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Die typischen Anzeichen der Alzheimer Demenz

Alzheimer Symptome

Alzheimer Demenz: Die Symptome sind vielfältig

Alzheimer Demenz: Die Symptome sind vielfältig (Foto: Lighthunter | Shutterstock)

In diesem Artikel: Mit welchen Symptomen sich die Alzheimer Demenz äußert und wie man sie zuverlässig von der normalen Alltagsvergesslichkeit unterscheidet.

ICD-10: F00 Demenz bei Alzheimer-Krankheit

Lesezeit: 6 Minuten

Alzheimer Symptome

SymptomBeschreibung
VergesslichkeitBetroffene können sich bspw. nicht mehr an Gesprächsinhalte erinnern, erzählen Dinge mehrfach
VerlierenAlzheimer Erkrankte verlegen ihre persönlichen Gegenstände und finden sie nicht wieder.
SprachproblemeWortfindungsstörungen und daraus resultierendes Gesprächsvermeidungsverhalten
Orientierungsschwierigkeitengewohnte Umgebungen werden plötzlich fremd, der Weg nach Hause nicht mehr gefunden
Stimmungsschwankungenschneller, spontaner Wechsel zwischen verschiedenen Gemütszuständen
eingeschränktes Urteilsvermögendas äußere Erscheinungsbild leidet, ist bspw. nicht dem Wetter / dem Anlass angepasst
RückzugBetroffene meiden plötzlich Gesellschaft, vernachlässigen lange gepflegte Hobbys
Erkennen von Personenbekannte Personen werden plötzlich nicht mehr erkannt oder verwechselt
Alltagsaufgabenalltägliche Aufgaben werden plötzlich mittendrin unterbrochen und vergessen
AuffassungsgabeLernfähigkeit und kognitive Leistungsfähigkeit nimmt stark ab
Bewegungsdrangstark zunehmender Bewegungsdrang
NotizenBetroffene verwenden plötzlich Notizen für einfache Aufgaben
SehstörungenGegenstände werde nicht richtig erkannt, es wird daneben gegriffen
VerhaltsstörungenMisstrauen gegenüber vertrauten Personen
AntriebslosigkeitVerlust von Interesse an eigenen Leidenschaften
Depressiontritt vor allem in frühen Stadien auf
Schlaftstörungengestörter Schlaf-/Wachrhythmus

Alzheimer Demenz

Obwohl der Psychiater Alois Alzheimer als Laborleiter in München tätig war, begleitete ab 1901 eine Frau, die im Alter von 50 Jahren in die Frankfurter Nervenklinik eingewiesen wurde. Er beobachtete und notierte die Symptome und den Verlauf der Krankheit ganz genau. Nach ihrem Tod im Jahre 1906 ließ er sich das Gehirn schicken, stellte genauste Untersuchungen an und veröffentlichte im Anschluss die Ergebnisse.

In den folgenden Jahren tauchten immer wieder Fälle mit dem gleichen Krankheitsbild auf. Ab 1910 benannte man die Erkrankung nach der Person, die so viel Zeit und Energie in die Erforschung dieser noch unbekannten Krankheit gesteckt hatte. Man nannte sie ‚Alzheimer Krankheit‘, in Medizinkreisen ‚Morbus Alzheimer‘.

Alzheimer gehört zu der Gruppe der Demenzerkrankungen. In allen Fällen handelt es sich hierbei um Erkrankungen, die mit einer funktionellen Beeinträchtigung der Gehirnleistung einhergeht. Betroffen sind mit der Zeit das Kurzzeitgedächtnis, das Sprachzentrum, die Motorik und das Denkvermögen. Zusammenhänge werden schwerer erfasst. Auch eine Veränderung der Persönlichkeit wird mit der Zeit beobachtet. Von allen Demenzerkrankungen hat die Alzheimer Krankheit einen Anteil von weit mehr als 50%. Grund genug, sich eingehender mit den einzelnen Symptomen zu befassen.

Alzheimer Symptome im Detail

Das bekannteste und wohl auch das erste Symptom ist die Vergesslichkeit. Da jeder ab und zu mal was vergisst, jemandem ein Wort oder der Name einer Person nicht einfällt, denkt man nicht sofort an eine Erkrankung. Die Anfänge sind daher schwer von alltäglicher Zerstreutheit zu unterscheiden. Den Angehörigen fällt es oftmals erst auf, wenn sie dreimal hintereinander den gleichen Anruf bekommen, mehrmals täglich die gleiche Frage beantworten müssen, oder wenn sich der Betroffenen nicht mehr daran erinnern kann, dass er ein Geschenk, welches er sich vor 2 Tagen so sehr gewünscht hat, mit ‚das ist ja schön, wie seid Ihr denn da drauf gekommen?‘ kommentiert.

Vergesslichkeit

Viele alltägliche Handlungen werden von der erkrankten Person einfach mittendrin unterbrochen und dann vergessen. Das bekannteste und von den Angehörigen gefürchtetste Problem ist der Herd, der vor Stunden angestellt und einfach vergessen wurde.

Die Vergesslichkeit bezieht auch das Liegenlassen von Gegenständen mit ein – und das an den ungewöhnlichsten Orten. So findet sich der Autoschlüssel im Gefrierfach wieder, die Butterdose im Bücherschrank. Da die Plätze ständig wechseln und sich die Person in keinster Weise daran erinnern kann, wo der Gegenstand abgelegt wurde, ist die Suche nicht selten eine zeitraubende Angelegenheit.

Sprachprobleme

Zusätzlich kommen Sprachprobleme hinzu. Dem Erkrankten fallen einzelne Wörter nicht mehr ein. Um unangenehme Pausen zu überspielen, werden dann Füllwörter eingesetzt, damit der Satz zu Ende gesprochen werden kann, bzw. um das Problem zu überspielen. Einige reden dann mit der Zeit immer weniger, zum Teil, weil es ihnen unangenehm ist, oder weil das Sprechen zu anstrengend wird.
Auch das konstruktive Denken wird schwieriger. Rechenaufgaben oder das Zeichnen einfachster Gegenstände stellen ein Problem dar. Überhaupt werden Entscheidungen immer weniger selbst getroffen, und wenn, dann ungern oder zögerlich.

Orientierungsschwierigkeiten

Schreitet die Krankheit weiter fort, so kommen Orientierungsprobleme hinzu. Gewohnte Umgebungen erscheinen plötzlich fremd. Der Weg zum Supermarkt, der seit Jahren gefahren wird, kann von einem Moment zum anderen so erscheinen, als hätte man ihn noch nie gesehen. Es kann sogar sein, dass die eigene Straße nicht erkannt wird. Nicht selten steht eine erkrankte Person vor der eigenen Wohnung und weiß nicht, wie sie nach Hause kommt. Neben der räumlichen macht auch die zeitliche Orientierung Probleme. So werden schon mal Wochentage vertauscht, oder Jahreszahlen durcheinander gebracht.

Stimmungsschwankungen

Weitere Symptome, welche hinzu kommen können, sind Stimmungsschwankungen. Diese können von einer Sekunde zur anderen auftreten, oftmals braucht es keinen erkennbaren Auslöser. Es kann sogar so weit gehen, dass in Ausnahmefällen schon einmal von der Seite gehauen wird, wenn die Aufregung zu stark wird. Eine fröhliche, ausgelassene Stimmung kann innerhalb von Sekunden in eine depressive umschlagen und umgekehrt. Die Persönlichkeit ändert sich mit dem Alter bei jedem Menschen, auch bei den gesunden. Eine selbstbewusste Person wird mit der Zeit zurückhaltender und ist nicht mehr so präsent. Durch die Alzheimer Krankheit wird dieses noch verstärkt. Unsicherheit, Angst und Misstrauen können auftreten. Auch Eifersucht ist eine typische Eigenschaft, die hinzu kommen kann.

Urteilsvermögen

Das Urteilsvermögen lässt nach, vor allem, was die Kleidung anbetrifft. Nicht selten werden bei warmen Temperaturen mehrere Oberteile übereinander getragen, oder die Person geht im Nachthemd auf die Straße. Flecken auf der Kleidung oder falsch zugeknöpfte Jacken stören oftmals gar nicht mehr.

Rückzug

An Alzheimer Erkrankte ziehen sich mit der Zeit immer mehr zurück. Waren sie sonst gerne unterwegs oder in Gesellschaft, so bleiben sie immer öfter zuhause. Hobbys, mit denen sie sich jahrelang gerne beschäftigt haben, sind auf einmal nicht mehr interessant. Auch fangen einige Personen an, sich selbst zu vernachlässigen. Gerade deshalb ist das gesamte Umfeld – Familie, Freunde und Nachbarn – besonders wichtig für eine erkrankte Person, damit diese sich nicht zu sehr aus dem Leben zurückzieht. Ein komplett geregelter Tagesablauf, der nach einem immer wieder kehrenden Rhythmus verläuft, ist das wichtigste, um einer an Alzheimer erkrankten Person die notwendige Sicherheit im Alltag zu geben.

Dipl.-W.Inf. Sebastian Fiebiger
Medizinjournalist

Kennst Du jemanden, der unter Alzheimer leidet?

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Kommentieren? 03.06.2019 Wichtige Hinweise
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