Verbreitung, Diagnose und Behandlung
Scharlach

Scharlach

Scharlach gehört in ärztliche Behandlung (Foto: Monkey Business Images | Shutterstock)

Scharlach gehört zu den sogenannten „Kinderkrankheiten“. Medizinisch verbirgt sich dahinter eine Mandelentzündung (Angina), die durch Streptokokken vom Typ Streptococcus pyogenes ausgelöst wird. Dieser Erreger gehört serologisch zu den Typ A Steptokokken. Streptococcus pyogenes bildet Giftstoffe (erythogenes Toxin A oder C), die das typische Krankheitsbild von Scharlach auslösen, das sich von der „normalen“ Streptokokken-Angina vor allem durch den typischen Hautausschlag unterscheidet.

ICD-10: A38
Synonyme: Scharlach, Scarlatina, Scarlet fever
Kategorie: Infektionskrankheiten
Erreger: Bakterium (Streptococcus Pyogenes)
Einordnung: Kinderkrankheiten
Verbreitung: vor allem Kindergarten- und Schulkinder

Häufigkeit und Verbreitung

Scharlach gehört mit 40.000 Neuerkrankungen pro Jahr in Deutschland zu den häufigsten Infektionskrankheiten überhaupt. Der Schwerpunkt der Neuerkrankungen liegt in den Wintermonaten.

Inkubationszeit

Die Inkubationszeit – also die Zeitspanne zwischen der Infektion und dem Auftreten erster Symptome – beträgt bei Scharlach zwischen zwei und fünf Tagen.

Diagnose

Die Diagnose wird i.d.R. direkt nach Inaugenscheinnahme und einer körperlichen Untersuchung des Patienten auf Basis der typischen Symptomatik gestellt. Der Arzt wird i.d.R. den Mund- und Rachenraum untersuchen und die Kieferlymphknoten auf Schwellungen abtasten. Ein eventuell bereits vorhandener Ausschlag wird ebenfalls inspiziert.

Es sind auch Antikörper-Tests verfügbar. Soll ein bestimmtes Antibiotikum verwendet werden, weil etwas eine Penicillin-Allergie besteht, kann der Keim angezüchtet und identifiziert werden.

Differentialdiagnosen

Es gibt einige Krankheiten mit einem ähnlichen Beschwerdebild, die insbesondere von Laien mit dem Scharlach verwechselt werden können:

  • infektiöse Mononukleose
  • Masern
  • Röteln
  • Windpocken

Behandlung und Therapie

Scharlach wird mit Antibiotika behandelt. Diese kommen vor allem deshalb zum Einsatz, weil man gefährliche Komplikationen (Nierenentzündung, Gelenksentzündungen, rheumatisches Fieber, diffuse Glomerukonephritis) und Folgeschäden vermeiden will. In den meisten Fällen heilt Scharlach aber auch ohne medikamentöse Therapie folgenlos aus.

Zusätzlich können Schmerzmittel und Fiebersenker zum Einsatz kommen. Den Patienten wird Bettruhe verordnet.

Selbstmedikation, Hausmittel und Naturheilkunde

Da Scharlach lebensgefährliche Komplikationen auslösen kann, gehört die Erkrankung immer in die Behandlung eines Arztes. Naturheilkundliche Behandlungen und Hausmittel sollten nur therapiebegleitend und in Absprache mit dem behandelnden Arzt eingesetzt werden.

Hausmittel zur Linderung der Beschwerden:

  • Eis lutschen
  • Fiebersenker / Schmerzmittel (bspw. Ibuprofen, Paracetamol)
  • flüssige oder breiige Nahrung
  • kalte Halswickel
  • Lösungen zum Gurgeln
  • Lutschtabletten
  • viel trinken

Heilpflanzen:

  • Kapuzinerkresse
  • Merrettichwurzel

Homöopathie:

  • Belladonna
  • Lachesis
  • Lycopodium
  • Thallium

Mögliche Komplikationen und Folgeerkrankungen

Es gibt eine ganze Reihe von Komplikationen, die durch Scharlach hervorgerufen werden können. Darum sollte jeder Scharlach ärztlich begleitet werden:

  • Abszessbildung um die Gaumenmandel (Peritonsillarabszess)
  • Blutvergiftung (Sepsis)
  • Gelenkentzündungen
  • Herzmuskelentzündung (Myokarditis)
  • Hirnhautentzündung (Meningitis)
  • Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis)
  • Nierenentzündung (Glomerulonephritis, intersitielle Nephritis)
  • rheumatisches Fieber / Chorea Minor
  • rheumatische Herzentzündung (Karditis)

Fragen und Antworten?

Ist man immun, wenn man bereits einmal an Scharlach erkrankt ist?

Nein. Es gibt mehrere Varianten des auslösenden Bakteriums und man ist nur gegen diejenige immun, an der man bereits erkrankt ist. Die Anzahl der Erreger-Varianten ist aber begrenzt. Man geht heute davon aus, dass maximal drei oder vier Erkrankungen pro Patient möglich sind.

Wie wird Scharlach übertragen?

Der auslösende Erreger wird durch Tröpfcheninfektion übertragen. Dazu müssen durch Husten oder Niesen entstehende feinste Tröpfchen eingeatmet werden oder auf die Schleimhäute der Augen gelangen. Ansteckend können auch Personen sein, die gar keine Symptome zeigen.

Wie lange ist ein Scharlachpatient infektiös?

Ein untherapierter Patient kann bis zu drei Wochen ansteckend sein. Unter Antibiose verkürzt sich diese Zeit auf nur ein bis zwei Tage.

Patientenerfahrungen und Ergänzungen?

Sebastian Fiebiger: Bist Du oder Dein Kind an Scharlach erkrankt? Schreib uns Deine Geschichte! Wir sind neugierig auf Deine Erfahrungen und Learnings. Du hilfst damit auch anderen Betroffenen.

Du weißt etwas über Scharlach, das hier fehlt und unbedingt ergänzt werden sollte? Dann ab damit in den Kommentare! Die findest Du direkt unter diesem Artikel. Das Schreiben und Lesen funktioniert auch ganz ohne lästige Anmeldung.

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Kommentieren? 27.04.2017
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