Symptome und Anzeichen von Morbus Parkinson
Parkinson

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Foto: mandygodbehear | Bigstock

Bei Morbus Parkinson handelt es sich um eine Erkrankung des Nervensystems, die langsam fortschreitet und derzeit nicht heilbar ist. Mit entsprechenden Medikamenten lässt sich die Krankheit lange Zeit gut kontrollieren. Meist tritt Parkinson erst im hohen Lebensalter auf und betrifft etwas häufiger Männer als Frauen.

Parkinson Symptome

Die typischen Symptome von Morbus Parkinson
Zittern (Tremor)
Steifheit der Muskulatur
Gangunsicherheit
Gleichgewichtsstörungen
Bewegungsarmut (Verlangsamung / Verarmung von Bewegungen)
Schlafstörungen
Magen-Darm-Beschwerden
Kreislaufstörungen
übermäßiges Schwitzen
Niedergeschlagenheit
Antriebslosigkeit
Depressionen
Demenz
Schmerzen in Muskeln und Gelenken
häufiges Verschlucken
Räuspern
Husten
Übelkeit
Erbrechen
Unruhe
Gesichtsstarre
Sehstörungen
Blasenschwäche
Erektionsstörungen
starker Speichelfluss
gestörte Feinmotorik
häufige Stürze
Geruchtsstörungen
verkleinerte Handschrift
monotone Sprechweise, Flüstern

Parkinson Symptome im Detail

Grundsätzlich werden die Symptome, die bei Morbus Parkinson auftreten können, in Hauptsymptome und Begleitsymptome unterteilt. Parkinson kann darüber hinaus in ein Frühstadium, ein fortgeschrittenes Stadium und ein Spätstadium eingeteilt werden. Im frühen Stadium sind kaum Symptome zu beobachten. Werden erste Symptome bemerkbar, sind diese meist zu unspezifisch, um auf Morbus Parkinson schließen zu können. Charakteristischerweise handelt es sich bei den ersten Symptomen, die bemerkt werden, um Bewegungsstörungen, die den Alltag der Betroffenen erschweren.

Die vier Hauptsymptome

Im Allgemeinen treten bei Morbus Parkinson vier Hauptsymptome auf – nämlich Zittern, Muskelsteifheit, Bewegungsarmut und Gang- bzw. Gleichgewichtsstörungen. Parkinson ist eine degenerative Krankheit, die Beschwerden beginnen also leicht und verschlimmern sich im Laufe der Zeit. Die Ausprägung der Symptome ist von Patient zu Patient verschieden. Nicht jeder Patient leidet unter allen Hauptsymptomen. Bei der Muskelsteifheit, dem sogenannten Rigor, ist vor allem der Nacken- bzw. Schulterbereich betroffen. Nicht selten wird der Rigor im Frühstadium mit rheumatischen Erkrankungen verwechselt.

Zittern

Ein weithin bekanntes Symptom von Parkinson ist das Zittern der Hände. Im fortgeschrittenen Stadium sind davon häufig auch die Füße und teilweise auch die Kiefermuskulatur betroffen. Der Tremor ist meist nur während Ruhephasen vorhanden. Betroffene können selbst im fortgeschrittenen Stadium noch zielgerichtet die Bewegungen, die sie im Alltag benötigen, ausführen. Bei manchen Betroffenen tritt selbst im Spätstadium kein Zittern der Hände auf. Andere Patienten wiederum leiden sehr stark unter dem sich verschlechternden Tremor.

Gang- und Gleichgewichtsstörungen

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Gangunsicherheit – ein typisches Parkinson Symptome (Abb: rob3000 | Bigstock)

Im späten Stadium der neurodegenerativen Erkrankung treten Gang- und Gleichgewichtsstörungen auf. Betroffene machen nur noch kleine Schritte, weisen eine gebeugte Körperhaltung auf und ziehen die Beine über den Boden. Eine Störung des Gleichgewichts macht sich unter anderem durch eine Sturzneigung bemerkbar. Betroffene können in Menschenmengen nicht rechtzeitig ausweichen, fallen über Türschwellen und haben Probleme mit Treppen. Das erste Anzeichen einer fortschreitenden Bewegungsarmut ist meist das steife Mitschwingen der Arme beim Gehen.

Symptome im fortgeschrittenen Stadium

Vor allem im fortgeschrittenen Stadium sind alltägliche Bewegungen wie das Aufstehen, Abbremsen oder Umdrehen stark verlangsamt. Betroffene nehmen die Bewegungen des Alltags in diesem Stadium der Erkrankung als äußerst anstrengend wahr. Die Bewegungsarmut kann sich auch in einer Veränderung der Gestik und Mimik sowie der Schrift äußern. Das Gesicht verliert an Ausdruckskraft und die Gestikulation nimmt ab. Typischerweise verkleinert sich das Schriftbild mit der Zeit deutlich.

Im späten Stadium benötigen Betroffene oft einen Rollstuhl, um sich sicher fortbewegen zu können. In Ausnahmefällen kann es im letzten Stadium zu einer akinetischen Krise kommen; dabei verlieren Patienten jegliche Fähigkeit zur Bewegung. Neben den vielen motorischen Symptomen treten auch Begleitsymptome auf.

Begleitsymptome

Ein häufiges Begleitsymptom, das bereits im ersten Stadium auftreten kann, sind Schlafstörungen. Die Erkrankten haben Probleme beim Ein- und Durchschlafen und sind von aufwühlenden Träumen geplagt. Die Schlafstörungen werden zusätzlich durch Blasenentleerungsstörungen verstärkt, weswegen Patienten mehrmals in der Nacht auf die Toilette müssen. Neben den Problemen beim Schlafen sind auch psychische Symptome typische Begleiter der Erkrankung. Besonders häufig sind depressive Verstimmungen, Niedergeschlagenheit und ein allgemeines Unwohlsein. Demenz als neurologisches Begleitsymptom tritt vor allem bei sehr betagten Patienten auf und kann den Verlauf der Erkrankung negativ beeinflussen. Des Weiteren sind verschiedenste Störungen der Verdauung für Morbus Parkinson typisch. Da die Muskulatur des Magens zunehmend schwächer wird, leiden Patienten nicht selten unter Aufstoßen und Übelkeit. Im späteren Stadium wird der Darm träge, was zu einer chronischen Verstopfung führt.

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Schematische Darstellung der Parkinson-Krankheit (Abb: designua | Bigstock)

Dipl.-W.Inf. Sebastian Fiebiger
Medizinjournalist

Kennst Du jemanden, der an Parkinson erkrankt ist oder bist Du selbst betroffen? Wie wurde die Erkrankung bemerkt? Welche Symptome traten auf? Welche Untersuchungen wurden durchgeführt, um die Diagnose zu sichern? Wie wird behandelt? Wie erfolgreich ist die Behandlung? Hast Du Tipps oder Ratschläge für Parkinson-Patienten? Schreib uns Deine Erfahrungen, Ergänzungen und Fragen – direkt unter diesem Artikel, in den Kommentaren. Du hilfst damit auch anderen Betroffenen.

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