Definition, Symptome, Therapie und VorbeugungAIDS

Was man unter AIDS versteht, wie die Krankheit heute behandelt wird, mit welchen Symptomen sie sich zeigt und wie man ihr effektiv vorbeugen kann.

AIDS - Auslöser HI-Virus

AIDS – Auslöser HI-Virus (Abbildung: RAJ CREATIONZS | Shutterstock)

AIDS ist die abgekürzte, aus dem Englischen stammende Bezeichnung des Krankheitsbildes „Acquired Immuno Deficiency Syndrome“ – zu Deutsch: Erworbenes Immunschwäche-Syndrom. Diese lebensbedrohliche Erkrankung ist Folge einer Infektion mit dem Humanen Immundefizienz-Virus (HIV). Die Übertragung geschieht dabei zu ca. 90% durch ungeschützten Geschlechtsverkehr. Im Gegensatz zu den ersten Jahren nach Bekanntwerden der Krankheit ist das Risiko, sich bei Bluttransfusionen zu infizieren in den industriell gut entwickelten Ländern heute äußerst gering.

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Die Erkrankten leiden nach dem Ausbruch der Krankheit an zunehmender Immunschwäche, die bis zur Zerstörung des Immunsystems und zum Tod führen kann. Im Jahre 1981 wurde erkannt, dass es sich bei AIDS um eine eigenständige Krankheit handelt. Bislang ist AIDS nicht heilbar, die bestehenden Medikationen konzentrieren sich auf die Lebensverlängerung und die Linderung der Symptome.

AIDS – Definition als eigenständiges Krankheitsbild

Die Bezeichnungen AIDS und HIV werden in der allgemeinen Wahrnehmung häufig gleichgesetzt. Das ist jedoch falsch: Bei Personen, die mit dem HIV-Virus infiziert sind, lässt sich dieses im Blut nachweisen, sie sind dann HIV-Positiv. Dies bedeutet jedoch nicht, dass es später zum Ausbruch von AIDS kommen muss. Es können Monate, aber auch bis zu 15 Jahre vergehen, ohne dass eine Immunschwäche des Infizierten auftritt. AIDS ist zwar eine Folge der Virusinfektion, entwickelt aber ein autonomes Krankheitsbild.

Symptome und Krankheitsverlauf

➨ AIDS Symptome im Detail

Die ersten Anzeichen einer AIDS-Erkrankung sind häufig unspezifisch und identisch mit anderen Krankheitsbildern. Gewichtsverlust und Durchfälle können bei längerem Bestehen jedoch Indizien für den beginnenden Ausbruch der Krankheit sein. Sicherheit schafft ein Test auf HIV-Antikörper. Der Verlauf der Krankheit wird medizinisch in die Stadien A, B und C unterteilt. Allen Stadien ist gemein, dass sie Krankheitsbilder zeigen, die durch das geschwächte Immunsystem des Infizierten begünstigt werden.

Im Stadium A kommt es typischerweise vermehrt zu Symptomen, wie sie auch bei anderen Infektionskrankheiten auftreten können. Dazu gehören grippale Infekte mit ihren bekannten Begleiterscheinungen. Eine Abgrenzung zu AIDS ist hier im Allgemeinen noch nicht möglich.

Im Stadium B zeigen sich die ersten Anzeichen ernsthafter Erkrankungen. Es kommt zu wiederholten, starken Fieberschüben (über 38,5 Grad), Pilzbefall im Mundraum und den weiblichen Genitalien, Gürtelrose und Schleimhautveränderungen sowie zur Bildung von Eiterherden.

Hat die Krankheit das dritte Stadium C erreicht, ist das Immunsystem nicht mehr in der Lage, sonst völlig harmlose Infektionen abzuwehren. Der folgende Krankheitsverlauf ist durch das Auftreten von seltenen und schweren Erkrankungen geprägt. Es kommt zu Parasitenbefall, Pilzinfektionen, aber auch zu Tuberkulose, Toxoplasmose und Lungenentzündungen. Im weiteren Verlauf wird auch das Nervensystem angegriffen und es kommt häufig zum Ausbruch von Krebserkrankungen.

Der zeitliche Ablauf dieser Phasen hängt in starkem Maße von der genetischen Konstitution und der Lebensweise des Patienten ab und variiert stark. Im Stadium C hat der geschwächte Körper gegen auftretende Infektionen keine Widerstandskraft mehr, so dass diese schließlich zum Tode führen.

Latenzphase: Zwischen den Stadien A und B gibt es eine symptomfreie Latenzphase, die – je nach Konstitution des Patienten – einige Jahre oder sogar Jahrzehnte dauern kann. Das Virus kann sich in dieser Phase weiter vermehren – die Zahl der T-Helferzellen reduziert sich kontinuierlich. Während der Latenzphase fühlen sich die Patienten meist völlig gesund, sind aber infektiös. Die durchschnittliche Dauer der Latenzphase beträgt 8-12 Jahre.

Ansatzpunkte in der Therapie

Bisher ist es noch nicht gelungen, ein Medikament zu entwickeln, welches AIDS wirklich heilen kann. Wenn eine HIV-Infektion frühzeitig erkannt wird, bestehen gute Chancen, die Zeit bis zum Ausbruch von AIDS lange hinauszuzögern. Ziel ist es dabei stets, das HI-Virus zu schwächen und eine weitere Zellteilung und Vermehrung einzuschränken.

So hemmen etwa sogenannte Entry-Inhibitoren das Eindringen des HIV in die Zellen. Ein anderes Ziel verfolgen Reverse-Transkriptions-Hemmer. Vereinfacht gesagt, wird es einem bestimmten Virusenzym schwer gemacht, die RNA-Informationen des HI-Virus in die körpereigene DNA-Struktur zu „übersetzen“.

In der Regel wird mit Kombinationen der verschiedenen Wirkstoffgruppen versucht, auf das Fortschreiten der Krankheit günstigen Einfluss zu nehmen. Betroffene erreichen heute eine fast normale Lebenserwartung, leiden aber häufig unter den erheblichen Nebenwirkungen der Medikamente.

Vorbeugung und Schutz

Besonders in den ersten Jahren nach Bekanntwerden der Krankheit AIDS haben Fehlinformationen und die Angst vor Ansteckung zu einer Stigmatisierung der Betroffenen geführt. Das Risiko, sich im sozialen Umgang anzustecken, ist fast gleich Null. AIDS – genauer gesagt das HI-Virus – wird weder durch Händedrücken, Umarmen, gemeinsame Benutzung von Toilette noch durch Tröpfcheninfektion (Anhusten bzw. Anniesen) übertragen.

Da eine Infektion nur über die Blutbahn erfolgt, liegt der Infektionsschwerpunkt auf dem Geschlechtsverkehr. Eine weitgehende Aufklärung über die Risiken des ungeschützten Verkehrs hat zu einer zunehmenden Akzeptanz von Kondomen geführt. „Safer Sex“ ist ins Problembewusstsein gerückt.

Häufig wechselnde Sexualpartner erhöhen das Risiko, sich zu infizieren. Für Drogenabhängige ist das gemeinsame Verwenden eines „Spritzbestecks“ tabu.

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3 Kommentare
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AIDS

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Kommentare:
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  • 🕝 PBF Fabian

    Zwischen den Stadien A und B gibt es auch eine sogenannte Latenzphase bzw. eine symptomfreie Phase. In dieser Zeit gibt es (Überraschung) keine Symptome, doch während dieser Zeit bekämpft der Körper den Virus. Der kann HIV jedoch nicht bezwingen und so wird das Immunsystem immer Schwächer. Nun kann der Erkrankte auch andere Menschen anstecken. Die ereignislose Phase hält im Schnitt 10 Jahre an

  • 🕝 Tina

    > Nun kann der Erkrankte auch andere Menschen anstecken

    Der Infizierte ist auch während der Latenzphase infektiös und kann nicht erst danach andere Menschen anstecken.

  • Danke für den Hinweis, Fabian!

    Wir hatten die Latenzphase zwar oben erwähnt. Ich habe sie aber auch bei den Phasen nochmal ergänzt.

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