Krankheiten
Lymphknoten am Hals geschwollen – was tun?

Lymphknoten am Hals geschwollen

Lymphknoten am Hals geschwollen (Foto: Image Point Fr | Shutterstock)

Lymphknotenschwellungen treten relativ häufig auf. Doch was sollte man tun, wenn man sie entdeckt?

Noch verschlafen am Morgen beim ersten Blick in den Badezimmerspiegel – und plötzlich sitzt der Schock tief. Der Hals tut weh, die Lymphknoten sind geschwollen! Die beißenden Fragen, die sich sofort auftun: Bin ich krank? Steckt etwas Ernsthaftes dahinter? Oder reagiere ich nur hypochondrisch? Keine Angst. Nur selten steckt hinter geschwollenen Lymphknoten eine ernsthafte Erkrankung. Lapidarinfekte sind die häufigste Ursache für die Schwellung. Nur bei etwa einem Prozent der Betroffenen lässt sich eine ernsthafte Erkrankung diagnostizieren. Also Ruhe bewahren, duschen und in manchen Fällen auf zum Arzt!

Die Ursachen von geschwollenen Lymphknoten

In unserem gesamten Körper sind Lymphknoten verteilt: in den Achselhöhlen und Leistenbeugen, am Becken, Nacken, in der Brust, Bauch und eben am Hals. Sie sind unsere Gesundheitspolizei und zeigen uns an, dass etwas im Organismus nicht stimmt. Das Immunsystem nutzt sie als Sammelstelle. Hier werden die Keime bekämpft, die uns krank machen. Sie schwellen häufig an, wenn in Infekt in der Nähe sein Unwesen treibt.

Hinter der Schwellung steckt in den meisten Fällen eine einfachere Erkrankung: Erkältung, Angina, Mandelentzündung, andere Entzündungen im Mundraum, wie entzündete Zähne oder auch typische Kinderkrankheiten, wie Röteln oder Masern sind in den häufigsten Fällen die Ursache. Die Symptome werden meist von anderen Erscheinungen begleitet – Schluckbeschwerden, Halsschmerzen, Fieber beispielsweise.

Schwerwiegender sind andere Infektionen, die jedoch deutlich seltener auftreten: Das pfeiffersche Düsenfieber ist ebenfalls eine typische Krankheit, die geschwollene Lymphknoten am Hals hervorruft. Mit der sogenannten „Kuss-Krankheit“ (über den Speichel übertragen) infizieren sich vor allem junge Erwachsene. Auch HIV bzw. Aids können geschwollene Lymphknoten auslösen, Diphtherie, Syphilis oder Tuberkulose zählen ebenfalls dazu. Im schlimmsten aber eher seltenen Fall können verschiedene Krebserkrankungen dahinter stecken.

Lage der Lymphknoten an Hals und Kopf

Lage der Lymphknoten an Hals und Kopf (Foto: JL-art | Shutterstock)

Geschwollene Lymphknoten am Hals – das sollte man tun

Als Erstes ist es wichtig, die Ruhe zu bewahren. Nicht immer muss gleich der Weg zum Arzt angetreten werden. Wird die Schwellung von Fieber, Schnupfen und/oder Halsschmerzen begleitet, liegt die Ursache auf der Hand: eine Erkältung – eine harmlose Infektion, die sich mit ein wenig Bettruhe sehr gut behandeln lässt.

Der Arzt sollte aufgesucht werden, wenn keine weiteren Begleiterscheinungen auftreten oder die Schwellung nur einseitig auftritt. Manchmal stecken auch die Zähne dahinter, ohne dass es der Betroffene bemerkt. In anderen Fällen wurden chronische Mandelentzündungen diagnostiziert, die keine weiteren Symptome aufwiesen.

Ein echtes Warnsignal sind langanhaltende Schwellungen der Lymphknoten, die mit Gewichtsverlust, Schwäche- und Krankheitsgefühl einher gehen. In diesem Fall ist ein Arztbesuch angezeigt.

Das macht der Arzt

Der Arzt wird zunächst überprüfen, ob es sich wirklich um die Lymphknoten handelt, die geschwollen sind. Nach der äußerlichen Untersuchung und Befragung kann er meist schon eine Diagnose stellen oder wird weitere Untersuchungen anordnen: Blutbild, Ultraschall oder bildgebende Verfahren wie Röntgen oder Computertomografie. Ist dann immer noch keine Diagnose möglich, werden Gewebeproben (Biopsie) entnommen und histologisch untersucht.

Wichtig: Tritt eine Lymphknotenschwellung länger als drei Wochen auf, sollte immer ein Arzt konsultiert werden. Dann ist es wichtig, die Ursache herauszufinden, die unsere Gesundheitspolizei so lange Alarm schlagen lässt.

Kommentieren? 29.05.2018
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