Impfung
Hepatitis A und B Impfung – Kosten, Ablauf und Personenkreis

Eine Hepatitis B Infektion birgt die Gefahr eines chronischen Verlaufs, der die Leber zerstören kann. Vorbeugen kann man mit einer Schutzimpfung, die auch gegen Hepatitis A immunisiert. Wer sich impfen lassen sollte, welche Regionen gefährlich sind und wie die Impfung abläuft.

Hepatitis B lässt sich mit einer Schutzimpfung vorbeugen

Hepatitis B lässt sich mit einer Schutzimpfung vorbeugen (Foto: Image Point Fr | Shutterstock)

Hepatitis B ist eine Viruserkrankung, die die Leber befällt. In 10% der Erkrankungen kann die Krankheit einen chronischen Verlauf nehmen.

Hepatitis B ist weltweit die häufigste Virusinfektion. In Deutschland erkranken jährlich zwischen 20.000 und 35.000 Menschen an Hepatitis B. Hepatitis B ist die Ursache für jede dritte Leberinfektion in Deutschland. Eine chronische Lebererkrankung kann zu Leberzirrhose oder einem Leberkarzinom führen.

Eine Behandlung von Hepatitis B ist nur eingeschränkt möglich. Der Erreger ist das Hepatitis-B-Virus (HBV), ein Retrovirus, das nach einer Infektion nicht mehr vollständig aus dem Körper entfernt werden kann. Die wichtigste Maßnahme zur Verhinderung der Infektion ist daher eine Impfung.

Eine Hepatitis A verläuft im Vergleich dazu meist relativ mild und wird nicht chronisch. Sie führt auch nicht zu einer dauerhaften Schädigung der Leber. Trotzdem müssen die meisten Patienten im Krankenhaus behandelt und über eine Dauer von vier bis acht Wochen therapiert werden. Für Patienten mit einer vorgeschädigten Leber keine eine Hepatitis A lebensbedrohlich werden.

Übertragung & Verbreitung

Die Übertragung des Hepatitis B Virus erfolgt über Blut und andere Körperflüssigkeiten. Bei Erkrankten mit einer hohen Viruskonzentration kann die Übertragung sogar über Speichel, Urin oder Muttermilch erfolgen. In West- und Nordeuropa ist Hepatitis B nicht weit verbreitet.

Die Inkubationszeit von Hepatitis A beträgt 15 bis 50 Tage, so dass die Gefahr, unwissend andere anzustecken relativ hoch ist. Hepatitis A wird durch Kontakt- und Schmierinfektion übertragen. Auch eine sexuelle Übertragung ist möglich.

Wer sollte ich impfen lassen?

Grundsätzlich sollten sich daher nur bestimmte Berufsgruppen, die mit Blut in Kontakt kommen, gegen Hepatitis A und B impfen lassen. Hierzu gehört medizinisches Personal ebenso wie Pflegekräfte, Sozialarbeiter, Polizisten oder Gefängnispersonal.

Auch Personen die häufig Kontakt zu chronisch an Hepatitis B erkrankten Personen haben, ist eine Impfung zu empfehlen. Der Kontakt kann in der Familie, dem Bekanntenkreis oder auch im Kindergarten oder der Schule liegen.

Des Weiteren unterliegen Personen mit häufig wechselnden Geschlechtspartnern, einem erhöhten Ansteckungsrisiko und sollten sich daher impfen lassen.

Seit 1995 findet bei Säuglingen eine Grundimmunisierung gegen Hepatitis B statt, die Impfwirkung hält bis zum Erreichen des Erwachsenenalters an. Alle 10 Jahre wird zu einer Auffrischung der Immunisierung geraten. In Deutschland besteht die Möglichkeit einer Kombinationsimpfung gegen Hepatitis A und B. Eine generelle Impfempfehlung gegen Hepatitis A besteht nicht, Ausnahmen sind z.B. Auslandsreisen.

Hepatitis A und B Regionen

In Asien, Afrika, Naher und Mittlerer Osten und der Türkei sind Hepatitis A und B Erkrankungen jedoch keine Seltenheit. Daher sollten Personen, welche diese Länder bereisen möchten, auf jeden Fall eine Impfung vornehmen lassen. Auch sollten sich chronisch lebererkrankte Personen und HIV-positive Personen, die keine Hepatitis B Antikörper besitzen einer Impfung unterziehen.

So funktioniert die Impfung

Die Grundimmunisierung erfolgt durch drei Impfungen. Die zweite Impfung sollte 4 Wochen nach der ersten erfolgen. Die dritte wird sechs Monate nach der ersten Impfung verabreicht. Häufig haben sich bereits nach der zweiten Impfung Antikörper gebildet. Aber erst durch die dritte Injektion wird ein Langzeitschutz mit 96% Sicherheit für zehn Jahre erreicht. Ein bis zwei Monate nach der letzten Impfung kann eine Blutuntersuchung im Hinblick auf gebildete Antikörper erfolgen.

Der Impfstoff wird vorzugsweise in den Oberarmmuskel gespritzt. Die Impfung ist gut verträglich, es kann jedoch innerhalb von 48 Stunden nach der Impfung zu leichten Allgemeinreaktionen des Körpers wie Abgeschlagenheit oder Magen-Darm Beschwerden kommen.

Kosten der Hepatitis A und B Impfung

Eine Hepatitis B Impfung kostet ca. 50,- Euro. Die drei Spritzen zur Grundimmunisierung liegen daher bei ca. 150,- Euro. Für ca. 180,- Euro kann eine Grundimmunisierung mit einer Kombiimpfung gegen Hepatitis A und B erfolgen.

Für Kinder bis zum 18. Lebensjahr werden die Impfungen durch die Krankenkassen übernommen. Auch bei gefährdeten Berufsgruppen kann eine Übernahme der Kosten durch die Krankenkasse oder den Arbeitgeber erfolgen. Bei medizinischem Personal muss der Arbeitgeber die Kosten tragen. Einige Krankenkassen erstatten eine Reiseimpfung als Satzungsleistung.

Wie wird geimpft?

Es wird zur Impfung ein Totimpfstoff verwandt. Dieser besteht aus Teilen des Virus und kann den Virus nicht mehr übertragen. Die Impfung erfolgt mittels einer Spritze in einen Muskel. Studien haben ergeben, dass eine Impfung in den Oberarm besser wirkt als eine in den Po. Die Impfungen werden durch einen Arzt verabreicht, dieser kann auch bezüglich der Notwendigkeit beratend zur Seite stehen.

Sebastian Fiebiger: Hast Du Dich impfen lassen? Wie hast Du die Impfung vertragen? Was hast Du bezahlt? Warum hast Du Dich impfen lassen? Trägst Du Dich mit dem Gedanken, Dich impfen zu lassen? Was sind Deine Bedenken? Schreib uns Deine Erfahrungen, Ergänzungen und Fragen – direkt unter diesem Artikel, in den Kommentaren. Wir freuen uns auf Dein Feedback! Du hilfst damit auch anderen Lesern.

3 Kommentare
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Kommentare:
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  • 🕝 wer darf hepatitis b impfen ?

    sehr geehrte damen und herren.meine frau arbeit seit über 1. jahr im gesundheitswesen.hat 1.impfung erhalten.jetzt ist kein betriebsarzt mehr da. darf der hausartzt diese impfung weiter führen ?und die rechnung an den arbeitgeber schicken ?

  • 🕝 Anonymous

    Ja, auch der Hausarzt darf diese Impfungen durchführen.
    Bei mir selbst ist es so, dass ich die Impfungen Hepatitis A & B durch meinen Hausarzt erhalte und die Rechnung anschließend zu meinem Arbeitgeber schicke.
    Also alles kein Problem 🙂

  • 🕝 Anonymous

    Kann die 3. Impfung auch später als sechs Monate nach der 1. Impfung erfolgen ?

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