Impfung, Symptome, Ansteckung, Übertragung - Was tun?
Hepatitis B

Hepatitis B Übertragung - Viren in der Nähe menschlicher Zellen

Hepatitis B Übertragung – Viren in der Nähe menschlicher Zellen (Abbildung: somersault1824 | Shutterstock)

Hepatitis B ist eine Viruserkrankung, die die Leber befällt. In 10% der Erkrankungen kann die Krankheit einen chronischen Verlauf nehmen.

Hepatitis B ist weltweit die häufigste Virusinfektion. In Deutschland erkranken jährlich zwischen 20.000 und 35.000 Menschen an Hepatitis B. Hepatitis B ist die Ursache für jede dritte Leberinfektion in Deutschland. Eine chronische Lebererkrankung kann zu Leberzirrhose oder einem Leberkarzinom führen.

Eine Behandlung von Hepatitis B ist nur eingeschränkt möglich. Der Erreger ist das Hepatitis-B-Virus (HBV), ein Retrovirus, das nach einer Infektion nicht mehr vollständig aus dem Körper entfernt werden kann. Die wichtigste Maßnahme zur Verhinderung der Infektion ist daher eine Impfung.

Hepatitis B Symptome

Symptom
Müdigkeit
Abgeschlagenheit
Kopfschmerzen
Appetitlosigkeit
Gewichtsverlust
Muskelschmerzen
Gelenkschmerzen
Druckgefühl im rechten Oberbauch
Fieber
dunkler Urin
heller oder farbloser Stuhl
Gelbfärbung der Haut und Augen
Hautveränderungen (Spider naevi = sternförmige Gefäßerweiterungen)
Juckreiz
gerötete Handflächen
Schleimhautveränderungen (Lackzunge, Lacklippen)
grippeähnliche Beschwerden
Übelkeit
Erbrechen

Hepatitis B ohne Symptome

In 2/3 der Fälle bestehen keine Symptome (subklinischer oder asymptomatischer Verlauf). Zufällig kann eine Erhöhung der Leberenzyme (Transaminasen) bei Blutuntersuchungen festgestellt werden. Die Infizierten sind ansteckend, wissen das aber in der Regel nicht.

Akute Hepatitis B

Bei 25 % der mit Hepatitis B Infizierten tritt eine akute Hepatitis mit nachfolgender Heilung auf: Es kommt es zu einem Tage bis Wochen dauernden Prodromal-Stadium mit leicht erhöhter Körpertemperatur, Abgeschlagenheit, Oberbauchschmerzen, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Gelenkschmerzen, manchmal Durchfall.

Nach vier bis acht Wochen folgt der Ikterus, also die Gelbsucht. Sie tritt zunächst nur an den Skleren (weiße Augenhaut) auf, dann auch an der Haut. Die gelbe Farbe wird durch Bilirubin hervorgerufen. Bilirubin ist ein Abbauprodukt des roten Blutfarbstoffes. Durch die Leberentzündung wird Bilirubin nicht mehr ausreichend in die Leberzellen aufgenommen, wo es in eine besser lösliche Form überführt und mit der Galle in den Darm ausgeschieden wird. Dazu kommen eine Entfärbung des Stuhls, eine Dunkelfärbung des Urins und Juckreiz durch den Anstieg der Gallensäuren im Blutserum.

Bei einem Teil der Patienten tritt ein sog. Immunkomplex-Syndrom mit Gelenkschmerzen und Hautausschlag auf. Bei der körperlichen Untersuchung besteht Druckschmerz im Oberbauch durch die vergrößerte Leber; Milz und Lymphknoten können geschwollen sein.

Fulminante Hepatitis B

Selten (unter 1%) kommt es zu einem extrem schnellen und schweren Verlauf in Form einer sog. fulminanten Hepatitis, die innerhalb von Stunden, Tagen oder wenigen Wochen zu hochgradigem Ikterus, Blutgerinnungsstörungen und Schädigung des Gehirns mit Bewusstseinsveränderungen („Leberkoma“) führen kann und akut lebensbedrohlich ist.

Chronische Hepatitis B

Bei 10 – 30% der Infizierten ruft das Virus eine chronische Hepatitis hervor, die länger als sechs Monate besteht. Die Symptome reichen je nach Aktivität der Erkrankung von Beschwerdefreiheit über Müdigkeit, Leistungsknick, Appetitlosigkeit, Ikterus bis hin zu Komplikationen an weiteren Organen. Diese können Gelenke, Haut, Nieren, Herz, Blutgefäße oder Blutkörperchen betreffen. Es kann zur Leberzirrhose (bindegewebiger Umbau der Leber, die dann funktionsuntüchtig ist) kommen. Es besteht ein erhöhtes Risiko für ein primäres Leberzellkarzinom.

Inkubationszeit

Die Inkubationszeit zwischen der Übertragung des Hepatitis-B-Virus und den ersten Krankheitssymptomen liegt zwischen einem und sechs Monaten. Danach beginnt die Erkrankung mit zunächst unspezifischen Symptomen wie Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Bei einem Teil der Erkrankten verläuft die Krankheit unerkannt, bei anderen bricht die Krankheit als typische Gelbsucht aus. Etwa zehn Prozent aller Erkrankten entwickeln eine chronische Hepatitis B. Das Tückische daran ist, dass keine Krankheitssymptome vorhanden sind, während der Erkrankte jedoch hoch infektiös ist und andere anstecken kann.

Verbreitung

Die Übertragung des Hepatitis B Virus erfolgt über Blut und andere Körperflüssigkeiten. Bei Erkrankten mit einer hohen Viruskonzentration kann die Übertragung sogar über Speichel, Urin oder Muttermilch erfolgen. In West- und Nordeuropa ist Hepatitis B nicht weit verbreitet.

Schätzungen besagen, dass zwischen fünf und sieben Prozent der Erdbevölkerung Träger des Hepatitis-B-Virus sind.

Impfung

Hepatitis B lässt sich mit einer Schutzimpfung vorbeugen

Hepatitis B lässt sich mit einer Schutzimpfung vorbeugen (Foto: Image Point Fr | Shutterstock)

Wer sollte ich impfen lassen?

Grundsätzlich sollten sich daher nur bestimmte Berufsgruppen, die mit Blut in Kontakt kommen, gegen Hepatitis A und B impfen lassen. Hierzu gehört medizinisches Personal ebenso wie Pflegekräfte, Sozialarbeiter, Polizisten oder Gefängnispersonal.

Auch Personen die häufig Kontakt zu chronisch an Hepatitis B erkrankten Personen haben, ist eine Impfung zu empfehlen. Der Kontakt kann in der Familie, dem Bekanntenkreis oder auch im Kindergarten oder der Schule liegen.

Des Weiteren unterliegen Personen mit häufig wechselnden Geschlechtspartnern, einem erhöhten Ansteckungsrisiko und sollten sich daher impfen lassen.

Seit 1995 findet bei Säuglingen eine Grundimmunisierung gegen Hepatitis B statt, die Impfwirkung hält bis zum Erreichen des Erwachsenenalters an. Alle 10 Jahre wird zu einer Auffrischung der Immunisierung geraten. In Deutschland besteht die Möglichkeit einer Kombinationsimpfung gegen Hepatitis A und B. Eine generelle Impfempfehlung gegen Hepatitis A besteht nicht, Ausnahmen sind z.B. Auslandsreisen.

Hepatitis B Regionen

In Asien, Afrika, Naher und Mittlerer Osten und der Türkei sind Hepatitis A und B Erkrankungen jedoch keine Seltenheit. Daher sollten Personen, welche diese Länder bereisen möchten, auf jeden Fall eine Impfung vornehmen lassen. Auch sollten sich chronisch lebererkrankte Personen und HIV-positive Personen, die keine Hepatitis B Antikörper besitzen einer Impfung unterziehen.

So funktioniert die Impfung

Die Grundimmunisierung erfolgt durch drei Impfungen. Die zweite Impfung sollte 4 Wochen nach der ersten erfolgen. Die dritte wird sechs Monate nach der ersten Impfung verabreicht. Häufig haben sich bereits nach der zweiten Impfung Antikörper gebildet. Aber erst durch die dritte Injektion wird ein Langzeitschutz mit 96% Sicherheit für zehn Jahre erreicht. Ein bis zwei Monate nach der letzten Impfung kann eine Blutuntersuchung im Hinblick auf gebildete Antikörper erfolgen.

Der Impfstoff wird vorzugsweise in den Oberarmmuskel gespritzt. Die Impfung ist gut verträglich, es kann jedoch innerhalb von 48 Stunden nach der Impfung zu leichten Allgemeinreaktionen des Körpers wie Abgeschlagenheit oder Magen-Darm Beschwerden kommen.

Kosten der Hepatitis B Impfung

Eine Hepatitis B Impfung kostet ca. 50,- Euro. Die drei Spritzen zur Grundimmunisierung liegen daher bei ca. 150,- Euro. Für ca. 180,- Euro kann eine Grundimmunisierung mit einer Kombiimpfung gegen Hepatitis A und B erfolgen.

Für Kinder bis zum 18. Lebensjahr werden die Impfungen durch die Krankenkassen übernommen. Auch bei gefährdeten Berufsgruppen kann eine Übernahme der Kosten durch die Krankenkasse oder den Arbeitgeber erfolgen. Bei medizinischem Personal muss der Arbeitgeber die Kosten tragen. Einige Krankenkassen erstatten eine Reiseimpfung als Satzungsleistung.

Wie wird geimpft?

Es wird zur Impfung ein Totimpfstoff verwandt. Dieser besteht aus Teilen des Virus und kann den Virus nicht mehr übertragen. Die Impfung erfolgt mittels einer Spritze in einen Muskel. Studien haben ergeben, dass eine Impfung in den Oberarm besser wirkt als eine in den Po. Die Impfungen werden durch einen Arzt verabreicht, dieser kann auch bezüglich der Notwendigkeit beratend zur Seite stehen.

Ansteckung und Übertragung

Viele Hepatitis B Infektionen verlaufen symptomlos

Viele Hepatitis B Infektionen verlaufen symptomlos (Foto: alexskopje | Shutterstock)

Das Hepatitis-B-Virus kann im Gegensatz zum Hepatitis-A-Krankheitserreger nicht über kontaminierte Lebensmittel übertragen werden. Hepatitis B wird ausschließlich über Körperflüssigkeiten wie Blut, Sperma, Muttermilch, Speichel, Urin, Stuhl oder Tränenflüssigkeit übertragen. Kleinste Verletzungen in der Haut oder Schleimhaut reichen aus, um das Hepatitis-B-Virus eindringen zu lassen. Das Virus erreicht im Blut des Infizierten eine hohe Konzentration und ist hoch infektiös.

Hepatitis B Übertragung in Deutschland

In Deutschland geht mehr als die Hälfte der Krankheitsfälle auf eine sexuelle Übertragung zurück. An zweiter Stelle steht die Übertragung durch die gemeinsame Benutzung von kontaminierten Spritzbestecken durch Drogenabhängige.

Kleinste Mengen Blut in den infizierten Kanülen sind ausreichend, um andere anzustecken. Eine weitere Ansteckungsquelle sind verunreinigte Tätowierinstrumente, Piercings, Ohrstecher oder Nagelscheren. Selbst bei der gemeinsamen Benutzung eines Rasierapparates kann eine Übertragung erfolgen.

Hepatitis B Übertragung in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft kann eine mit Hepatitis B infizierte werdende Mutter die Viren auf das Ungeborene übertragen. Sogar bei der Geburt kann eine Ansteckung des Babys erfolgen. Durch die sofortige Gabe von Immunglobulinen wird der Ausbruch der Krankheit beim Neugeborenen verhindert.

Bluttransfusion, Zahnarzt, Operationen und Akupunktur

In Ländern mit hohem medizinischen Standard ist die Wahrscheinlichkeit, sich durch Bluttransfusionen, chirurgische Operationen oder bei einer Dialyse anzustecken, als äußerst gering einzustufen. Auch Zahnarztinstrumente oder Akupunkturnadeln sind absolut steril, so dass eine Ansteckung mit Hepatitis B auf diesem Wege praktisch nicht möglich ist.

Sexuelle Übertragung

Mit einigen effektiven Maßnahmen kann man selbst das Ansteckungsrisiko verringern. Dazu gehört die Verwendung von Kondomen bei wechselnden Sexualpartnern, eine aktive Schutzimpfung vor Reisen in tropische und subtropische Länder mit hohem Durchseuchungsgrad, Nutzung von Einwegspritzen und die alleinige Nutzung von Rasierutensilien und Zahnbürsten.

Dipl.-W.Inf. Sebastian Fiebiger
Medizinjournalist

Hast Du schon eine Hepatitis B durchgemacht? Mit welchen Symptomen hat sie sich angekündigt. Wie wurdest Du behandelt? Ist die inzwischen ausgeheilt? Hast Du Tipps für Betroffene?

Hast Du Dich impfen lassen? Wie hast Du die Impfung vertragen? Was hast Du bezahlt? Warum hast Du Dich impfen lassen? Trägst Du Dich mit dem Gedanken, Dich impfen zu lassen? Was sind Deine Bedenken?

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Zu diesem Beitrag gibt es schon 6 Kommentare. Diskutiere mit!
  • 🕝 wer darf hepatitis b impfen ?

    sehr geehrte damen und herren.meine frau arbeit seit über 1. jahr im gesundheitswesen.hat 1.impfung erhalten.jetzt ist kein betriebsarzt mehr da. darf der hausartzt diese impfung weiter führen ?und die rechnung an den arbeitgeber schicken ?

  • 🕝 Anonymous

    Ja, auch der Hausarzt darf diese Impfungen durchführen.
    Bei mir selbst ist es so, dass ich die Impfungen Hepatitis A & B durch meinen Hausarzt erhalte und die Rechnung anschließend zu meinem Arbeitgeber schicke.
    Also alles kein Problem 🙂

  • 🕝 Anonymous

    Kann die 3. Impfung auch später als sechs Monate nach der 1. Impfung erfolgen ?

  • 🕝 Anonymous

    Ich möchte nach Marokko Agadir muß ich mich Hepatitis A/B impfen lassen damit ich nicht Gefahr laufe in den 8 Tage Urlaub

  • 🕝 Wer bezahlt die Impfung?

    Hallo,

    mein jetziger Arbeitgeber möchte das ich mich impfen lasse,weil ich in einem Pflegeberuf arbeite und daher in einer Risikogruppe bin.
    Die Impfung ist ziemlich teuer..nun die Frage,muss der Arbeitgeber diese zahlen oder trage ich die Kosten?

  • 🕝 Anonymo

    Ich möchte nach Marokko Agadir und möchte wissen ob ich mich impfen lassen muß mit Hepatitis b und kann man sich auch so dagegen impfen lassen ohne solche Länder zu besuchen wehre es gut diese Impfung sich geben zu lassen

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