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Heilung & Methoden

Dammschnitt

Nach medizinwissenschaftlichen Standards erstellt und geprüft. [Hinweise]
Dammschnitt

Dammschnitt – Schematische Darstellung (Abb.: Blamb | Shutterstock)

Was ist ein Dammschnitt?

Der Dammschnitt (med.: Episiotomie, auch Scheidendammschnitt) ist ein chirurgischer Schnitt, der den Scheidenausgang der Frau vergrößert. Es wird von der Scheide Richtung Anus geschnitten. Dieser Eingriff soll den Geburtskanal erweitern und die Geburt erleichtern. Er dient der Verhinderung eines Dammrisses und entlastet sowohl die Gebärende als auch den Kopf des Babys.

Wann wird ein Dammschnitt durchgeführt?

Der Dammschnitt wird häufig dann durchgeführt, wenn es sich um eine Frühgeburt handelt oder wenn das Kind eine ungünstige Lage für die Geburt erkennen lässt. Dies ist zum Beispiel bei Beckenendlagen der Fall. Wenn eine Geburt das Herz des Kindes überfordert und die Herztöne beginnen abzufallen, wird häufig auch der Dammschnitt angewendet. Ein Dammschnitt kann auch dann eingesetzt werden, wenn der Beckenboden sehr straff ist oder wenn grundsätzlich ein Dammriss befürchtet wird. Auch ein besonders großer Kopf des Kindes ist eine Indikation für einen Dammschnitt.

Aktueller Forschungsstand: Ein Dammschnitt bietet nur bei besonderen Indikationen Vorteile. Die überwiegende Anzahl der Studien sieht routinemäßige Dammschnitte kritisch. Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rät von indikationslosen Dammschnitten ab.1

In Deutschland wird etwa bei jeder 12. Krankenhausgeburt ein Dammschnitt durchgeführt.2

Drei Arten des Dammschnitts

Dammschnitt-Heilung

Ein Dammschnitt ist – wie die Geburtsschmerzen – meist schnell vergessen
(Foto: alice-photo | Shutterstock)

Medialer Dammschnitt: Der Dammschnitt, bei dem der Schnitt von der Mitte aus zum After hin verläuft, wird als medianer Dammschnitt bezeichnet. Diese Art des Dammschnitts bietet gute Ergebnisse in der Heilung und stellt auch kosmetische Ansprüche zufrieden. Die anschließende Heilung ist unkompliziert. Bei dieser Form des Dammschnitts wird eine Entbindung mit der Zange oder eine Entbindung mit der Saugglocke schwierig, denn diese Form des Dammschnitts kann nicht erweitert werden.

Mediolateraler Dammschnitt: Der Dammschnitt, bei dem der Schnitt von der Mitte ausgehend hin zur Seite verläuft, wird auch als mediolateraler Dammschnitt bezeichnet. Er kann bei Bedarf erweitert werden. Diese Art des Dammschnitts wird am häufigsten angewendet. Der Nachteil bei dieser Variante ist die kompliziertere Heilung. Es entsteht eine größere Wunde, die längere Zeit für die Heilung benötigt und es können stärkere Blutungen auftreten.

Lateraler Dammschnitt: Der Dammschnitt, bei dem der Schnitt seitlich ausgeführt wird, wird als lateraler Dammschnitt bezeichnet. Auch hierbei gibt es Erweiterungsmöglichkeiten während der Geburt. Wie bei dem mediolateralen Dammschnitt entsteht eine größere Wunde, die längere Zeit für die Heilung braucht. Da auch das Risiko von Komplikationen bei der Wundheilung erhöht ist, wird diese Art des Dammschnitts nur in Ausnahmefällen angewendet.

Die Dauer der Wundheilung eines Dammschnitts

Grundsätzlich muss mit sechs Wochen für die Wundheilung einer Episiotomie gerechnet werden. Nach sechs Wochen haben sich die Fäden aufgelöst und auch die Schwellungen sind zurückgegangen. Da während dieser Zeit der Wochenfluss vorhanden ist, ist generell von jedem Geschlechtsverkehr abzuraten. Der Wochenfluss ist stark infektiös und kann auch dem Partner schaden. Die Wöchnerin wird noch Schmerzen haben und auch dies ist ein Grund, auf den Geschlechtsverkehr zu verzichten.

Quellen

  • Schünke, Michael. „5.18 Äußere Weibliche Geschlechtsorgane: Übersicht Und Dammschnitt.“ In Allgemeine Anatomie Und Bewegungssystem. 4. Auflage ed. Stuttgart: Georg Thieme Verlag, 2014.
    DOI: 10.1055/b-0036-130989
  • Czermak, B., and M. Ringler. „Schreckgespenst Dammschnitt: Erwartungshaltungen Und Erlebnismäßige Folgereaktionen.“ Archives of Gynecology and Obstetrics 245, no. 1-4 (1989): 315.
    DOI: 10.1007/BF02417299
  • Stark, Michael. „Indikation Zur Episiotomie.“ In Therapiehandbuch Gynäkologie Und Geburtshilfe, 149-52. Berlin, Heidelberg: Springer Berlin Heidelberg, 2007.
    DOI: 10.1007/978-3-540-30098-4_16
  • Dannecker, C. „Episiotomie.“ In Geburtshilfe Basics, 219-21. Berlin, Heidelberg: Springer Berlin Heidelberg, 2006.
    DOI: 10.1007/3-540-33769-5_47
  • Dannecker, Anthuber, and Hepp. „Die Episiotomie.“ Der Gynäkologe 33, no. 12 (2000): 864-71.
    DOI: 10.1007/s001290050655
  • Episiotomy – risk factors and outcomes. – J Matern Fetal Neonatal Med. 2017 Feb;30(3):251-256. Epub 2016 Apr 19. –
    Shmueli A, Gabbay Benziv R, Hiersch L, Ashwal E, Aviram R, Yogev Y, Aviram A.
    PMID: 27018243 DOI: 10.3109/14767058.2016.1169527
  • Episiotomy for vaginal birth. – Cochrane Database Syst Rev. 2009 Jan 21;(1):CD000081. – Carroli G1, Mignini L.
    PMID: 19160176 PMCID: PMC4175536 DOI: 10.1002/14651858.CD000081.pub2
  • WHO Empfehlung zum Dammschnitt
  • Tagesspiegel: Häufigkeit von Dammschnitten
  • ICD-10: O00-O99 Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett
  • Ärztliche Anlaufstellen: Gynäkologe


Medizinjournalist


Sebastian () arbeitet seit Jahren für medizinische Onlinemedien. Er engagiert sich ehrenamtlich in BOINC-Projekten zur Krebsforschung. Sebastian ist verheiratet, hat ein Kind und lebt in Berlin.

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