgruppe altersgerecht um 1,4 Prozent geschrumpft war. Erstaunlich war, dass selbst über relativ kurze Zeiträume mit dem späten Einstieg in sportliche Aktivität im Alter noch solche Effekte erzielbar sind.

Kommentar:

Den Zusammenhang zwischen Sport und Gehirnaktivität fand ich schon immer spannend. Deshalb habe ich ja auch hier schon mehrmals etwas dazu geschrieben.

Mythos: Bei Erwachsenen wachsen keine neuen Gehirnzellen

Ausgangspunkt vieler Untersuchungen war eine Erkenntnis, die man erst in den späten 90er Jahren gewann. Bis dahin war man davon ausgegangen, dass bei einem erwachsenen Menschen keine neuen Gehirnzellen wachsen. 1998 gelang erstmal der Nachweis des Gegenteils.

Dass Sport neue Gehirnzellen wachsen lässt, weiß man schon seit etwa 5 Jahren. Jetzt hat man aber die konkreten Auswirkungen untersucht, wenn Menschen im hohen Alter in sportliche Aktivität einsteigen. Sport lässt den Hippocampus innerhalb eines Jahres um zwei Prozent wachsen, während er sonst altersbedingt um 1,4 Prozent schrumpft.

Also! Immer schön in Bewegung bleiben. Und den auf das Gegenteil der alten Bodybuilder-Regel setzen:

Liege nicht, wenn Du auch sitzen kannst.
Sitze nicht, wenn Du auch stehen kannst.
Stehe nicht, wenn Du auch gehen kannst.
Gehe nicht, wenn Du auch laufen kannst.

Ergänzungen?

Weißt Du etwas über das Thema, das hier noch fehlt? Schreib uns Deine Meinung, Ergänzungen und Fragen – direkt unter diesem Artikel, in den Kommentaren. Du hilfst damit auch anderen Lesern.
ANZEIGEN
Kommentieren?
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars
4,67 von 1-53 Stimmen
Loading...

Alzheimer

AlzheimerUnter Alzheimer (lat. Begriff Morbus Alzheimer) versteht man eine degenerative Erkrankung des Nervensystems. Sie wird den irreversiblen Demenzerkrankungen zugerechnet. Typische Merkmale sind ...

Symptome |
Weitere Artikel zum Thema:
Kommentare:
Diskutieren, Fragen & Erfahrungsaustausch:
Zu diesem Beitrag gibt es noch keine Kommentare. Schreib einen!
Dein Kommentar:

« Das Gehirn agiert automatisch und ohne Bewusstsein
» Campylobacter

Trackback-URL: