Symptome und Anzeichen
Vitamin B12 Mangel

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Chronische Müdigkeit ist ein typisches Symptom des Vitamin B12 Mangels (Foto: AntonioGuillem | Bigstock)

Ein Mangel an Vitamin B12 entsteht bei einem gesunden Menschen nur dann, wenn dem Körper über mehrere Jahre zu wenig oder kein Vitamin B12 (Cobalamin) zugeführt wurde. Das wasserlösliche Vitamin wird in der Leber gespeichert und der Vorrat deckt den Bedarf für etwa drei Jahre. Außerdem wird das Vitamin in geringerer Menge Herz, Gehirn und Skelettmuskulatur gespeichert. Der Körper kann das Cobalamin nicht selbst herstellen. Daher muss es über die Nahrung aufgenommen werden.

Vitamin B12 Mangel Symptome

Die typischen Symptome des Vitamin B12 Mangels
Kribbeln in Armen und Beinen
Taubheitsgefühl
Gangunsicherheit
chronische Müdigkeit
Blässe
häufige Stürze
Zungenbrennen
Lähmungserscheinungen
Gedächtnisstörungen
Verwirrtheit
Teilnahmslosigkeit
das Gefühl auf Watte zu laufen
Depressionen
Psychosen
glatte, rote Zunge
Verletzungen der Schleimhäute
verminderte Leistungsfähigkeit
Schlafstörungen
Kopfschmerzen
Appetitlosigkeit
erhöhte Reizbarkeit
Schwindel
Muskelschwäche
Wahrnehmungsstörungen
Nervosität
entzündete Mundwinkel
unerklärlicher Gewichtsverlust
erhöhte Anfälligkeit für Infekte
hoher Blutdruck
Rückenschmerzen
Verstopfung
Aphthen
Haarausfall
Potenzstörungen
Paranoia
Schleimbeutelentzündungen
Augenlidzucken

Das Vitamin B12 ist ein lebenswichtiges Vitamin, welches in vielen körperlichen Vorgängen eine zentrale Rolle einnimmt. Es ist nicht nur wichtig für das Nervensystem, sondern schützt zudem das Herz-Kreislauf-System, ist an der Bildung der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) beteiligt und beeinflusst Zellteilung und Zellbildung.

Vitamin B12 Aufnahme

Damit das Vitamin aus der Nahrung vollständig aufgenommen werden kann, müssen Magen, Dünndarm und Bauchspeicheldrüse voll funktionsfähig sein. Liegen funktionale Störungen in diesen Organen vor, können diese meist auch nicht durch eine erhöhte Aufnahme von Vitamin B12 kompensiert werden.

Im Normalfall wird das Vitamin B12 vom Darm aufgenommen und ins Blut transportiert. Allerdings geschieht das nur, wenn das Vitamin an den sogenannten intrinsischen Faktor (Glykoprotein) gebunden vorliegt. Bei älteren Menschen ist die Produktion dieses Glykoproteins durch die Magenzellen häufig gestört, weil eine Magenschleimhautatrophie vorliegt. Aber auch chronische Entzündungen der Magenschleimhaut und bestimmte Medikamente beeinflussen die Produktion des Faktors negativ.

Das Vitamin B12 steckt in vielen Lebensmitteln. Essenzielle Lieferanten sind Fisch, Fleisch und Milchprodukte wie Hüttenkäse, Camembert, Cottage Cheese, Hering, Forelle, Schweine- und Rindfleisch, Rinderleber, Kaninchen oder Austern. Kein Vitamin B12 enthalten pflanzliche Lebensmittel. Dennoch sind Vegetarier mit Milchprodukten und Eiern gut versorgt. Strenge Veganer verzehren keinerlei tierische Produkte. Daher ist diese Personengruppe am meisten gefährdet. Hier empfiehlt sich die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln in Form von Tabletten oder in flüssiger Form.

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Lebensmittel mit einem hohen Vitamin B12 Gehalt (Abb. Ovocheva | Bigstock)

Vitamin B12 Mangel Symptome im Detail

Ein Mangel des elementaren Cobalamins kann zu einer Vielzahl unterschiedlicher Symptome führen. Dabei werden sowohl leichte als auch schwere Symptome oftmals nicht als Auswirkungen eines Vitaminmangels erkannt und demzufolge falsch behandelt. Derartige Fehldiagnosen können zustande kommen, weil das Vitamin im Körper fundamentale Funktionen erfüllt und dadurch die Bandbreite an Symptomen enorm groß ist. Die Symptome sind häufig eher unspezifisch und werden auf andere Ursachen zurückgeführt. Bei einer Häufung der typischen Symptome ist es daher ratsam den behandelnden Arzt direkt auf den Verdacht anzusprechen und nach einem Vitamin B12 Test zu fragen.

Körperliche Symptome machen sich bei einem leichten Vitamin B12 Mangel in einer erhöhten Anfälligkeit gegenüber Infekten und einer leichten Immunschwäche bemerkbar. Da das Vitamin B12 an der Bildung der roten Blutkörperchen beteiligt ist, kann es bei einem Mangel zu Blutarmut kommen. Diese äußert sich in Müdigkeit, ständiger Erschöpfung, Appetitlosigkeit und einem blassen Teint.

Auch eingerissene und spröde Lippen sowie kleinere Verletzungen der Schleimhäute können erste Anzeichen für einen Vitamin B12 Mangel sein. Ebenfalls deutet eine rote, brennende Zunge auf einen Mangel hin. Wenn zu wenig Cobalamin aufgenommen wird oder die vorhandene Menge nicht verwertet werden kann, führt dies zu Empfindungsstörungen an Füßen und Händen. Das liegt darin begründet, dass das Vitamin B12 an der Bildung der Nervenfasern beteiligt ist. Fehlt den Nerven die schützende Hülle, kribbelt es in Händen und Füßen oder die Gliedmaßen werden taub und kalt.

Bei einem ausgeprägten Mangel klagen Betroffene über wackelige Beine und Problemen beim Laufen. Mitunter kommt es zu Lähmungserscheinungen in Armen, Händen und Beinen. Dass bei einem Vitamin B12 Mangel die Nerven betroffen sind, merken Betroffene an Konzentrationsschwäche, Verwirrtheit, Gedächtnis- und Persönlichkeitsstörungen sowie Nervosität.

Strukturformel von Vitamin B12

Strukturformel von Vitamin B12 (Abb. logos2012 | Bigstock)

Ein schwerer Vitaminmangel führt zu Apathie, Halluzinationen, Angstzuständen, Depressionen, Demenz und Psychosen.

Weiterhin klagen Patienten bei einem schweren Mangel an Vitamin B12 über Sehstörungen, graue Haare und eine gestörte Feinmotorik. Betroffene leiden zudem häufig unter Verstopfung oder Durchfall.

Vitamin B12 Mangel: Wie gefährlich ist er?

Ein Mangel an Vitamin B12 kann unter Umständen unumkehrbare gesundheitliche Folgen haben. Zusätzlich können unzählige andere Krankheiten gefördert oder ausgelöst werden. Daher ist es ratsam, auf eine ausreichende B12-Versorgung durch die Nahrung oder notfalls mit entsprechenden Präparaten zu achten, um so den empfohlenen Bedarf decken zu können.

Außerdem sind die angeführten Symptome auch Anzeichen für unzählige andere Ursachen. Betroffene, die anhaltend unter diesen Symptomen leiden, sollten ihren Hausarzt aufsuchen.

Dipl.-W.Inf. Sebastian Fiebiger
Medizinjournalist

Hast Du den Verdacht unter einem B12-Mangel zu leiden? Wie kommst Du darauf? Was hast Du schon unternommen? Warst Du schon beim Arzt? Welche Untersuchungen hat der veranlasst? Mit welchem Ergebnis? Wirst Du schon therapiert? Wie? Ist die Behandlung erfolgreich? Welche Symptome traten bei Dir auf? Schreib uns Deine Erfahrungen, Ergänzungen und Fragen – direkt unter diesem Artikel, in den Kommentaren. Du hilfst damit auch anderen Betroffenen.

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  • 🕝 Anonymous

    Bei mir wurde vor zwei Jahren ein starker Mangel an Vitamin b12 im Rahmen einer intensiven neurologischen Untersuchung festgestellt. Den Verdacht auf einen b12 Mangel hatte ich schon ca. 8 Jahre vorher. Meine damalige Hausärztin hatte den Homocystein Wert feststellen lassen. Dieser war aber mit einem Wert von 6 genau wie jetzt nicht erhöht, worauf sie den Schluss zog, das ein b12 Mangel nicht vorliegen kann.In Folge war ich immer erschöpfter, habe mich zur Arbeit gequält und mich in meiner Freizeit meistens hingelegt, besonders im Winterhalbjahr. Meine Empfindungsstörungen in den Füßen wurden immer Stärker und meine Müdigkeit tagsüber so stark, das ich kaum länger als eine halbe Stunde Auto fahren konnte ohne eine Pause einzulegen. Meine neue Hausärztin überwies mich zum Orthopäden, da sie als Ursache für meine Empfindungsstörungen in den Gliedmaßen meine leichte Skoliose vermutete. Der Orthopäde überwies mich zum Neurologen. Dieser stellte bei der Untersuchung fest, dass die Nervenweiterleitung gestört war und veranlasste eine Einweisung in die Neurologie. Nach Feststellen des b12 Mangels erhielt ich s.c. täglich b12 Injektionen, die ich zu Hause nach einem Schema weiterführte. Mein Befinden besserte sich sehr schnell und ich bin immer wieder erstaunt, wie viele meiner Gesundheitsprobleme sich besserten. Nun ist es bei mir so, das ich 14 Tage nach der Injektion von 1500mg Hyxococobalamin wieder leichte Probleme bekomme, wie z.B. Wadenkrämpfe, Sehstörungen, extremes frieren, vermehrt Müdigkeit usw. Nach einer erneuten Injektion geht es mir schlagartig besser. Ich fürchte nun, daß ich mit b12 überdosiert bin. Mein Serumwert war bei einer Kontrollmessung extrem hoch, nicht mehr meßbar. Den Holo TC Wert hab ich noch nicht bestimmen lassen. Die Ursache meines niedrigen Wertes konnte nicht festgestellt werden.

  • 🕝 M.Ö.

    Bei mir wurde bei einer Magenspiegelung eine chronische und aktive Gastritis mit Helicobakter pylori festgestellt.
    Zur Behandlung bekam ich eine tripple Medikation(2 Antibiotika + PPI) für 7 Tage .
    Während und nach der Medikation bekam ich massive Nebenwirkungen, wie Gewichtsverlust,Gelenk-/Muskelschmerzen,
    unwillkürliche Muskelzuckungen, Muskelrückgang,Rückenschmerzen,Depression,frieren.
    Mein Arzt äussert sich dazu nicht.
    Schulmedizin+Pharmaindustrie sage ich nur dazu.
    Durch eigene Recherchen (Beipackzettel,Internet,Apotheke) bin ich immer wieder auf B12 und Magnesiummangel gestossen, da durch eine Magen/Darmsanierung, eine Natürliche Aufnahme von B12 nicht gewährleistet wird.
    Habe mir jetzt B12/Magnesium selbst besorgt und nehme diese sei einigen Tagen.
    Depression und Gelenkschmerzen sind verschwunden .
    Hoffe die anderen Beschwerden legen sich auch.

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