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Diagnose, Übertragung, Hausmittel und Behandlung

Scharlach

Erdbeerzunge bei Scharlach

In diesem Artikel: Was man unbedingt über Scharlach wissen muss: Was Scharlach ist, was man tun sollte, wenn man erkrankt ist, wie er behandelt wird und was es unbedingt zu beachten gilt.

ICD-10: A38 Scharlach

Ärztliche Anlaufstellen: Kinderarzt, Hausarzt, Allgemeinmediziner

Synonyme: Scharlach, Scarlatina, Scarlet fever
Kategorie: Infektionskrankheiten
Erreger: Bakterium (Streptococcus Pyogenes)
Einordnung: Kinderkrankheiten
Verbreitung: vor allem Kindergarten- und Schulkinder

Lesezeit: 9 Minuten

Scharlach gehört zu den sogenannten „Kinderkrankheiten“. Medizinisch verbirgt sich dahinter eine Mandelentzündung (Angina), die durch Streptokokken vom Typ Streptococcus pyogenes ausgelöst wird. Dieser Erreger gehört serologisch zu den Typ A Steptokokken. Streptococcus pyogenes bildet Giftstoffe (erythogenes Toxin A oder C), die das typische Krankheitsbild von Scharlach auslösen, das sich von der „normalen“ Streptokokken-Angina vor allem durch den typischen Hautausschlag unterscheidet.

Behandlung und Therapie

Scharlach wird mit Antibiotika behandelt. Diese kommen vor allem deshalb zum Einsatz, weil man gefährliche Komplikationen (Nierenentzündung, Gelenksentzündungen, rheumatisches Fieber, diffuse Glomerukonephritis) und Folgeschäden vermeiden will. In den meisten Fällen heilt Scharlach aber auch ohne medikamentöse Therapie folgenlos aus.

Zusätzlich können Schmerzmittel und Fiebersenker zum Einsatz kommen. Den Patienten wird Bettruhe verordnet.

Antibiotikum bis zum Ende nehmen

Wichtig ist es, das verordnete Antibiotikum nach Anweisung des Arztes einzunehmen. Die Antibiotika-Gabe führt in den meisten Fällen zu einer schnellen Besserung der Beschwerden. Häufig fühlt sich das Kind bereits nach 2-3 Tagen wieder völlig gesund. Wird die Antibiotika-Therapie jetzt abgebrochen, droht ein Rückfall und die Gefahr von Resistenzen steigt. Ein Antibiotikum wird meist für einen Zeitraum von 6-10 Tagen verordnet. Dieser sollte unbedingt eingehalten werden.

Sprechen Sie auch mit dem Kinderarzt darüber, wann das Kind wieder belastbar ist und in die Kindertagesstätte gehen kann, ohne dass die Gefahr besteht, die Krankheit weiterzuverbreiten. Bei einigen Antibiotika ist das schon nach 48 Stunden der Fall.

Impfung

Eine Schutzimpfung gegen Scharlach ist Gegenstand medizinischer Forschung. Derzeit ist jedoch kein Impfstoff verfügbar. (2018) Es gab in der Vergangenheit bereits mehrere Impfstoff-Kandidaten, die für eine Zulassung infrage kamen. Da sich Scharlach aber i.d.R. mit Antibiotika sehr gut therapieren lässt, wurden diesen Ansätze nicht weiterverfolgt.

Selbstmedikation, Hausmittel und Naturheilkunde

Da Scharlach lebensgefährliche Komplikationen auslösen kann, gehört die Erkrankung immer in die Behandlung eines Arztes. Naturheilkundliche Behandlungen und Hausmittel sollten nur therapiebegleitend und in Absprache mit dem behandelnden Arzt eingesetzt werden.

Hausmittel zur Linderung der Beschwerden:

  • Eis lutschen
  • Fiebersenker / Schmerzmittel (bspw. Ibuprofen, Paracetamol)
  • flüssige oder breiige Nahrung
  • kalte Halswickel
  • Lösungen zum Gurgeln
  • Lutschtabletten
  • viel trinken

Heilpflanzen:

  • Kapuzinerkresse
  • Merrettichwurzel

Homöopathie:

  • Belladonna
  • Lachesis
  • Lycopodium
  • Thallium

Mögliche Komplikationen und Folgeerkrankungen

Es gibt eine ganze Reihe von Komplikationen, die durch Scharlach hervorgerufen werden können. Darum sollte jeder Scharlach ärztlich begleitet werden:

Was tun?

So können Sie ihrem Kind helfen:

  • Schmerzmittelgabe in Absprache mit dem Arzt
  • kühle Getränke
  • auf scharfkantige Nahrung (Knäckebrot, Kusperflocken etc.) verzichten
  • flüssige oder breiartige Nahrung bevorzugen (Joghurt, Quark, Suppen)
  • verschaffen Sie ihrem Kind Ruhe
  • achten Sie auf eine ausreichende Trinkmenge
  • kalte Halswickel

Fragen und Antworten?

Ist man immun, wenn man bereits einmal an Scharlach erkrankt ist?

Nein. Es gibt mehrere Varianten des auslösenden Bakteriums und man ist nur gegen diejenige immun, an der man bereits erkrankt ist. Die Anzahl der Erreger-Varianten ist aber begrenzt. Man geht heute davon aus, dass maximal drei oder vier Erkrankungen pro Patient möglich sind.

Wie wird Scharlach übertragen?

Der auslösende Erreger wird durch Tröpfcheninfektion übertragen. Dazu müssen durch Husten oder Niesen entstehende feinste Tröpfchen eingeatmet werden oder auf die Schleimhäute der Augen gelangen. Ansteckend können auch Personen sein, die gar keine Symptome zeigen.

Wie lange ist ein Scharlachpatient infektiös?

Ein untherapierter Patient kann bis zu drei Wochen ansteckend sein. Unter Antibiose verkürzt sich diese Zeit auf nur ein bis zwei Tage.

Ist Scharlach meldepflichtig?

Für Scharlach gibt es in Deutschland derzeit (Stand 12/2018) keine allgemeine bundesweite Meldepflicht. Man geht daher auch von einer relativ hohen Dunkelziffer zusätzlich zu den erhobenen Statistiken aus.

Gemeinschaftseinrichtungen müssen aber gemäß §34 Abs. 6 des Gesetzes zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen (IfSG) unverzüglich das zuständige Gesundheitsamt über Erkrankungen und Verdachtsfälle informieren.

Zusätzliche Mitteilungspflichten für Scharlach gibt es in Sachsen (IfSGMeldeVO) und Thüringen (ThürIfKrMVO). Dort müssen Scharlachinfektionen gemeldet werden.

Welche Untersuchungen kommen auf mein Kind zu?

Der Arzt wird Sie i.d.R. zunächst zu den Beschwerden befragen und das Kind dann körperlich untersuchen. Er wird meist den Mundraum und den Rachen begutachten, in die Ohren schauen, die Atmung und den Herzschlag abhören. Am Hals wird er tasten, ob die Lymphknoten geschwollen sind. Eventuell wird er einen Rachenabstrich nehmen.

Tipp: Da der Besuch beim Arzt mit einem kranken und eventuell jammernden oder weinenden Kind stressig sein kann, ist es immer hilfreich, die Beschwerden und den bisherigen Krankheitsverlauf vorab zu notieren, um die Notizen ggf. an den Arzt weitergeben oder mit ihm besprechen zu können. Wer auch seine Fragen notiert, kann sich sicher sein, nichts zu vergessen.

Welcher Arzt ist zuständig?

Der Kinderarzt.

Was sollte ich vor dem Arztbesuch beachten?

Wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihr Kind an Scharlach leidet, sollten Sie das bei der Terminvereinbarung erwähnen. Viele Kinderärzte haben ein extra Wartezimmer für hoch-infektiöse Patienten oder vereinbaren einen Termin, zu dem keine anderen Kinder in der Praxis sind.

Sie helfen dem Arzt, wenn sie aufgetretene Beschwerden (Fieber, Schmerzen, Unwohlsein, Appetitlosigkeit etc.) mit dem Zeitpunkt des Auftretens notieren.

Wodurch entsteht der typische Ausschlag bei Scharlach? Ist Scharlach eine Hautkrankheit?

Nein, Scharlach ist keine Hautkrankheit. Scharlach ist eine durch Bakterien (Streptokokken A) ausgelöste Infektionskrankheit.

Der typische Hautausschlag entsteht – ebenso wie andere Beschwerden des Scharlachs – durch die Freisetzung von Giftstoffen durch die Bakterien. Der Körper reagiert auf die eindringenden Giftstoffe mit Entzündungen.

Die Giftstoffe werden über das Lymphsystem in das Blut weitergeleitet. Dort bildet der Körper Antikörper gegen die Toxine. Toxine und Antikörper verbinden sich zu so genannten „Immunkomplexen“, die über die Haut ausgeschieden werden. Der Scharlach-typische Hautausschlag ist also ein Zeichen für das Funktionieren des kindlichen Immunsystems.

Heilt Scharlach auch ohne Antibiotika?

Ja, allerdings verlängert sich die Erkrankungsdauer ohne Therapie von wenigen Tagen auf 3-4 Wochen. Außerdem muss das Kind dann die ganze Bandbreite der Beschwerden (inkl. Verschuppung der Haut) durchstehen und das Risiko von Komplikationen und bleibenden Gesundheitsschäden steigt deutlich an. Das Kind ist unbehandelt während der gesamten Erkrankungsdauer und einige Zeit danach ansteckend. Eine antibiotische Therapie des Scharlach ist daher dringend zu empfehlen.

Wie sieht der Ausschlag bei Scharlach aus?

Der für Scharlach typische Ausschlag bildet sich ein bis drei Tage nach dem Auftreten des Fiebers. Das Gesicht und die Lippen sind gerötet, die Region um den Mund herum bleibt meist ausgenommen und wirkt dadurch blass. Der Ausschlag kann sich über den ganzen Körper ausbreiten. Charakteristisch sind aber Schwerpunkte in den Achseln, den Leistenbeugen und den Oberschenkelinnenseiten.

Der Ausschlag lässt sich auch mit den Händen ertasten und fühlt sich samtig bzw. pelzig an. Charakteristisch sind kleine, etwa stecknadelkopfgroße Flecken. Die erhabenen Hautveränderungen sind zunächst hellrot, dunkeln dann aber zu einem dunkelrot ein. Die zunächst klar abgegrenzten Flecken können im Verlauf der Krankheit ineinander übergehen.

Nach einigen Tagen verschuppt der Hautausschlag und nach etwa drei Wochen pellt sich die Haut der betroffenen Körperregionen.

Updates und Ergänzungen

Zunahme der Scharlach-Infektionen

Seit dem Ende der 1980er Jahre ist weltweit eine Zunahme der Streptokokken-Infektionen zu beobachten. In Großbritannien kam es seit 2014 zu mehreren Scharlach-Epidemien. Auch in Nordostasien – und ganz besonders in Hongkong – ist die Erkrankung wieder auf dem Vormarsch. Da Scharlach in Deutschland nicht meldepflichtig ist, existieren nur Schätzzahlen zur Verbreitung von Scharlach. Gesundheitsexperten vermuten aber auch hierzulande einen Anstieg der Erkrankungshäufigkeit.

Die Ursache der steigenden Infektionszahlen ist bislang unbekannt. Zunächst vermutete man einen neuen, aggressiveren Bakterienstamm. Diese These konnte jedoch widerlegt werden. Die Infektionen verteilten sich auf verschiedene Stämme.

Man geht inzwischen davon aus, dass es am ehesten nicht-bakterielle Einflussfaktoren gibt, die die Menschen anfälliger für das Scharlach auslösende Bakterium machen. Dafür kommen etwa veränderte Lebensbedingungen oder Umwelteinflüsse in Frage.

Literatur und Quellen

Kinderkrankheiten – Wie Sie Krankheiten erkennen, Was Sie selbst tun können

Autor: Dr. med Romanus Röhnelt
Verlag: Trias Verlag
Auflage: 1. Auflage 2017
ISBN: 978-3-432-10141-5
Seiten: 378-381
Bibliothek: K001

Kinderkrankheiten – Das Standardwerk für Kinder von 0 bis 16 Jahren

Autor: Dr. med. Jörg Nase, Beate Nase
Verlag: GU Gräfe und Unzer Verlag
Auflage: 3. Auflage 2017
ISBN: 978-3-8338-2909-3
Seiten: 166-167
Bibliothek: K002

Das Kinder Gesundheitsbuch – Kinderkrankheiten ganzheitlich vorbeugen und heilen

Autor: Dr. med. van Vagedes, Georg Soldner
Verlag: GU Gräfe und Unzer Verlag
Auflage: 7. Auflage 2017
ISBN: 978-3-8338-0416-8
Seiten: 175-182
Bibliothek: K003

Kinderkrankheiten – Der große Eltern-Ratgeber

Autor: Prof. Dr. med. Dietrich Reinhardt, Dr. med. Gundula Reinhardt
Verlag: Hirzel Verlag
Auflage: 4. Auflage 2009
ISBN: 978-3-7776-1625-4
Seiten: 449-451
Bibliothek: K004

Gesundheit für Kinder – Moderne Medizin, Naturheilverfahren, Selbsthilfe – Kinderkrankheiten verhüten, erkennen, behandeln

Autor: Dr. med. Herbert Renz-Polster, Dr. med. Nicole Menche, Dr. med. Arne Schäffler
Verlag: Kösel Verlag, Verlagsgruppe Random House
Auflage: 9. Auflage 2017
ISBN: 978-3-466-30904-7
Seiten: 240-241
Bibliothek: K005

Patientenerfahrungen und Ergänzungen

Dipl.-W.Inf. Sebastian Fiebiger
Medizinjournalist

Bist Du oder Dein Kind an Scharlach erkrankt? Schreib uns Deine Geschichte! Wir sind neugierig auf Deine Erfahrungen und Learnings. Du hilfst damit auch anderen Betroffenen.

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Kommentare:
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Zu diesem Beitrag gibt es erst 2 Kommentare. Schreib uns Deine Meinung!
  • 🕝 Jens

    Unseren Kleinen hat es auch erwischt. Er ist 3 Jahre alt und geht seit dem 12. Lebensmonat in die Kita.

    Es fing mit Fieber und Unwohlsein an. Nach zwei ziemlich anstrengenden Nächten mit hohem Fieber ging es ihm eigentlich wieder besser. Wir wollten ihn aber noch ein paar Tage zuhause behalten, damit er sich erholen kann und brauchten eine Krankschreibung. Da wir von einem normalen Infekt ausgingen, haben wir ganz normal die Kinderarztpraxis besucht.

    Die Ärztin hat uns aber nach einem kurzen Check rausgeschickt und meinte „Scharlach!“. Wir haben dann eine Antibiotikum bekommen.

    Ausschlag hatte unser Sohn nicht. Die Erdbeerzunge bildete sich erst am Abend nach dem Arztbesuch.

    Einem Tag nach dem Start der Behandlung war er wieder fit. In Absprache mit der Ärztin durfte er nach 2 Tagen wieder in die Kita. Das Antibiotikum mussten wir weiternehmen – insgesamt 7 Tage.

    Es gab keine Nebenwirkungen oder sonstige Gesundheitsfolgen.

  • 🕝 Lara

    Unsere Kleine ist auch erst in die Krippe, dann in den Kindergarten gegangen. Man merkt deutlich, wie sich ihr Immunsystem nach und nach stabilisiert.

    Im ersten Jahr war sie quasi dauerkrank bzw. wir hatten einen Rhythmus: eine Woche krank, eine Woche zuhause.

    Im zweiten Jahr hat es sich schon ein bisschen gebessert, uns aber immer noch in die Verzweiflung getrieben, weil wir ständig Krankentage auf Arbeit einreichen mussten.

    Im dritten Jahr ist es eher so, dass sie ab und zu mal krank ist und Gesundheit der Normalzustand ist.

    Wir hatten in den ersten 3 Jahren sicher 4 oder 5 Scharlach/Streptokokken-Infektionen dabei. Das waren im Grunde die am einfachsten zu behandelnden. Es gab ein Antibiotikum und der Maus ging es ganz schnell besser.

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Foto: Erdbeerzunge bei Scharlach (Foto: phichet chaiyabin | Shutterstock)