Symptome, Inkubationszeit, Ansteckung
Mumps

Mumps

Mumps (Abb.: Scio21 | Shutterstock)

Mumps (umgangssprachlich auch „Ziegenpeter“) gehört zu den klassischen Kinderkrankheiten, obwohl sich auch nicht immunisierte Erwachsene damit infizieren können. Mumps wird durch das Mumpsvirus ausgelöst und ist hoch ansteckend.

In Deutschland ist Mumps – durch eine hohe Inanspruchnahme der verfügbaren Schutzimpfungen – selten. Der Impfschutz ist dringend anzuraten, da schwere Hirnhautentzündungen und Hodenentzündungen zu den häufigen Komplikationen der Erkrankung gehören. Es drohen bleibende neurologische Schäden, Taubheit, Unfruchtbarkeit oder gar tödliche Verläufe.

Mumps ist in Deutschland meldepflichtig.

Mumps Symptome

Die Inkubationszeit von Mumps – also die Zeit zwischen der Infektion und dem Auftreten erster Symptome – beträgt zwei bis drei Wochen. Infizierte sind bereits bis zu 7 Tage vor dem Auftreten der Symptome ansteckend. Eine Ansteckungsgefahr geht bis zum 9. Tag nach Auftreten der Symptome von den Infizierten aus.

Die typischen Anzeichen für die Kinderkrankheit Ziegenpeter
Fieber
Schwellung der Ohrspeicheldrüse
Verdickungen der Wangen ("Hamsterbacken")
Ohrschmerzen beim Kauen
geschwollener Hals
geschwollene Lymphknoten im Kopf- und Halsbereich
abstehende Ohrläppchen
Appetitlosigkeit
Müdigkeit
Schluckbeschwerden
Abgeschlagenheit
ausgeprägtes Krankheitsgefühl
Schmerzen beim Drehen des Kopfes
Erbrechen
Oberbauchschmerzen
fettige Durchfälle
Kopfschmerzen
Schmerzen beim Sprechen
Halsschmerzen
Gliederschmerzen
Übelkeit
Erbrechen

Was tun?

Klassisches Mumps Symptome: Entzündung der Ohrspeicheldrüse

Klassisches Mumps Symptome: Entzündung der Ohrspeicheldrüse (Abb.: decade3d – anatomy online | Shutterstock)

Wer den Verdacht hat, dass sein Kind unter Mumps zu leidet, sollte unbedingt einen Arzt aufsuchen. Der Kinderarzt ist hierfür die richtige erste Anlaufstelle. Aufgrund der hohen Infektiosität der Erkrankung rufen Sie bitte vorher in der Praxis an, damit Infektionsschutzmaßnahmen ergriffen werden können.

Ist die Schutzimpfung unterblieben und Mumps ausgebrochen, gibt es keine ursächliche Behandlung. Die Therapie beschränkt sich auf die Linderung der Symptome und die Kontrolle der Komplikationen. Schmerzmedikamente, Fiebersenker und Kälteanwendungen gehören zur Standardtherapie. Kortikosteroide kommen meist nur bei besonders schweren Krankheitsverläufen zum Einsatz.

Da die Grundimmunisierung im Rahmen der in Deutschland üblichen Mehrfachimpfungen nicht zuverlässig gegen eine Infektion schützt, kann diese auch bei vorliegendem Impfschutz nicht ausgeschlossen werden. Allerdings ist die Komplikationsrate einer Mumps-Infektion unter Impfschutz drastisch reduziert.

Inkubationszeit

Die Inkubationszeit – als der Zeitraum zwischen der Infektion und dem Auftreten erster Symptome – beträgt bei Mumps zwei bis drei Wochen. Infizierte können die Erkrankung aber schon vor dem Auftreten von Symptomen weitergeben.

Erreger und Ansteckung

Erreger: Mumpsvirus (alte Bezeichnung: Paramyxovirus parotitidis)

Mumps wird durch Tröpfeninfektion übertragen. Patienten sind ab dem dritten Tag nach der Infektion ansteckend und bleiben es bis zu 10 Tage nach Auftreten der Symptome.

Zusammenfassung

Fakten

Dauer

Mumps heilt nach etwa 7-10 Tagen.

Sterblichkeit

Rund einer von 10.000 Erkrankten stirbt an Mumps.

Verbreitung

Aufgrund der Verfügbarkeit der Schutzimpfung ist Mumps in der westlichen Welt selten und tritt gehäuft in Entwicklungsländern auf. In Deutschland schwankt die Zahl der Infektionen zwischen 500 und 2000 jährlich. Die Schutzimpfung gegen Mumps hat zu seinem weltweiten Rückgang der Infektionszahlen um 90 Prozent geführt.

Erwachsene

Mumps-Infektionen von Erwachsenen sind zwar selten. Wenn sie aber auftreten, ist der Verlauf meist deutlich schwerer als bei Kindern.

Symptomloser Verlauf

Bei rund einem Drittel der Infizierten verläuft Mumps vollständig symptomlos oder zeigt nur eine milde Symptomatik.

Komplikationen

Im Rahmen einer Infektion mit Mumps kommt es häufig zu schwerwiegenden Komplikationen. Eine Hirnhautentzündung (Meningitis) tritt in etwa 15 Prozent der Fälle auf – eine Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) in etwa 5 Prozent der Fälle. Weitere bekannte Komplikationen sind Herzentzündungen, Entzündungen der Hoden bzw. der Eierstöcke, die zu Unfruchtbarkeit führen können.

Immunität

Eine durchlebte Mumps-Infektion führt i.d.R. zu lebenslanger Immunität.

Ansteckung

Mumps ist hoch-ansteckend und verbreitet sich über Tröpcheninfektion. Auch mit Speichel benetzte Gegenstände können infektiös sein. In einer nicht immunisierten Bevölkerung stecken sich jährlich etwa 0,1 bis 1 Prozent der Menschen mit Mumps an.

Mumps

Mumps ist hochinfektiös (Foto: Jarun Ontakrai | Shutterstock)

Test

Es ist ein Test auf Antikörper gegen das Mumps-Virus verfügbar.

Patientenerfahrungen?

Dipl.-W.Inf. Sebastian Fiebiger
Medizinjournalist

Hast Du den Verdacht, dass Dein Kind unter Mumps leidest? Warum? Welche Symptome kannst Du an Dir beobachten? Warst Du schon beim Arzt? Beim Spezialisten? Welche Untersuchungen hat der veranlasst? Wie waren die Ergebnisse? Wirst Du bereits behandelt? Wie erfolgreich ist die Therapie? Hast Du Tipps oder Ratschläge für andere Betroffene? Weißt Du etwas über den „Ziegenpeter“, das hier fehlt?

Schreib uns Deine Erfahrungen, Ergänzungen und Fragen – direkt unter diesem Artikel, in den Kommentaren. Du hilfst damit auch anderen Betroffenen.

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