Symptome, Behandlung, Ursachen und FolgenEileiterschwangerschaft

Die wichtigsten Informationen zur Eileiterschwangerschaft – wie sie entsteht, in welchen Symptomen sie sich manifestiert und wie sie behandelt werden kann.

Eine Eileiterschwangerschaft kann medikamentös oder chirurgisch behandelt werden

Eine Eileiterschwangerschaft kann medikamentös oder chirurgisch behandelt werden (Foto: Monkey Business Images | Shutterstock)

Eine Bauchhöhlen- oder Eileiterschwangerschaft wird medizinisch als Extrauterin-Gravidität bezeichnet. Dabei siedelt sich die befruchtete Eizelle außerhalb der Gebärmutter an. Über 95 Prozent der Extrauterin-Graviditäten sind Eileiterschwangerschaften. In den letzten 30 Jahren ist die Wahrscheinlichkeit einer Fehleinnistung der Eizelle von 0,5 Prozent auf ein bis zwei Prozent gestiegen – als Ursachen dafür werden sowohl die verbesserte Diagnostik als auch vermehrt auftretende Eileiterentzündungen und Fertilitätsbehandlungen vermutet.

Eine Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutterhöhle ist grundsätzlich eine gefährliche und potenziell lebensbedrohliche Erkrankung und stellte früher eine der häufigsten Todesursachen junger Frauen dar. Durch die heutigen Möglichkeiten von Früherkennung und Therapie ist die Sterblichkeit jedoch auf 0,1 Prozent gesunken.

Eileiterschwangerschaft Symptome

Die Symptome einer Eileiterschwangerschaft sind zunächst von den üblichen Schwangerschaftsanzeichen – Spannen in den Brüsten, Übelkeit, häufiger Harndrang, Ausbleiben der Periode – nicht zu unterscheiden, oft jedoch etwas schwächer ausgeprägt. Auch Schwangerschaftstests zeigen zunächst ein positives Ergebnis an. Ab der sechsten bis neunten Schwangerschaftswoche setzen bei einer Eileiterschwangerschaft zunächst eher unspezifische weitere Symptome ein, die vor allem in Unterleibsschmerzen und Schmierblutungen bestehen. Auch leichtes Fieber, eine berührungsempfindliche Bauchdecke und – selten – Schmerzen in der Schulter wurden von Patientinnen berichtet. Die Unterleibsschmerzen konzentrieren sich gewöhnlich auf der Seite, auf der die Eileiterschwangerschaft besteht.

Diagnose der Eileiterschwangerschaft

Eine sichere Diagnostik kann nur vom Arzt geleistet werden und ist zu Beginn der Schwangerschaft nicht ganz einfach. Nur 30 Prozent der Eileiterschwangerschaften werden unmittelbar bei der Ultraschalluntersuchung erkannt. In allen anderen Fällen nimmt der Arzt eine Ausschlussdiagnose vor: Wenn das Schwangerschaftshormon beta HCG einen bestimmten Grenzwert übersteigt, im Ultraschall jedoch keine Gebärmutterschwangerschaft nachgewiesen werden kann, muss eine Extrauterin-Gravidität angenommen werden. Blutuntersuchung und Ultraschall werden dann entweder bis zu einer sicheren Diagnose in 48-Stunden-Intervallen wiederholt oder durch eine Bauchspiegelung ergänzt.

Ursachen der Eileiterschwangerschaft

Die Hauptursache für Eileiterschwangerschaften liegt in anatomischen Anomalien der Eileiter, die unter anderem durch Infektionen, Tumore oder vorangegangene Infektionen verursacht sind. Frauen mit einer bereits früher durchgemachten Eileiterschwangerschaft haben sowohl durch den ursächlichen Defekt als auch die vorherige Therapie ein deutlich erhöhtes Risiko. Weitere Ursachen sind Fertilitätsbehandlungen, missglückte Sterilisationen durch Eileiter-Unterbindung und Verhütung durch die „Spirale“. Auch starke Raucherinnen sind von einer Eileiterschwangerschaft etwas häufiger betroffen.

Behandlung – medikamentös oder chirurgisch

Die Behandlung respektive Beendigung einer Eileiterschwangerschaft erfolgt in der Regel sofort nach der Diagnose. 90 Prozent der Eileiterschwangerschaften können heute durch intramuskuläre Injektion des Chemotherapeutikums Methotrexat medikamentös beendet werden. Alternativ wird der Fötus durch eine Bauchspiegelung (Laparoskopie) entfernt. Bei Frauen mit bestehendem Kinderwunsch wird dabei versucht, den betroffenen Eileiter zu erhalten, falls dieser durch die Schwangerschaft nicht zu stark zerstört oder das Risiko einer nächsten Eileiterschwangerschaft dadurch zu hoch ist. Ein Bauchschnitt zur Beendigung der Eileiterschwangerschaft ist heute nur noch in sehr seltenen Fällen nötig.

Eileiterschwangerschaft – ungünstig für den Kinderwunsch

Nach einer Eileiterschwangerschaft verringern sich – durch das Wiederholungsrisiko und anatomische Probleme, die oft beide Eileiter betreffen – die Chancen für eine spontane „reguläre“ Schwangerschaft. Patientinnen mit Kinderwunsch, die innerhalb von 18 Monaten nach dem Ereignis nicht schwanger werden, raten Frauenärzte in der Regel zu einer künstlichen Befruchtung (In-Vitro-Fertilisation).

Hast Du eine Eileiterschwangerschaft durchgemacht? Wie hast Du sie bemerkt? Wie wurde Sie behandelt? Schreib uns Deine Erfahrungen, Ergänzungen und Fragen – direkt unter diesem Artikel, in den Kommentaren. Du hilfst damit auch anderen Lesern.

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