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Mückenstiche – Was tun? ▷ Behandlung der Schwellung, Allergie & Hilfe

Mücke

Mücke (Foto: Kokhanchikov | Shutterstock)

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Was man unternehmen kann, um Mückenstichen vorzubeugen und welche Hausmittel Linderung versprechen, wenn es schon zur spät ist.

ICD-10: T63 Toxische Wirkung durch Kontakt mit giftigen Tieren

Ärztliche Anlaufstellen: Hausarzt, Allgemeinmediziner

Jeden Frühsommer aufs Neue belagern sie Badeseen, Parks, Biergärten oder das eigene Schlafzimmer. Die Rede ist von Stechmücken und insbesondere von den weiblichen Vertretern dieser Gattung, die zur Bildung ihrer Eier und zur Sicherstellung ihrer Fortpflanzung menschliches oder tierisches Blut benötigen.

Der eigentliche Mückenstich wird nicht wahrgenommen und ist auch nicht für den nachfolgenden Juckreiz verantwortlich. Dieser wird von einer körpereigenen allergische Reaktion auf den im Saugrüssel enthaltenen Speichel der Mücke ausgelöst. Der Mückenspeichel enthält ein Protein, welches die Blutgerinnung hemmt und dafür sorgt, dass das Blut beim Saugen flüssig bleibt. Die allergische Reaktion entsteht, wenn der Körper Histamin ausschüttet und ist am ehesten mit einer Pollen- oder Lebensmittelallergie zu vergleichen.

Bewährte Hausmittel

Im Falle eines Mückenstichs ist es wichtig, ein Kratzen an der Einstichstelle auf jeden Fall zu vermeiden. Zum einen wird der Juckreiz durch das Kratzen lediglich verschlimmert. Andererseits können Keime in die Einstichstelle eindringen und eine Infektion auslösen, die im schlimmsten Fall zu einer Blutvergiftung führt.

Bei akutem Juckreiz kann die kurzzeitige Kühlung des Mückenstiches zu Linderung verhelfen. Gerade bei der Verwendung von Eis ist allerdings Vorsicht geboten, da bei längerer Anwendung Erfrierungen drohen. Aloe-Vera-Gel ist ein bewährtes Mittel bei Insektenstichen und Verbrennungen. Es zieht schnell in die betroffene Hautpartie ein und sorgt für ein angenehmes Kältegefühl.

Auch eine aufgeschnitte Zwiebel oder eine Zitronenscheibe sind aufgrund ihrer desinfizierenden Eigenschaften traditionelle Heilmittel bei Insektenstichen und meist in jeder Küche zu finden.

Aloe Vera

Aloe Vera – altes Hausmittel gegen Mückenstiche (Foto: d8nn | Shutterstock)

Ein Mittel gegen den Juckreiz aus Kindertagen sind zerriebene Gänseblümchen, die als Umschlag Linderung verschaffen. Auch Hitze kann der Schwellung und dem Juckreiz entgegenwirken. Spezielle Stifte erhitzen die Einstichstelle kurzzeitig auf etwa fünfzig Grad und zerstören die Proteine, die für die Schwellung verantwortlich sind. Den gleichen Effekt erzielt man übrigens mit Hilfe einer erhitzten Münze oder eines erhitzten Kaffeelöffels. Allerdings ist bei dieser Methode Vorsicht geboten, da Verbrennungsgefahr besteht.

Im schlimmsten Fall ist ein Arztbesuch unumgänglich

Bei äußerst starken allergischen Reaktionen, großen Quaddeln oder einer starken Erwärmung der Einstichstelle ist es ratsam einen Arzt aufzusuchen. Antihistaminika in Form von Gels oder Tabletten sind eine bewährte Methode, um der Schwellung entgegenzuwirken und in sehr schweren Fällen ist auch die Einnahme von Kortison unter ärztlicher Aufsicht notwendig.

Prävention gegen Mückenstiche

Das effektivste Mittel gegen Mückenstiche ist Prävention. In den meisten Fällen einer durch Mückenstiche indizierten Krankheitsübertragung haben die Betroffenen im Vorfeld vollständig auf Mückenschutz verzichtet. Sehr effektiv ist lange Kleidung aus dicht gewebte Materialien. Die Kleidung sollte locker sitzen, da Mücken auch durch enganliegende Kleidungsstücke wie zum Beispiel Strumpfhosen stechen können. Auch geschlossene Schuhe sind Sandalen vorzuziehen, da Moskitos besonders häufig in Füße und Unterschenkel stechen. Eine abendliche Dusche und das Wechseln der Kleidung kann Stichen vorbeugen, da Mücken insbesondere Schweißgeruch wahrnehmen.

Außerdem ist während der Dämmerung der Aufenthalt in geschlossen Räumen ratsam. Moskitonetze über dem Bett und an Fenstern und Türen bietet zusätzlichen Schutz und Räucherspiralen oder spezielle Kerzen halten Mücken von Balkonen und Terrassen fern. Zudem ist es ein bewährtes Hausmittel, Mücken mit Hilfe von Lavendelsträuchern, Tomatenpflanzen oder Tomatengrün fernzuhalten.

Zum direkten Auftragen auf die Haut zeigen naturreine Öle wie Lavendelöl, Zitronenöl oder Teebaumöl eine gute Wirkung. Allerdings ist hier zu beachten, dass die Öle einen hohen Reinheitsgrad aufweisen sollten und nicht in größeren Dosen unverdünnt auf die Haut aufgetragen werden dürfen, da die Gefahr von Hautreizungen besteht.

Im Urlaub in südlichen Regionen empfiehlt es sich außerdem, die Klimaanlage im Hotelzimmer einzuschalten. Dies reduzierte die Anzahl von Mückenstichen beachtlich, da Mücken bei Kälte träge beziehungsweise bei unter vierzehn Grad Celsius sogar gänzlich inaktiv werden.

Mücke ist nicht gleich Mücke

Asiatische Tigermücke  Aedes albopictus

Asiatische Tigermücke Aedes albopictus (Foto: InsectWorld | Shutterstock)

Weltweit gibt es ungefähr 3.500 Stechmückenarten, von denen 104 Arten in Europa und 48 Arten in Deutschland vorkommen. Seit einigen Jahren werden in Deutschland vor allem in der Nähe von Gewässern auch vermehrt exotische Mücken gesichtet. Diese werden in der der Regel von Schiffen, LKWs oder Flugzeugen eingeschleppt und haben durch immer kürzere und mildere Winter steigende Überlebenschancen.

Die asiatische Tigermücke zum Beispiel gilt als gefährliche Überträgerin des Denguefiebers und des Gelbfieber-Virus und wird genau wie die Asiatische Buschmücke erst seit 2007 in Deutschland gesichtet.

Auch die Tropenkrankheit Malaria tritt in sehr seltenen Fällen in einer Sonderform – der Flughafenmalaria – in Mitteleuropa auf. Sie betrifft vor allem das Bodenpersonal an Flughäfen, das zum Beispiel bei der Reinigung von Flugzeugen von versehentlich mitgereisten Moskitos der Gattung Anopheles mit Malariaerregern infiziert wird.

Anders hingegen steht es um die Verbreitung der Kriebelmücke. Diese hat Deutschland mit großer Wahrscheinlichkeiten schon vor den ersten Menschen besiedelt. In ihrem Aussehen gleicht die rötlich-gelbe bis schwarze Kriebelmücke einer kleinen Fliege. Sie bewegt sich lautlos fort und raspelt die Haut ihrer Opfer auf, um das austretende Blut aufzusagen.

Sie tritt gehäuft in feuchtwarmen Sommern auf und verursacht starke allergische Reaktionen sowie wahrnehmbare Schmerzen beim Einstich. Oft entstehen eitrige Entzündungen oder Blutergüsse, die erst nach Wochen vollständig abschwellen. In seltenen Fällen führt der Stich der Kriebelmücke zu Blutvergiftungen, die insbesondere für Pferde, Rinder oder Schafe in vielen Fällen tödlich verlaufen.

Die besten Voraussetzungen für Mücken

Mücken haben Vorlieben für bestimmte Blutgruppen

Mücken haben Vorlieben für bestimmte Blutgruppen (Foto: smuay | Shutterstock)

Mücken bevorzugen generell warmes und windstilles Wetter. In der Nähe von Gewässern, bei schwüler Hitze und leichter Bewölkung ist zudem eine erhöhte Aktivität zu beobachten. Vor allem im Morgengrauen und in der Abenddämmerung sind Mücken in größerer Anzahl anzutreffen. Es gibt aber auch Stechmückenarten, die ihre Opfer ausschließlich bei Tageslicht stechen.

Mücken werden durch den Körpergeruch ihrer Opfer angezogen. Zudem können sie das im Atem enthaltene Kohlenstoffdioxid orten. Der Mythos vom vermeintlich süßen Blut ist übrigens als falsch widerlegt worden. Für Mücken scheint vielmehr der Geruch der körpereigenen Milchsäure in Kombination mit der Körpertemperatur und der individuellen Hautdicke eine Rolle zu spielen. Kinder werden zum Beispiel häufiger als Erwachsene gestochen und Stiche treten vermehrt dort auf, wo die Haut sehr dünn und warm ist.

Noch nicht abschließend erforscht ist die These, dass die individuelle Blutgruppe eine besondere Anziehungskraft auf Mücken hat. Menschen mit der Blutgruppe 0 sollen laut einer japanischen Studie doppelt so oft von Mücken heimgesucht werden, wie Menschen mit der Blutgruppe A.

Hast Du oft mit Mückenstichen zu kämpfen?

Kennst Du Tipps und Tricks, die hier fehlen?

Schreib uns Deine Erfahrungen, Ergänzungen und Fragen – direkt unter diesem Artikel, in den Kommentaren. Du hilfst damit auch anderen Betroffenen.

[yarpp]
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