Symptome, Ursache, Auslöser, Medikamente & BehandlungMigräne

Migräne

Migräne (Foto: decade3d | Shutterstock)

Pochender Schmerz in der Schläfe, tränende Augen, Übelkeit bis hin zu Erbrechen – Migräne Betroffene leiden unter komplexen Symptomen. Oftmals werden sie von Menschen, die nicht von Migräne betroffen sind, nicht ernst genommen und viele halten sie für eine Ausrede, um unliebsame Beschäftigungen aus dem Weg zu gehen. Doch wer an Migräne leidet, hat mit mehr zu kämpfen als bloßen Kopfschmerzen. Bleibt die Migräne unbehandelt, kann sie Betroffene für Tage aus dem Leben werfen.

Aber es gibt Hilfe in Form von Tabletten oder Spritzen. Menschen, die an ungeklärten Kopfschmerzen leiden, sollten unbedingt einen Arzt aufsuchen, um den Grund der Schmerzen zu erforschen.

Symptome & Anzeichen

Das Leitsymptome von Migräne sind starke Kopfschmerzen. Wenn die folgenden Fragen mit ja beantworte werden, ist es ziemlich wahrscheinlich, dass es sich um Migräne handelt. Dieser Selbsttest ersetzt jedoch keinesfalls den Gang zum Arzt. Es sollte schnellstmöglich ein Neurologe aufgesucht werden, um andere mögliche Ursachen für die Schmerzen auszuschließen.

  1. Tritt der Schmerz einseitig auf?
  2. Handelt es sich um einen pochenden Schmerz in der Schläfe?
  3. Verschlimmert sich der Schmerz bei Bewegung?
  4. Leiden Sie an Begleiterscheinungen wie Übelkeit und Erbrechen?
  5. Dauert die Kopfschmerzattacke unbehandelt bis zu drei Tage?

Hinzu kommen von Patient zu Patient noch weitere Symptome. Viele Betroffene klagen über tränende Augen und geschwollene Augenlider, bei einigen Patienten geht der eigentlichen Kopfschmerzattacke eine sogenannte Aura voraus. Die Migräneaura führt zu Wahrnehmungsstörungen oder einem Taubheitsgefühl und Kribbeln in den Händen, die Patienten sehen verschwommen oder haben partielle Lähmungserscheinungen.

Sollten Sie einige dieser Symptome bei sich entdecken, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Anhand einer ausführlichen Anamnese wird dann die Diagnose Migräne gestellt. Diese Diagnose ist jedoch eine Ausschlussdiagnose, das heißt, andere Krankheiten werden als Ursache für die Kopfschmerzattacken ausgeschlossen.

Migräne entsteht im Gehirn

Migräne entsteht im Gehirn (Foto: Image Point Fr | Shutterstock)

Ursache & Auslöser

Die exakte Ursache von Migräne ist bislang nicht bekannt. Es wird vermutet, dass Migräne zumindest teilweise genetisch bedingt und damit vererbbar ist. Die Auslöser von Migräneattacken – sogenannte Trigger – können von Patient zu Patient unterschiedlich sein. Als typische Trigger gelten Genussmittel wie Alkohol – hier vor allem Rotwein – oder Hartkäse. Bei anderen Patienten führen Stress, zu viel oder auch zu wenig Schlaf, unregelmäßige Schlaf- und Wachphasen oder zu wenig Flüssigkeitsaufnahme zu Migräneanfällen. Viele Frauen leiden verstärkt während der Menstruation unter Migräne. Welche Trigger beim einzelnen Patienten zu Kopfschmerzen führen, muss individuell ausgetestet werden.

Eine Migräne tritt gehäuft in der Altersgruppe zwischen 25 und 45 Jahren auf. Frauen sind öfter als Männer betroffen. Vor dem Migräneanfall kommt es bei vielen Personen zu Heißhungerattacken, Geräuschempfindlichkeit oder Müdigkeit.

Medikamente

In den meisten Fällen kann Migräne mit Medikamenten erfolgreich behandelt werden. Es können jedoch nur die Symptome behandelt werden, derzeit gibt es noch keine Behandlungsmethode, die die Migräne ursächlich bekämpft.

Bei leichteren Formen der Migräne können Erfolge schon mit Analgetika wie Ibuprofen, Acetylsalicylsäure oder Paracetamol erzielt werden. Oftmals hilft auch eine Kombination der einzelnen Mittel. So konnten bei vielen Patienten durch einen Wirkstoffmix aus Paracetamol, ASS und Koffein gute Erfolge erzielt werden.

Doch bei vielen Migränepatienten wirken diese Stoffe nicht und sie greifen daher auf Triptane zurück. Triptane wirken genau dort im Gehirn, wo die Migräne entsteht und wirken zudem auch gegen die Begleiterscheinungen der Migräne. Es gibt verschiedene Triptane, die unterschiedlich stark und lange wirken. Auch hier muss wieder zusammen mit dem behandelnden Arzt getestet werden, welches Triptan für den Patienten geeignet ist. Es kann durchaus sein, dass ein Triptan nicht zum gewünschten Erfolg führt, dann sollte ein anderes ausprobiert werden. Ist das passende Medikament gefunden, ist es ratsam, bei diesem zu bleiben und keine weiteren Medikamente zu probieren.

Triptane gibt es in unterschiedlichen Darreichungsformen, die gebräuchlichste ist hierbei die Tablette. Es gibt Triptane auch in Form von Zäpfchen, Nasenspray oder Injektionen. Triptane sollten eingenommen werden, sobald die Migräne einsetzt. Abzuwarten, ob der Schmerz vielleicht von alleine oder durch andere Maßnahmen abklingt, ist nicht ratsam, denn Triptane wirken am besten, wenn sie sofort zu Beginn der Attacke eingenommen werden.

Die Akutbehandlung während der Migräneattacken ist jedoch nur ein Weg zum Erfolg. Migränepatienten sollten so gut wie möglich dem Auftreten der Kopfschmerzen vorbeugen und müssen daher wissen, was bei ihnen zu einem Anfall führt.

Yoga kann Migränebeschwerden lindern

Yoga kann Migränebeschwerden lindern (Foto: Deklofenak | Shutterstock)

Vorbeugung

Eine erfolgreiche Prophylaxe verlangt einiges an Disziplin an, doch einem Migräneanfall vorzubeugen ist sinnvoller als ihn mit Medikamenten wieder verschwinden zu lassen. Wie oben erwähnt, sollten die Auslöser aus der Umwelt möglichst vermieden werden. Wer auf Alkohol, Schokolade, Kaffee oder Wein mit Kopfschmerzen reagiert, sollte auf die Nahrungsmittel möglichst komplett verzichten.

Weiterhin ist es für Betroffene ratsam, einen strengen Schlafrhythmus einzuhalten. Gerade am Wochenende fällt das nicht leicht – doch sollte an den freien Tagen möglichst nicht ausgeschlafen werden. Das heißt, auch am Wochenende den Wecker stellen und auch etwa zur gleichen Zeit ins Bett gehen wie an Arbeitstagen. Zu langes Schlafen fördert die Entstehung von Migräne.

Autogenes Training, Sport, Yoga oder Entspannungsübungen helfen allgemein dabei, Stress abzubauen und zu entspannen. Manchen Betroffenen helfen Pfefferminzöl oder kühle Umschläge, einige erfahren Besserung durch frische Luft, wieder andere fühlen sich am wohlsten, wenn sie in einem dunklen und kühlen Raum liegen.

Kopfschmerztagebuch

Bei Prophylaxe, akuter Behandlung und Vermeidung von Migräneattacken gilt, dass jeder Patient selbst herausfinden muss, welche Therapie und welches Verhalten sich am besten eignen. Ein guter Tipp ist hier das Schreiben eines Kopfschmerztagesbuchs, in dem genau festgehalten wird, was gegessen wurde, wie lange man geschlafen hat und wann genau die Kopfschmerzen auftraten.

Wie gefährlich ist Migräne?

Patienten, die die Migräne mit Triptanen behandeln und an mehr als 10-15 Tagen im Monat diese Medikamente einnehmen, laufen Gefahr, den Schmerz weiter zu „züchten“. Ärzte sprechen dann von tabletteninduzierten Kopfschmerzen. Die Schmerzen treten also aufgrund der Einnahme der Medikamente auf. Insbesondere Patienten, die unter Migräne mit Aura leiden, haben offenbar ein erhöhtes Risiko für Schlaganfälle und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Daher sollten Betroffen unbedingt in regelmäßigen Abständen neurologisch untersucht werden, um mögliche Anzeichen möglichst früh zu erkennen und entgegen steuern zu können.

Migräne ohne Aura

In den allermeisten Fällen verläuft eine Migräne ohne Aura. Typisch ist ein halbseitiger Kopfschmerz, der mit Übelkeit, Gereiztheit, innerer Unruhe, starker Erregung und Stimmungsschwankungen einher gehen kann. Diese Symptome sind mehr oder weniger stark ausgeprägt und hängen von der Dauer und der Intensität der Migräneattacke ab. Der Kopfschmerz kann pulsierend oder pochend sein.

Migräne mit Aura

Bei einigen Patienten wird die Migräne von einer Aura begleitet. Hierbei handelt es sich um Sehstörungen, die meistens nur 10 bis 20 Minuten andauern und zu einem teilweisen Gesichtsfeldausfall führen können. Typisch ist das Flimmerskotom. Vor dem Auge treten helle Blitze auf, die sich zuerst auf einen Punkt konzentrieren und dann eine gezackte Form annehmen, einen Kreis bilden und langsam an den Rand des Gesichtsfeldes wandern. Von dem Flimmerskotom sind fast immer beide Augen betroffen. Das Flimmerskotom ist oftmals schmerzlos, wobei die Kopfschmerzen im Anschluss daran oder einige Stunden später einsetzen können.

Dipl.-W.Inf. Sebastian Fiebiger
Medizinjournalist

Leidest Du unter Migräne? Was hast Du schon dagegen unternommen? Was verschafft Dir Linderung? Bist Du in ärztlicher Behandlung? Was hat Dir Dein Arzt empfohlen? Hilft Dir das? Schreib uns Deine Erfahrungen, Ergänzungen und Fragen – direkt unter diesem Artikel, in den Kommentaren. Du hilfst damit auch anderen Betroffenen.

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