Krankheiten
Pfeiffersches Drüsenfieber

Auslöser des Pfeifferschen Drüsenfiebers ist das Epstein-Barr-Virus

Auslöser des Pfeifferschen Drüsenfiebers ist das Epstein-Barr-Virus (Foto: Jarun Ontakrai | Shutterstock)

Die Bezeichnung Pfeiffersches Drüsenfieber geht auf den deutschen Kinderarzt Emil Pfeiffer (1846-1921) zurück, der die Krankheit als entdeckte und als eigenes Krankheitsbild klassifizierte. Hervorgerufen wird das Pfeiffersche Drüsenfieber durch das Epstein-Barr-Virus. Die Übertragung der Krankheitserreger findet vor allem über den Speichel statt. Besonders häufig geschieht dies beim Küssen. Im englischen Sprachraum wird die Krankheit daher auch häufig als „Kissing disease“ (dt.: Kusskrankheit) bezeichnet.

Das Pfeiffersche Drüsenfieber lässt sich mittels Bluttest diagnostizieren, wenn die betroffene Person beginnt, Epstein-Barr Antikörper zu bilden. Weitere Merkmale sind erhöhte Leberwerte und eine starke Erhöhung der Anzahl der Leukozythen (weiße Blutkörperchen).

Pfeiffersches Drüsenfieber im Detail

MerkmalBeschreibung
KrankheitPfeiffersches Drüsenfieber
alternative BezeichnungenPfeiffer-Drüsenfieber,
Infektiöse Mononukleose
Mononucleosis infectiosa
Monozytenangina
Morbus Pfeiffer
Kusskrankheit
englische BezeichnungInfectious mononucleosis (IM)
ICD-10 KlassifizierungB27.0
EntdeckerKinderarzt Emil Pfeiffer (1846–1921)
ErregerEpstein-Barr-Virus
Typvirale Infektionskrankheit
Impfungnicht verfügbar
ursächliche Therapienicht verfügbar
Infektionsrate der Bevölkerungca. 50 Prozent
Mortalität (Tödlichkeit)äußerst gering (nur Einzelfälle)

Behandlung

Die Medizin ist nach wie vor auf der Suche nach einem Medikament gegen das Pfeiffersche Drüsenfieber. Aktuell existiert keine gegen die Ursache (das Epstein-Barr-Virus) gerichtete, anti-virale Therapie. Auch ein prophylaktischer Impfschutz ist nicht verfügbar. Die Behandlung erfolgt also rein symptomatisch.

Generell empfiehlt es sich viel zu trinken, um so den Flüssigkeitsaustausch anzuregen. Desweiteren gilt es, körperliche und auch geistige Anstrengungen zu vermeiden. Für eine schnelle Genesung ist es von großer Wichtigkeit, Ruhe zu halten, damit sich der Körper erholen kann. Bei hohem Fieber können Fiebersenker und Schmerzmittel zum Einsatz kommen. Ein Krankenhausaufenthalt ist bei nur selten auftretenden schweren Verläufen erforderlich.

Verlauf

In der Regel heilt das Pfeiffersche Drüsenfieber innerhalb von zwei bis drei Wochen aus. Allerdings können sich Betroffene noch mehrere Wochen oder sogar Monate matt und abgeschlagen fühlen.

Schwere Verläufe sind selten, können aber Organschäden nach sich ziehen. Das Virus kann bspw. das Gehirn und die Hirnhäute befallen und dadurch neurologische Defekte auslösen. Durch die gestörte Blutbildung ist das Immunsystem der Patienten geschwächt und die Infektanfälligkeit ist erhöht. Sekundärinfektionen gehörten damit zu den Komplikationen der Erkrankung. Auch Infektionen von Herz, Niere und Lunge werden berichtet.

Sehr selten geht die Erkrankung in einen chronischen Verlauf über und plagt die Betroffenen mit jahrelanger chronischer Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Depressionen. Die Symptome der chronischen Verlaufsform gleichen denen des chronischen Erschöpfungssyndroms (CFS).

Auch nach dem Abklingen der Symptomatik bleibt das Epstein-Barr-Virus lebenslang im Körper der Infizierten und kann auch gelegentlich im Speichel nachgewiesen werden. Als Spätfolge kann die Infektion bei immungeschwächten Personen – bspw. HIV-Patienten – Krebserkrankungen des Rachens und des Bluts nach sich ziehen.

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Kommentieren? 28.04.2017
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