Ursachen, Behandlung & Vorbeugung
Thrombose

Thrombose

Thrombose (Foto: ancroft | Shutterstock)

Das Gerinnungssystem des Körpers sorgt dafür, dass bei einer Verletzung das Blut verklumpt und dadurch die Wunde verschlossen wird. Geschieht dieses in einem unverletzten Blutgefäß, verschließt also ein Blutgerinnsel (Thrombus) ein Blutgefäß, so nennt man dieses Thrombose. Durch das Gerinnsel entsteht ein Blutstau, das Blut kann nicht mehr ungehindert fließen.

Tiefe Beinvenenthrombose

Abkürzung: TVT
alternative Bezeichnungen: Phlebothrombose,venöse Thrombose,Venenthrombose, Beinvenenthrombose, Unterschenkelthrombose
englisch: Deep vein thrombosis, deep venous thrombosis (DVT)
ICD-10: 180.2

Thrombosen können in allen Blutgefäßen vorkommen, allerdings treten Sie am häufigsten in den tiefen Beinvenen auf. Von dort aus können die Beckenvenen befallen werden.

Oftmals wird eine Thrombose nicht sofort erkannt. Einige Patienten haben gar keine Symptome, andere klagen über Wadenschmerzen und Verfärbung der Haut und suchen keinen Therapeuten auf. Dabei ist die Behandlung sehr wichtig, da eine Thrombose im fortgeschrittenem Stadium zur Lungenembolie führen kann. Auch ein Schlaganfall oder ein Herzinfarkt sind möglich.

Ursachen & Risikofaktoren

Ein erhöhtes Risiko, eine Thrombose zu erleiden besteht bei:

  • Bewegungsmangel
  • Bettlägerigkeit
  • Krampfadern
  • Traumata
  • Schwangerschaft
  • Übergewicht
  • Diabetes mellitus
  • Antibabypille
  • Hormongaben
  • familiäre Veranlagung
  • bereits eine Thrombose in der Vergangenheit
  • bei Verletzungen durch Unfälle und Operationen
  • Rauchen
  • Gefäßentzündungen
  • Blutbildungsstörungen
  • bereits durchlittenem Herzinfarkt
  • Flüssigkeitsmangel / Dehydrierung
  • Krebserkrankung
  • Krampfadern
  • Gerinnungsstörungen
  • Drogenkonsum
  • starke und ungewohnte körperliche Belastung
  • schwere Infektionskrankheiten
  • hohes Lebensalter
  • Herzschwäche
  • Arteriosklerose
  • Bluthochdruck
  • Herzklappenersatz
  • Gefäßprothesen
  • Gipsverband
  • APC-Resistenz
  • Hyperhomocysteinämie
  • Antithrombin III-Mangel
  • Protein C Mangel
  • Protein S Mangel
  • Leberzirrhose

Diagnose

Die behandelnde Arzt wird zunächst Informationen zu Vorerkrankungen – vor allem bereits aufgetretenen Gefäßerkrankungen – und vorhandenen Risikofaktoren abfragen. Daran schließt sich in der Regel eine körperliche Untersuchung an, bei der vor allem Schwellungen der Gliedmaßen im Fokus stehen. Der Arzt wird immer mit der jeweils anderen Gliedmaße vergleichen und einen eventuell vorhandenen Druckschmerz prüfen.

Zur Sicherstellung der Diagnose kommt Ultraschall zum Einsatz. Neben der Ermittlung der Fließgeschwindigkeit und Durchgängigkeit der Venen, lassen sich damit auch Gefäßverschlüsse visualisieren.

Teilweise kommt auch noch die Phlebografie zum Einsatz. Diese Rötgenuntersuchung wird unter Gabe von Kontrastmittel durchgeführt, stellt das Gefäßsystem dar und ermöglicht damit das Auffinden von Gefäßverschlüssen.

Ergänzung kann auch eine Blutuntersuchung veranlasst werden, bei der Daten zur Blutbildung und den Gerinnungsfaktoren erhoben werden.

Differentialdiagnosen

Mit diesen Erkrankungen kann die Symptomatik der Thrombose verwechselt werden:

  • Lymphödem – verursacht ebenfalls Schwellung der Beine
  • Muskelfaserriss – auch durch Schmerzen im Bein gekennzeichnet
  • Ischias Syndrom – ebenfalls Schmerzen im Bein
  • akuter Arterienverschluss – starke Beinschmerzen
  • Erysipel – Schwellungen
  • chronische venöse Insuffizienz – auch typische Schwellungen
  • Lymphknotenschwellungen – ebenfalls als Verdichtung tastbar
  • Hämatom – nach Verletzung, äußert sich ebenfalls mit Schwellung

Treten die Schwellung beidseitig auf, sollte eine Erkrankung des Herz-Kreislaufsystems, der Leder und der Niere abgeklärt werden.

Behandlung

Zu Beginn erfolgen i.d.R. hohe Heparingaben. Die Dosis wird nach einigen Tagen verringert und dann komplett abgesetzt. Stattdessen kommen andere Gerinnungshemmer wie Macumar oder Acetylsalicylsäure (ASS) zum Einsatz. Außerdem ist das sofortige Tragen eines Kompressionsstrumpfes notwendig.

In Ruhe sollte das Bein hochgelagert werden. Viel Bewegung und das Trainieren der Wadenmuskulatur sind ebenfalls Teil des üblichen Behandlungskonzeptes. Längeres Stehen oder Sitzen in statischer Haltung sollte fortan vermieden werden.

Ist das Blutgerinnsel zu groß, um es medikamentös zu therapieren, wird es operativ entfernt. Operative Eingriffe kommen aber hauptsächlich bei Beckenvenenthrombosen zum Einsatz.

Medikamente

Thrombose-Prophylaxe

Thrombose-Prophylaxe: Patienten erhalten meist Fertigspritzen (Foto: vchal | Shutterstock)

Folgende Medikamente werden in der Therapie von Thrombosen und in der Thrombose-Vorbeugung eingesetzt. Sie sind verschreibungspflichtig und werden vom Arzt verordnet:

Vitamin-K-Antagonisten

HandelsnameWirkstoffAnwendungsspektrum
CoumadinWarfarin-NatriumVorbegung von Thrombosen, Behandlung von Thrombosen
FalithromPhenprocoumonThrombose-Vorbeugung - und behandlung
MarcumarPhenprocoumonThrombose-Vorbeugung - und behandlung
MarcuphenPhenprocoumonThrombose-Vorbeugung - und behandlung
PhenproPhenprocoumonThrombose-Vorbeugung - und behandlung
PhenprogammaPhenprocoumonThrombose-Vorbeugung - und behandlung

Diese Medikamente blockieren die Wirkung von Vitamin K, das an der Blutgerinnung beteiligt ist und hemmen damit die Blutgerinnung. Sie werden vor allem in der Langzeittherapie eingesetzt.

Orale Antikoagulantien (Faktor Xa-Hemmer)

HandelsnameWirkstoffAnwendungsspektrum
ArixtraFondaparinux-NatriumThrombosevorbeugung,Thrombosetherapie

Diese Präparate wirken ebenfalls gerinnungshemmend, wirken aber schneller und haben weniger Wechselwirkungen zu anderen Medikamenten und Nahrungsmitteln.

Niedermolekulare Heparine

Diese Medikamente werden vor allem als Soforttherapie eingesetzt. Sie können auch Schwangeren verabreicht werden, weil sie nicht durch den Mutterkuchen zum Kind gelangen. Allerdings ist bei Heparin-Gaben die PDA (Rückenmarksnarkose) während der Entbindung tabu. Auch in die Muttermilch wird Heparin nicht abgegeben, womit es auch für Mütter in der Stillzeit geeignet ist.

HandelsnameWirkstoffAnwendungsspektrum
ClexaneEnoxaparin-Natriumniedrige Dosierungen zur Thrombosevorbeugung, höhere Dosierungen zur Thrombosetherapie
ClivarinReviparin-NatriumThromboseprophylaxe
FragminDalteparin-NatriumThrombose-Prophylaxe
Fragmin DDalteparin-NatriumThrombose-Prophylaxe
Fragmin MultidoseDalteparin-NatriumThrombose-Prophylaxe, Thrombose-Behandlung
Fragmin PDalteparin-NatriumThrombose-Prophylaxe
FraxiparinNadroparin-KalziumThrombose-Prophylaxe und Behandlung von Thrombosen
FraxodiNadroparin-KalziumThrombose-Prophylaxe und Behandlung von Thrombosen
Heparin-KalziumHeparin-KalziumVorbeugung und Behandlung von Thrombosen
Heparin-NatriumHeparin-NatriumThrombose-Prophylaxe, Thrombose-Therapie
InnohepTinzaparin-NatriumVorbeugung und Behandlung von Thrombosen
Mono-EmbolexCertoparin-Natriumgeringe Dosierungen zur Vorbeugung, höhere Dosierungen zur Behandlung von Thrombosen

Nebenwirkungen der Thrombose-Medikamente

Wichtiger Hinweis zu möglichen Nebenwirkungen: Auftretende Nebenwirkungen sollten immer zeitnah mit dem Arzt besprochen werden, um eine Anpassung der Therapie vornehmen und bleibende Schäden verhindern zu können. Bei schweren Nebenwirkungen (etwa Bewusstseinsstörungen, neurologische Ausfälle oder Bewusstlosigkeit) rufen Sie bitte sofort den Notruf. (112)

Bei allen Blutverdünnern besteht die Gefahr von inneren Blutungen. Diese äußern sich leider nur in sehr unspezifischen Symptomen – etwa Schmerzen in der betroffenen Körperregion, ein ausgeprägtes Schwächegefühl, Blässe, sehr dunkler Stuhl (Teerstuhl), Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schwindel und Kältegefühl. Bei Hirnblutungen kommt es zu Bewusstseinsstörungen und es können neurologische Ausfälle auftreten, die den Symptomen des Schlaganfalls ähneln.

Nebenwirkungen von Vitamin-K-Antagonisten

  • Blut im Urin
  • Durchfall
  • Haarausfall
  • Hautausschlag
  • Hautnekrosen
  • Rötung der Haut
  • Übelkeit
  • Zahnfleischbluten

Diese Medikamente können die Leber schädigen. Sollten die dafür typischen Symptome auftreten, muss sofort der behandelnde Arzt kontaktiert werden. Typische Anzeichen für Leberschäden sind dunkler Urin, heller oder farbloser Stuhl, eine Gelbfärbung der Haut oder des Augenweißes und Juckreiz am ganzen Körper. Zusätzlich kann ein Druckgefühl oder Schmerzen im rechten Oberbauch auftreten.

Nebenwirkungen von Faktor Xa-Hemmern

  • Hautschwellung an der Einstichstelle
  • innere Blutungen (Magen, Nieren, Blase)
  • Hautrötung
  • Juckreiz der Haut
  • Nasenbluten
  • Schmerzen an der Einstichstelle
  • Zahnfleischbluten

Es besteht eine geringe Gefahr, dass es durch die Bildung von Antikörpern zu einer durch die Medikamente ausgelösten Thrombose / Embolie kommt. Sollten Sie Anzeichen einer Lungenembolie entwickeln, wählen Sie bitte sofort den Notruf. (112)

Nebenwirkungen von Heparinen

  • Blutungen an der Einstichstelle
  • bei Langzeitbehandlung erhöhtes Osteoporose-Risiko
  • erhöhte Körpertemperatur
  • Gliederschmerzen
  • Haarausfall
  • Hämatome (Blutergüsse) an der Einstichstelle
  • Hautausschlag
  • Juckreiz der Haut
  • Kopfschmerzen
  • stärkere oder längere Regelblutung
  • Übelkeit und Erbrechen

Auch Heparine bergen die Gefahr, dass der Körper durch die Bildung von Antikörpern die Thromboseneigung erhöht. Sollten Sie Symptome einer Thrombose entwickeln, kontaktieren sie sofort den behandelnden Arzt. Treten Anzeichen einer Lungenembolie auf, rufen Sie sofort den Notruf. (112)

Dauer der Behandlung

Je nach Schwere müssen die Gerinnungshemmer und der Kompressionsstrumpf über Monate verabreicht bzw. getragen werden. In einigen schweren Fällen ist eine Behandlung über Jahre notwendig. Die Dauer der Behandlung richtet sich auch nach dem persönlichen Risikoprofil des Patienten – also insbesondere dem Vorliegen von Risikofaktoren.

Rückfallgefahr & Vorbeugung

Thrombose Vorbeugung

Bewegung – wichtiger Baustein in der Thrombose-Prophylaxe (Foto: lzf | Shutterstock)

Leider ist die Anfälligkeit, erneut an einer Thrombose zu erkranken, erhöht. Die wirksamste Möglichkeit zur Vorbeugung ist – neben der medikamentösen Therapie – aktive Bewegung. Langes Stehen und statisches Sitzen sollten vermieden werden. Es ist auf eine ausreichende Trinkmenge geachtet werden.

Sportarten, die besonders zur Thrombose-Vorbeugung geeignet sind:

  • Schwimmen
  • Spaziergänge
  • Laufen
  • Radfahren

Außerdem sollten bei vorliegen von Risikofaktoren möglichst viele davon eliminiert werden. Begleitend können Wechselduschen der Beine unterstützen.

Die Rückfallquote für eine erneute Thrombose beträgt etwa 10 Prozent.

Postthrombotisches Syndrom

Als postthrombotisches Syndrom (kurz: PTS) wird eine dauerhafte Schädigung des Venensystems nach einer durchlittenen Thrombose bezeichnet. Bei der Auflösung des Blutgerinnsels kommt es zu einem Entzündungsprozess an der Venenwand, der Teil der Selbstheilung ist. Dabei werden allerdings oft die Venenklappen geschädigt, so dass diese ihre Funktion nicht oder nur nach eingeschränkt ausüben.

Typisches Beschwerdebild des postthrombotischen Syndroms:

  • chronischer Blutstau
  • Spannungsgefühl in den Beinen
  • Schwere der Beine
  • chronische Schwellungen
  • Schmerzen
  • Ödeme
  • Krampfadern
  • Braunfärbung der Haut
  • Ausbildung eines chronischen Geschwürs (Ulcus crusis venosum)
  • Gewebsverhärtung (Sklerose)

Das postthrombotische Syndrom wird mit Kompression (Binden, Strümpfe) und Bewegungstherapie behandelt. Außerdem können Gerinnungshemmer und harntreibende Medikamente zum Einsatz kommen. Das betroffene Bein sollte möglichst oft hoch gelagert werden.

Verbreitung

Erkrankte pro Jahr in Deutschland: ca. 80.000

Rund 0,1 Prozent der Bevölkerung erleiden pro Jahr eine Thrombose. Frauen sind etwas häufiger betroffen – mutmaßlich aufgrund der typisch weiblichen Risikofaktoren. (Anti-Baby-Pille, Schwangerschaft)

Die sogenannte „Reisethrombose“ – auch „Touristenklassensyndrom“ – also die Entstehung einer Thrombose durch eine längere Immobilität bspw. auf einer Flug- oder Busreise – trifft nur ca. 0,03 Prozent ansonsten gesunder Menschen.

Besonders gefährdet sind ältere Menschen. Bei 75-Jährigen beträgt das jährliche Risiko bspw. etwa 1 Prozent.

Das Lebenszeitrisiko für das Erleiden einer Thrombose beträgt in Deutschland etwa 5 Prozent.

Fragen & Antworten

Thrombose Bein

Ein Thrombus kann sich lösen und durch die Blutbahn wandern (Abb.: Alila Medical Media | Shutterstock)

Wie gefährlich ist eine Thrombose?

Beinvenenthrombosen bergen die Gefahr einer Lungenembolie. Wenn sich Teile das Blutgerinnsel oder Teile davon lösen und in die Blutbahn gelangen, können sie durch rechte Herzseite in die Lunge gelangen und dort die Durchblutung einschränken. Es drohen Atemnot und Herzversagen. Etwa 3 Prozent der Thrombosepatienten erleiden eine Lungenembolie.

Ein Thrombus in der Halsschlagader kann zum Schlaganfall führen. Bei arteriellen Thrombosen besteht zudem das Risiko eines Herzinfarkts.

Wo kann ich die Thrombosespritzen setzen, damit es nicht wehtut?

Spritzen zur Thrombose-Vorbeugung – etwa im Rahmen der Operation – werden meist in eine Hautfalte am Bauch gesetzt. Was die schmerzunempfindlichen Stellen angeht, hilft nur ausprobieren. Oft reichen wenigen Milimeter Versatz, um ein ganz anderes Schmerzempfinden zu erreichen. Wenn man die Nadel ohne Druck auf die Haut aufsetzt, kann man ganz einfach die eher unempfindlichen Stellen identifizieren. Man spürt den Unterschied auch ohne, dass die Nadel eindringt. Hat man eine gute Stelle gefunden, injiziert man.

Das Blutgerinnsel (der Thrombus) kann auch von Bakterien besiedelt werden, die sich dann in die Blutbahn ausbreiten und eine Blutvergiftung (Sepsis) auslösen.

Interessantes zur Thrombose

Weltthrombosetag: Am 13. Oktober ist der Weltthrombosetag. Er wurde von der „Internationalen Gesellschaft für Thrombose und Hämostaseologie“ 2014 erstmal ausgerufen und basiert auf dem Geburtstag von Rudolf Virchow. Dieser Aktionstag wird inzwischen von vielen medizinischen Organisationen unterstützt und soll der Aufklärung über die Krankheit dienen. Dabei geht es insbesondere darum, die typischen Symptome bekannt zu machen und damit mehr Patienten einer rechtzeitigen Behandlung zuzuführen.

Studien & Forschung

Übergewicht & Thromboserisiko

1 Einer großen amerikanischen Studie zufolge, für die Millionen von Patientenakten ausgewertet wurden, erhöht Übergewicht das Risiko für eine Thrombose deutlich. Das ist vor allem in jungen Jahren der Fall. So tragen übergewichtige Frauen unter 40 ein sechsmal so hohes Thrombose-Risiko wie ihre schlanken Geschlechtsgenossen. Bei übergewichtigen Männern unter 40 ist das Risiko für eine Thrombose vierfach erhöht. Im Alter nimmt die Bedeutung des Übergewichts für das Thrombose-Risiko ab. Es ist dann aber immerhin noch doppelt so hoch wie das der Schlanken und Normalgewichtigen.

Faktor XII als Thromboseschutz

2 Faktor XII schützt möglicherweise vor Thrombosen – fehlt der Faktor XII (der sog. Hagemann-Faktor – ein Bestandteil des Gerinnungssystems) verhindert das offenbar die Bildung von Blutgerinnseln, stört aber die Blutgerinnung nicht. Das jedenfalls hat eine Untersuchung von Mäusen ergeben. Die Forscher vom Würzburger Rudolf-Virchow-Zentrums und dem Institut für klinische Biochemie erhoffen sich aus dieser Erkenntnis neue Therapieansätze zur Vorbeugung von Herzinfarkten, Schlaganfällen und Thrombosen.

Bronchitis & Thrombose

3 Eine Bronchitis erhöht das Thromboserisiko. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher um Dr. Lian Smeeth von der Londoner Hochschule für Hygiene und Tropenmedizin. Die Wissenschaftler studierten die Patientenakten von rund 7.300 Thrombose-Fällen. In den ersten Wochen nach der Infektion ist das Thrombose-Risiko doppelt so hoch wie bei gesunden Patienten. Die Forscher vermuten die Bronchitis begleitende Entzündungen der Gefäßwände als Ursache. Bronchitis-Patienten sollten viel trinken und – soweit möglich – in Bewegung bleiben.

Flugzeugluft steigert das Thromboserisiko

4 Niederländische Forscher machen die Luft in Flugzeugen – und insbesondere deren geringen Luft- und Sauerstoffdruck – für das hohe Thromboserisiko verantwortlich. In einer Studie an 71 Probanden untersuchte man die Wirkung eines achtstündigen Rundflugs und einer ebenfalls achtstündigen Kino-Session. In beiden Fällen saßen die Studienteilnehmer sehr eng. Aber nur nach dem Flug war eine höhere Thromboseneigung festzustellen.

Kompressionsstrümpfe & postthrombotisches Syndrom

Eine kanadische Studie kommt zu dem Ergebnis, dass der Einsatz von Kompressionsstrümpfen das Auftreten des postthrombotischen Syndroms nicht verhindern kann.

News & Updates

Wirksamkeit von Stützstrümpfen beim Thrombosen

1 Professor Markus Stücker, Venenspezialist an der Universitäts-Hautklinik Bochum spricht sich für Stützstrümpfe zur Vorbeugung von Thrombosen und als Nachsorge bei Krampfader-Operationen aus und bestätigt deren Wirksamkeit.

Thrombose-Vorbeugung bei Flugreisen

2 Wer einer sogenannten „Reisethrombose“ vorbeugen will, sollte viel Trinken. Eine hohe Trinkmenge macht das Blut dünnflüssig und beugt damit Blutgerinnseln vor. Dr. Markus Stücker vom Interdisziplinären Venenzentrum am St.-Josefs-Hospital in Bochum empfiehlt außerdem das Tragen von Stützstrümpfen auf Flügen, die länger als vier Stunden dauern. Auch Fußgymnastik kann das Thromboserisiko auf Flugreisen senken. Die funktioniert denkbar einfach: mit den Füßen abwechselnd zur Spitze und zur Ferse wippen. Das aktiviert die Muskelpumpe. Wer besonders gefährdet ist, kann sich vor Reiseantritt Heparin spritzen lassen.

Reisethrombose – Risiko besteht noch 2 Wochen nach dem Flug

3 Der Wiener Venenexperte Prof. Hugo Partsch warnt davor, dass auch zwei Wochen nach einem Langstreckenflug noch ein Risiko für eine lebensgefährliche Lungenembolie in Folge einer Thrombose besteht. Ein auf dem Flug entstandenes Blutgerinnsel kann sich erst nach der Reise ablösen und dann zur akuten Lebensbedrohung werden. Partsch schätzt, dass etwa 7,5 Prozent der Beinvenenthrombosen auf eine Flugreise zurückgehen.

Reisethrombose – Politik fordert mehr Sitzabstand

4 Inzwischen reagiert auch die Politik auf die immer enger werdenden Sitzreihen bei den Airlines. Eine CDU-Initiative für einheitliche europäische Regelungen zum Sitzabstand beruft sich ausdrücklich auf das hohe Thromboserisiko.

Hormontherapie in den Wechseljahren

5 Eine Hormonersatz-Therapie in der Menopause erhöht das Thromboserisiko „unvertretbar“. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher des Klinischen Forschungszentrum Frauengesundheit der Benjamin Franklin Universität Berlin. Die Wissenschaftler um Prof. Martina Dören sehen die Hormontherapie kritisch, da sie nur wenig Nutzen böte und zahlreiche Risiken berge.

Hormonbehandlung trotz bekanntem Risiko

6 Trotz des inzwischen bekannten Risikos werden noch immer rund zwei Millionen Frauen täglich hormonell behandelt. Das kritisiert Pharmazeutin Dr. Anette Zawinell vom Wissenschaftlichen Institut der AOK.

Massagen & Thrombose

7 Bei Massagen ist Vorsicht geboten. Gerade, wenn der zu Massierende über einen Muskelkater oder ähnliche Beschwerden in den Waden klagt. Dahinter kann sich eine Thrombose vergeben und das Massieren kann das Ablösen des Blutgerinnsels von der Gefäßwand provozieren und damit zu einer lebensbedrohlichen Lungenembolie führen.

Links & Quellen

Verbände

1 Deutsche Gesellschaft für Angiologie – Gesellschaft für Gefäßmedizin
2 Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin
3 Gesellschaft für Thrombose- und Hämostaseforschung (GTH)
4 Deutsche Gesellschaft für Phlebologie (DGP)
5 Deutsche Gefäßliga
6 Aktionsbündnis Thrombose

Spezialisierte Behandlungszentren

1 Bochum: Venenzentrum der Uni-Klinik Bochum
2 Mainz: Centrum für Thrombose und Hämostase (CTH)

Studien

1 Kompressionsstrümpfe der Vorbeugung des postthrombotischen Syndroms

Wichtiger Hinweis

Eine Thrombose ist immer ein medizinischer Notfall – die schnelle Erkennung lebensrettend. Wenn Sie bei sich oder anderen Symptome der Thrombose erkennen, kommt es entscheidend auf schnelles Handeln an. Eine Thrombose ist immer ein medizinischer Notfall und bedarf umgehender Behandlung. Wenn das Blutgerinnsel in die Lunge, in das Herz oder in Richtung Hirn wandert, wird die Situation schnell lebensbedrohlich. Kontaktieren Sie sofort den Notruf und schildern Sie ihre Symptome. Das Bein sollten Sie hoch lagern und versuchen, bis zum Eintreffen eines Arztes Ruhe bewahren. Eine Thrombose kann nach Operationen auch dann auftreten, wenn vorbeugend Medikamente (wie Heparin) gegeben werden.

Literatur

Ausführliche Literaturliste zum Thema Thrombose. Hier werden Bücher gelistet, die zum Thema erschienen sind. Die Listung ist keine inhaltliche Wertung. Wir listen auch umstrittene und wissenschaftlich fragwürdige Bücher, um eine Diskussionsgrundlage zu liefern.

Bücher zur Thrombose:

Autor / AutorenBuch
Dr. med. Florian J. NetzerDas Venenbuch: Wirksame Hilfe bei Besenreisern, Krampfadern, Thrombosen und offenem Bein - Alle wichtigen Fragen vom Experten beantwortet
Bettina Kemkes-Matthes, Gerd OehlerBlutgerinnung und Thrombose
Thrombose / Embolie XXS pocketSylvia Haas, Tom Giesler, Marek Jauß, Christian Schaefer, Günter Seidel, Andreas Ruß
Darius G. Nabavi, E. Bernd Ringelstein, Thomas Brandt, Reinhard Hohlfeld, Johannes Noth, Heinz ReichmannSpezielle zerebrovaskuläre Krankheiten: Intrakranielle Blutungen, Thrombosen und Ischämien (Klinische Neurologie)
J. HarenbergThrombose und Antikoagulation
Karl F MaierThrombosen
Erika MendozaRatgeber Krampfadern, Beinschwellung und Thrombose
Heinrich Pink, Michaela Herold, Karl Klaghofer, Georg Slavka, Stefan Riss, Friedrich A. WeiserSchöne & gesunde Beine: Erfolgreich gegen Krampfadern, Besenreiser, Thrombosen, Cellulite & Co.
Curt DiehmGut leben mit Gerinnungshemmern: Die optimale Behandlung bei Blutgerinnseln, Thrombosen und Embolien. Wie die neuen Medikamente Sie noch besser ... zur Bekämpfung von Gefäßerkrankungen
Dr. Rüdiger SchollWie Sie Ihr Thrombose-Risiko natürlich ausschalten (Das Wunderenzym Nattokinase entschärft die tickende Herz-Kreislauf-Bombe)
Markus Stücker, Stefanie Reich, Peter AltmeyerVenenerkrankungen: Wirksame Hilfe bei Besenreisern, Krampfadern, Thrombose und offenem Bein (Rat & Hilfe)
Erich Minar,Gert BaumgartGefässerkrankungen: Die stille Gefahr fordert mehr Todesopfer als Krebs - Atherosklerose, Krampfadern, Thrombose - Risikofaktoren, Vorbeugung, Behandlung und Nachsorge
Michael AndersonArterien- und Venenleiden erfolgreich behandeln: Arteriosklerose Krampfadern- Thrombosen
Sylvia HaasPrävention von Thrombosen und Embolien in der Inneren Medizin: Möglichkeiten und Vorzüge von niedermolekularen Heparinen
Michael AndersonArterien- und Venenleiden erfolgreich behandeln. Arteriosklerose, Krampfadern - Thrombosen
Kirsten Sander, Kordula SchneiderThromboseprophylaxe: Grundlagen der Pflege für die Aus-, Fort- und Weiterbildung
Wilfried von EiffThromboseprophylaxe Klinische und ökonomische Effekte von Prophylaxestrümpfen
Klaus-Dieter Neander, Angelika Z. Zegelin, Andreas GerlachThrombose
Helmut Nüllen, Thomas Noppeney, Curt DiehmVTE - Venöse Thromboembolien
Ralf Eisele,Lothar KinzlThromboseprophylaxe in Unfallchirurgie und Orthopädie
Albrecht Encke, Hans-Klaus BreddinDie venöse Thrombose: Prophylaxe und Therapie
Bircher-Benner-KlinikHandbuch für Venenkranke. Krampfadern, Krampfadergeschwüre, Hämorrhoiden, Venenentzündungen, Thrombose, Embolie. Umfassende Anleitung zu Pflege und Heildiät. Speisepläne und Rezepte aus einem ärztlichen Zentrum modernster Heilkunst
Bettina Kemkes-Matthes, Gerd Oehler, Peter Kujath, Uwe SpannagelBlutgerinnung und Thrombose
Klaus GroßmannVenenleiden. Krampfadern, offene Beine, Thrombosen
Dieter NeliusKrampfadern und Thrombose
Jürgen Weber,Dirk A. LooseThrombose - Lungenembolie - Postthrombotisches Syndrom: Trends in Diagnostik und Therapie

Patientenerfahrungen?

Sebastian Fiebiger: Hattest Du eine Thrombose? Mit welchen Symptomen hat sie sich bemerkbar gemacht? Wie hast Du reagiert? Wie schnell und wo wurdest Du behandelt? Wie wurde therapiert? War die Behandlung erfolgreich? Was musst Du zur Vorbeugung weiterer Thrombosen tun?

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1 Kommentar 01.05.2018
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Kommentare:
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  • 🕝 Almifosa

    Tja manche rennen aber aber seit 1jahr und 4 monaten zu über 15 Ärzten und nennen Symptome wie schmerzen im ganzen Arm. Zwischendurch immer mal wieder blau anlaufende Hand und Unterarm, jeden morgen wacht man mit einem schweren schmerzenden Arm auf der sich anfühlt als wurde dieser lakiert. Der Lack ist getrocknet und nun stelle man sich vor man möchte den Arm bewegen. Kribbeln Brennen der Hand was am besten zu beschreiben wäre mit : wenn man im Winter mit gefrorenen Händen ins warme kommt und dann die Hand warm wird…. spannungsgefühle, kribbeln brennen und das ganze bitte 10fach verstärkt vorstellen ! Wenn man den Arm bewegt hat der sich angefühlt wie eine entzündete Zahnfleischwunde.
    15 Ärzte ! Ich kam mir vor wie ein Alien ! Keiner konnte was mit meinen Symptomen anfangen darunter Unfallchirurgen, Orthopäden, Neurologen und Hausarzt ! Ergotherapeut und physiotherapeut ! Bis ich angefangen habe mich anatomisch schlau zu lesen. Und was man sich nicht alles anhören durfte… sie müssen jetzt mal langsam wieder arbeiten gehen! Reissen sie sich doch mal zusammen! Stelln sie sich doch nicht so an Ihre Hand sieht doch gut aus!!!
    Nach 1 jahr und 4 monaten habe ich mir einen termin beim Gefäßarzt durchs schlau lesen organisiert, durfte mir noch den Satz „ich glaub ja nicht das was bei raus kommt“ anhören bevor ich einen überweisungszettel bekam!
    Der Gefäßarzt konnte endlich mit meinen Symptomen was anfangen *lol* Ergebnis vorerst : mindestens eine Thrombose im Schultergürtel ganz nah an der stelle als ich mir damals meine schulter fast ausgekugelt habe (wurde auch alles viel zu spät und leider wieder nur durch meine aktive Diagnosesuche erkannt) Diagnose und Heilung noch nicht beendet !
    Manchmal denke ich, ich sollte mich mal beim Fernsehen melden….. ehrlich da fehlen einem die Worte !!!

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