Lage, Ursache und HilfeLymphknoten geschwollen – Was tun?

Geschwollene Lymphknoten erschrecken viele betroffene Patienten. Schnell kreisen die Gedanken um Krebs und andere ernsthafte Diagnosen wie AIDS / HIV. Dabei sind die meisten Lymphknotenschwellungen harmlos.

Lymphknoten geschwollen - was tun?

Lymphknoten geschwollen – was tun? (Foto: Image Point Fr | Shutterstock)

Geschwollene Lymphknoten gehören zu den häufigsten Begleiterscheinungen bei Bakterien- und Viruserkrankungen. Am deutlichsten spürbar ist dabei ein Lymphknotenpaar am Hals, das meist im Rahmen der ärztlichen Untersuchung ertastet wird. Einige Patienten bemerken die Schwellung kaum, andere wiederum erleben sie als schmerzhaft und spüren vor allem am Hals die Auswirkungen der Erkältung.

Wann kommt es zu geschwollenen Lymphknoten?

Der Körper reagiert durch das Anschwellen verschiedener Bereiche des Körpers auf unerwünschte Eindringlinge. So auch im Fall der Lymphknoten: Bakterien, Viren und andere Krankheitserreger befallen schnell die lymphatischen Systeme des Menschen und gelangen auf diese Weise in die verschiedenen Lymphknoten. Diese wehren die Bakterien ab, indem sie anschwellen und ihre Temperatur erhöhen. Dazu kommt es bereits bei der gewöhnlichen Erkältung, dem grippalen Infekt. Auch bei der echten Grippe und all ihren Unterarten schwellen die Lymphknoten an. Das Symptom begleitet aber auch schwerwiegende Erkrankungen. Eine HIV-Infektion beginnt etwa mit erkältungsähnlichen Symptomen, zu denen auch angeschwollene Lymphknoten gehören. Es handelt sich dabei um ein sehr unspezifisches Symptom, das lediglich darauf hinweist, dass eine Infektion vorliegt.

ANZEIGEN

Was tun gegen Schwellungen der Lymphknoten?

Eine leicht erhobene Körpertemperatur liegt bereits bei den meisten harmlosen Erkältungen vor. Das verleitet schnell dazu, sich Abkühlung verschaffen zu wollen – allerdings würde das den Lymphknoten nur schaden. Der Körper erlegt sich selbst starke Belastungen auf, wenn er seine Temperatur krankheitsbedingt anhebt. Kältezufuhr bedeutet für die betroffenen Körperteile nur weiteren Stress und würde ihnen schaden. Daher sollten geschwollene Lymphknoten möglichst warm gehalten werden, auch wenn das nicht der erste Gedanke ist. In der kalten Jahreszeit empfiehlt sich ein Schal, bei einer Erkrankung im Sommer sollte man wenigstens darauf achten, sich nicht dem Zugwind auszusetzen.

Hausmittel gegen geschwollene Lymphknoten

Letztlich verschwinden geschwollene Lymphknoten mit der Grunderkrankung. Möchte man das Abschwellen der Lymphknoten beschleunigen, sollte man sich der zugrunde liegenden Entzündung widmen. So können abschwellende, entzündungshemmende Salben oder Kräuter helfen.

Auch eine Unterstützung des Immunsystems, durch vitaminreiche Ernährung, Ruhe und Schonung beschleunigen den Heilungsprozess.

Es gilt aber zu bedenken, dass die Lymphknotenschwellung noch einige Zeit nach Abklingen der Grunderkrankung anhalten kann.

Wann sind geschwollene Lymphknoten ein Fall für den Arzt?

Geschwollene Lymphknoten sollten immer vom Arzt untersucht werden. In den meisten Fällen handelt es sich tatsächlich um eine harmlose Erkältung – allerdings kann auch dabei schon Behandlungsbedarf bestehen. Bakterielle Infektionen müssen beispielsweise mit Antibiotika behandelt werden, andernfalls können sich die Erreger im Körper ausbreiten und weitaus schlimmere Erkrankung fördern. Wenn keine erkennbare Erkältung vorliegt, sind geschwollene Lymphknoten für Ärzte ein deutliches Alarmsignal. In solchen Fällen kann es sich um ein Lymphom, einen Tumor im Lymphgewebe, handeln. Da sie sich leicht ausbreiten können, müssen sie sofort weiter behandelt werden und dürfen auf keinen Fall unbeachtet bleiben.

Lage der Lymphknoten im menschlichen Körper

Das Lymphsystem und damit auch die Lymphknoten sind breit im menschlichen Körper verteilt. Häufig sind Schwellungen der Lymphknoten am Hals, in der Leistengegend und in den Achselhöhlen.

Lage der Lymphknoten im menschlichen Körper

Lage der Lymphknoten im menschlichen Körper (Foto: Alila Medical Media | Shutterstock)

Typische Körperstellen für Lymphknotenschwellungen

KörperstelleBeschreibung
Achselnhäufig, z.B. bei allgemeinen Infekten
Armeher selten, in den Armbeugen, z.B. lokale Infektionen
Baucheher selten, schwer ertastbar
Halshäufig, z.B. bei Infekten im Mundraum (Zähne, Kiefer)
Kniekehleneher selten, z.B. lokale Infektionen
Leistehäufig, z.B. bei Harnwegsinfekten

Katze als Ursache für Lymphknotenschwellungen

Treten geschwollene Lymphknoten zusammen mit grippeähnlichen Beschwerden wie Fieber, Kopfschmerzen und Übelkeit auf, kann auch die heimische Katze als Auslöser in Betracht kommen. Die sogenannte „Katzenkratzkrankheit“ wird durch das Bakterium „Bartonella Henselae“ ausgelöst. Der durch kratzende Katzen übertragene Erreger löst zwar selten ernsthafte Komplikationen aus, es kann aber zwei bis drei Monate dauern, bis die Infektion erfolgreich vom menschlichen Körper bekämpft ist.

Symptomatisch sind schmerzhaft angeschwollene Lymphknoten. Die Katzenkratzkrankheit kann mit Antibiotika behandelt werden. Die Schwellung der Lymphknoten kann allerdings noch einige Zeit nach Abklingen der anderen Symptome anhalten.

Mögliche Ursachen für Lymphknotenschwellungen

Es gibt eine ganze Reihe von Erkrankungen, für die geschwollene Lymphknoten symptomatisch sind. Dieses unspezifische Symptom kann aber allenfalls er Ausgangspunkt für weitere Diagnostik sein und rechtfertigt ganz sicher keine Diagnose:

  • Grippe
  • grippaler Infekt
  • lokale Infektion / Entzündung
  • HIV
  • AIDS
  • Rheuma
  • Sarkoidose
  • Katzenkratzkrankheit
  • Toxoplasmose
  • Lymphom
  • pfeiffersches Drüsenfieber
  • Röteln
  • Mandelentzündung
  • Diphtherie
  • Syphilis
  • Lymphödem
  • Chlamydien
  • Tuberkulose
  • Borreliose
  • entzündeter Zahn
  • Leukämie
  • Metastasen einer Krebserkrankung

Updates & Aktualisierungen

Ultraschall Schwellungen der Lymphknoten, die über längere Zeit geschwollen sind, sollten laut Empfehlung  Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) immer mittels Ultraschall abgeklärt werden. Spätestens nach 3-4 Wochen sollte man mit geschwollenen Lymphknoten zum Arzt gehen.

Tattoos Tattoos färben nicht nur die Haut, sondern offenbar auch die Lymphknoten. Wissenschaftler fürchten, dass neben Farbstoffen auch Giftstoffe im Lymphsystem des Menschen landen und schlimmstenfalls Krebs auslösen können.

Sebastian Fiebiger (): Hattest Du schon mal einen geschwollenen Lymphknoten oder hast Du aktuell damit zu kämpfen? Was hast Du unternommen? Hat es geholfen? Warst Du beim Arzt? Was hat der gemacht? Hat es geholfen? Was war die Ursache der Schwellung? Schreib uns Deine Erfahrungen und Fragen – Du hilfst damit auch anderen Lesern. Wir freuen uns auf Dein Feedback – direkt unter diesem Artikel, in den Kommentaren.

Kommentare
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars
4,28 von 1-529 Stimmen
Loading...Loading...

ANZEIGEN
Weitere Artikel zum Thema:
Kommentare:
Diskutieren, Fragen & Erfahrungsaustausch:
Zu diesem Beitrag gibt es schon 31 Kommentare. Diskutiere mit!

« Granatapfel – Wie gesund ist er wirklich?
» Alkohol in der Schwangerschaft – wirklich tabu?

Trackback-URL:

Pin It on Pinterest

Shares
Share This