Behandlungsmethoden
ADHS Behandlung: Therapie und Medikamente

ADHS: Manchmal sind Medikamente Therapie-Voraussetzung

ADHS: Manchmal sind Medikamente Therapie-Voraussetzung (Foto: Suzanne Tucker | Shutterstock)

Wie wird ADHS behandelt?

Nachdem die Diagnose ADHS durch einen Fach- oder Kinderarzt gestellt wurde, stellt sich die Frage nach der richtigen Therapieform. Grundsätzlich ist das Ziel der ADHS-Behandlung, den kleinen oder großen Patienten ein normales Leben, sowie eine normale Entwicklung zu ermöglichen. Je nachdem wie stark die Symptome bei den Patienten ausgeprägt sind, kommen verschiedene therapeutische Maßnahmen in Betracht. Bei Kindern werden die Eltern stets mit in die Behandlungsmaßnahmen mit einbezogen.

Verhaltenstraining und Psychotherapie

Beim Verhaltenstraining lernen die Kinder, ihren Alltag besser zu strukturieren und eine bessere Kontrolle über ihr eigenes Verhalten zu erlangen. Durch das Durchspielen bestimmter Situationen sollen die Kinder besser auf kritische Momente vorbereitet werden und dadurch ihre sozialen Kompetenzen erweitern. Durch ein spezielles Elterntraining können zusätzlich die Eltern dahingehend geschult werden, damit sie das Verhalten ihrer Kinder besser verstehen und dadurch in schwierigen Situationen angemessener reagieren können. Auch eine Zusammenarbeit mit Lehrern oder Erziehern ist ratsam.

Um die bei der Verhaltenstherapie erlernten Verhaltensmuster zu vertiefen, kann eine ergänzende psychologische Behandlung hilfreich sein.

Heilpädagogische Maßnahmen

Ebenfalls in der ADHS-Therapie bewährt haben sich heilpädagogische Maßnahmen. Bei Angeboten wie der Gestaltungs- oder Mototherapie können sich ADHS-Patienten kreativ ausleben, lernen ihren eigenen Körper besser kennen und trainieren, sich in bestimmten Situationen angemessener zu verhalten.

Medikamentöse Therapie

Sind die Symptome des ADHS stark ausgeprägt und verursacht die Erkrankung schwerwiegende schulische oder private Probleme, ist eine medikamentöse Behandlung als ergänzende Maßnahme sinnvoll. Wurden bereits die Möglichkeiten anderer Therapieformen ausgeschöpft und konnte keine signifikante Besserung der Symptomatik erreicht werden, ist die Einnahme von Medikamenten zumeist die logische Konsequenz. Das Medikament der Wahl ist dann in den meisten Fällen Methylphenidat, das besser unter dem Namen Ritalin bekannt ist. Ritalin sorgt dafür, dass sich die Dopamin Konzentration im Gehirn erhöht und die Patienten sich dadurch besser konzentrieren können. Bei ADHS-Patienten sorgt der Wirkstoff Methylphenidat außerdem dafür, dass der übermäßige Bewegungsdrang vermindert wird. Dadurch können Kinder ihre schulischen Leistungen verbessern und finden in ihrem Umfeld leichter Anschluss. Das Medikament fällt unter die Kategorie der Betäubungsmittel und darf nur im Rahmen einer ärztlichen Behandlung eingenommen werden. Bei missbräuchlicher Verwendung drohen ernsthafte gesundheitliche Risiken.

Medikamente als Voraussetzung für weitere Therapien

Bei schweren Verlaufsformen des ADHS ist die Einnahme von Medikamenten erst die Voraussetzung dafür, dass eine konstruktive Verhaltens- oder Psychotherapie statt finden kann. Aus Sorge vor möglichen Nebenwirkungen und aus Angst davor, dass ADHS-Medikamente die Persönlichkeit ihrer Kinder verändern, stehen viele Eltern einer medikamentösen Therapie jedoch skeptisch gegenüber.

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