Ansteckung, Behandlung, Ursachen & Diagnose
Gürtelrose

Herpes Virus

Gürtelrose – Illustration des auslösenden Herpes-Virus (Abb.: mathagraphics | Shutterstock)

Die Gürtelrose (medizinisch: Herpes Zoster) ist eine Infektionskrankheit, die durch Herpesviren ausgelöst wird. Die meist älteren Patienten, die eine Gürtelrose ausbilden, tragen das Varizella-Zoster-Virus meist seit ihrer Kindheit in sich. In der Kindheit verursacht das Virus die sogenannten „Windpocken“.

Zum Ausbruch in Form eines schmerzhaften, streifenförmigen Ausschlags kommt es vor allem bei einer Schwächung des Immunsystems. Das Virus greift zunächst einen Nerv an (daher die Schmerzen), greift dann auf die umliegende Haut über und verursacht den Ausschlag.

Bilder

Verbreitung

Die Gürtelrose ist weit verbreitet. Man schätzt die Zahl der jährlichen Erkrankungen hierzulande auf 300.000 – 400.000. Man geht davon aus, dass rund 98 Prozent der deutschen Bevölkerung über 40 Jahre Träger des auslösenden Virus sind. Das Lebenszeitrisiko eines Ausbruchs der Gürtelrose liegt bei etwa 30 Prozent.

Ursachen & Risikofaktoren

Die Ursache einer Gürtelrose ist die Infektion mit dem Varicella-Zoster-Virus. Dieses Virus ist auch der Erreger der „Kinderkrankheit“ Windpocken. Fast jeder erwachsene Mensch ist Träger dieses Virus, das sich im Rahmen einer Windpocken-Erkrankung in den Nervenzellkörpern des Rückenmarks ansiedelt und dort lebenslang verbleibt. Während der Latenzphase, die Jahre, Jahrzehnte oder bis ans Lebensende reichen kann, kommt es zu keiner weiteren Vermehrung der Viren. Die Infizierte ist beschwerdefrei.

Bislang weiß man noch nicht, was die Hemmung der Viren aufhebt. Aber mit fortschreitendem Lebensalter nimmt die Wahrscheinlichkeit eines erneuten Ausbruchs der Varicella-Zoster-Infektion in Form einer Gürtelrose zu. Die Viren gelangen dann vom Rückenmark erneut zurück in die Haut und lösen dort die [typischen Symptome] der Gürtelrose aus.

Man geht davon aus, dass die Gürtelrose vor allem dann ausbricht, wenn das Immunsystem geschwächt ist. Dafür gibt es verschiedene Auslöser:

Risikofaktoren:

Folgende Risikofaktoren erhöhen das Risiko eines Gürtelrose-Ausbruchs:

  • Asthma
  • Chemotherapie
  • Einnahme von Immunsuppressiva
  • geschwächtes Immunsystem (HIV/AIDS, genetischer Immundefekt)
  • hohes Lebensalter
  • Infektionskrankheiten
  • Krebserkrankung
  • körperliche Überlastung
  • Neurodermitis
  • psychischer Stress
  • Rheuma-Medikamente
  • hohe Sonnenexposition, Sonnenbrand
  • Trauma

Infektion / Ansteckung

Das Varicella-Zoster-Virus wird durch Tröpfchen- und Schmierinfektion übertragen. Also dadurch, dass man Töpfchen (bspw. durch Husten) aus der Atemluft Infizierter einatmet oder virushaltige Tröpfchen von Gegenständen aufnimmt und anschließend auf die eigenen Schleimhäute überträgt. (typisch: Augenreiben, Popeln, in den Mund fassen)

Das Virus ist außerhalb des Wirtskörpers nur etwa 10 Minuten überlebensfähig.

Diagnose

Die Diagnose wird meist durch reine Inaugenscheinnahme durch den Arzt gestellt. Der durch Herpes Zoster entstehende Hautausschlag mit Bläschenbildung ist recht charakteristisch und kann i.d.R. gut von anderen Erkrankungen der Haut abgegrenzt werden. Bestehen Zweifel, lässt sich das Virus mittels PCR-Test im Inhalt der Bläschen nachweisen.

Differentialdiagnosen

  • Coxsackievirus
  • Herpes Simplex (Ekzema herpeticatum)
  • Rippenfellentzündung (Schmerzgeschehen)

Behandlung & Therapie

Die Therapie bei Gürtelrose besteht aus der Gabe von antiviralen Medikamenten und einer medikamentösen Schmerztherapie. Ein früher Behandlungsbeginn ist entscheidend für den Therapieerfolg. Das gilt nicht nur für die Virostatika, sondern auch für die Schmerzmittel. Eine frühe Schmerztherapie verringert das Risiko eines Dauerschmerzes nach Abklingen der äußeren Symptome.

Fragen & Antworten

Ist die Gürtelrose ansteckend?

Ja, aber die Ansteckungsgefahr ist sehr gering. Infektiös ist nur der Inhalt der Hautbläschen. Der Kontakt damit sollte also gemieden werden. Gefährdet sind aber ohnhin nur Personen, die noch nicht mit dem Varicella-Zoster-Virus infiziert sind – also noch keine Windpocken durchgemacht haben. Infizieren sie sich erstmal, manifestiert sich die Infektion in der typischen Windpocken-Symptomatik – auch wenn die Betroffenen bereits erwachsen sind.

Was tun wenn Symptome auftreten?

Wer den Verdacht hat, unter einer Gürtelrose zu leiden, sollte unbedingt einen Arzt aufsuchen. Der Allgemeinmediziner oder der Hautarzt sind hierfür die richtigen Ansprechpartner.

Die Gürtelrose sollte frühzeitig behandelt werden, um das Risiko bleibender Nervenschäden zu reduzieren. Im Bereich der Sinnesorgane ist besondere Vorsicht geboten. Eine Gürtelrose in der Nähe der Augen kann zur Erblindung führen. Auch in Ohrnähe sind gefährliche Komplikationen möglich. (Verlust des Hörsinns / Gleichgewichtsstörungen)

Behandelt wird mit antiviralen Medikamenten. Symptomatisch wird oft zusätzlich ein Schmerzmedikament verabreicht.

Wie lange dauert die Erkrankung?

Mit drei bis vier Wochen muss man rechnen, bis die Gürtelrose vollständig abgeheilt ist. Tritt die sogenannte postherpetische Neuralgie (PZN) auf, können die Schmerzen noch Monate nach dem Abheilen der äußeren Entzündung anhalten.

News & Updates

Schmerzlinderung durch Chili & Capsaicin

1 Der scharfe Bestandteil von Chili (Capsaicin) kann die Nervenfunktion vorübergehend lahmlegen. Diese Wirkung macht man sich in Salben zur Schmerzlinderung der Gürtelrose zu nutze.

Impfstoff

2Die europäische Union hat den ersten Impfstoff gegen Gürtelrose zugelassen. Eine Studie an knapp 39.000 Teilnehmern ergab eine Schutzwirkung von über 50 Prozent.

Patientenerfahrungen & Ergänzungen

Leidest Du unter Gürtelrose oder hast Du auf andere Weise Bekanntschaft mit dieser Erkrankung gemacht? Dann schreib uns Deine Erfahrungen! Du hilfst damit auch anderen Lesern.

Weißt Du etwas über die Gürtelrose, das hier fehlt? Du hilfst uns und anderen Lesern, wenn Du Deine Ergänzungen unter diesem Artikel in die Kommentare postest. Das funktioniert auch ganz ohne lästige Anmeldung.

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Kommentieren? 30.01.2017
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