Forschung
Schlafstörungen – Neue Erkenntnisse zur Behandlung

Schlafstörungen können von der lästigen Alltagsbelastung zum ernsthaften medizinischen  Problem werden. Die Forschung liefert neue Erkenntnisse rund um das Schlafen.

Schlafstörungen - Forschung liefert neue Erkenntnisse

Schlafstörungen – Forschung liefert neue Erkenntnisse (Foto: Africa Studio | Shutterstock)

Der Schlaf ist für viele eine ganz besondere Rückzugs- und Erholungsmöglichkeit. Gerade der strukturierte Alltag, in dem durch den Beruf oder andere Verpflichtungen eine feste Zeit des Aufstehens vorgegeben ist, führt dazu, dass Störungen des Ein- oder Durchschlafens als besonders belastend wahrgenommen werden. Betroffene fühlen sich nicht hinreichend ausgeruht und befürchten negative Folgen für ihre Konzentrationsfähigkeit und Gesundheit. Neben der medikamentösen Therapie der Schlafstörungen rückt daher immer mehr eine ganzheitliche Betrachtungsweise in den Vordergrund, die sowohl Aspekte der Schalfhygiene als auch der individuellen Lebensgestaltung und des Umgangs mit Ängsten thematisiert.

Ein- und Durchschlafstörungen

Die am häufigsten vorkommenden Störungen der Nachruhe sind Ein- und Durchschlafstörungen. Probleme beim Einschlafen haben meisten ihre Ursache darin, dass Betroffene zu früh schlafen gehen und demzufolge noch nicht ausreichend müde sind, um in den Schlaf zu finden oder dass zahlreiche Sorgen und Probleme noch einmal gedanklich durchgegangen werden. Diese negativen Gedanken sind mit einem Arousal – also einer körperlichen Anspannung – verbunden, die wiederum das Einschlafen erschwert. Durchschlafprobleme hingegen bestehen eher in verlängerten Aufwachphasen. D.h. die Betroffenen werden nachts wach, können aber nicht wie gewünscht rasch wieder einschlafen, sondern liegen längere Zeit wach im Bett. Ursache sind hier entweder Blasenprobleme (häufiger nächtlicher Harndrang) oder Störungen der Leberfunktion sowie ein falsches Verhalten bei nächtlichem Aufwachen.

Medikation nicht immer sinnvoll

Die Einschränkungen des Schlafes oder Störungen der Nachtruhe wurden lange Zeit nur als medizinisches Problem gesehen. Daran orientierte sich auch die Behandlung – es wurden Schlafmittel verschieben, die jedoch oft zu einer Langzeiteinnahme geführt haben. Sind die Störungen nur temporär und damit vorübergehend, dann können Schlafmittel durchaus eine sinnvolle Möglichkeit sein, um die Probleme des Schlafens zu überbrücken. Vielfach ist aber genau diese zeitliche Begrenzung nicht gegeben, d.h. die Schlafstörungen sind eher genereller Natur oder haben sich mit zunehmendem Alter entwickelt. Erhalten die Betroffenen dann Schlafmittel und setzen diese später wieder ab, so kehren die Schlafstörungen zurück.

Eine moderne Diagnostik

Zu einer umfassenden Abklärung der Schlafstörungen gehört es, eventuelle klinische Krankheiten, die zu den Beschwerden führen, vorweg abzuklären. So können die Störungen der Nachtruhe etwa durch eine Depression bedingt sein (depressives Frühaufwachen, Morgentief) oder eine Schädigung bzw. Fehlfunktion der Schilddrüse. Ist dies der Fall, dann steht bei der Therapie nicht die Behandlung der Schlafstörungen im Vordergrund, sondern die eigentliche, zugrunde liegende Erkrankung. Ebenso sollte erfasst werden, wann die Beschwerden auftreten, ob die Betroffenen den Beginn der Problematik mit einem Ereignis in Zusammenhang bringen können (z.B. Arbeit im Schichtsystem) und welche Maßnahmen bisher getroffen wurden, um eine Besserung herbeizuführen.

Schlafhygiene als Grundlage des gesunden Schlafs

Den Betroffenen wird im Rahmen einer Therapie vermittelt, dass sie durch eigenes Verhalten oftmals viel dazu beitragen können, besser zu schlafen. Hier spielt auch die Aufklärung darüber, was überhaupt ein guter Schlaf ist, eine Rolle. Beispielsweise erfahren die Patienten, dass nächtliches Aufwachen auch normal ist und mit zunehmendem Alter häufiger auftritt. Ebenso wird vermittelt, in welchen Phasen das Schlafen abläuft und warum Menschen überhaupt schlafen müssen. Den Betroffen werden dann verschiedene Hinweis zu einem angemessenen Schlafverhalten gegeben. Diese beinhalten beispielsweise, dass das Fernsehen im Bett sehr aktivierend wirken kann und dadurch die Nachtruhe stören kann. Zudem erfahren die Patienten, dass sie bei nächtlichem Aufwachen nicht mehr als 20 Minuten auf das Einschlafen warten sollten, sondern stattdessen beispielsweise kurz aufstehen und warten sollten, bis sie wieder müde werden und generell erst bei Müdigkeit schlafen gehen sollten. Gegen die durch Sorgen und Grübeln bedingten Einschlafstörungen werden Entspannungsverfahren und Strategien der geistigen Ablenkung geübt. Mit diesen gelingt es, die Aufmerksamkeit weg von störenden Gedanken zu lenken und stattdessen positive Denkinhalte zu schaffen bzw. ein angenehmes Ruhegefühl zu erzeugen.

Patientenerfahrungen und Ergänzungen:

Sebastian Fiebiger: Leidest Du unter Schlafstörungen? Was hast Du bereits dagegen unternommen? Warst Du beim Arzt? Was hat der empfohlen? Was hat geholfen? Was nicht? Schreib uns uns Deine Erfahrungen, Fragen und Ergänzungen! Wir freuen uns über Deinen Kommentar – direkt unter diesem Artikel. Du hilftst damit auch anderen Lesern.

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