Was tun? Was hilft?
Verstopfung

Verstopfung

Eine Verstopfung geht meist mit Bauchbeschwerden einher (Foto: Leszek Glasner | Shutterstock)

Rund jeder Dritte leidet zeitweise an den Folgen einer Verstopfung. Aber was genau steckt dahinter? Eine Verstopfung ist eine Störung bei der Entleerung des Darms. Oftmals wird eine Darmträgheit oder Verstopfung durch eine falsche Lebensweise ausgelöst. Wenig Bewegung, viel Stress oder eine schlechte Ernährung kann das empfindliche Verdauungssystem stören. Gerade bei einer sitzenden Tätigkeit sollte daher immer darauf geachtet werden, dass ausreichend getrunken wird und Bewegung in den Alltag integriert wird, um die Darmfunktion anzuregen.

Was ist eine Verstopfung?

Von einer Verstopfung wird gesprochen, wenn die Darmentleerung weniger als dreimal in der Woche stattfindet. Von Mensch zu Mensch kann die Darmentleerung sehr unterschiedlich ausfallen. Sie variiert von dreimal am Tag bis zu dreimal in der Woche. Daher muss die Diagnose Verstopfung immer sehr individuell gestellt werden. Viele Menschen, die unter einer Verstopfung leiden, klagen über starke Bauchschmerzen, Blähungen, Erbrechen oder Übelkeit.

Wie kommt es zu einer Verstopfung?

Oftmals kommt es durch eine zu ballastarme Ernährung zu einer Verstopfung des Darms . Ballaststoffe erhöhen die Stuhlmenge und fördern die Beweglichkeit des Darms. Ein zu geringer Anteil an Ballaststoffen führt in der Regel zu einer Verstopfung. Aber auch mangelnde Bewegung kann eine Ursache des Darmproblems sein.

Auch Patienten mit Multipler Sklerose oder Parkinson leiden häufig unter Verstopfungen. Bei diesen Krankheiten kommt es häufig zu einem teilweisen Verlust der Nerven-Kontrolle. Das betrifft auch die Darmtätigkeit.

Eine weitere Ursache kann eine größere OP sein. Nach vielen Bauchoperationen kommt es tagelang zu einer beeinträchtigten Darmtätigkeit. Durch eine Manipulation im Bauchraum tritt teilweise ganz reflektorisch ein Darmverschluss ein.

Im höheren Lebensalter kann eine Verstopfung ein Zeichen für eine Darmerkrankung sein.

Verstopfung als Symptom

Bei folgenden Erkrankungen treten Verstopfung als Begleitsymptom auf:

Auch Lebensmittelunverträglichkeiten können eine Verstopfung auslösen:

Bestimmte Formen des Nährstoffmangels:

… sowie eine Schwangerschaft können ebenfalls eine Verstopfung nach sich ziehen.

Wie macht sich eine Verstopfung bemerkbar?

In den meisten Fällen kommt es bei einer Darmträgheit zu Bauchschmerzen bzw. einem starken Druck im unteren Bauchbereich. Oftmals leiden die betroffenen unter starken Blähungen. Beim Gang zur Toilette bleibt die Darmentleerung komplett aus oder es wird nur ein Teil abgeführt. Der Stuhl wirkt unangenehm hart und kann beim Drücken  Schmerzen verursachen. Wird der Stuhl über Tage nicht ausreichend abgeführt, kann es neben Bauchschmerzen auch zu Übelkeit oder Erbrechen kommen.

Chronische oder akute Verstopfung

Bei der Verstopfung wird zwischen chronischer und akuter Erkrankung unterschieden. Bei einer akuten Verstopfung handelt es sich um eine Beschwerde, die innerhalb von wenigen Stunden auftritt. Akute Verstopfungen werden häufig durch eine Ernährungsumstellung, Klimaveränderung oder durch den zu späten Gang auf die Toilette ausgelöst. Aus diesem Grund leiden viele Menschen gerade auf Reisen unter einer verminderten Darmentleerung. Stress und mangelnde Bewegung können eine Darmträgheit zusätzlich beeinflussen. Wenn bei einer akuten Verstopfung zusätzliche Symptome wie Fieber, Erbrechen oder ein geschwollener Bauch auftreten, kann es sich hierbei um Hinweise auf einen Darmverschluss handeln. Eine zeitnahe stationäre Behandlung ist dann zwingend notwendig.

Chronische Verstopfung

Wenn es häufiger zu einer Verstopfung des Darms kommt, wird von einer chronischen Obstipation gesprochen. Das bedeutet, dass der Stuhlgang über drei Monate öfter über vier Tage ausbleibt. Gleichzeitig ist eine Darmentleerung nur unter starkem Pressen möglich. Eine chronische Verstopfung ist aus den unterschiedlichsten Ursachen möglich:

Idiopathische Verstopfung (ohne anatomische Ursache)
Ursachen: Stress, unterdrückter Stuhlgang, Reizdarm

Kologene Obstipation, träger Darm (Slow-Transit-Obstipation)
Ursachen: Hormonelle Einflüsse, Medikamenten Nebenwirkungen, Effekt bei herkömmlichen Laxantien, Diabetis Mellitus

Anorektale Obstipation (Organische Darmerkrankungen)
Ursachen: gestörte Koordination der Schließmuskeln, Verengter Darmausgang

Welche Lebensmittel fördern Verstopfungen?

Durch viele Lebensmittel wird die Darmfunktion beeinträchtigt. Hierbei handelt es sich vor allem um Schokolade, Bananen, Zucker, Wurst, Fleisch, Lebensmittel mit viel Fett, Kakao, Teigwaren, Radieschen, Zwiebeln, Rotwein oder Rosinen.

Das bedeutet jedoch nicht, dass diese Lebensmittel gar nicht mehr auf dem Ernährungsplan stehen dürfen. Es sollte aber darauf geachtet werden, dass ein Stück Schokolade für den süßen Hunger ausreicht. Es muss nicht gleich immer die ganze Tafel gegessen werden. Viel besser ist es, bei einem Heißhunger auf Süßigkeiten auf einen Apfel oder Joghurt zurückzugreifen.

Neben der Art der Ernährung sollte auch auf das Essverhalten im Allgemeinen geachtet werden. Nahrung, die nicht ausreichend zerkaut wurde, liegt in der Regel schwer im Magen. Die Verdauung beginnt bekanntlich bereits im Mund. Wenn alle Speisen gründlich und langsam gekaut werden, dann wird der Darm in seiner Funktion entlastet.

Welche Lebensmittel verhindern Verstopfungen?

Verstopfungen

Verstopfungen können die Lebensqualität deutlich mindern (Foto: Africa Studio | Shutterstock)

Viele Menschen leiden unter einer Verstopfung, weil sie sich falsch oder zu einseitig ernähren. Oftmals hat eine träge Darmtätigkeit mit einem Mangel an Ballaststoffen zu tun. Aber auch zu wenig Trinken kann ein Auslöser sein. 2 bis 2,5 l Trinken pro Tag ist bei Darmproblemen ein Muss. Bei der Ernährung sollte darauf geachtet werden, dass mehr pflanzliche Lebensmittel und Vollkornprodukte auf den Tisch kommen.

Probiotika und Ballaststoffe wirken sich sehr positiv bei Verstopfungen aus. Neben Ballaststoffen ist auch Gemüse mit einer groben Struktur sehr förderlich. Hierbei kann es sich um Paprika, Wurzelgemüse, Lauch, Broccoli, Kraut oder Sauerkraut handeln. Da Ballaststoffe zum Beispiel aus Weizenkleie, ausreichend Flüssigkeit zum Quellen benötigen, ist eine ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit sehr wichtig. Für eine gesunde Darmtätigkeit sind Apfel-, Gemüse- oder Traubensäfte, Mineralwasser, Wasser oder Früchtetee wesentlich angebrachter. Gerade Gemüse- und Traubensäfte bieten den Vorteil, dass sie einen leichteren Stuhl produzieren. Kaffee dagegen sollte nur in Maßen getrunken werden.

Probiotika sind Milchsäurebakterien, die häufig in Buttermilch, Joghurts oder Molke zu finden sind. Daher gehören diese Lebensmittel ebenfalls auf den täglichen Speiseplan.

Welche Medikamente gibt es gegen Verstopfungen?

Ein gutes Heilmittel gegen eine akute Verstopfung ist Probiotika Pulver. Dadurch wird der Darm unterstützt und bereits nach wenigen Tagen erfolgt eine Linderung der Darmprobleme. Die Umstellung der Ernährung nimmt einige Zeit in Anspruch. In vielen Fällen lässt sich die Darmträgheit nur mit Medikamenten regeln. Um den Darm wieder schnell auf Trab zu bringen, können kurzfristig Abführmittel wie Natriumpicosulfag oder Bisacodyl verwendet werden.

Aber auch Macrogol kann sehr hilfreich sein. Diese Substanz bindet das Wasser im Dickdarm. Dadurch erhöht sich das Volumen des Stuhls und er wird gleichzeitig sehr weich. Genauso gut kann Lactulose verwendet werden. Man sollte bei der Anwendung aber vorsichtig sein, da es häufig Blähungen verursacht. Viele Medikamente wie Glycerin, Escherichia coli oder Indischer Flohsamen sind rezeptfrei in allen Apotheken erhältlich. Bei akuten oder ständig wiederkehrenden Darmproblemen sollte aber auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden, der der Ursache der Verstopfung auf den Grund gehen kann.

Hausmittel gegen Verstopfungen

  • Feigen und Trockenpflaumen über Nacht in ein Glas Wasser einweichen – die Mischung muss nüchtern getrunken und die Früchte gegessen werden
  • Einen Viertelliter Wasser mit einem EL Leinsamen vermischen. Über Nacht stehen lassen und Morgens auf leeren Magen ausleeren. Die aufgequollenen Leinsamen lassen sich leicht kauen.
  • morgens ein Glas Wasser (0,2 l) Wasser mit einem EL Apfelessig trinken
  • Ein Glas Sauerkrautsaft vor dem Mittagessen trinken
  • Kräuter wie Kümmel, Anis oder Koriander nutzen

Sebastian Fiebiger: Leidest Du unter Verstopfungen? Oder bist Du auf andere Weise mit der Verstopfung in Verbindung gekommen? Dann schreib uns von Deinen Erfahrungen. Du hilfst damit auch anderen Betroffenen.

Was uns besonders interessiert: Wie hat sich die Erkrankung bemerkbar gemacht? Welche Untersuchungen hat der Arzt vorgenommen? Wirst Du bereits therapiert? Wenn ja, wie? Zeigt die Behandlung Erfolg? Welche Tipps hast Du für andere Patienten?

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Kommentieren? 27.10.2017
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