Anzeichen und Symptome
Vitamin D Mangel

Strukturformel von Vitamin D

Vitamin D Mangel gilt heute als eigenständige Erkrankung. Früher brachten Experten nur Probleme bei Knochen und Zähnen mit Vitamin D in Verbindung. Heute ist bekannt, dass ein Mangel an Vitamin D sich weit gefächert äußern und diverse andere Krankheiten negativ beeinflussen kann. Eine Studie kam z.B. zu dem Ergebnis, dass Kinder mit einem Vitamin D Mangel viel öfter an Infektionen – speziell der Atemwege – erkranken. Deshalb ist es wichtig, die Symptome zu erkennen und den daraus resultierenden Verdacht rasch abzuklären zu lassen.

vitamin-d-lebensmittel
Diese Lebensmittel enthalten Vitamin D

Vitamin D Mangel Symptome

Die typischen Symptome eines Mangels an Vitamin D
Knochenschmerzen
verbogene Knochen
Muskelschwäche
epileptische Anfälle
Herzrhythmusstörungen
Zahnfleischwucherungen
Müdigkeit
Antriebslosigkeit
Einschlafstörungen
erhöhte Infektanfälligkeit
Muskelkrämpfe
Depressionen
Rückenschmerzen
schnelle Erschöpfbarkeit
erhöhter Schlafbedarf
Hautveränderungen
Muskelzittern
brüchige Fingernägel
Nervosität
Schwindel unter Belastung
Augenlidzucken
Gewichtszunahme
Kopfschmerzen bei körperlicher Belastung
Konzentrationsstörungen

Ein Vitamin D Mangel kann hinter vielen unspezifischen Symptomen stecken. Schon Abgeschlagenheit, Konzentrationsschwäche, Müdigkeit, Nervosität, Schlafstörungen und chronische Zahnfleischentzündungen können Vorboten sein. Solche Symptome ignorieren die meisten Leute, sehen Alltagsstress und gelegentliche Überlastung als Ursachen. Es lohnt sich aber, genau zu beobachten, wie lange solche scheinbar harmlosen Erscheinungen anhalten. Wenn häufig wiederkehrende Gelenkschmerzen und eine Muskelschwäche dazu kommen, könnte ein Mangel an Vitamin D die mögliche Ursache sein.

Vitamin D Stoffwechsel im menschlichen Körper

Vitamin D Stoffwechsel im menschlichen Körper (Abb. Meletver | Bigstock)

Vitamin D Mangel und Kalzium

Vitamin D spielt eine entscheidende Rolle bei der Kalziumaufnahme. Ein Mangel an Vitamin D zieht in vielen Fällen auch einen Kalziummangel nach sich. Im Verdachtsfall kann die relativ einfache Bestimmung des Vitamin D- und Kalziumspiegels im Blut wertvolle Anhaltspunkte für die weitere Diagnostik liefern. Der Normwert für Vitamin D liegt bei Erwachsenen zwischen 40 und 60 ng/ml. Werte darunter indizieren einen Vitamin D Mangel.

Krankheiten wie Rachitis bei Kindern (hierzulande nur noch selten) oder Osteomalazie bei Erwachsenen sind ein sicherer Hinweis auf einen Mangel an Vitamin D. Auffallende und schwerwiegende Symptome sind dabei Verformungen von Knochen an Beinen und Wirbelsäule. Da die Knochen wegen des Vitamin D Mangels nicht mineralisiert und fest werden, kann es auch zu Knochenschmerzen und Knochenbrüchen kommen. Neugeborenen wird zur Rachitis-Prophylaxe inzwischen grundsätzlich eine mehrmonatige Vitamin D Kur verordnet.

Multiple Sklerose und Osteoporose als Folge von Vitamin D Mangel

Osteoporose (auch als Knochenschwund bekannt) kann sich – meist im Alter – mit unklaren Rückenschmerzen und ersten leichten Knochenverformungen bemerkbar machen. Die Studienlage signalisiert einen klaren Zusammenhang zwischen Vitamin D Mangel und Osteoporose.

Treten im Alter die genannten Symptome auf, lohnt es sich, die Knochendichte messen und den Vitamin D Spiegel bestimmen zu lassen.

Neuere Studien belegen, das Vitamin D Mangel die Entstehung der Multiplen Sklerose (MS) begünstigt. Erste Symptome sind Gefühlsstörungen in Armen und Beinen, Unsicherheiten beim Gehen und Stehen sowie Probleme mit dem Stuhlgang.

Symptome erkennen, Vitamin D Mangel beheben

Bei unklaren Symptomen, die auf Vitamin D Mangel zurück zu führen sein könnten, sollte immer ein Arzt aufsucht werden. Abwarten oder Selbstmedikation sind angesichts der zahlreichen möglichen Komplikationen keine ratsame Alternative.

Einige Studien sehen Vitamin D Mangel sogar als eine von mehreren Ursachen für Bluthochdruck Diabetes, Herzinfarkt und Schlaganfall. Vor allem im Winter häufen sich Vitamin D Mangelerscheinungen, da die Sonne in dieser Zeit die Vitamin D Bildung im Körper weniger und seltener fördern kann.

Vitamin D3

Vitamin D3 Mangel

Vitamin D3 Mangel kann körperliche Schäden verursachen (Foto: designer491 | Shutterstock)

Vitamin D3 (chemisch: Cholecalciferol, Colecalciferol oder Calciol) ist die wichtigste, im menschlichen Körper vorkommende Form des Vitamin D. Es spielt eine entscheidende Rolle bei der Regulierung des Calcium-Spiegels und ist somit am Knochenaufbau beteiligt. Ein Mangel an Vitamin D3 kann mittelfristig zur Erweichung und Verformung von Knochen führen. Bei Kindern spricht man dann von einer Rachitis – bei Erwachsenen von einer Osteomalazie. Vitamin D3 Mangel kommt auch als Ursache der Osteoporose in Frage.

Der menschliche Körper ist in der Lage, Vitamin D3 selbst zu bilden, wenn die Haut durch die Sonne bestrahlt wird. Damit ist Vitamin D3 eigentlich kein echtes Vitamin. Denn als Vitamin werden solche Stoffe bezeichnet, die für die Funktion des Körpers zwar essentiell sind, die er aber nicht selbst bilden kann.

Vitamin D3 kann auch über die Nahrung – bspw. durch den Verzehr von Fisch – oder über Nahrungsergänzungsprodukte zugeführt werden.

Vitamin D3 Mangel Symptome

Die typischen Anzeichen für einen Mangel an Vitamin D3
Knochenschmerzen
verformte Knochen
Kniebeschwerden
epileptische Anfälle
Herzrhythmusstörungen
verstärktes Zahnfleischwachstum
chronische Müdigkeit
Konzentrationsschwierigkeiten
Muskelkrämpfe
Hautkribbeln
häufige Infekte
Muskelschwäche
brüchige Fingernägel
Schuppenflechte
Niereninsuffizienz
Rückenschmerzen
Schlafstörungen
Hautausschläge
Depressionen
Antriebslosigkeit
verminderte Leistungsfähigkeit
schnelle Erschöpfbarkeit
Schmerzen bei längerem Stehen
Nackenschmerzen
juckende Augen
Schwindel
Wadenkrämpfe
Verspannungen
Augenlidzucken
Muskelzittern
weiße Flecken an den Fingernägeln
tiefe Traurigkeit
Kopfschmerzen unter körperlicher Belastung
Gelenkschmerzen
Nervosität
Neigung zu Knochenbrüchen

Was tun?

Vitamin D3 Strukturformel

Vitamin D3 Strukturformel (Abb.: Leonid Andronov | Shutterstock)

Wer den Verdacht hat, unter Vitamin D3 Mangel zu leiden, sollte unbedingt einen Arzt aufsuchen. Der Hausarzt oder Allgemeinmediziner ist der richtige erste Ansprechpartner. Er kann ggf. an Spezialisten weiterverweisen.

Der Vitamin D3 Spiegel lässt sich durch eine einfache Blutuntersuchung bestimmen und relativ simpel therapieren. Angesichts der möglichen Folgeschäden sollte man den Arztbesuch nicht hinauszögern.

Es ist übrigens auch davon abzuraten, einfach auf Verdacht Vitamin D3 Präparate einzunehmen. Bei einer Überdosierung besteht die Gefahr einer Vitamin-D-Hpervitaminose mit erheblichen Gesundheitsfolgen.

Sonne sorgt für Vitamin D3

Wer sich im Büro sonnt, profitiert davon in Punkto Vitamin D3 übrigens nicht. Fensterscheiben blocken den UV-B Anteil des Lichts, der für die Vitaminbildung benötigt wird. Gleiches gilt für die Sonnenbank, deren UV-A Licht für die Vitaminsynthese nicht hilfreich ist. Auch Sonnencreme verhindert die vitaminbildende Wirkung des Sonnenlichts auf der Haut.

Vor diesem Hintergrund sind Empfehlungen, das Sonnenlicht – etwa wegen der Hautkrebsgefahr – komplett zu meiden bzw. immer Sonnenschutz zu nutzen, kritisch zu sehen. Aktuellen Studien zufolge sind die gesundheitlichen Folgen des Lichtmangels größer als die des Hautkrebses.

Studien

Die Supplementierung mit Vitamin D senkt das Risko für Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen nicht

Bisher war unklar, ob eine Supplementierung mit Vitamin D das Risiko von Krebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen senkt. Die bisherigen Daten aus randomisierten Studien lassen in dieser Hinsicht keine klaren Schlüsse zu.

Darum haben amerikanische Wissenschaftler eine groß angelegte Studie mit rund 26.000 Probanden durchgeführt. Während die Studiengruppe mit rund 13.000 Probanden ein Vitamin-D-Präparat erhielt, verabreichte man der Kontrollgruppe mit ebenfalls 13.000 Teilnehmern ein wirkungsloses Placebo.

Am Ende des Beobachtungszeitraums von etwa 5 Jahren wertete man die Krebs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen der Teilnehmer aus. Im Ergebnis konnten keine signifikanten Unterschiede zwischen Studien- und Kontrollgruppe festgestellt werden. Die Studie kommt damit zu dem Ergebnis, dass eine Vitamin-D-Gabe das Risiko für diese Erkrankungen nicht senken kann.

Studie: Vitamin D Supplements and Prevention of Cancer and Cardiovascular Disease
Autoren: JoAnn E. Manson, M.D., Dr.P.H., Nancy R. Cook, Sc.D., I-Min Lee, M.B., B.S., Sc.D., William Christen, Sc.D., Shari S. Bassuk, Sc.D., Samia Mora, M.D., M.H.S., Heike Gibson, Ph.D., David Gordon, M.A.T., Trisha Copeland, M.S., R.D., Denise D’Agostino, B.S., Georgina Friedenberg, M.P.H., Claire Ridge, M.P.H., et al.
DOI: 10.1056/NEJMoa1809944
URL: The New England Journal of Medicine

Dipl.-W.Inf. Sebastian Fiebiger
Medizinjournalist

Leidest Du unter Vitamin D Mangel oder hast Du den Verdacht, dass Du betroffen bist? Was hast Du schon unternommen? Warst Du schon beim Arzt? Welche Untersuchungen hat der angeordnet? Wie wird therapiert? Welche Symptome treten bei Dir auf? Schreib uns Deine Erfahrungen, Ergänzungen und Fragen – direkt unter diesem Artikel, in den Kommentaren. Du hilfst damit auch anderen Betroffenen.

Kommentieren? Wichtige Hinweise
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars
3,13 von 1-538 Stimmen
Loading...

Weitere Artikel zum Thema:
Kommentare:
Diskutieren, Fragen & Erfahrungsaustausch:
Zu diesem Beitrag gibt es noch keine Kommentare. Schreib einen!
Dein Kommentar:
« Das sind die ersten Anzeichen einer Schwangerschaft
» Erste Hilfe: Wie funktioniert die Wiederbelebung?

Foto: Strukturformel von Vitamin D (Abb. Zerbor | Bigstock)