Symptome, Ursachen, Behandlung und Diagnose
Mandelentzündung (Angina)

Angina

Eine Angina ist eine Entzündung der Rachenmandeln (Foto: Africa Studio | Shutterstock)

Andere Bezeichnungen: Angina tonsillaris, Tonsillitis, Mandelentzündung

Kurzfassung für Schnellleser:

Die Mandeln sitzen links und rechts im hinteren Bereich des Rachens und bekleiden dort eine abwehrende Funktion gegenüber verschiedensten Krankheitserregern. Sie schützen vor allem die oberen Atemwege. Krankheitserreger dringen häufig durch den Mund und die Nase in den Körper ein.

Gelingt es ihnen, die Abwehr zu überwinden, vermehren sich Krankheitserreger schnell und breiten sich über den lymphatischen Rachenring (der Nasen-Rachen Bereich mit den Mandeln, den Nasenrachenpolypen und den Seitensträngen der Rachenhinterwand) aus. In Folge dessen schwillt das Gewebe an. Dadurch kommt es zu Halsschmerzen und Schluckbeschwerden.

Bei der Angina (Mandelentzündung) handelt es sich um eine Entzündung der Gaumenmandeln (Tonsilla palatina). Sie wird auch als Tonsillitis bezeichnet und durch Tröpfcheninfektion übertragen. Auf Basis des Verlaufs wird zwischen der akuten und der chronischen bzw. wiederkehrenden Mandelentzündung unterschieden. Im Krankheitsverlauf schwellen die Tonsillen an und röten sich. Der Betroffene verspürt starken Halsschmerzen und hat oft einen von außen sichtbar geschwollenen Halsbereich.

Aufgrund der Verengung der Rachenwege kommt es zu Schluckbeschwerden und unter Umständen auch zu einem ungewöhnlichen Mundgeruch. Typisch ist auch ein bitterer Geschmack, insbesondere nach dem Essen. Sind die Mandeln entzündet, fühlt sich der Betroffene müde und abgeschlagen. Der Organismus reagiert mit Fieber oder Kopfschmerzen. Die geschwollenen Tonsillen sind gut sichtbar und zeigen eventuell auch einen weißlichen Belag.

Angina Symptome

Angina Symptome - Halsschmerzen sind typisch

Angina Symptome – Halsschmerzen sind typisch (Foto: Stasique | Shutterstock)

SymptomBeschreibung
Halsschmerzenteilweise ausstrahlend bis in die Ohren und Kieferwinkel
Geschmacksveränderungbitterer Nachgeschmack bei Nahrungsaufnahme
Fieberdeutlich erhöhte Körpertemperatur
Belagheller Belag im Mund-Rachenraum
Kopfschmerzengrippeähnliche Kopfschmerzen
Lymphknotenschwellunggeschwollene Halslymphknoten
Mundgeruchtypisch, eitriger, unangenehmer Mundgeruch
SchleimhautdefekteDefekte der Mund- und Rachenschleimhaut
SchluckbeschwerdenProbleme beim Schlucken größere Nahrungsbestandteile
SchwächeMattigkeit, Abgeschlagenheit
Krankheitsgefühlausgeprägtes Krankheitsgefühl
Appetitlosigkeitleichte Übelkeit, fehlendes Hungergefühl
starker Speichelflussdeutlich verstärkter Speichelfluss
Stimmveränderung Stimme wirkt kloßig, meist nicht heiser
Schwellung, Rötunggeschwollene und gerötete Gaumenmandeln

Abgrenzung der Symptome

Eine Angina muss ärztlich behandelt werden. Die Therapie besteht i.d.R. aus der Gabe von Antibiotika, Schmerzmitteln und spezieller Mundhygiene. Ähnliche Symptome können der Scharlach und Pfeiffersches Drüsenfieber zeigen – diese Differentialdiagnosen können durch den Arzt schnell und zuverlässig ausgeschlossen werden.

Lage der Mandeln im menschlichen Körper

Mandeln im menschlichen Körper

Mandeln im menschlichen Körper (Foto: CLIPAREA l Custom media | Shutterstock)

Die Mandeln

Die Mandeln sind lymphatische Organe im menschlichen Rachen. Sie sind Bestandteil des lymphatischen Rachenrings und liegen am hinteren Ende des Gaumens zwischen den Gaumenbögen. Sie dienen der Erkennung des Eindringens schädlicher Organismen wie Bakterien und bilden die Vorhut der menschlichen Abwehr.

Symptomatik unterscheidet sich nach Ursache

Die Symptome einer Mandelentzündung können, je nach Ursache, unterschiedlich sein. Eine Mandelentzündung durch Viren ruft häufig andere Beschwerden hervor als eine bakterielle Form der Tonsillitis. Des weiteren wirken sich die Beschwerden einer chronischen Erkrankung anders aus als die einer akuten Mandelentzündung. Bei Kindern und Jugendlichen treten Mandelentzündungen häufiger auf, als bei Erwachsenen.

Akute Mandelentzündung

Eine akute Mandelentzündung geht meist mit sehr starken Halsschmerzen und Schluckbeschwerden einher. Weitere Symptome sind hierbei Fieber, Appetitlosigkeit, Kopfschmerzen und ein Gefühl der Kraftlosigkeit. Die akute Mandelentzündung verursacht eine Schwellung der Mandeln mit kleinen Eiterflecken sowie eine Rötung des gesamten Rachenbereichs. Außerdem kann eine entzündliche Schwellung der Lymphknoten auftreten. Seltener auftretende Beschwerden sind Ohrenschmerzen, Kieferschmerzen und Übelkeit.

Chronische Mandelentzündung

Eine chronische Tonsillitis entsteht durch häufige Infekte. Hierbei setzen sich die Krankheitserreger in den Grübchen der Mandeln fest. Dadurch entsteht dann eine Entzündung des Gewebes, welche Vernarbungen verursacht. Die chronische Mandelentzündung äußert sich in der Regel durch Schluckbeschwerden, ein unangenehmes Kratzen im Hals sowie durch einen stetig anhaltenden, schlechten Geschmack im Mund. In einigen Fällen kann die chronische Tonsillitis zu einer Ansammlung von Eiter am entzündeten Gewebe kommen. Durch eine nicht behandelte chronische Mandelentzündung können in seltenen Fällen Herzklappen- und Herzmuskelentzündungen als ernste Folgeerscheinungen auftreten. Sehr selten entwickeln sich außerdem Nierenentzündungen und Erkrankungen des Nervensystems.

Häufige, starke Entzündungen der Mandeln schaden dem Körper enorm. Ist die Erkrankung durch eine Behandlung mit Antibiotika nicht einzudämmen, empfiehlt sich in vielen Fällen die operative Entfernung der Mandeln. Bei lang anhaltenden Beschwerden und hohem Fieber ist in jedem Fall ein Arzt zu konsultieren. Leichte Beschwerden können mit Naturheilmitteln behandelt werden. Schwächen die Symptome allerdings nach zwei bis drei Tagen nicht ab, ist eine schulmedizinische Behandlung erforderlich.

Ursachen

Ausgelöst wird die Angina (Mandelentzündung) in der Regel durch Bakterien der Streptokokken-Gruppe. Aber auch Staphylokokken und Pneumokokken sowie Haemophilus influenzae können eine Angina auslösen. Dabei handelt es sich um Erreger aus der Mundflora. Begünstigend für den Ausbruch der Krankheit ist eine dauerhafte Immunschwäche bzw. ein allgemein schlechter Gesundheitszustand. Kinder und Jugendliche leiden häufiger an einer Tonsillitis als erwachsene Menschen. Nach maximal zwei Wochen klingt die Krankheit wieder ab.

Diagnose

Die Diagnosestelle erfolgt häufig als Verdachtsdiagnose auf Basis der Inaugenscheinnahme. Dabei werden die Halslymphknoten und der Rachen inspiziert. Zusätzlich kann eine Blutuntersuchung die Entzündungsparameter erheben. Inzwischen sind auch Schnelltests verfügbar, die auf Basis eines Rachenabstrichs nach Streptokokken fahnden und die Diagnose sicherstellen.

Behandlung

Angina wird i.d.R. mit einem Antibiotikum behandelt. Unter Antibiose tritt meiste eine schnelle Besserung der Symptomatik ein. Umso wichtiger ist es, das Antibiotikum nach Anweisung des Arztes bis zum Ende der Therapie weiter zu nehmen. Anderenfalls droht ein Rückfall.

Angina als Begleiterscheinung

Diese Krankheiten sind durch eine Mandelentzündung als Begleiterscheinung gekennzeichnet:

Zusammenfassung

Als „Angina“ wird im Volksmund eine Tonsillitis, also eine Entzündung Mandeln (med.: Tonsillen) bezeichnet. Sie ist nicht zu verwechseln mit der Angina pectoris, einer Herzerkrankung. Eine Angina ist ansteckend, wird durch Bakterien verursacht und durch Tröpfcheninfektion übertragen. In den meisten Fällen handelt es sich um die Infektion der Gaumenmandeln (Tonsilla palatina). Eine Angina ist schmerzhaft und wird vom Allgemeinmediziner behandelt.

Patientenerfahrungen und Ergänzungen:

Dipl.-W.Inf. Sebastian Fiebiger
Medizinjournalist

Hattest Du schon mal eine Angina? Wir sind neugierig auf Deine Erfahrung! Wir wurde die Mandelentzündung behandelt? War die Behandlung erfolgreich? Unter welchen Symptomen hattest Du zu leiden? Waren darunter welche, die hier nicht aufgeführt sind? Wir freuen uns über Fragen und Ergänzungen – gleich unter diesem Artikel, in den Kommentaren.

3 Kommentare Wichtige Hinweise
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Kommentare:
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  • 🕝 Markus

    Ja jetzt seid 18.1.2018 hoffe es ohne Doktor wegzubringen mit Tabletten und Kamillentee.Wie ein Kloss im Hals.Schlaf kaum möglich
    Brennen im Hals bis über die Ohren.

  • 🕝 Mimi

    Habe halsschmerzen Schluck Beschwerden seit gedtern….war beim Arzt antibiotikum…..da ich bis jetzt kein Fieber habe gehe ich doch noch arbeiten….wenn’s schlimmer wird klar…bleibe zur hause

  • 🕝 Steffi

    Von einem Moment auf den anderen schnell steigendes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Lymphknotenschwellung beidseits am Hals, leichte Ohrenschmerzen, Müdigkeit und Schüttelfrost. Nachdem das Fieber auf 39.5 gestiegen war, habe ich zu Ibuprofen gegriffen, danach Schweißausbrüche. Insbesondere in der Nacht. Ein ständiger Wechsel des Temperaturempfindens (Schüttelfrost und Schweißausbrüche). Nach Einnahme von Antibiotika ist eine Besserung spürbar, allerdings sehr langsam.

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