Symptome und Anzeichen
Asperger

Das Asperger Syndrom äußert sich früh mit den typischen Symptomen

Das Asperger Syndrom äußert sich früh mit den typischen Symptomen (Foto: gwolters | Shutterstock)

Unter dem Asperger Syndrom ist eine leichte Form von Autismus zu verstehen. Im Gegensatz zum stark ausgeprägten Autismus, bei dem die Symptome bei Kleinkindern bereits im Alter von wenigen Monaten offenbar werden, kann das Asperger Syndrom häufig erst ab dem vierten Lebensjahr diagnostiziert werden.

Da die Symptome eher subtil sind, wurde das Krankheitsbild auch von der Wissenschaft erst relativ spät entdeckt und erforscht. Einen großen Anteil daran hatte der österreichische Kinderarzt Hans Asperger, der gegen Ende des zweiten Weltkrieges erstmals fundierte Erkenntnisse lieferte.

Asperger Syndrom Symptome

  • gestörte Aufmerksamkeit
  • eingeschränkte Beziehungsfähigkeit
  • unangepasstes Verhalten
  • mangelnde Fähigkeit, sich in andere Menschen hineinzuversetzen
  • intensive Hobbys
  • Introvertiertheit
  • auffällige Sprache
  • durchschnittliche oder überdurchschnittliche Intelligenz
  • Unfähigkeit Mimik, Gestik und Tonalität zu deuten
  • monotones Sprechen
  • Vorliebe für Routinen
  • motorische Probleme
  • großer Wortschatz
  • Kontaktschwierigkeiten
  • Gleichgültigkeit gegenüber der Umgebung
  • Schadenfreude

Frühe Anzeichen bei Kleinkindern und Babys

  • frühzeitig einsetzende Sprachentwicklung
  • Neigung zu Wutanfällen
  • kein Wiedererkennen bekannter Personen
  • Desinteresse an Spielzeug
  • kein Reaktion auf Anlächeln
  • Abwehrreaktion beim Hochheben
  • monotones Lallen
  • keine Nachahmen von elterlichen Aktionen
  • auffallend starre Körperhaltung

Vom Asperger Syndrom betroffene Menschen leiden unter starken Schwächen im Bereich der sozialen Interaktion mit ihren Mitmenschen. Sie sind nicht dazu in der Lage, die „Zwischentöne“ menschlicher Kommunikation zu erfassen und auszusenden. Darunter sind bspw. Gestik, Mimik oder Variationen im Sprachverhalten zu verstehen. Auf andere Menschen wirken sie dadurch häufig ungeschickt und roboterhaft. Da vom Asperger Syndrom betroffene Menschen über einen normalen, oft sogar überdurchschnittlichen Intellekt verfügen, gelingt es ihnen jedoch häufig, ihre Krankheit zu überspielen. Sie werden von ihrer Umwelt daher meistens nicht als Autisten, sondern lediglich als Sonderlinge wahrgenommen.

Leitsymptom: Ausdruck Emotionen

Die Gefühls- und Gedankenwelt von Asperger-Patienten ist anders. Das führt dazu, dass es für sie schwierig ist, sich in die Gefühls- und Gedankenwelt ihrer Mitmenschen hineinzuversetzen. Auf andere wirken sie daher oft introvertiert, werden aber auch als egozentrisch und rücksichtslos wahrgenommen und geraten dadurch schnell in eine soziale Isolation.

Hochbegabung bei Asperger gehäuft

Die Betroffenen sind häufig stark detailorientiert, haben auf der anderen Seite aber große Probleme komplexe Zusammenhänge zu erfassen und richtig einzuordnen. Nicht selten sind vom Asperger Syndrom betroffene Menschen hochbegabt. Sie widmen sich dabei häufig sehr eindimensional einer bestimmten Tätigkeit oder einem Wissensgebiet. In diesen Fällen spricht man von sogenannten Inselbegabungen.

Asperger ist nicht heilbar

Beim Asperger Syndrom handelt es sich um eine Entwicklungsstörung, die nach derzeitigem Stand der Wissenschaft als nicht heilbar angesehen wird. Hinsichtlich der Ursachen, die zur Entstehung des Asperger Syndroms führen, herrscht noch Ungewissheit. Da das Asperger gehäuft in bestimmten Familien auftritt, werden neben neurologischen und biochemischen Fehlfunktionen auch genetische Ursachen vermutet.

Dipl.-W.Inf. Sebastian Fiebiger
Medizinjournalist

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Kommentare:
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  • 🕝 Scáth

    Bei dem Aspergers Syndrom handelt es sich nicht um eine Krankheit in diesem Sinne, die es zu „heilen“ gilt, sondern um eine neurogenetische Entwicklungsstörung, beziehungsweise bedeutet es eine veränderte Wahrnehmungs- und Informationsverarbeitung.
    Es ist lediglich eine „Andersstrukturierung“ des Gehirns, welche zum Beispiel dafür sorgt, dass die Welt anders wahrgenommen wird. Informationen werden anders verarbeitet. Die Verarbeitung kann länger dauern.
    Auch werden Informationen anders oder auch falsch interpretiert.
    Es kann auch zu einer Informationsüberflutung kommen.


    Es geht mir hier lediglich um die Formulierung:

    >>Beim Asperger Syndrom handelt es sich um eine angeborene Krankheit, die nach derzeitigem Stand der Wissenschaft als nicht heilbar angesehen wird.<<


    Auch gibt es genug Fälle in denen das Syndrom erst im Erwachsenenalter, überhaupt nicht oder fehldiagnostiziert wird.

    Bei Symptomen und Anzeichen sollte erwähnt werden, dass diese nicht für alle Aspies gelten. Denn auch unter den Betroffenen gibt es Unterschiede.

    Keineswegs herrscht ein Mangel an Emotionen!
    Es fällt einigen Betroffenen nur schwerer als einer neurotypischen Person, die eigenen Gefühle zum Ausdruck zu bringen, oder die der anderen zu deuten — liegt manchmal an dem mangelnden Blickkontakt, der von vielen gemieden wird.
    Oft wird das ständige Sich-ausdrücken, durch Mimik und Gestik, als unnötig oder anstrengend empfunden.
    Andersherum gibt es auch NTs, denen es an Expressions- und Interpretationsfähigkeiten in diesem Feld mangelt.

    Es wäre gut, wenn Unterschiede und Gemeinsamkeiten des Asperger Syndroms zwischen männlichen und weiblichen Betroffenen aufgelistet werden würden.

  • 🕝 Sebastian (naanoo.com)

    Vielen Dank für Deine Hinweise.

    Ich habe die Bezeichnung (Erkrankung -> Entwicklungsstörung) angepasst und den Absatz zur Emotionalität geändert.

  • 🕝 Anonymous

    Ich habe 3 Aspies in der Familie, und mein Freund war Aspie. Bei keinen habe ich Schadenfreude festgestellt, im Gegenteil.

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