Infektionskrankheiten
Hand-Fuß-Mund-Krankheit (HFMK)

Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit (HFMK) – oft auch als Hand-Mund-Fuß-Krankheit bezeichnet – ist eine Viruserkrankung, die in den meisten Fällen harmlos verläuft oder sogar völlig unbemerkt bleibt. Betroffen von dieser Infektion sind in erster Linie Kinder unter zehn Jahren.

Ursache und Auslöser

Wodurch wird diese Krankheit ausgelöst? HFMK ist eine Erkrankung, die durch Viren ausgelöst wird und die ausschließlich Menschen befällt. Gelegentlich wird sie mit der bei Rindern und Schafen vorkommenden Maul- und Klauenseuche verwechselt. Allerdings gehören die für HFMK verantwortlichen Viren zu einer anderen Gattung als die der Maul- und Klauenseuche, sodass beide Erkrankungen nichts miteinander zu tun haben. Ihren Namen verdankt HFMK der Tatsache, dass die auffälligsten Symptome, die Bläschen und Hautrötungen, vorwiegend im Mund, auf Händen und Füßen auftreten.

Bei den Viren der Hand-Fuß-Mund-Krankheit handelt sich um Enteroviren, zu denen beispielsweise auch das Poliovirus und das Rhinovirus gehören. Viren dieser Familie sind weitgehend umweltresistent und lassen sich auch nicht durch den Einsatz von fettlöslichen Mitteln wie Äther oder Chloroform bekämpfen.

Besonders häufig tritt HFMK im Spätsommer und Herbst auf. Während des übrigen Jahres wird die Krankheit deutlich seltener diagnostiziert.

Verbreitung und Gefährlichkeit

Wie verbreitet ist die Hand-Fuß-Mund-Krankheit? Im Gegensatz zu anderen Ländern ist die Hand-Fuß-Mund-Krankheit in Deutschland nicht meldepflichtig. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung geht von jährlich 80.000 bis 140.000 Fällen aus. In diesen Zahlen sind nur solche Erkrankungen erfasst, die von einem Arzt diagnostiziert wurden. Die Dunkelziffer dürfte um einiges höher ausfallen.

Während die Viruserkrankung in Deutschland meist harmlos verläuft und keine bleibenden Schäden hinterlässt, ist die Situation im asiatischen Raum anders. Dort treten regelmäßig Epidemien auf, bei denen Patienten schwer erkranken können. Es wird deshalb empfohlen, bei Reisen nach Asien – besonders nach China, Japan und Singapur – auf größtmögliche Hygiene zu achten, um eine Ansteckung zu vermeiden.

Wer ist betroffen?

Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit befällt in erster Linie Kinder unter zehn Jahren. Ältere Kinder und Erwachsene erkranken nur sehr selten an der Virusinfektion. Während Kinder stärkere Symptome und Beeinträchtigungen zeigen können, leiden ältere Kinder und erwachsene Erkrankte kaum darunter. So wird eine mögliche Infektion häufig gar nicht bemerkt.

Symptome

Welche Symptome zeigen sich bei der Hand-Fuß-Mund-Krankheit? Zu den am häufigsten auftretenden Symptomen gehören in der Anfangszeit Fieber, Appetitlosigkeit und Halsschmerzen. Einen oder mehrere Tage nach Fieberbeginn bilden sich Bläschen und kleine Geschwüre, die im Mund auf der Zunge, der Mundschleimhaut und dem Zahnfleisch zu finden sind. Weiterhin tritt ein juckender Hautausschlag vorwiegend an Händen und Füßen auf, aber auch andere Körperstellen – wie der äußere Bereich um den Mund, Ellbogen, Knie, Gesäß und Genitalbereich – können betroffen sein.

Bilder

Verlauf

Wie ist der Krankheitsverlauf von HFMK? Zunächst leiden die Patienten unter meist mäßigem Fieber. Häufig haben sie wenig oder keinen Appetit und klagen über Halsschmerzen. Ein bis zwei Tage nach dem Auftreten von Fieber entwickeln sich Bläschen und entzündete Stellen im Mund. Kurz darauf macht sich der Hautausschlag auf den übrigen Körperteilen wie Händen und Füßen bemerkbar. Er zeigt sich durch leicht erhabene Hautrötungen und kann stark jucken.

Die Beschwerden klingen meist nach fünf bis sieben Tagen – auch ohne Behandlung – ganz von allein ab. Viele Betroffene zeigen gar keine Symptome und bemerken die Infektion überhaupt nicht.

Können Komplikationen auftreten?

Bei den meisten Patienten verläuft die Hand-Mund-Fuß-Krankheit völlig harmlos und ohne Komplikationen.

In sehr seltenen Fällen sind Komplikationen gerade bei sehr jungen Kindern nicht völlig auszuschließen. Dazu gehören: Herzmuskelentzündungen, Lungenentzündung, Hirnhautentzündung, der Verlust von Fuß- und Fingernägeln.

Diagnose

Wie wird die Hand-Mund-Fuß-Krankheit diagnostiziert? Der Arzt erkennt die Hand-Fuß-Mund-Krankheit an den eindeutigen Symptomen und dem Verlauf der Erkrankung. In der Regel sind keine weiteren diagnostischen Maßnahmen notwendig, weil sich die Krankheit zweifelsfrei bestimmen lässt. Bei unklarer Ursache lassen sich die Viren im Labor nachweisen. Dafür werden dem Patienten Blut- oder Stuhlproben entnommen.

Ansteckung

Wie erfolgt die Ansteckung? Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit wird von Mensch zu Mensch oder durch den Kontakt mit kontaminierten Oberflächen wie Türgriffen, Arbeitsplatten, Spielzeugen oder gemeinsam genutzten Trinkbechern übertragen. Die Viren befinden sich in den Körperflüssigkeiten wie Sekreten aus Nase und Rachen, Tränen, Speichel oder Stuhl. Auch die, sich in den Bläschen bildende, Flüssigkeit ist hochgradig ansteckend.

Die Viren werden vorwiegend über die Hände aufgenommen. Während der Bläschenbildung wird die Krankheit auch durch Tröpfchen-Infektion, also Spucken, Niesen und Husten, verbreitet.

Inkubationszeit

Wie lang ist die Inkubationszeit? Die Inkubationszeit wird vom Robert-Koch-Institut mit drei bis zehn Tagen angegeben. Bis dahin bleibt die Erkrankung symptomfrei, kann aber u.U. weitergegeben werden.

Wie lange besteht die Gefahr einer Ansteckung?

Besonders hoch ist die Ansteckungsgefahr in den ersten Tagen und solange sich Bläschen bilden, die später aufgehen. Erkrankte scheiden Viren aber bereits vor Auftreten der Symptome aus und können dann bereits andere Personen infizieren. Nach dem Abklingen der HFMK ist die Ansteckungsgefahr zwar nicht mehr ganz so hoch, doch befinden sich weiterhin Viren im Stuhl. Betroffene sind oft mehrere Wochen lang ansteckend.

Behandlung

Wie lässt sich die Hand-Fuß-Mund-Krankheit medizinisch behandeln? Eine ursächliche Behandlung ist bisher nicht möglich. Es gibt keine Medikamente, die gegen die Viren wirken. Die weitaus meisten Ansteckungen verlaufen aber ohnehin mild und klingen von selbst wieder ab, sodass eine medizinische Therapie überflüssig ist. Gelindert werden können lediglich die Symptome durch vom Arzt verordnete Medikamente oder Hausmittel.

Bei höherem Fieber wird Paracetamol verabreicht. Ist der Juckreiz stark ausgeprägt, kann der Arzt entsprechende Medikamente verschreiben. Schmerzen die Bläschen im Mundraum stark, helfen Tinkturen, die in der Apotheke erhältlich sind.

Zeigt der Patient starke Symptome wie höheres Fieber, sollte er Bettruhe einhalten. Wichtig ist, dass er ausreichend Flüssigkeit zu sich nimmt, auch wenn er dabei Schmerzen hat. Wenn Beschwerden beim Schlucken auftreten, empfiehlt es sich, dem Erkrankten kühle Speisen wie Pudding und Eis oder pürierte Gerichte anzubieten.

Hausmittel

Gibt es Hausmittel zur Linderung der Beschwerden? Gerade die Bläschen im Mund können sehr unangenehm werden. Zur Linderung lassen sich Kräutertees zum Trinken oder Spülen anwenden. Sie beruhigen die gereizte Schleimhaut. Empfehlenswert sind Kamille, Thymian, Salbei oder Melisse. Das Lutschen von Eiswürfeln oder das Trinken von kaltem Wasser lindert die Symptome ebenfalls. Manchmal hilft es auch, mit einem Wattestäbchen etwas Honig auf die betroffenen Stellen aufzutragen.

Kratzen bei starkem Juckreiz sollte vermieden werden, da sich die aufgekratzten Bläschen entzünden können. Ein Hausmittel gegen Juckreiz ist Heilerde, die als Paste auf die Haut aufgetragen wird. Quarkwickel lindern den Juckreiz ebenfalls. Außerdem wirkt Kälte gegen das lästige Jucken. Bei kleinen Kindern sollten die Fingernägel geschnitten werden, damit sie sich nicht unbeobachtet zu stark kratzen können.

Höheres Fieber lässt sich durch das Anlegen von Wadenwickeln bekämpfen.

Welche Hygienemaßnahmen sind einzuhalten?

Da Betroffene schon ansteckend sind, bevor die Symptome auftreten und sie von ihrer Erkrankungen deshalb gar nichts wissen, spielt beim Auftreten von HFMK die Hygiene eine besonders große Rolle. Häufiges Händewaschen mit Seife, vor allem nach dem Toilettengang und vor der Zubereitung von Speisen, ist die beste Maßnahme, um weitere Ansteckungen zu vermeiden. Auch sollten alle Oberflächen, Spielzeuge und Türgriffe sorgfältig gereinigt werden, wenn ein Fall von HFMK aufgetreten ist. Selbstverständlich dürfen gerade Kinder nicht aus denselben Bechern trinken oder angebissene Nahrungsmittel verzehren. Auf Händeschütteln sollte besser verzichtet werden.

Der Einsatz von desinfizierenden Reinigungsmitteln ist im Privathaushalt nicht notwendig. In öffentlichen Einrichtungen sollte er nur nach Absprache mit dem Amtsarzt erfolgen.

Darf ein Kind mit HFMK in den Kindergarten oder zur Schule?

Solange das Kind Fieber hat, gehört es natürlich nicht in den Kindergarten oder die Schule. Auch Patienten, bei denen sich Bläschen oder Geschwüre gebildet haben, sollten wegen der damit für andere Kinder verbundenen erhöhten Ansteckungsgefahr zuhause bleiben. Wenn sich die Bläschen zurückgebildet haben und es dem Betroffenen gut geht, spricht nichts mehr gegen Schul- und Kindergartenbesuche.

Wie lässt sich der Hand-Fuß-Mund-Krankheit vorbeugen?

Eine Impfung ist in Deutschland bisher nicht verfügbar und wird auch nicht als notwendig erachtet. Da der Ansteckungsweg über den Austausch von Körperflüssigkeiten erfolgt, lässt sich einer Infizierung mit HFMK kaum vorbeugen. Es ist deshalb immer ratsam, gerade in Institutionen wie Schulen und Kindergärten auf größtmögliche Hygiene zu achten. Kinder sollten dazu angehalten werden, sich grundsätzlich die Hände zu waschen, nachdem sie auf der Toilette waren.

Ist die Hand-Fuß-Mund-Krankheit gefährlich für Schwangere?

Es spricht nichts dafür, dass die Hand-Fuß-Mund-Krankheit – anders als etwa Röteln oder Windpocken – für schwangere Frauen besonders gefährlich ist. Auch hier verläuft die Krankheit meist ohne größere Beschwerden. Allerdings ist eine Ansteckungsgefahr für das Baby während der Geburt nicht auszuschließen. Bei Neugeborenen kann es vereinzelt zu schwereren Erkrankungen kommen, wenn sie sich mit der Hand-Fuß-Mund-Krankheit infiziert haben.

Sebastian Fiebiger: Leidest Du an Hand-Fuß-Mund? Oder bist Du auf andere Weise mit HFMK in Verbindung gekommen? Dann schreib uns von Deinen Erfahrungen. Du hilfst damit auch anderen Betroffenen.

Was uns besonders interessiert: Wie hat sich die Erkrankung bemerkbar gemacht? Welche Untersuchungen hat der Arzt vorgenommen? Wirst Du bereits therapiert? Wenn ja, wie? Zeigt die Behandlung Erfolg? Welche Tipps hast Du für andere Patienten?

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Kommentieren? 19.11.2017
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