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Lage, Ursache und Hilfe

Geschwollene Lymphknoten – Was tun?

Lymphknoten geschwollen - was tun?

Lymphknoten geschwollen – was tun? (Foto: Image Point Fr | Shutterstock)

In diesem Artikel: Wir verraten Ihnen, welche Ursachen geschwollene Lymphknoten haben können, was sie dagegen tun können und wann sie unbedingt zum Arzt gehen müssen.

ICD-10: R59 Lymphknotenvergrößerung

Ärztliche Anlaufstellen: Hausarzt, Allgemeinmediziner

Lesezeit: 9 Minuten

Geschwollene Lymphknoten erschrecken viele betroffene Patienten. Schnell kreisen die Gedanken um Krebs und andere ernsthafte Diagnosen wie AIDS/HIV. Dabei sind die meisten Lymphknotenschwellungen harmlos.

Geschwollene Lymphknoten gehören zu den häufigsten Begleiterscheinungen bei Bakterien- und Viruserkrankungen. Am deutlichsten spürbar ist dabei ein Lymphknotenpaar am Hals, das meist im Rahmen der ärztlichen Untersuchung ertastet wird. Einige Patienten bemerken die Schwellung kaum, andere wiederum erleben sie als schmerzhaft und spüren vor allem am Hals die Auswirkungen der Erkältung.

Wann kommt es zu geschwollenen Lymphknoten?

Der Körper reagiert durch das Anschwellen verschiedener Bereiche des Körpers auf unerwünschte Eindringlinge. So auch im Fall der Lymphknoten: Bakterien, Viren und andere Krankheitserreger befallen schnell die lymphatischen Systeme des Menschen und gelangen auf diese Weise in die verschiedenen Lymphknoten. Diese wehren die Bakterien ab, indem sie anschwellen und ihre Temperatur erhöhen. Dazu kommt es bereits bei der gewöhnlichen Erkältung, dem grippalen Infekt. Auch bei der echten Grippe und all ihren Unterarten schwellen die Lymphknoten an. Das Symptom begleitet aber auch schwerwiegende Erkrankungen. Eine HIV-Infektion beginnt etwa mit erkältungsähnlichen Symptomen, zu denen auch angeschwollene Lymphknoten gehören. Es handelt sich dabei um ein sehr unspezifisches Symptom, das lediglich darauf hinweist, dass eine Infektion vorliegt.

Was tun gegen Schwellungen der Lymphknoten?

Eine leicht erhobene Körpertemperatur liegt bereits bei den meisten harmlosen Erkältungen vor. Das verleitet schnell dazu, sich Abkühlung verschaffen zu wollen – allerdings würde das den Lymphknoten nur schaden. Der Körper erlegt sich selbst starke Belastungen auf, wenn er seine Temperatur krankheitsbedingt anhebt. Kältezufuhr bedeutet für die betroffenen Körperteile nur weiteren Stress und würde ihnen schaden. Daher sollten geschwollene Lymphknoten möglichst warm gehalten werden, auch wenn das nicht der erste Gedanke ist. In der kalten Jahreszeit empfiehlt sich ein Schal, bei einer Erkrankung im Sommer sollte man wenigstens darauf achten, sich nicht dem Zugwind auszusetzen.

Hausmittel gegen geschwollene Lymphknoten

Letztlich verschwinden geschwollene Lymphknoten mit der Grunderkrankung. Möchte man das Abschwellen der Lymphknoten beschleunigen, sollte man sich der zugrunde liegenden Entzündung widmen. So können abschwellende, entzündungshemmende Salben oder Kräuter helfen.

Auch eine Unterstützung des Immunsystems, durch vitaminreiche Ernährung, Ruhe und Schonung beschleunigen den Heilungsprozess.

Es gilt aber zu bedenken, dass die Lymphknotenschwellung noch einige Zeit nach Abklingen der Grunderkrankung anhalten kann.

Wann sind geschwollene Lymphknoten ein Fall für den Arzt?

Geschwollene Lymphknoten sollten immer vom Arzt untersucht werden. In den meisten Fällen handelt es sich tatsächlich um eine harmlose Erkältung – allerdings kann auch dabei schon Behandlungsbedarf bestehen. Bakterielle Infektionen müssen beispielsweise mit Antibiotika behandelt werden, andernfalls können sich die Erreger im Körper ausbreiten und weitaus schlimmere Erkrankung fördern. Wenn keine erkennbare Erkältung vorliegt, sind geschwollene Lymphknoten für Ärzte ein deutliches Alarmsignal. In solchen Fällen kann es sich um ein Lymphom, einen Tumor im Lymphgewebe, handeln. Da sie sich leicht ausbreiten können, müssen sie sofort weiter behandelt werden und dürfen auf keinen Fall unbeachtet bleiben.

Lage der Lymphknoten im menschlichen Körper

Das Lymphsystem und damit auch die Lymphknoten sind breit im menschlichen Körper verteilt. Häufig sind Schwellungen der Lymphknoten am Hals, in der Leistengegend und in den Achselhöhlen.

Lage der Lymphknoten im menschlichen Körper

Lage der Lymphknoten im menschlichen Körper (Foto: Alila Medical Media | Shutterstock)

Typische Körperstellen für Lymphknotenschwellungen

KörperstelleBeschreibung
Achselnhäufig, z.B. bei allgemeinen Infekten
Armeher selten, in den Armbeugen, z.B. lokale Infektionen
Baucheher selten, schwer ertastbar
Halshäufig, z.B. bei Infekten im Mundraum (Zähne, Kiefer)
Kniekehleneher selten, z.B. lokale Infektionen
Leistehäufig, z.B. bei Harnwegsinfekten

Katze als Ursache für Lymphknotenschwellungen

Treten geschwollene Lymphknoten zusammen mit den typischen Grippe-Symptomen wie Fieber, Kopfschmerzen und Übelkeit auf, kann auch die heimische Katze als Auslöser in Betracht kommen. Die sogenannte „Katzenkratzkrankheit“ wird durch das Bakterium „Bartonella Henselae“ ausgelöst. Der durch kratzende Katzen übertragene Erreger löst zwar selten ernsthafte Komplikationen aus, es kann aber zwei bis drei Monate dauern, bis die Infektion erfolgreich vom menschlichen Körper bekämpft ist.

Symptomatisch sind schmerzhaft angeschwollene Lymphknoten. Die Katzenkratzkrankheit kann mit Antibiotika behandelt werden. Die Schwellung der Lymphknoten kann allerdings noch einige Zeit nach Abklingen der anderen Symptome anhalten.

Mögliche Ursachen für Lymphknotenschwellungen

Es gibt eine ganze Reihe von Erkrankungen, für die geschwollene Lymphknoten symptomatisch sind. Dieses unspezifische Symptom kann aber allenfalls er Ausgangspunkt für weitere Diagnostik sein und rechtfertigt ganz sicher keine Diagnose.

Krebs als Ursache

Zur Erkennung und Behandlung gewisser Tumore bösartiger Natur gehört das Konzept der Wächterlymphknoten. Die in Fachkreisen gebräuchliche Abkürzung SLN stammt von der englischen Bezeichnung „sentinel lymph node“. Befindet sich im Abflussbereich der Lymphe ein bösartiger Tumor, wird der an erster Stelle gelegene Lymphknoten als Wächterlymphknoten bezeichnet.

Sie sind Indikator dafür, ob über die Lymphe bereits Tumorzellen gestreut und Metastasen gebildet haben. Ist der Wächterlymphknoten frei von Tumoren, besteht eine nur geringe Wahrscheinlichkeit, dass sich Metastasen in anderen Organen gebildet haben.

Der Status des Wächterlymphknotens spielt in der Diagnostik sowie in der gegebenenfalls folgenden Therapie daher eine große Rolle. Der Befund ist besonders aussagekräftig bei Brustkrebs (Mammakarzinom), Prostatakrebs (Prostatakarzinom) und schwarzem Hautkrebs (malignes Melanom).

Liste der Krankheiten mit geschwollenen Lymphknoten als Teil der Symptomatik

Zu den möglichen Ursachen einer Lymphknotenschwellung zählen:

  • Entzündungen und/oder Infektionen, die lokal begrenzt sind, beispielsweise eine Mandelentzündung (geschwollene Lymphknoten am Hals) oder eine Entzündung des Darms (geschwollene Lymphknoten im Leistenbereich)
  • spezifische Virusinfektionen wie Röteln, HIV-Infektion, Pfeiffersches Drüsenfieber, Genitalherpes, Zytomelagie
  • bakterielle Infektionen wie Tuberkulose, Brucellose oder Syphilis
  • Infektionen durch Parasiten wie Toxoplasmose
  • bösartige Erkrankungen innerhalb des lymphatischen Systems wie Morbus Hodgkin, Non-Hodgkin-Lymphome, manche Leukämie-Arten
  • Metastasen in den Lymphknoten
  • gutartige Vergrößerung der Lymphknoten wie Sarkoidose

Geschwollene Lymphknoten bei Kindern

Lymphknotenschwellungen bei Kindern sind häufig und nur selten wirklich bedenklich. Mehr Infos dazu finden Sie hier.

Lymphknoten und Krebs – Was sind Wächterlymphknoten?

Als Wächter-Lymphknoten werden die Lymphknoten im unmittelbaren Umfeld eines bösartigen Tumors bezeichnet. Sie werden im Rahmen der Krebstherapie untersucht, um das Ausmaß der Krebserkrankung zu ermitteln und zu überwachen.

Lassen sich in den umliegenden Lymphknoten Tumorzellen feststellen, ist es wahrscheinlich, dass der Krebs über das ursprünglich erkrankte Organ hinaus gestreut hat. Interessant ist vor allem dem Umkehrschluss. Finden sich in den Wächterlymphknoten keine Krebszellen, kann ein Streuen des Tumors mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden. Jüngere Studien gehen etwa bei Brustkrebs von einer Zuverlässigkeit von ca. 97 Prozent aus.

Die Untersuchung der Wächterlymphknoten ermöglicht eine schonendere Krebstherapie. Sind die Lymphknoten nicht befallen, müssen sie häufig nicht entfernt werden und gefürchtete Nebenwirkungen – wie das Lymphödem – bleiben aus.

Was sind Lymphknoten?

Bei Lymphknoten handelt es sich um Organe des Immunsystems, die unregelmäßig geformt oder oval sind. Ihre Größe kann von zwei Millimetern bis zwei Zentimetern reichen, je nach der Lage im menschlichen Körper. Überschreitet die Größe zwei Zentimeter und der Lymphknoten nimmt eine kugelförmige Gestalt an, hat er sich zur Abwehr von Krankheiten aktiviert. Hinsichtlich ihrer Tastbarkeit und Größe sind die Lymphknoten gewissen regelmäßigen Schwankungen unterlegen.

Anatomie: Lage der Lymphknoten

Lymphknoten sind im gesamten menschlichen Körper verteilt. Sie befinden sich am Kopf hinter den Ohren und unterhalb der Ohren, am Hinterhaupt, im Gesicht, am Unterkiefer und am Kinn. Am Hals sind sie im Nacken, entlang der Halsgefäße sowie oberhalb des Schlüsselbeins vorhanden. Weiterhin gibt es Lymphknoten in der Achselhöhle sowie in der Brust, genauer: in der Brustwand und in der Brusthöhle. In der Bauchwand befinden sich die Leistenlymphknoten und Kniefaltenlymphknoten, im Bauch die Lendenlymphknoten und Magenlymphknoten. Auch in den Kniekehlen weist der menschliche Körper Lymphknoten auf.

Updates & Aktualisierungen

Ultraschall: Schwellungen der Lymphknoten, die über längere Zeit geschwollen sind, sollten laut Empfehlung  Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) immer mittels Ultraschall abgeklärt werden. Spätestens nach 3-4 Wochen sollte man mit geschwollenen Lymphknoten zum Arzt gehen.

Tattoos färben nicht nur die Haut, sondern offenbar auch die Lymphknoten. Wissenschaftler fürchten, dass neben Farbstoffen auch Giftstoffe im Lymphsystem des Menschen landen und schlimmstenfalls Krebs auslösen können.

Dipl.-W.Inf. Sebastian Fiebiger
Medizinjournalist

Hattest Du schon mal einen geschwollenen Lymphknoten oder hast Du aktuell damit zu kämpfen?

Was hast Du unternommen? Hat es geholfen? Warst Du beim Arzt? Was hat der gemacht? Hat es geholfen? Was war die Ursache der Schwellung?

Schreib uns Deine Erfahrungen und Fragen – Du hilfst damit auch anderen Lesern. Wir freuen uns auf Dein Feedback – direkt unter diesem Artikel, in den Kommentaren.

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Kommentare:
Diskutieren, Fragen & Erfahrungsaustausch:
Zu diesem Beitrag gibt es schon 50 Kommentare. Diskutiere mit!
  • 🕝 Tanja

    Ich hatte neulich auch einen geschwollenen Lymphknoten und zwar in der Leistengegend. Ich hatte total Angst, weil sich das echt wie ein dicker Tumor angefühlt hat.

    Und deshalb bin ich gleich zum Arzt. Der hat mich erstmal beruhigt und meinte “Das kommt schon mal vor.” Er hat mir Antibiotika verschrieben und meinte, wir würden jetzt erstmal abwarten, ob die Schwellung zurückgeht.

    Das ist dann auch 3-4 Tage später passiert. Ich habe aber vorher trotzdem Panik geschoben, weil ich nämlich gegooglet habe. Und da steht halt, dass das auch Krebs sein kann.

  • 🕝 Jenny

    Bei mir ist ein Lymphknoten an der Leiste seit Jahren immer wieder geschwollen. Ich habe schon alle möglichen und unmöglichen Untersuchungen über mich ergehen lassen – alles ohne Ergebnis. Es wurde sogar ein MRT gemacht. Ohne Befund.

    Inzwischen habe ich mich damit abgefunden, dass er immer mal wieder anschwillt und gehe schon gar nicht mehr zum Arzt.

  • 🕝 Tamara

    Das “Nicht zum Arzt” gehen darf aber kein Rat an die Leute sein, die zum ersten Mal mit einem geschwollenen Lymphknoten zu tun haben. Es ist immer wichtig, das ärztlich abzuklären.

    Ein geschwollener Lymphknoten ist immer ein Warnzeichen des Körpers. Dabei muss es ganz gewiss nicht immer um Krebs gehen. Die Wahrscheinlichste Erklärung ist ein Entzündungsgeschehen in der Nähe des Lymphknotens.

    Die eigentliche Entzündung kann dabei auch völlig symptomfrei verlaufen.

  • 🕝 Müller Mark

    Eine Freundin hat geschwollenen Lymphknoten unzwar ganz schön dolle.Sie war gestern beim Arzt, der einen grippalen Infekt festgestellt.
    Was kann sie tun um den Schmerzen etwas entgegen zu treten ?

  • 🕝 Anonymous

    Hab momentan einen angeschwollenen Lymphknoten hinterm Ohr, der wehtut. Was kann ich tun, kein Arzt hat offen und nächsten Montag ist Heiligabend?

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