Hautkrankheiten
Schuppenflechte (Psoriasis)

Schuppenflechte hinter dem Ohr

Schuppenflechte (medizinisch: Psoriasis) ist eine entzündliche Erkrankung der Haut. Sie ist vor allem durch schuppende Hautveränderungen und starken Juckreiz gekennzeichnet.

Ein schönes Hautbild hat immer Saison. Es macht attraktiv, man fühlt sich wohl und nicht zuletzt trägt es eine ganze Menge zu einem gesunden Selbstbewusstsein bei. Doch was, wenn die Haut von roten, juckenden Hautstellen gepaart mit silbrig-weißen Schuppen durchzogen ist? Hierbei handelt es sich um die sogenannte Schuppenflechte, eine chronische Erkrankung der Haut, von welcher etwa zwei Prozent der Bevölkerung betroffen sind. Wie verläuft diese Krankheit und was können Betroffene dagegen unternehmen?

Schuppenflechte Bilder

Wo tritt Schuppenflechte auf?

Schuppenflechte ist eine chronische Hauterkrankung, die jedoch nicht ansteckend ist. Am häufigsten findet man Hautveränderungen am Ellenbogen, am Knie, in der Gesäßspalte sowie am behaarten Kopf – meist stark juckend. Auch die Fingernägel können betroffen sein. In diesem Bereich finden häufig Veränderungen wie Einsenkungen, Verdickung der Nagelplatte oder ölfleckartige Verfärbungen statt. Die befallenen Hautstellen können sich von einzelnen, wenigen Stellen bis über den gesamten Körper ausbreiten. Bei ca. fünf bis zehn Prozent der Betroffenen treten zusätzlich zu den Hautsymptomen rheumatische Gelenkentzündungen auf. In vielen Fällen sind gerade die kleinen Fingergelenke betroffen.

Typische Lokalisationen der Schuppenflechte

  • Haaransatz
  • Beine
  • Ellenbogen
  • Bauch
  • Nacken
  • hinter dem Ohr
  • Hand

Wie verläuft die Schuppenflechte?

Schuppenflechte kann in jedem Alter auftreten, im Säuglingsalter aber ausgesprochen selten. Meist ist dies erstmalig während der Pubertät der Fall, aber auch zwischen dem 40. Und 50. Lebensjahr kann man mit dieser Krankheit zum ersten Mal Bekanntschaft machen. Der Krankheitsverlauf ist individuell außerordentlich verschieden. Manchmal kommt es zu einer schubweisen Verschlechterung der Symptome, welche nicht selten durch besondere Belastungen wie z.B. Stress ausgelöst werden. Ebenso kann eine Hautreizung oder Verletzung Auslöser bestimmter Symptome sein. Im Herbst und Frühjahr ist allgemein ein schlechterer Hautzustand zu beobachten.

Wie kann man die Schuppenflechte behandeln?

Wenden Sie sich vertrauensvoll an Ihren Arzt, um festzustellen, ob es sich bei Ihren Beschwerden tatsächlich um Schuppenflechte handelt. Danach sollten weitere mögliche Therapiemaßnahmen besprochen werden. Grundsätzlich gibt es äußerlich anwendbare Medikamente, welche entweder in Tabletten- oder Infusionsform verabreicht werden sowie besondere Formen der Bestrahlung. Welche Therapie angewandt wird, richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung bzw. daran, wie gut Ihr Körper auf die verschiedenen Möglichkeiten anspricht. Die Kombination mehrerer Therapieformen ist durchaus möglich.

Tritt die gewünschte Wirkung nicht ein, kann das Behandlungsverfahren nach Ablauf einer bestimmten Zeitspanne gewechselt werden – dies ist in vielen Fällen hilfreich. Eine Therapie erfolgt meist nur dann, wenn gerade Beschwerden bestehen. Im symptomfreien Intervall wird die Behandlung auf Hautpflegemaßnahmen reduziert. Nur in besonders schweren Fällen wird zusätzlich eine Therapie zur Verzögerung des nächsten Schubes durchgeführt.

Fakten

Diabetes

Die Schuppenflechte wird häufig allein als Hauterkrankung betrachtet. Dabei liegt ihr eine fundamentale Störung des Immunsystems zugrunde, die weitreichende gesundheitliche Konsequenzen haben kann.

So kommt etwa eine dänische Studie zu dem Ergebnis, dass die Schuppenflechte, das Risiko, an Diabetes (Typ 2) zu erkranken, deutlich erhöht. Eine milde Psoriasis steigert das Diabetes-Risiko um etwa 50 Prozent, während schwere Formen das Risiko für die Zuckerkrankheit sogar verdoppeln. Eine US-Metastudie, die 27 Studien mit über 300.000 Probanden analysiert hat, bestätigt diesen Zusammenhang. (1,2)

Als auslösenden Mechanismus vermutet man die Entzündungsreaktionen, die die Schuppenflechte hervorruft. Die durch die Hautentzündung ausgeschütteten Entzündungsfaktoren gelangen in den Blutkreislauf, verbreiten sich im ganzen Körper und steigern die Insulinresistenz.

Studien und Quellen

Studien

(1) Höheres Diabetes Risiko bei Schuppenflechte | USA (Metastudie)

Rahat S. Azfar, MD; Nicole M. Seminara, MD; Daniel B. Shin, BA; et al
Increased Risk of Diabetes Mellitus and Likelihood of Receiving Diabetes Mellitus Treatment in Patients With Psoriasis

Arch Dermatol. 2012;148(9):995-1000. doi:10.1001/archdermatol.2012.1401

(2) Höheres Diabetes Risiko bei Schuppenflechte | Dänemark

ESC-Abstract 2216: Khalid et al..,
Psoriasis is associated with increased risk of incident diabetes mellitus: a Danish nationwide cohort study. 14th Meeting of the European Society of Cardiology (ESC).

25. – 29. August, München. Abstract 2216. Präsentiert am 27.08.2012

Patientenerfahrungen?

Dipl.-W.Inf. Sebastian Fiebiger
Medizinjournalist

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Foto: Schuppenflechte hinter dem Ohr (Foto: Claudia Pylinskaya | Shutterstock)