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Gallensteine

Gallensteine

Schematische Darstellung von Gallensteinen (Abb.: Alila Medical Media | Shutterstock)

Gallensteine (medizinische Bezeichnung: Cholelithiasis) sind kristalline Ablagerungen in der Gallenblase, den Gallengängen und den Gallenwegen – den abführenden Gängen von Gallenblase zum Darm.

Gallensteine sind feste, kristalline Gebilde, die aus den Ausfallprodukten der Galle entstehen. Gallensteine deuten auf ein Ungleichgewicht, der löslichen Stoffe in der Galle hin. Meist machen Gallensteine keine Beschwerden. Blockieren sie allerdings den Abfluss der Galle können sie heftige Koliken und Entzündungen auslösen.

Gallensteine treten relativ häufig auf. Man schätzt, dass etwa 10-15 Prozent der erwachsenen Bevölkerung betroffen sind. Frauen sind deutlich häufiger betroffen. Der westliche Lebenswandel aus Überernährung und Bewegungsmangel scheint die Entstehung von Gallensteinen zu begünstigen.

Gallensteine Symptome

Die typischen Symptome von Gallensteinen
Druckschmerz im rechten Oberbauch
Gelbfärbung der Haut und der Augen (Ikterus)
bräunlicher Urin
heller oder farbloser Stuhl
Völlegefühl
Blähungen
fettiger Durchfall
Übelkeit
Erbrechen
Sodbrennen
Appetitlosigkeit
Schweißausbrüche
häufiges Aufstoßen
Labor: erhöhte Leberwerte
plötzliche Unverträglichkeit bestimmter Nahrungsmittel (z.B. Kaffee, Gebratenes, Alkohol)
Fieber
Juckreiz
Schüttelfrost

Die weit überwiegende Zahl der Gallensteine verursacht überhaupt keine Beschwerden. Nur in etwa 25 Prozent der Fälle ist mit dem Auftreten spürbarer Symptome zu rechnen. Die auftretenden Symptome sind unspezifisch, was die Diagnosestellung erschwert.

Die Beschwerden (Völlegefühl, Bauchschmerzen, Sodbrennen) treten vor allem nach dem Verzehr fettreicher Speisen auf. Die auftretenden Bauchschmerzen können auch in Rücken und Schultern ausstrahlen.

Gallensteine

Gallensteine (Foto: kerale | Shutterstock)

Was tun?

Treten die genannten Symptome auf, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden, um das Risiko von Komplikationen und Folgeschäden zu senken. Gallensteine, die Beschwerden machen, sind immer untersuchungs- und behandlungsbedürftig.

Zunächst muss die Diagnose sichergestellt werden und andere Erkrankungen der inneren Organe ausgeschlossen werden. Anschließend können die Gallensteine mit verschiedenen Methoden (medikamentös, Stoßwellen, OP) entfernt werden. Oft wird auch die Gallenblase operativ entfernt, um ein erneutes Auftreten von Gallensteinen zu verhindern.

Ursachen & Risikofaktoren

Die Auskristallisierung von Gallenflüssigkeit entsteht, wenn die Zusammensetzung von Cholesterin und Eiweißen im falschen Verhältnis steht. Dies führt zur Verklumpung mit den oftmals spitzen Gallensteinen. Diese kleinen bis Gallenblasen großen Steine sind meist die Hauptursache für alle weiteren Erkrankungen der Gallenblase und ihrer Abgänge.

Die Gallenflüssigkeit eines gesunden Menschen steht aus Wasser. Die ebenfalls enthaltene Gallensäure sorgt die die Lösung des Cholesterins. Sinkt der Säuregehalt der Flüssigkeit oder steigt der Cholesterin-Gehalt, kann die Lösung nicht aufrecht erhalten werden und es bilden sich Mikrokristalle. Diese können sich zu Steinen ausbilden.

Risikofaktoren:

Das Risiko, Gallensteine zu bekommen, steigt mit dem Vorliegen folgender Risikofaktoren:

  • genetische Disposition
  • Übergewicht / Adipositas
  • weibliches Geschlecht
  • hohes Lebensalter
  • cholesterinreiche Ernährung
  • ballaststoffarme Kost

Verbreitung

In Deutschland leiden mehr als fünfzehn Prozent der Frauen und halb so viele Männer an Gallensteinen. Ursache sind meist Übergewicht und erhöhte Cholesterinwerte. Da Gallensteine unterschiedlich groß sind, werden sie von vielen Betroffenen gar nicht bemerkt. Manchmal kommt es zu einem plötzlichen Schmerz, wenn sich einer der Steine löst und wandert. Das herausragende Symptom ist der heftige, rechtsseitige Oberbauchschmerz begleitet von Übelkeit und teilweise auch Erbrechen.

Behandlung

Gallensteine

Gallensteine (Foto: rob_lan | iStock | Thinkstock)

Die Behandlung hängt von den Beschwerden ab. Bei anhaltenden Koliken werden die Steine operativ entfernt oder durch eine Stoßwellen-Therapie zertrümmert. Bei starken und wiederkehrenden Beschwerden wird die Gallenblase operativ entfernt. Das ist heute minimal-invasiv (Schlüsselloch-Chirurgie) möglich und daher risikoarm.

Bei kleinen Steinen wird der Arzt jedoch erst einmal versuchen, mit Gallensäure-Medikamenten die Steine aufzulösen. Die medikamentöse Auflösung der Gallensteine kann allerdings mehrere Monate in Anspruch nehmen. Sobald die Gallensteine entfernt oder aufgelöst wurden, vergehen auch die Beschwerden. Die medikamentöse Therapie hat leider eine hohe Rückfallquote. Rund 50 Prozent der Patienten entwickeln in den Folgejahren erneut Gallensteine.

Gallensteine, die keine Beschwerden machen (ca. 70 Prozent der Fälle) werden i.d.R. nicht therapiert.

Menschen, die bereits Gallensteine entwickelt haben, wird eine Ernährungsumstellung empfohlen. In deren Fokus steht die Reduzierung von Cholesterin und die eventuelle Reduzierung von starkem Übergewicht. Sie sollten auch fettreiche Mahlzeiten, Rauchen und Alkohol verzichten. Begleitend werden häufig Cholesterin senkende Mittel verordnet. Nach erfolgter Ernährungsumstellung können diese in Absprache mit dem Arzt reduziert oder abgesetzt werden..

Ergänzungen

Dipl.-W.Inf. Sebastian Fiebiger
Medizinjournalist

Hast Du den Verdacht, dass Du unter Gallensteinen leidest? Warum? Welche Symptome treten bei Dir auf? Warst Du schon beim Arzt? Welche Untersuchungen hat der veranlasst? Wie war das Ergebnis? Wirst Du schon behandelt? Wie? Mit Erfolg? Schreib uns Deine Erfahrungen, Ergänzungen und Fragen – direkt unter diesem Artikel, in den Kommentaren. Du hilfst damit auch anderen Betroffenen.

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