Symptome, Anzeichen, Behandlung, Verbreitung & Risikofaktoren
Leukämie (Blutkrebs)

Leukämie verändert das Blutbild

Leukämie verändert das Blutbild (Foto: Designua | Shutterstock)

Der Begriff „Leukämie“ (umgangssprachlich auch „Blutkrebs“) ist ein Überbegriff für Krebserkrankungen, die das blutbildende System betreffen.

Bei einer Leukämie bildet der Körper zu viele weiße Blutkörperchen. Diese weißen Blutkörperchen sind entartet und nicht funktionsfähig. Sie verdrängen die gesunden weißen und roten Blutkörperchen. Funktionale weiße Blutkörperchen spielen eine wichtige Rolle bei der Bekämpfung von eindringenden Krankheitserregern.

Unterschieden wird zwischen der chronischen und der akuten Leukämie. Die akute Form zeichnet sich durch einen schnellen Krankheitsverlauf aus, während die chronische Form einen schleichenden Verlauf nimmt. Bei beiden Formen kommt es zu Symptomen wie Müdigkeit, Nachtschweiß und Gewichtsverlust. Diagnostiziert werden kann diese Erkrankung mit Hilfe eines Blutbildes. Um die Form der Erkrankung zu bestimmen, ist eine Untersuchung des Knochenmarks notwendig.

Leukämie Symptome

Anhaltende Müdigkeit und ein ausgeprägtes Schwächegefühl sind Leitsymptome der Leukämie

Anhaltende Müdigkeit und ein ausgeprägtes Schwächegefühl sind Leitsymptome der Leukämie (Foto: Photographee.eu | Shutterstock)

Die typischen Symptome der Leukämie
chronische Müdigkeit
Abgeschlagenheit
auffallende Blässe
schnelle Erschöpfbarkeit
hohe Infektanfälligkeit
häufiges Nasenbluten
kleine rote Pünktchen auf der Haut
Appetitlosigkeit
unerklärlicher Gewichtsverlust
Kochenschmerzen
geschwollene Lymphknoten
Schwellung von Leber und Milz
Kopfschmerzen
häufiges Zahnfleischbluten
Schwindel
Lähmungserscheinungen
Gefühlsstörungen
Fieber ohne erkennbare Ursache
Nachtschweiß
Atemnot
vermehrtes Schwitzen
Übelkeit
Sehstörungen
Nachtschweiß
Juckreiz
Herzrasen
ausgeprägtes Krankheitsgefühl

Die Leukämie, die im Volksmund auch als Blutkrebs bekannt ist, ist eine Krankheit, die die Blutbildung stark schädigt. Es werden vermehrt weiße Blutkörperchen gebildet, die die roten Blutkörperchen regelrecht verdrängen. Leukämie kann in jedem Alter in unterschiedlichen Ausprägungen auftreten und führt daher auch zu sehr unterschiedlichen Symptomen.

Der Verlauf und die Symptome einer Leukämie hängen stark davon ab, in welcher Lebensphase die Erkrankung auftritt. Leukämie bei Kindern unterliegt einer anderen diagnostischen Betrachtung als Leukämie bei Erwachsenen. Die Mehrzahl der von Leukämie betroffenen Patienten sind jedoch Erwachsene. Die meisten Symptome der Leukämie werden ursächlich von einem Mangel an gesunden Blutzellen hervorgerufen.

Vor allem innere Organe werden von den leukämischen – also krankhaft veränderten Zellen – geschädigt und damit in ihrer Funktion gestört. Zu Beginn äußert sich eine Leukämie eher schleichend. Die einzelnen Symptome sind kaum spezifisch und weisen nicht zwingend auf eine Leukämie hin. Vor allem die Leitsymptome Müdigkeit, Antriebslosigkeit und blasse Haut sind Symptome, die auch psychisch, durch Überlastung oder Bagatellerkrankungen bedingt sein können. Viele Menschen sind irgendwann in ihrem Leben von diesen Symptomen betroffen, ohne eine Leukämie entwickeln.

Die wichtigsten Symptome der Leukämie

Die wichtigsten Symptome der Leukämie (Foto: Designua | Shutterstock)

Auffällig wird der Verlauf meist erst, wenn häufige Infektionen einhergehend mit hohem Fieber auftreten. In einer solchen Situation suchen viele Patienten einen Arzt auf. Blutuntersuchungen liefern dann meist den ersten Verdacht auf Leukämie.

Im weiteren Verlauf treten dann Blutungen auf. Das können Hauteinblutungen, blaue Flecke oder auch vermehrtes Zahnfleischbluten sein. Spätestens nach Auftreten solcher Symptome wird deutlich, dass das blutbildende System betroffen ist.

Daneben treten Symptome auf, die den gesamten Körper betreffen, aber wenig spezifisch sind. Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust, der nicht im Zusammenhang mit einer Ernährungsumstellung oder intensiver körperlicher Belastung steht, können ebenfalls ein Hinweis auf eine Leukämie sein. Auch Schmerzen in den Knochen oder geschwollene Lymphknoten sind typisch für Leukämie-Patienten. Sind bereits innere Organe geschädigt, können diese vergrößert sein und Schmerzen verursachen.

Leukämie Symptome bei Kindern

Leukämie ist die bei Kindern am häufigsten auftretende Krebskrankheit. Auch bei Heranwachsenden werden zuerst Symptome hervorgerufen, die im direkten Zusammenhang mit der Blutbildung stehen. Als erstes fällt Eltern häufig eine ungewöhnliche Blässe auf.

An Leukämie erkrankte Kinder werden schnell müde und sind chronisch antriebslos. Da die meisten Kinder Bewegung lieben und täglich intensiv ausleben, fällt das oft schneller auf als bei Erwachsenen. Neben einem anhaltenden allgemeinen Unwohlsein sind die Kinder in ihrer allgemeinen Entwicklung beeinträchtigt.

Der Kinderarzt kann recht einfach eine Blutarmut feststellen. Das allein ist aber nur ein Hinweis auf die Leukämie, keine Diagnose. Wichtig bei der Betrachtung der Symptome bei Kindern ist die Dauer des Auftretens. Viele der leider sehr unspezifischen Symptome treten auch bei gesunden Kindern auf, zum Beispiel durch einen unspezifischen Infekt oder eine Wachstumsphase. Bestehen die Symptome aber über einen mehrere Wochen anhaltenden Zeitraum, rechtfertigen sie einen Anfangsverdacht. Ein besonderes Symptom ist der Nachtschweiß, der so bei gesunden Kindern nur sehr selten auftritt. Schwindel und eine sehr geringe Kondition sind ebenfalls wichtige Hinweise. Vor allem, wenn mehrere dieser unspezifischen Symptome zusammen auftreten, ist ein Besuch beim Kinderarzt dringend anzuraten.

Symptome der akuten Leukämie

Bei der akuten Leukämie erstaunt immer wieder die Schnelligkeit, mit der die Symptome auftreten. Eine Person, die völlig gesund war, kann bereits innerhalb von wenigen Tagen ein schweres Krankheitsbild zeigen. Typische Symptome sind hier Infektionen, die oft von hohem Fieber begleitet werden und Müdigkeit sowie Abgeschlagenheit mit sich bringen. Die Erkrankung des Blutes äußert sich auch durch häufiges Nasen- oder Zahnfleischbluten, einer verstärkten Neigung zu Hämatomen und schwer zu stillenden Blutungen bei Verletzungen. Die Patienten verspüren starke Schmerzen in den Knochen und die Lymphknoten können an verschiedenen Körperstellen anschwellen. Auch die Milz kann anschwellen, was bei den Kranken zunächst ein Völlegefühl auslöst, das wiederum oft Appetitlosigkeit nach sich zieht. Im weiteren Verlauf der Erkrankung kommt es auch immer wieder zu Übelkeit und Erbrechen. Das zentrale Nervensystem wird in Mitleidenschaft gezogen. Der Erkrankte klagt über Kopfschmerzen und Schwindelgefühl.

Symptome der chronischen Leukämie

Bei der chronischen Leukämie findet keine so plötzliche Ausbildung der Symptomatik statt. Die Krankheit schreitet eher gemächlich voran. Darum kann ein Patient oft schon jahrelang unter chronischer Leukämie leiden, bevor die Krankheit dianostiziert wird. Sie zunächst auftretenden Symptome sind in der Regel unspezifisch, so dass sie nicht sofort mit Leukämie in Verbindung gebracht werden. Der Patient ermüdet schnell und ist oft auffallend blass. Auch kommt es immer wieder zu Fieber, für das sich keine Ursache finden lässt. Kopfschmerzen und ein Unwohlgefühl im Oberbauch können auftreten. Bei manchen Patienten werden punktförmige Hautblutungen beobachtet.

Patienten, die an chronischer Leukämie leiden, erfahren von der Krankheit oftmals durch Zufall, wenn der Arzt aus einem anderen Grund eine Blutuntersuchung anordnet. Besteht bei einer Person der Verdacht auf Leukämie, so kann durch einige Tests schnell Klarheit geschaffen werden. Zunächst erfolgt dabei eine Blutuntersuchung, wobei das Blut auf veränderte Zellen untersucht wird. Um eine definitive Diagnose zu stellen, entnimmt der Arzt eine Knochenmarksprobe aus dem Beckenknochen.

Verbreitung

Leukämie

Leukämie – eine Krebserkrankung des blutbildenden Systems (Foto: Photographee.eu | Shutterstock)

In Deutschland erkranken jährlich rund 14.000 Menschen jährlich neu an Leukämie. Knapp 60 Prozent davon überleben die ersten fünf Jahre nach Diagnosestellung. Ab dem Alter von 30 Jahren steigt das Erkrankungsrisiko kontinuierlich an. Männer sind deutlich häufiger betroffen als Frauen.

Verteilung über die verschiedenen Formen der Leukämie:

  • 7% akute lymphatische Leukämie (ALL)
  • 39% chronische lymphatische Leukämie (CLL)
  • 22% akute myeloische Leukämie (AML)
  • 8% chronische myeloische Leukämie (CML)

Behandlung

Welche Therapieform indiziert ist, hängt von der Form der Erkrankung ab. In den meisten Fällen wird eine Leukämie mit einer Strahlen- oder Chemotherapie behandelt. Da die Leukämie Gegenstand intensiver Forschung ist, hat sich das Spektrum an verfügbaren Behandlungsmethoden in den letzten Jahren enorm verbreitert:

  • Chemotherapie
  • Bestrahlung
  • Stammzellentherapie
  • Knochenmarktransplantation
  • Antikörpertherapie
  • Gentherapie

Ursachen

Die Ursachen dieser Erkrankung konnten bis heute nicht klar bestimmt werden. Bisher werden jedoch vor allem genetische Faktoren als Ursache genannt.

Risikofaktoren

  • genetische Disposition
  • radioaktive Strahlung
  • Down-Syndrom / Trisomie
  • Schadstoffe (Lösungsmittel, Insektizide, Herbizide)
  • Medikamente (einige Chemotherapeutika)
  • Viren (HTL I/II)
  • Rauchen
  • hohes Lebensalter

Prominente Patienten

Guido Westerwelle (Politiker)

News, Updates & Studien

1 Leukämiefälle in medizinischer Studie an Kindern

2 Kombination aus einer Vitamin-A-Säure (ATRA) und dem Antidepressivum Tranylcypromin (TCP) möglicherweise gegen Leukämie wirksam

3 Lieferengpass bei Leukämie-Medikament Doxorubicin

Patientenerfahrungen?

Dipl.-W.Inf. Sebastian Fiebiger
Medizinjournalist

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Kommentare:
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Zu diesem Beitrag gibt es schon 4 Kommentare. Diskutiere mit!
  • 🕝 Anonymous

    Sehr geehrter Damen und Herren

    mein Vater ist CLL KRANK seid 3 Jahren und der mit Chemotherapie behandelt worden aber der hat zur Zeit wieder die gleichen Symptome wie am Anfang ,viel nachtschweitz und schwindel kann mir jemand Hilfen der lebt in irak

  • 🕝 Bernd

    Bei mir wurde die Diagnose -chronische lympathische Leukämie- diagnostiziert ca. im April 2017.

    Seit März etwa geht es mir sehr schlecht, habe Probleme bei der Atmung durch die Nase und hefrige stundenlange Angst und Panikattacken………………….Nehme dagegegen jetzt fast täglich Tavor , mache aller drei/ vier Tage eine Pause dazu ein Antidepressiva das aber wenig hilft……………..
    Hätte nicht gedacht das es einem heutzuzage dermaßen schlecht gehehen kann.

    Lebe allein und freu mich immer Total wenn meine Tochter aus einer anderen Stadt zu Besuch kommt, oder wenn meine Frau (leben getrennt) zum mich baden kommt,oder der Bruder anruft. Sonst ist jedes klingeln purer Stress…………..

  • 🕝 Bernd

    Hatte noch vergessen die Betreung durch die Diakonie. und eine der Home Care Mitarbeterin ist Klasse und einer Frau die ehrenamtlich zum reden kommt.

    Meine Ärztin hat einer Frau vom Verein Bescheid gesagt, sie ist bei mir gewesen und hat das Merkzeichen AG für mich beantragt, leider wurde es vom LA Bautzen wieder abgewiesen.

    Habe den Zirkus mit Widerspruch und schon vor Jahren durch, wegen Mutisystematrophie die ich auch noch habe………………….
    Mir fällt auch schreiben u.a. schwer dazu kribbeln im Arm u.a..
    Aber wie schon kommentiert ist mir zur Zeit zuviel Stress. Genauso habe ich panische Angst vor dem Krankenhaus.
    Übrigens schlafe ich leider sehr lange ca. 24 h und mehr bin jetzt schon vom Nichtstun ziemlich Ko…………..

    Es gäbe viel mehr zum schreiben, aber erst mal nur diese 2 Kommentare.

  • 🕝 Bernd

    Muß doch noch mal schreiben die 24 h sind natürlich ein Fehler, ich meinte 14 h, auch mal 15 oder länger. (sollte man sich zum eher aufstehen zwingen?).

    Zitat:
    Übrigens schlafe ich leider sehr lange ca. 24 h und mehr bin jetzt schon vom Nichtstun ziemlich Ko…………..

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