Symptome – Behandlung, Ursachen & VorbeugungSchilddrüsenunterfunktion

Schilddrüsenunterfunktion

Schilddrüsenunterfunktion (Foto: Image Point Fr | Shutterstock)

Die Schilddrüse ist ein wichtiges Organ im menschlichen Körper. Sie produziert und speichert die Schilddrüsenhormone, die für das geistige und körperliche Wohlbefinden eine entscheidende Rolle spielen. Auch die Leistungsfähigkeit eines Menschen wird von der Schilddrüsenfunktion beeinflusst. Funktioniert die Schilddrüse nicht mehr regelgerecht, hat das erhebliche Auswirkungen auf den Organismus.

Ursachen

Eine Schilddrüsenunterfunktion (med. Hypothyreose) kann mehrere Ursachen haben. Neben einer Entzündung und einer Autoimmunerkrankung ist Jodmangel die häufigste Ursache. Zur Bildung von Schilddrüsenhormonen benötigt die Schilddrüse Jod, das sich in der menschlichen Nahrung findet. Wird zu wenig Jod aufgenommen, regt das Gehirn die Schilddrüse zwar trotzdem zur Produktion von Schilddrüsenhormonen an. Das führt allerdings zu einer vergrößerten Schilddrüse und kann schließlich in einer dauerhaften Schilddrüsenunterfunktion resultieren.

Die Schilddrüsenhormone beeinflussen den gesamten Stoffwechsel des menschlichen Körpers. Daneben wirken sie sich auf das Herz und die Muskulatur aus. In der Regel sind bei einer Störung der Schilddrüsenhormonproduktion mehrere Körperfunktionen betroffen. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion findet eine Unterversorgung des Körpers mit Schilddrüsenhormonen statt.

Lage der Schilddrüse im menschlichen Körper

Lage der Schilddrüse im menschlichen Körper (Foto: Sebastian Kaulitzki | Shutterstock)

Es sind mehrere Arten zu unterscheiden. Eine primäre Schilddrüsenunterfunktion entsteht an der Schilddrüse selbst. Hierfür können Jodmangel, eine Schilddrüsenoperation oder aber auch Medikamente, die die Schilddrüsenfunktion hemmen, verantwortlich sein.

Bei der sekundären Schilddrüsenunterfunktion ist ein Mangel an dem Schilddrüsensteuerhormon TSH gegeben. Aber auch eine gestörte Kommunikation zwischen den Steuerungsgebieten im Gehirn kann für eine Schilddrüsenunterfunktion verantwortlich sein. Dabei handelt es sich um eine tertiäre Schilddrüsenunterfunktion, die allerdings relativ selten ist.

Daneben gibt es auch eine angeborene Schilddrüsenunterfunktion, für die eine fehlende oder nicht ausreichend ausgeprägte Schilddrüse ursächlich ist.

Symptome

  • Schwellung von Gesicht, Zunge oder Lippen
  • Haarausfall
  • trockene Haut
  • Heiserkeit
  • Kropf
  • Verengung der Augen zu Schlitzen
  • ungeklärte Gewichtszunahme
  • Verstopfung
  • niedriger Blutdruck und Puls
  • Empfindungsstörungen auf der Haut
  • Muskelkrämpfe
  • Reaktionsmüdigkeit
  • nachlassende Libido

Eine Schilddrüsenunterfunktion bemerken die meisten Betroffenen relativ spät, da erst mit zunehmendem Krankheitsverlauf ausgeprägte Symptome auftreten. Am häufigsten werden die Betroffenen von Antriebslosigkeit, Müdigkeit und geminderter Leistungsfähigkeit geplagt. Bei jungen Frauen kann es auch zu Zyklusstörungen und zur Unfruchtbarkeit kommen.

Weitere Anzeichen einer Schilddrüsenunterfunktion sind Haarausfall, eine Schwellung der Augenlieder, ein erhöhter Cholesterinspiegel im Blut, brüchige Nägel, trockene und schuppende Haut sowie eine raue Stimme. Auch fehlende sexuelle Lust, Muskelschmerzen, Schwindelgefühle, niedriger Blutdruck, Blähungen und Völlegefühl sowie Bauchschmerzen und Übelkeit können Anzeichen für eine Schilddrüsenunterfunktion sein.

Auch psychisch kann sich eine Unterfunktion bemerkbar machen. Gereiztheit, Konzentrationsstörungen und Angstzustände sowie Depressionen sind dafür symptomatisch.

Bei schweren Formen der Schilddrüsenunterfunktion, kann es zu einem langsamen Puls, kaum vernehmbaren Herztönen, sehr niedriger Körpertemperatur und geringem Blutdruck sowie Bewusstlosigkeit kommt. Ein derart schwerer Krankheitsverlauf ist allerdings sehr selten.

Diagnose

Um die Diagnose einer Schilddrüsenunterfunktion sicher zu erstellen, wird der Arzt mehrere Untersuchungen am Patienten vornehmen. In einem Gespräch wird der Mediziner den Patienten über Beschwerden und eventuelle Vorerkrankungen befragen. Dann wird meist eine äußerliche Untersuchung des Patienten erfolgen. Weiterhin können eine Blutanalyse sowie eine Ultraschalluntersuchung notwendig sein.

Eine weitere Untersuchungsmöglichkeit ist die Szintigraphie. Hierfür muss der Patient ein radioaktives Mittel einnehmen, das sich in der Schilddrüse sammelt und Strahlung abgibt. Auf Basis dieser Strahlung wird eine Aufnahme der Schilddrüse erstellt.

Auch eine Probeentnahme (Biopsie) aus der Schilddrüse ist unter Umständen erforderlich.

Ultraschall-Untersuchung der Schilddrüse

Ultraschall-Untersuchung der Schilddrüse (Foto: Alexander Raths | Shutterstock)

Behandlung

Die Behandlung einer Schilddrüsenunterfunktion dauert in der Regel zwar sehr lange, die Erkrankung gilt jedoch als verhältnismäßig gut therapierbar.

Die Behandlung erfolgt medikamentös, durch eine Operation oder mit einer Radiojodtherapie. Entscheidend für die Wahl der Behandlungsmethode ist die Art der Schilddrüsenunterfunktion.

Die Behandlung zielt darauf ab, dem Körper eine ausreichende Menge an Schilddrüsenhormonen zur Verfügung zu stellen. Dazu kann es ggf. auch erforderlich sein, dem Patienten lebenslang Schilddrüsenhormone zu verabreichen.

Vorbeugung

Entscheidend für eine effektive Vorbeugung gegen eine Schilddrüsenunterfunktion ist die ausreichende Aufnahme von Jod – idealerweise über die natürliche Nahrung. Nur so kann die Schilddrüse auch die wichtigen Schilddrüsenhormone produzieren. Der menschliche Körper benötigt täglich ca. 200 µg Jod. Empfehlenswert sind beispielsweise die Verwendung von jodiertem Speisesalz sowie die Zufuhr besonders jodreicher Nahrungsmittel – wie etwa Seefisch.

Besonders schwangere Frauen sollten auf eine ausreichende Jodzufuhr achten. Jodmangel kann nämlich zu einer körperlichen und geistigen Unterentwicklung des Kindes führen.

Leben mit einer Schilddrüsenunterfunktion

Schilddrüsenerkrankungen zählen mit zu den häufigsten hormonellen Erkrankungen. Frauen sind häufiger betroffen. Grundsätzlich ist eine Schilddrüsenunterfunktion sehr gut therapierbar und dauerhafte Einschränkungen im täglichen Leben sind selten.

Selbst die lebenslange Einnahme von Medikamenten wird von den meisten Betroffenen nicht als große Einschränkung empfunden, da Nebenwirkungen relativ selten auftreten. Die Tabletten der medikamentösen Therapie enthalten lediglich die fehlenden Schilddrüsenhormone.

Dipl.-W.Inf. Sebastian Fiebiger
Medizinjournalist

Leidest Du unter einer Schilddrüsenunterfunktion? Bist Du in Behandlung? Wie wurde die Erkrankung entdeckt? Was wird medizinisch unternommen? Unter welchen Beschwerden leidest Du? Schreib uns Deine Erfahrungen, Ergänzungen und Fragen – direkt unter diesem Artikel, in den Kommentaren. Du hilfst damit auch anderen Betroffenen.

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Kommentare:
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Zu diesem Beitrag gibt es schon 5 Kommentare. Diskutiere mit!
  • 🕝 Anna

    Hallo, bei mir wurde eine Schilddrüsenunterfunktion diagnostizoert, allerdings. Erst vor ca 4 wochen. Darüber hinaus leide ich unter Depressionen. Kopfschmerzen, sehverlust( besser anderes sehen), Gewichtsabnahme, verlust von Appetit, rueckenschmerzen, zittern, atemnot, Panikattacken, nackrnschmerzen, klos im hals Gefühl, mir ist ständig kalt, angst vor Krankheiten usw…. Hoerte aber das es sehr lange dauern kann, bis die. Einstellung der Medikamente die richtige ist und die Symptome verschwinden. Das mit dem zittern ist wesentlich besser geworden, auch die restlichen Symptome sind nicht jeden tag. Allerdings leide ich manchmal wirklich stark und die angst begleitet mich. Symptome sind ja tatsächlich da, aber die ursache ( anscheinend die Unterfunktion) zu kennen, diese. Symtome leider nicht. Verschwinden…. Das ist schrecklich. Standig angst zu haben das man stirbt und einfach nicht mrhr Glücklich zu sein…. Ich hoffe das es bald. Vorbei ist. Auch das standig unbegründete weinen…. Es nervt. Ich weis einfach nicht mehr weiter

  • 🕝 Steffen N.

    Hallo an alle Betroffenen von Schilddrüsenunterfunktion

    Also ich, jetzt 53, hatte noch nie eine Schilddrüse (und deshalb logischerweise SDUf) und bin bis jetzt immer mit künstlichem Schilddrüsenhormon (1 kleine Tablette pro Tag-jetzt L-Thyroxin) prima ausgekommen. Nebenwirkungen dieser Medizin sind mir nicht bekannt oder aufgetreten. Die Stärke (mg) muß natürlich vom Arzt bestimmt werden und die Medizin ist verschreibungspflichtig. Wenn das mal richtig bestimmt wurde lebt es sich prima damit.
    Also Betroffene ab zum Arzt, es bestimmt prima geholfen werden. Wenn ich ohne SD 53 Jahre problemlos lebe, wird es auch für nachlassende SD mit entsprechender Dosis eine Lösung geben. Selbst eine Entfernung der SD wäre kein Todesurteil.
    Ich möchte natürlich klarstellen das meine Meinung keinen Arztbesuch ersetzt und ich keine Haftung übernehme. Ich bin kein Arzt!

  • 🕝 lena

    Hallo Anna ….
    die ganz aber Wirklich ganz gleichen Symptome habe ich auch .
    Ich bin aber schon 4 Jahre in Behandlung bis jetzt hatte ich 50mg war alles OK
    Seit einer Woche habe ich die selben Symptome wie du beschreibst alles auch die Angst zu Sterben usw.alle Möglichen Krankheiten bilde ich mir ein usw seit drei Tagen ist meine Dosis höher 75mg fühle mich aber immer noch nicht so gut..Ich habe mit meiner
    Ärztin gesprochen und sie meinte das sich das erst einspielen muss..Ich hoffe bald sonst dreh ich durch ..also Anna keine Angst du bist mit deinen Symptome nicht alleine
    Man kann das immer bei Blutabnahme prüfen lassen …

    Lbg.Lena

  • 🕝 lena

    Hallo Anna beruhige dich …ich habe das ganz selbe aber wirklich die selben Symptome
    nehme aber 50mg seit 3 Jahre seit einer Woche muss ich 75 mg nehmen ich hoffe es ist bald vorbei bei dir und bei mir ..du Lebst ja nur noch in angst was ist das wenn die was weh tut was kann es sein ist es vielleicht od od od ..Man sieht wie so ein kleines Organ
    dich beherrschen kann …lbg Lena

  • 🕝 Hannelore

    Habe eure comments gelesen und habe die gleichen Symptome.meine Werte sind laut Arzt leicht erhöht aber sie macht nix dagegen.mein Blutdruck ist mal überhoch dann fällt er und mein Ruhepuls ist bei 42 sollte 60-75 sein,ich bin 60 Jahre alt.auch der Internist nimmt meine Zustände nicht ernst schiebt alles auf die Psyche da ich wegen meiner massiven Panikattacken medikamentös behandelt werde.langsam Dreh ich durch man wird nicht ernst genommen und ich habe auch bei jedem zwickerchen Angst vorm Sterben.Es ist zum kotzen,weiß nicht mehr weiter die Ärzte nehmen sich genau 10min Zeit da sie pro Patienten im Quartal 35€ von der Kasse bekommen. Was soll ich machen ich weiß nicht Mehrheiten meine Lebensqualität ist gleich null…lg. Hannelore

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