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Test, Übertragung und Behandlung

HIV / AIDS

Nach medizinwissenschaftlichen Standards erstellt und geprüft. [Hinweise]
HIV

HIV (Abbildung: RAJ CREATIONZS | Shutterstock)

Was man unbedingt über HIV / AIDS wissen muss: Was die Unterschiede zwischen HIV und AIDS sind, wie die Krankheit übertragen wird, welche Test es gibt, was eine PEP ist. Wie die Erkrankung behandelt wird.

ICD-10: B20-B24 HIV, U60 AIDS Stadien, Z21 asymptomatisch

Ärztliche Anlaufstellen: Hausarzt, Allgemeinmediziner, Urologe, Gynäkologe, Arzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten

Lesezeit: 27 Minuten

HIV

Eine Infektion mit HIV (Human Immunodeficiency Virus) ist eine Retrovirusinfektion, die mehrere Phasen durchläuft und über einen Zeitraum von 9 – 15 Jahren vom Immunsystem in Schach gehalten werden kann. Erste Symptome nehmen einen ähnlichen Verlauf wie eine Grippe oder werden überhaupt nicht wahrgenommen. Die T-Zellen, Schlüsselzellen für die Immunabwehr, werden im Laufe der Zeit vom Virus angriffen und dazu benutzt, weitere Viruskopien anzulegen, um sie anschließend zu zerstören. Erst wenn das Immunsystem zusammengebrochen ist, wandelt sich eine HIV-Infektion im letzten Stadium zu AIDS, dem „Erworbenen Immundefizit-Syndrom“.

AIDS

AIDS ist die abgekürzte, aus dem Englischen stammende Bezeichnung des Krankheitsbildes „Acquired Immuno Deficiency Syndrome“ – zu Deutsch: Erworbenes Immunschwäche-Syndrom. Diese lebensbedrohliche Erkrankung ist Folge einer Infektion mit dem Humanen Immundefizienz-Virus (HIV). Die Übertragung geschieht dabei zu ca. 90% durch ungeschützten Geschlechtsverkehr. Im Gegensatz zu den ersten Jahren nach Bekanntwerden der Krankheit ist das Risiko, sich bei Bluttransfusionen zu infizieren in den industriell gut entwickelten Ländern heute äußerst gering.

Die Erkrankten leiden nach dem Ausbruch der Krankheit an zunehmender Immunschwäche, die bis zur Zerstörung des Immunsystems und zum Tod führen kann. Im Jahre 1981 wurde erkannt, dass es sich bei AIDS um eine eigenständige Krankheit handelt. Bislang ist AIDS nicht heilbar, die bestehenden Medikationen konzentrieren sich auf die Lebensverlängerung und die Linderung der Symptome.

AIDS – Definition als eigenständiges Krankheitsbild

Die Bezeichnungen AIDS und HIV werden in der allgemeinen Wahrnehmung häufig gleichgesetzt. Das ist jedoch falsch: Bei Personen, die mit dem HIV-Virus infiziert sind, lässt sich dieses im Blut nachweisen, sie sind dann HIV-Positiv. Dies bedeutet jedoch nicht, dass es später zum Ausbruch von AIDS kommen muss. Es können Monate, aber auch bis zu 15 Jahre vergehen, ohne dass eine Immunschwäche des Infizierten auftritt. AIDS ist zwar eine Folge der Virusinfektion, entwickelt aber ein autonomes Krankheitsbild.

Übertragung

Für eine Übertragung scheinen generell die Blutmenge, die Anzahl der Erreger, die Häufigkeit ungeschützter Sexualkontakte sowie eine nicht intakte Hautbarriere entscheidend zu sein. Das kann bedeuten, dass eine mangelhafte Immunabwehr bei einem einzigen Kontakt zur Infektion führt oder jahrelange Wiederholung ohne Folgen bleibt. Die höchsten Konzentrationen an HI-Viren finden sich bei Infizierten in Blut, Muttermilch, Samenflüssigkeit, Vaginalsekret und auf der Oberfläche der Darmschleimhaut. HIV kann nicht durch Tröpfcheninfektion übertragen werden. Speichel oder Tränenflüssigkeit als Übertragungsmaterial scheiden durch die geringe Viren-Konzentration in den meisten Fällen aus.

Bekannte Übertragungsszenarien:

  • Bluttransfusion
  • gemeinsame Benutzung einer Injektionsnadel (Needle Sharing)
  • Geburt (bei infizierter Mutter)
  • Nadelstichverletzungen im medizinischen Bereich
  • ungeschützter Geschlechtsverkehr

Oralverkehr

Das Risiko, sich über Oralverkehr mit HIV zu infizieren ist eher gering, (max. 0,01 Prozent) hängt aber von verschiedenen Faktoren ab. Menstruationsblut oder Verletzungen im Mundraum erhöhen bspw. das Risiko.

Grund für das geringe Risiko ist die menschliche Mundschleimheit. Die ist – anders als die Schleimhäute von Darm- und Geschlechtrakt gut für den Kampf gegen eindringende Krankheitserreger gerüstet. Eindringende Flüssigkeiten werden durch Speichel sofort verdünnt und somit von der Schleimhaut getrennt.

HIV Infektionsrisiko

HIV / AIDS Ansteckungsrisiko

HIV / AIDS Ansteckungsrisiko (Foto: Ed Phillips / Hemera | Thinkstock)

Hat man mit einer HIV positiven Person ohne Kondom Sex, verteilt sich das Ansteckungsrisiko wie folgt:

SexualpraktikRisko
Oralsex0 – 0,04 Prozent
Oralsex ohne Ejakulation0 – 0,005 Prozent
Oralsex aktiv0,01 Prozent
Oralsex passiv0,005 Prozent
Vaginalsex0,05 – 0,30 Prozent
Vaginalsex ohne Ejakulation0,01 – 0,38 Prozent
Vaginalsex (Frau)0,10 Prozent
Vaginalsex (Mann)0,05 Prozent
Analsex0,04 – 3 Prozent
Analsex ohne Ejakulation0,03 Prozent
Analsex empfangend0,5 Prozent
Analsex aktiv0,065 Prozent

HIV Erstanzeichen

Vollständige Symptomatik und Begleitsymptome einer HIV-Infektion:
Fieber
geschwollene Lymphknoten
Hautausschlag
Abgeschlagenheit
ausgeprägtes Krankheitsgefühl
Müdigkeit
Appetitlosigkeit
Nachtschweiß
Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut
Gelenkschmerzen
plötzlicher Gewichtsverlust
Kopfschmerzen
Hirnhautentzündung
Durchfall
Kurzatmigkeit
Übelkeit
Nervenschmerzen
Lichtempfindlichkeit
Lähmungserscheinungen im Gesicht
Muskelschmerzen
trockener Husten
Halsschmerzen
schnelle Erschöpfbarkeit
Atemnot
Schluckbeschwerden
erhöhte Leberenzyme (GOT, GPT, GGT)
Mangel an weißen Blutkörperchen (Leukozytopenie)
Mangel an Blutplättchen (Thrombozytopenie)
Geschwüre im Gentitalbereich

AIDS Symptome

Die typischen AIDS-Symptome sind von den Sekundärerkrankungen

Die typischen AIDS-Symptome sind von den Sekundärerkrankungen geprägt (Foto: luchschen | Shutterstock)

AIDS steht für Acquired Immune Deficiency Syndrome, also eine erworbene Schwächung des Immunsystems. Sie wird durch das HI-Virus (HIV) hervorgerufen und tritt oft erst viele Jahre nach der Infektion zu Tage. Bricht die Krankheit nach der symptomfreien Phase schließlich aus, ist die Bandbreite der möglichen Symptome sehr groß. Typische HIV-assozierte Krankheiten und Symptome werden nicht direkt durch das HI-Virus hervorgerufen, sondern sind die Folge des geschwächten Immunsystems und der daraus resultierenden Anfälligkeit für andere Erkrankungen.

Liste der AIDS Symptome

Die typischen Symptome des AIDS
Fieber
Nachtschweiß
Sehstörungen
Konzentrationsstörungen
erhöhte Infektanfälligkeit
plötzlicher, unerklärlicher Gewichtsverlust
Atemnot
Augenentzündungen
starker Leistungsabfall
chronischer Husten
Magenschmerzen
chronische Müdigkeit
Herpesinfektionen
Wesenveränderungen
plötzlich nachlassende Sehkraft
häufige Pilzinfektionen
voilette Flecken oder Knoten auf der Haut
Gedächtnisprobleme
Abgeschlagenheit
Schmerzen beim Atmen
anhaltender Durchfall
geschwollene Lymphknoten
ausgeprägtes Krankheitsgefühl
Kopfschmerzen
Schleimhautveränderungen
Schluckbeschwerden
Lähmungserscheinungen
epileptische Anfälle

Im AIDS-Vollbild treten sog. opportunistische Infektionen auf, die das schwache Immunsystem nutzen. Dabei handelt es sich häufig um Erreger, die für einen gesunden Menschen mit intaktem Immunsystem nicht gefährlich sind. Treffen sie auf das zusammengebrochene Abwehrsystem eines AIDS-Patienten werden sie häufig zur akuten Bedrohung dessen Lebens.

Typische Opportunistische Erkrankungen bei AIDS

Was tun?

Treten die genannten Symptome auf und besteht die Möglichkeit einer HIV-Infektion, sollte man sich umgehend in ärztliche Behandlung begeben. Moderne AIDS-Medikamente können die Viruslast im Blut senken und damit das Immunsystem stabilisieren. Die auftretenden Sekundärerkrankungen müssen ebenfalls behandelt werden. AIDS endet unbehandelt mit dem Tod des Patienten.

Eine HIV-Infektion ist heute medizinisch beherrschbar. Betroffene haben eine fast normale Lebenserwartung. Allerdings setzt das die rechtzeitige Behandlung voraus. Ein bereits zusammengebrochenes Immunsystem und das Vorliegen kritischer Sekundärkrankheiten verschlechtern die Prognose.

Angst vor HIV / AIDS

Wir veröffentlichen seit 2004 Informationen zu HIV und AIDS. Dabei fällt auf, dass es eine ganze Reihe von Menschen gibt, die von irrationaler Angst vor HIV / AIDS geprägt sind. Wir bekommen regelmäßig Fragen in unseren Foren und Beiträgen von verängstigten Menschen, die völlig gesund sind und keinen Risikokontakt hatten.

Das Risiko, sich bei Sexualverkehr in Deutschland mit HIV zu infizieren, wird massiv überschätzt. Aktuellen Studien zufolge kommen auf 10.000 Risikokontakte mit ungeschütztem vaginalem Verkehr etwa 5-10 Neuinfektionen. Geschützter Geschlechtsverkehr senkt dieses Risiko in einen Bereich, der kaum noch quantifizierbar ist.

Wer Angst hat, sich mit HIV infiziert zu haben, sollte einen Test machen. Nur der gibt Sicherheit. Ein Abklappern diverser Symptomlisten sorgt nur für weitere Unsicherheit. Viele der Symptome sind so unspezifisch, dass sie von völlig harmlosen Bagatellerkrankungen wie einer Erkältung ausgelöst werden können. Häufig entwickeln Betroffene die Symptome erst, nachdem sie davon gelesen haben. (Psychosomatik)

Sollte auch der Gang zum Arzt und der Test nicht für Beruhigung sorgen, ist ein Gespräch mit einem Psychologen anzuraten. Der kann sich der Ursache der irrationalen Angst nähern und entsprechende Maßnahmen dagegen ergreifen.

Fragen und Antworten

  • Ab wann treten erste HIV-Symptome auf?

    Mit ersten Symptomen, die durch eine akute HIV-Infektion ausgelöst werden, treten innerhalb der ersten sechs Wochen nach der Ansteckung auf. Die erste Woche nach der Übertragung des Virus ist jedoch meist symptomfrei.

  • Wie lange hält das Fieber bei einer HIV-Infektion an?

    Auch wenn Fieber zu den häufigen Symptomen einer akuten HIV-Infektion gehört – ca. 80 Prozent der Infizierten bekommen es – tritt es nicht bei allen Patienten auf. Wie bei einer Grippe verschwindet das Fieber in den meisten Fällen bereits nach einigen Tagen wieder.

  • Deutet Nasenbluten auf eine HIV-Infektion hin?

    Nasenbluten ist kein typisches Symptom einer HIV-Infektion.

  • Wie lange kann man mit HIV symptomfrei leben?

    Treten in der akuten Phase keine Symptome auf oder werden diese nicht bemerkt, kann ein HIV-Infizierter jahrelang ohne Beschwerden leben. Erst wenn die steigende Viruslast das Immunsystem deutlich schwächt, werden Sekundärerkrankungen auftreten. Von einer HIV-Infektion bis zum Vollbild AIDS vergehen durchschnittlich 8-10 Jahre. Es gibt aber auch Patienten, die jahrzehntelang ohne Behandlung mit einer HIV-Infektion gelebt haben und an anderen Ursachen verstorben sind.

Links, Updates & Quellen

1 Häufigkeit von HIV-Symptomen, Studie (engl.) 2002, Hecht, Busch u.a.

HIV Test – Kosten und Informationen zu PCR, ELISA und Schnelltest

HIV-Test

HIV-Test (Foto: Sherry Yates Young | Shutterstock)

Auch wenn heute nicht mehr so intensiv über HIV berichtet wird, wie es in den neunziger Jahren der Fall war, als sich sogar Hollywoodfilme mit dem Thema beschäftigten, ist die Gefahr, sich mit HIV zu infizieren noch immer präsent. Das kann weiterhin über sexuellen Kontakt oder durch Drogenkonsum und das Benutzen von infiziertem Besteck und Spritzen geschehen. Die Übertragung des HI-Virus findet durch den Kontakt mit Körperflüssigkeiten wie Blut, Sperma, Vaginalsekret und sogar Muttermilch statt. Frische oder blutende Wunden sowie unterschiedliche Schleimhäute sind dabei die häufigsten Eintrittspforten für das Virus.

Das Ergebnis „HIV-positiv“ ist allerdings längst kein Todesurteil mehr. HIV ist eine Virusinfektion, die lange Zeit symptomlos verlaufen kann bis es zum Ausbruch des Vollbilds „AIDS“ kommt.

HIV ist bis heute nicht heilbar. Die Infektion kann allerdings mit modernen Medikamenten so kontrolliert werden, dass sowohl die Lebenserwartung als auch die Lebensqualität nicht wesentlich beeinträchtigt sind.

Weshalb sollte man einen HIV-Test machen?

Besteht der Verdacht, sich einem Risiko ausgesetzt zu haben, kann über einen HIV-Test schnell Klarheit gewonnen werden. Das nimmt – im Falle eines negativen Testergebnisses – die bohrenden Sorgen und sorgt im Fall eines positiven Ergebnisses für die optimale Therapie.

Es ist auch dann ratsam, einen HIV-Test zu machen, wenn eine Schwangerschaft vorliegt oder der Wunsch besteht, ungeschützten Sex mit dem Partner zu haben. Ein HIV-Test findet immer nur mit der Zustimmung des Patienten statt.

Wo kann man einen HIV-Test machen?

Ein HIV-Test kann nicht nur beim eigenen Hausarzt durchgeführt werden, sondern auch anonym. So bieten etwa die Gesundheitsämter kostenlose Beratung und die Möglichkeit, sich testen zu lassen. Weder der Betroffene, der Berater, noch das Labor wissen den Namen des untersuchten Patienten. Das heißt, der HIV-Test findet absolut anonym statt. Das ist möglich, weil bei der Untersuchung der Blutprobe eine Nummer bzw. ein Codewort benutzt wird, dem die Blutprobe zugeordnet wird. Das Ergebnis erfährt der Untersuchte dann durch den Berater, meistens nach etwa einer Woche. Dieser HIV-Test ist immer kostenlos.

Eine Alternative sind die AIDS-Hilfe und die Aids-Beratungsstellen, die häufig mehrmals in der Woche einen kostenlosen HIV-Test anbieten. Dieser Test findet in den Räumlichkeiten der Beratungsstellen statt.

Wird der Test dagegen durch spezialisierte Ärzte durchgeführt, ist er in der Regel kostenpflichtig. In den meisten Fällen übernehmen aber die Krankenkassen die Kosten. Ähnlich ist es, wenn der Betroffene sich direkt an ein Labor wendet. Hier erhält er das Ergebnis oft direkt am gleichen Tag.

Was genau ist ein HIV-Test und welche Arten gibt es?

HIV Test negativ

HIV-Test: Ein negatives Ergebnis ist eine positive Nachricht (Foto: ktsdesign | Shutterstock)

Ein Test auf eine HIV-Infektion ist auf verschiedenen Wegen möglich. Die häufigste Variante ist der Antikörper-Test. Dieser Test sucht im Blut des Probanden nicht nach dem Virus, sondern nach den körpereigenen Antikörpern, die im Falle einer Infektion gebildet werden. Da die Bildung der Antikörper Zeit beansprucht, ist ein Antikörpertest erst 10-12 Wochen nach der möglichen Infektion aussagekräftig.

Grundsätzlich gilt: ein negatives Ergebnis bedeutet, dass keine Infektion vorliegt. Ein positives Ergebnis bedeutet, dass eine Infektion mit dem HI-Virus stattgefunden hat, wobei damit keine Aussage über den Gesundheitszustand oder über den Zeitpunkt der Ansteckung getroffen wird.

Eine HIV-Infektion kann sowohl im Blut (genauer im Serum oder Plasma), im Urin oder im Speichel nachgewiesen werden, da sich dort Antigene bilden, die sich an die Antikörper des HIV binden.

Es gibt verschiedene Arten an HIV-Tests. Sie sind als Labor- bzw. ELISA-Test, als Schnelltest oder als PCR-Test verfügbar. Die drei erstgenannten gehören zu den „Antikörper-Tests“. Der letztere ist aufwendiger und sucht direkt nach dem Virus.

Labor- oder ELISA-Test

Der Labor- oder ELISA-Test ist der am häufigsten durchgeführte HIV-Test. ELISA steht für „Enzyme Linked Immunosorbent Assay“. Dafür wird eine Blutprobe entnommen und zunächst ein „Suchtest“ durchgeführt. Das heißt, die Probe wird auf HIV-Antikörper getestet. Wie bereits erwähnt, braucht der Körper etwa bis zu 12 Wochen, um Antikörper – also spezielle Abwehrstoffe – gegen das Virus zu bilden. Der Test reagiert nur auf diese Antikörper. Das Ergebnis wird frühestens nach 3 Tagen, spätestens nach ca. einer Woche mitgeteilt.

Bei einem positiven Ergebnis muss ein so genannter „Western-Blot-Test“ durchgeführt werden. Das ist ein Bestätigungstest, der ein eventuell falsch positives Ergebnis offenbart. Bei einer HIV-Untersuchung wird der Befund in der Regel auch nur dann mitgeteilt, wenn der Bestätigungstest das gleiche Ergebnis gebracht hat.

Schnelltest

HIV-Schnelltest

HIV-Schnelltest (Foto: Franco Volpato | Shutterstock)

Neben Labortests sind inzwischen auch sogenannte HIV-Schnelltests verfügbar. Diese ermöglichen ein schnelles Ergebnis, das der Arzt dem Patienten sofort mitteilen kann, ohne dass das Blut für die Untersuchung zunächst in ein Labor geschickt werden muss.

Der Vorgang für einen HIV-Schnelltest ist relativ simpel. Einige Bluttropfen werden der Fingerkuppe des Patienten entnommen – vergleichbar mit der Blutentnahme für einen Blutzucker-Test. Nachdem das Blut auf einen dafür vorgesehenen Teststreifen gegeben wurde, ist das Ergebnis bereits nach spätestens 30 Minuten ablesbar.

Da der HIV-Schnelltest ebenfalls ein Antikörper-Test ist, reagiert der Teststreifen nicht auf die Viren, sondern auf die Antikörper im Blut, die nach einer Infektion mit dem HI-Virus gebildet wurden. Diese sind bei einer möglichen Infektion im Blut nach etwa 3 Monaten nachweisbar.

Den Zeitraum, in dem zwar HI-Viren im Blut sein können, der Körper jedoch noch keine Antikörper gebildet hat, nennt sich ein „diagnostisches Fenster“. Ist der Zeitraum bekannt und die konkrete Risikosituation eingrenzbar, ist der Schnelltest eine gute Alternative zum Labortest, da er genauso sicher ist und auf dem gleichen Testprinzip basiert.

Das Ergebnis wird als reaktiv bezeichnet, wenn eine HIV-Infektion stattgefunden hat. Hin und wieder kann das Ergebnis allerdings auch fälschlicher Weise positiv sein und der Teststreifen reagiert, obwohl keine Antikörper gegen HIV gebildet wurden – zum Beispiel kurze Zeit nach einer Impfung. Das reaktive HIV-Testergebnis muss dann noch einmal überprüft und weitere Schritte eingeleitet werden.

Solche Schritte können bspw. ein neuer Bestätigungstest sein. Dafür wird dann Blut entnommen und an ein Labor geschickt. Das Ergebnis kann nach etwa einer Woche bekanntgegeben werden.

PCR-Test

PCR Test

Der PCR-Test sucht direkt das HI-Virus im Blut (Foto: BioMedical | Shutterstock)

Dieser HIV-Test ist kein Antikörpertest. Er weist keine Abwehrstoffe gegen das Virus nach, sondern das Virus selbst. Darum ist er auch die sicherste der vorgestellten Methoden, HIV-Infektionen nachzuweisen. Die Untersuchung ist allerdings sehr aufwendig.

Ein Nachweis ist schon etwa 10 bis 15 Tage nach einer erfolgten Ansteckung möglich. Der PCR-Test kommt hauptsächlich dann zum Einsatz, wenn ein Verdacht auf eine akute HIV-Ansteckung besteht oder im Rahmen der verschiedenen HIV-Therapien die Viruslast ermittelt werden soll. Er ist in der Regel kostenpflichtig.

Bei diesem Test wird das Blut auf spezifische virale Nukleinsäuresequenzen untersucht. So lässt sich auch die Viruskonzentration / Viruslast ermitteln. Ein negatives Testergebnis bedeutet in diesem Zusammenhang, dass entweder keine Ansteckung vorliegt oder die Viruslast zu gering ist und sich unterhalb der Nachweisgrenze befindet. Gerade in der Anfangsphase einer HIV-Infektion, in der der Körper noch keine Abwehrstoffe aufgebaut hat, ist die Viruslast bei infizierten Patienten sehr hoch. Innerhalb des genannten Zeitfensters ist ein negatives Ergebnis daher eindeutig.

Lässt sich ein HIV-Test auch selbst oder zu Hause durchführen?

Ein Heim-Test ist in Deutschland nicht erlaubt, obwohl es mittlerweile Teststreifen gibt, die zu Hause benutzt werden können. Heimtests werden von medizinischen Fachkreisen vor allem deshalb abgelehnt, weil der Patient keine flankierende Betreuung erhält.

Zum einen erhöht das die Gefahr von Durchführungsfehlern und damit von falschen Ergebnissen. Zum anderen fehlt im Falle eines positiven Ergebnisses jegliche psychologische Betreuung, was bspw. zu Suiziden oder anderen Kurzschlussreaktionen führen kann.

PEP – Postexpositionsprophylaxe

Nach einer Infektion mit HIV wird im Blut eine große Menge an Viren gebildet. Liegt die Risikosituation einer möglichen Ansteckung im Zeitraum der letzten 72 Stunden, ist eine Prophylaxe-Behandlung erfolgsversprechend.

Die Postexpositionsprophylaxe (kurz „PEP“) ist eine medikamentöse Behandlung, die vier Wochen dauert und unbedingt konsequent eingehalten werden muss – selbst bei auftretenden Nebenwirkungen. Eine ärztliche Beratung kann bei der Entscheidung für oder gegen eine PEP behilflich sein.

Eine „PEP“ kann eine mögliche Infektion mit umso höherer Wahrscheinlichkeit verhindern, je eher sie durchgeführt wird. Es kommt dabei wirklich auf jede Stunde an. Die Behandlung erfolgt in Kliniken oder in auf HIV spezialisierten Schwerpunkt-Praxen. Diese sind über das Ärzteverzeichnis schnell zu finden und haben auch an den Wochenenden geöffnet.

Wann wird ein HIV-Test durchgeführt?

Kein HIV-Test ohne Einwilligung des Patienten

Kein HIV-Test ohne Einwilligung des Patienten (Foto: ktsdesign | Shutterstock)

Grundsätzlich werden HIV-Tests nur mit Einwilligung des Patienten durchgeführt. Das gilt auch für Krankenhausaufenthalte und bevorstehende Operationen. Ein HIV-Test muss mit dem Patienten besprochen werden. Eine Durchführung ohne Einwilligung ist rechtswidrig und strafbar.

Liegt ein Verdacht auf eine HIV-Infektion vor, wird in Krankenhäusern meistens routinemäßig ein PCR-Test gemacht. Ein solcher wir auch bei Blutspenden immer durchgeführt.

Beim Blutspenden muss das Blut auf verschiedene Marker getestet werden, damit sichergestellt ist, dass es sich bei dem Spenderblut um gesundes Material handelt. Das Blut wird also neben der Blutgruppe, dem Rhesus- und Kell-Faktor auch auf Hepatitis B und Hepatitis C und auf HIV-Antikörper getestet.

Behandlung

Ein antiretroviraler Medikamenten-Mix ermöglicht es seit geraumer Zeit, mit einer HIV-Infektion ein fast normales Leben zu führen. Ziel der Therapie ist es, in einem Zeitraum von drei bis maximal sechs Monaten nach Erstdiagnose ein Absinken der Viruslast von unter 50 Viruskopien/ml (Nachweisgrenze) zu erreichen. Es kann zu Therapieversagen kommen, wenn dem Therapiebeginn eine andere antivirale Therapie vorangegangen ist, eine chronische Infektion beispielsweise mit Hepatitis C vorliegt und Wechselwirkungen während der Therapie zur Resistenz führen. Eine regelmäßige Einnahme und Resistenzkontrolle der antiviralen Medikamente – noch bevor es zu einem Ausbruch von AIDS kommt – lassen sogar die Erfüllung eines Kinderwunsches zu. Etwa 75 % aller Infizierten in Deutschland sind zwischen 20 und 40 Jahren alt. Die allgemeine Lebenserwartung HIV-Infizierter erreicht mittlerweile fast die von Nicht-Infizierten.

Phasen

Das HI-Virus befällt insbesondere die sogenannten Helferzellen, um sich in ihnen zu vermehren.

Diese Helferzellen sind besonders wichtig für das menschliche Immunsystem, da sie neben anderen Aufgaben vor allem für die Organisation der Immunabwehr des Körpers zuständig sind.

Kommt es zu einer Infektion mit dem HI-Virus reagiert das Immunsystem, in dem es versucht das Virus abzuwehren. Die für diese Abwehrreaktion gebildeten Immunzellen und Antikörper (Abwehrstoffe) können das Virus jedoch nicht gänzlich beseitigen. Ein Teil der in Mitleidenschaft gezogenen Helferzellen wird direkt nach der Infektion zerstört, während der größte Teil als Wirtszellen für das HI-Virus dient.

Das Immunsystem wird durch diesen Vorgang nach und nach geschwächt, bis es kaum oder gar nicht mehr gegen schädliche Infektionen durch andere Viren oder Bakterien gerüstet ist. Diese Folge der HIV-Infektion wird „erworbenes Immundefektsyndrom“ genannt – besser bekannt unter der Bezeichnung „acquired immunode?ciency syndrome“ – kurz AIDS. Von AIDS wird gesprochen, wenn das körpereigene Abwehrsystem so stark beeinträchtigt ist, dass es den Körper nicht mehr ausreichend oder sogar überhaupt nicht mehr schützt. Die Folge können beispielsweise lebensbedrohliche Infektionskrankheiten und Tumore sein.

Erste Anzeichen kurz nach einer HIV-Infektion

  • Grippesymptome: Fieber, Halsschmerzen, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen
  • ausgeprägtes Krankheits- und Schwächegefühl
  • geschwollene Lymphknoten
  • Hautausschlag
  • Verdauungsprobleme / Durchfall / Übelkeit
  • Müdigkeit
  • Nachtschweiß
  • Lichtempfindlichkeit
  • Gewichtsverlust
  • Entzündungen der Mundschleimhaut
  • Mundsoor

Direkt nach einer HIV-Infektion zeigen sich in der Regel keine Symptome, bis der Prozess in die akute Phase übergeht. Die Beschwerden sowie der zeitliche Ablauf variieren von Patient zu Patient sehr und werden sehr oft mit den Symptomen einer Grippe oder des Pfeifferschen Drüsenfiebers verwechselt. In manchen Fällen verläuft diese Phase auch vollkommen beschwerdefrei, so dass eine Infektion komplett unentdeckt bleibt.

Die für eine Grippe typischen Symptome, wie etwa Fieber, Müdigkeit und Antriebslosigkeit sowie allgemeines Unwohlsein, gehören zu den am häufigsten beobachteten Anzeichen. Ebenso häufig klagen Betroffene über Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit und Hautausschlag. Nächtliches Schwitzen sowie Muskelschmerzen, Durchfall und Übelkeit, Geschwüre im Mund sowie eine erhöhte Lichtsensibilität und ein hoher Gewichtsverlust zählen auch zu den Symptomen einer Infektion.

Die Zahl der körpereigenen Abwehrzellen sinkt stetig, während sich das HI-Virus im Blut vermehrt. Die ersten Anzeichen einer Infektion klingen ab, wenn die Erkrankung in die sogenannte Latenzphase übergeht.

Symptomfreies Stadium

Ist die akute Phase der Erkrankung abgeschlossen, verläuft die Infektion weitgehend unauffällig. Dieses symptomfreie Stadium wird auch Latenzphase genannt. Viele Betroffene fühlen sich während dieser Zeit gesund und stellen keine auffälligen Krankheitssymptome fest. Das HI-Virus vermehrt sich während dieser Phase jedoch weiter, so dass die Zahl der Helferzellen kontinuierlich abnimmt. Das Immunsystem wird weiter geschwächt. Auch eine Ansteckung anderer ist möglich. Durchschnittlich dauert diese symptomfreie Phase etwa zehn Jahre, kann jedoch auch behandlungsfrei bis zu 20 Jahre andauern.

Erste Symptome vor dem AIDS-Vollbild

In manchen Fällen tritt nach der symptomfreien Latenzphase ein weiteres Krankheitsstadium auf. In dieser Phase leiden Betroffene vermehrt an Infektionskrankheiten, da das Immunsystem inzwischen stark geschwächt ist. In der Regel handelt es sich dabei um nicht lebensbedrohliche Erkrankungen, die sich durch Symptome wie eine Schwellung der Lymphknoten, auffällige Hautveränderungen oder Pilzerkrankungen bemerkbar machen. Diese Phase kann unterschiedlich lange andauern und geht in der Regel nahtlos in die AIDS-Erkrankung über.

Erkranken HIV-Infizierte Patienten an sogenannten „Aids-definierenden Erkrankungen“, wie etwa an bösartigen Tumoren oder bestimmten Infektionskrankheiten, wird die Diagnose AIDS gestellt.

Das Immunsystem des Körpers ist in dieser Phase so sehr geschädigt, dass es gänzlich zusammenbricht. Vor allem von Erregern verursachte Erkrankungen, die für ein gesundes und vitales Abwehrsystem problemlos zu bekämpfen wären, sind für dieses Stadium typisch. Dazu zählen insbesondere Erreger, die das geschwächte Abwehrsystem des infizierten Körpers ausnutzen, um sich rasant und unkontrolliert zu vermehren. So können diese für den Betroffenen zu lebensbedrohlichen Krankheiten werden. Daher werden diese Erkrankungen auch „opportunistische Infektionen“ genannt, abgeleitet aus dem lateinischen „opportunitas“, was zu deutsch „Gelegenheit“ bedeutet. Zu diesen Erkrankungen zählen unter anderem durch bestimmte Parasiten, Pilze und Erreger ausgelöste Infektionen wie Lungenentzündungen, Entzündungen der Atemwege, der Augen oder der Leber sowie Herpes und Tuberkolose. Ebenfalls zu den AIDS-definierenden Erkrankungen zählen neben der krankhaften Veränderung des Gehirns auch Lymphome.

Langzeitfolgen

Auf der körperlichen Ebene stellen sich jedoch häufig Nebenwirkungen durch die Medikamenteneinnahme ein. Es lagern sich unter Umständen durch eine Veränderung des Stoffwechsels Fettpolster ein. Auch die Entwicklung eines Diabetes wird unter der retroviralen Therapie beobachtet. Mit einer angemessenen Lebensführung, Überwachung und Diät lassen sich diese unangenehmen Nebenwirkungen allerdings mildern. Zu den neurologischen Störungen gehört die HIV-assoziierte Demenz, die ähnliche Symptome wie das Alzheimer-Krankheitsbild entwickelt. Bei Langzeitüberlebenden (mehr als zehn Jahre) kann es im Laufe des physiologischen Alterungsprozesses zu entzündlichen Veränderungen des Zentralen Nervensystems und zu schmerzhaften Neuropathien (Erkrankungen des peripheren Nervensystems) kommen. Weitere neurologische Erkrankungen werden unter Umständen von Alkohol- und Drogenmissbrauch, psychiatrischen Erkrankungen und Koinfektionen begünstigt. Eine psychotherapeutische Begleitung, besonders in den ersten Phasen der Erkrankung, ist ein entscheidender Teil des Therapieplans zur Bewältigung der Erkrankung.

Pozzen

Als „Pozzen“ wird die absichtliche Ansteckung mit dem HI-Virus bezeichnet. Seit 2003 ist dieses Phänomen immer wieder Gegenstand von Medienberichten. Als Motiv hinter dieser absurden Praxis steht offenbar der Reiz, etwas „Verbotenes“ zu tun und sich bewusst einer hohen Gefahr auszusetzen. Auch die permanente Angst vor einer HIV-Infektion und der Wunsch unbefangen ungeschützten Geschlechtsverkehr mit HIV-Positiven haben zu können, gehören den Berichten zufolge zu den Hintergründen des Pozzens. Es aber strittig, ob dieses Phänomen jenseits von Einzelfällen überhaupt existiert bzw. relevant ist.

Schutz und Vorbeugung

Besonders in den ersten Jahren nach Bekanntwerden der Krankheit AIDS haben Fehlinformationen und die Angst vor Ansteckung zu einer Stigmatisierung der Betroffenen geführt. Das Risiko, sich im sozialen Umgang anzustecken, ist fast gleich Null. AIDS – genauer gesagt das HI-Virus – wird weder durch Händedrücken, Umarmen, gemeinsame Benutzung von Toilette noch durch Tröpfcheninfektion (Anhusten bzw. Anniesen) übertragen.

Da eine Infektion nur über die Blutbahn erfolgt, liegt der Infektionsschwerpunkt auf dem Geschlechtsverkehr. Eine weitgehende Aufklärung über die Risiken des ungeschützten Verkehrs hat zu einer zunehmenden Akzeptanz von Kondomen geführt. „Safer Sex“ ist ins Problembewusstsein gerückt.

Häufig wechselnde Sexualpartner erhöhen das Risiko, sich zu infizieren. Für Drogenabhängige ist das gemeinsame Verwenden eines „Spritzbestecks“ tabu.

Sex

Hundertprozentigen Schutz kann es beim Geschlechtsverkehr nicht geben. Alle bekannten Maßnahmen – außer der sexuellen Enthaltsamkeit – senken zwar das Risiko einer HIV-Übertragung – zum Teil erheblich – eliminieren es aber nicht vollständig:

Kondome: Kondome bieten bei richtiger Anwendung einen hohen HIV-Schutz beim Verkehr mit Partnern mit unbekanntem HIV-Status. Das Restrisiko liegt in der Handhabung. So kann etwa ein zu großes Kondom, das beim Verkehr abrutscht ebenso wenig schützen wie eines, das zuvor mit den Fingernägel beschädigt wird. Beim Verkehr mit mehreren Partnern muss jeweils ein neues Kondom verwendet werden.

HIV-Test: Wenn beide Partner nach einer dreimonatigen Karenzzeit getestet sind und sexuelle Treue halten, ist das Risiko sehr gering und reduziert sich auf die Fälle, in denen sich der Partner unbemerkt nicht-sexuell infiziert.

Sexualpraktiken: Der Verzicht auf besonders riskante Sexualpraktiken – etwa Analverkehr oder das aufnehmen infektiöser Flüssigkeiten – senkt das Risiko einer Übertragung zwar, birgt aber noch immer ein hohes Restrisiko.

Nach einem ungeschützten Risikokontakt kann eine Postexpositionsprophylaxe das Risiko einer HIV-Infektion senken. Diese muss allerdings zeitnah erfolgen.

Entbindung

Das Risiko einer HIV-Übertragung von der Mutter auf das Kind lässt sich heute erheblich senken. Ein HIV-Test vor der Geburt ist heute die Regel, so dass gefährliche Geburten vorab identifiziert werden. Wird die Mutter mit HIV-Medikamenten behandelt und sinkt die Viruslast im Blut, sinkt auch das Risiko für das Kind erheblich. Zusätzlich kann das Kind nach der Geburt vorsorglich medikamentös behandelt werden. Kinder von HIV-Müttern werden i.d.R. per Kaiserschnitt entbunden, weil das ebenfalls das Risiko senkt. HIV-infizierte Mütter dürfen ihre Kinder nicht stillen, um eine Infektion über die Muttermilch zu verhindern.

Bluttransfusionen

Bluttransfusionen bergen heute in Deutschland nur noch ein sehr geringes Restrisiko für eine HIV-Infektion, das etwa bei eins zu einer Million liegt. Seit 2004 werden alle deutschen Blutspenden auf HIV gescreent. Das erfolgt mittels des sehr sensitiven PCR-Tests, der das Virus oder dessen Bestandteile direkt im Blut nachweist. Dieser Test ist erheblich sicherer als die zuvor durchgeführten Antikörper-Tests, die eine diagnostische Lücke von etwa drei Monaten aufweisen. Ein frisch HIV-Infizierter weist bis zu drei Monate lang einen negativen HIV-Test auf, weil der Körper so lange braucht, um eine hinreichende Zahl von Antikörpern zu produzieren.

Nadelstichverletzungen

Bei Nadelstichverletzungen wird empfohlen, die Einstichstelle sofort auszudrücken und zu desinfizieren. Anschließend sollte der Patient, von dem die Nadel stammt, auf HIV getestet werden. Fällt der Test positiv aus, kann eine Postexpositionsprophylaxe erfolgen, um eine Infektion zu verhindern.

Wird vor einer Operation im Krankenhaus automatisch ein HIV-Test gemacht?

HIV Test

Der automatische HIV-Test vor Operation ist ein Mythos (Foto: ktsdesign | Shutterstock)

Immer wieder ist in unseren Foren zu lesen, dass vor einer Operation routinemäßig ein HIV- bzw. AIDS-Test bei den Patienten durchgeführt wird – angeblich auch ohne deren Wissen und Einwilligung. Solche Horrorgeschichten verbreiten sich zunehmend und vielfach herrscht bei den Patienten vor einer Operation Ungewissheit oder gar Furcht vor eventuellen Diagnosen. Auch die Vorstellung, dass die vielleicht lebensnotwendige Operation auf Grund eines Testergebnisses kurzfristig abgesagt wird, belastet viele Betroffene.

Während der eine Teil der Leser den unautorisierten Test als Bedrohung empfindet, gibt es andere, die sich durch diese Geschichten in trügerischer Sicherheit wägen. („Ich habe kein HIV. Ich hatte neulich eine Operation. Da wird ja automatisch getestet“) Beide Fraktionen sind auf dem „falschen Dampfer“.

HIV/AIDS-Test ohne Einwilligung ist strafbar

Die Durchführung eines HIV/AIDS-Tests ohne die Einwilligung des Patienten ist rechtswidrig und strafbar. Selbst in begründeten Fällen darf nicht ohne Zustimmung des Betroffenen gehandelt werden. Die ausdrückliche Zustimmung ist immer erforderlich.

Ein HIV-Test ohne Information und ohne Zustimmung des Patienten verletzt gleich eine ganze Reihe von Grundrechten – bspw. das Recht auf körperliche Unversehrtheit und das Recht auf informationelle Selbstbestimmung. Ein HIV-Test ohne Zustimmung des Patienten ist strafrechtlich eine Körperverletzung.

Verstösse einiger Kliniken

Allerdings sind bereits Fälle bekannt geworden, in denen solche Tests ohne ausdrückliche Zustimmung durchgeführt wurden. Mitunter werden diese Maßnahmen von den betroffenen Kliniken damit begründet, dass das eigene Personal geschützt werden muss. Dieses Argument ist jedoch laut einhelliger Meinung diverser Rechtsexperten nur vorgeschoben und auch kein Rechtfertigungsgrund.

Es ist zudem auch einfach unzutreffend. Ein Operation muss ohnehin steril ablaufen die Maßnahmen des Infektionsschutzes müssen so hoch sein, dass sie vor deutlich leichter übertragbaren Erregern als HIV schützen.

Updates

Infektionszahlen 2010 – 2017

Im November 2018 haben die UN neue Zahlen über die Ausbreitung von HIV veröffentlicht. Weltweit ging die Zahl der HIV-Neuinfektionen deutlich zurück – um immerhin 18 Prozent von 2010-2017. 2017 haben sich rund 1,8 Millionen Menschen neu mit HIV infiziert. 2010 waren es noch 2,2 Millionen.

Ende 2017 waren weltweit rund 36,9 Menschen mit HIV infiziert. Davon lebt mit 53 Prozent etwas mehr als die Hälfte in Ost- und Südafrika. Auch rund 44 Prozent der Neuinfektionsmeldungen für 2017 stammen aus dieser Region. Die Dominanz Afrikas ist also gesunken.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) will die Zahl der Neuinfektionen bis zum Jahr 2020 auf 500.000 senken.

News & Quellen

1 Auseinandersetzung mit AIDS-Leugnern

Erfahrungsberichte und Patientenerfahrungen

2 Umgang mit einem HIV-positiven Fußballer

Rechtliches

4 Symptomlose HIV-Infektion ist Behinderung im Sinne des AGG


Medizinjournalist


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Kommentare:
  • Anonymous

    Ich habe mein leben lang viele verschiedene Sex Partnerinnen gehabt ..und im Laufe meines Lebens sicherlich mit mehr als 50 Frauen ohne Kondom geschlafen, mitlerweile verfolgt mich immer der Gedanke , das ich mich infiziert haben könnte , ich habe unter der linken Achsel einen Lymphknoten der nicht mehr zurück geht ,am Penis und Hoden Sack hab ich jeweils eine Warze gehabt ,die am Penis ist weg , aber ein brauner Fleck ist geblieben , leukozyten waren bei jeden bluttest erhöht allerdings hatte ich zu der zeit eine Grippe, und einmal eine Fistel.

    An der Brust rechts scheint auch ein Knoten zu sein ,

    Und schräg links zwischen Nabel und Blase also Leistengegend auch ein deutlich tastbarer Knoten , sind aber nicht schmerzhaft, ich habe angst weil mir jetzt bewusst geworden ist wie kostbar das leben, ist ..ich will nicht eingeschränkt leben und aus diesen Grund die liebe meines Lebens verlassen müssen , ich hab mit ihr noch nicht geschlafen. .und werde es auch nicht tun,solange ich keine Gewissheit habe..ich bin keine laberbacke oder Gigolo , ich bin in diese Sachen einfach so rein geschlittert , bin mir sicher das es in den meisten Fällen, ein gegenseitiges benutzen war ich spreche von Einen Zeitraum von mehr als 25 Jahren , ich bin mitlerweile 42,
    und habe das Gefühl das ich alles falsch gemacht habe ..die Lust auf Sex ist mir im Moment vergangen , falls ich Glück habe und ich Gesund bin werde ich..nie wieder ohne Kondom schlafen falls ich Partnelos bin ! Ich könnte endlos weiter schwafeln aber ich denke das reicht! Die Sache ist die!, wenn es passiert sein sollte, dann ist das wie die Schlimmste Niederlage die mann haben kann, und das Schlimmste daran ist , das wenn es so ist , das ich infieziert sein sollte ,dann aus eigener Blödheit !

  • Daniel

    Ich hatte vor 4 Wochen in einem Pornokino ein RK. Ich bin männlich und habe einem anderen Mann einen geblasen. Er kam so plötzlich und schnell, dass ich nicht all sein Sperma ausspucken konnte. Jetzt habe ich total Angst, denn ich habe seit 3 Wochen eine schwere Angina, weder Penicillin noch das Breitbandantibiotika halfen bisher. Meine Mandeln sind vereitert und ich leide unter Appetitlosigkeit, leichtem Fieber usw. Was mir besonders Angst macht ist, dass die HNO-Ärztin nun Pfeiffersches Drüsenfieber vermutet. In vielen Foren wird geschrieben, dass diese Diagnostik sehr oft vorkommt, wenn es eigentlich eine akute HIV-Infektion ist. Ich werde mich auf jeden Fall testen lassen. Nur meine Angst treibt mich in den Wahnsinn. Ich mache mir richtig Sorgen. Ich bin echt am verzweifeln.

  • Anonymous

    Hast Du dir unter:
    http://gesundheit.naanoo.de/diagnose/hiv-test

    Mal die Infos zum PCR-Test angeschaut? Den musst Du zwar i.d.R. selbst bezahlen. Aber Du hast dann schnell ein sicheres Ergebnis.

    Wenn Dir sowas nochmal passiert – informier Dich mal über die Post-Expositions-Prophylaxe.

  • Daniel

    Ja, die Infos habe ich mir durchgelesen. Aber auch das Ergebnis eines PCR-Tests bekommt man ja nicht sofort. Mache mir wohl zurecht große Sorgen. Die Angst ist echt groß.

  • Anonymous

    Die Angst kann Dir ausser einem Test leider nichts nehmen. Dass das Risiko eher gering ist, hast Du ja sicher oben gesehen.

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