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Symptome und Anzeichen
Hashimoto Symptome

Nach medizinwissenschaftlichen Standards erstellt und geprüft. [Hinweise]
Hashimoto - Antikörper attackieren die Schilddrüse

Hashimoto – Antikörper attackieren die Schilddrüse – schematische Darstellung
(Abb.: Tyrannosaurus | Bigstock)

Was ist Hashimoto?

Hashimoto-Thyreoiditis (umgangssprachlich auch einfach Hashimoto) ist eine entzündliche Autoimmunerkrankung, bei der es zu einer chronischen Entzündung der Schilddrüse kommt. Die Krankheit ist nach dem japanischen Arzt Hakaru Hashimoto benannt, der sie im Jahr 1912 als erster Mediziner beschrieben hat.

Lesezeit: 6 Minuten

Hashimoto Symptome

Die Symptome des Hashimoto-Syndrom unterscheiden sich je nach der Phase der Erkrankung. Treten anfänglich häufig Symptome auf, die auf eine Schilddrüsenüberfunktion zurückzuführen ist, wechselt die Symptomatik beim Übergang in eine Schilddrüsenunterfunktion:

Symtome der Schilddrüsenüberfunktion

Symptome der Schilddrüsenüberfunktion
unerklärlicher Gewichtsverlust
Durchfall
übermäßiges Schwitzen
Herzklopfen
Zittern
Unruhe
Hitzewallungen
Zyklusstörungen
Fruchtbarkeitsprobleme
Haarausfall
Nervosität
Bluthochdruck
Schlafstörungen
Ruhelosigkeit
Angespanntheit
Agressivität
Stimmungsschwankungen
Muskelkrämpfe
übermäßig feuchte Haut
starker Durst
Übelkeit
Erbrechen
Sehstörungen
Lichtempfindlichkeit
hervortretende Augäpfel
verstärkter Tränenfluss
Lidschwellungen
Kropf

Symptome der Schilddrüsenunterfunktion

Lage der Schilddrüse im menschlichen Körper

Lage der Schilddrüse im menschlichen Körper (Foto: Sebastian Kaulitzki | Shutterstock)

Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion
chronische Müdigkeit
Mattheit
Antriebslosigkeit
schnelle Erschöpfung
unerklärliche Gewichtszunahme
trockenes, stumpfes Haar
Haarausfall
niedriger Puls
geschwollene Augenlider, Beine und Arme
häufiges Frieren
Zyklusstörungen
Heiserkeit
Verstopfung
Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren
Gedächtnisstörungen
Bluthochdruck
Herzrasen
depressive Stimmung
Angstanfälle
Gereiztheit
Blähungen
Libidoverlust
Kribbeln in Händen und Armen
Tinnitus
Nachtschweiß
Verspannungen und Schmerzen im Nacken
brüchige Fingernägel
Schwellung der Nasenschleimhaut
Schwindel
Muskelschwäche
Sehstörungen
trockene Augen
erhöhte Leberwerte
Schlafstörungen
Kloß im Hals, Fremdkörpergefühl
plötzlich tiefere Stimme
hohe Cholesterinwerte
Fruchtbarkeitsstörungen
schlechte Wundheilung
Infektanfälligkeit

Die Symptome von Hashimoto im Detail

Schematische Darstellung der Schilddrüse

Schematische Darstellung der Schilddrüse (Abb.: Sciencepics | Bigstock)

Eines der wenigen sichtbaren Symptome, die zweifelsfrei einer Schilddrüsenfunktionsstörung wie dem Hashimoto-Syndrom zu zuzuorden sind, ist ein Kropf (medizinisch Struma). Diese Gewebevermehrung am Hals ist ein sicheres Zeichen dafür, dass die Schilddrüse nicht regelgerecht funktioniert. Aber sie alleine reicht nicht aus, um ein Hashimoto-Syndrom zu diagnostizieren. Da sich bei dieser Erkrankung oft zu Beginn eine Überfunktion der Schilddrüse einstellt sind die Symptome am Anfang vor allen Dingen Ruhelosigkeit, Nervosität, Schlafstörungen, Störungen des Schlaf- Wachrhytmus, warme und leicht feuchte Haut sowie Durst und ein Gewichtsverlust. Aufgrund des Eingriffs in den Hormonstoffwechsel bemerken Frauen auch oft ein Ausbleiben der Regel oder andere spürbare Veränderungen im Menstruationszyklus.

Symptome beim Übergang in die Unterfunktion

Die anfängliche Überfunktion geht dann in eine Unterfunktion über. Der Zeitraum dafür lässt sich schlecht abschätzen, da der Krankheitsverlauf sehr individuell ist. Der Übergang passiert schleichend, was das Einordnen der Symptome für die Betroffenen sehr schwierig macht. Einen Termin beim Arzt sollte man vereinbaren, wenn Symptome wie Gesichtsödeme (leicht geschwollenes Gesicht), ein Druckgefühl am Hals und eine schnelle und sehr starke Gewichtszunahme auftreten. Dies sind die am einfachsten einzuordnenden Symptome. Die Anzeichen sind aber zahlreicher. Neben den genannten gehören dazu auch häufiger Hustenreiz, trockene Schleimhäute, Haarausfall und brüchige Haare und Fingernägel. Durch die Beteiligung der Schilddrüsenhormone am Stoffwechsel kommt es recht schnell zu diesen Symptomen. Teil der weiteren, deutlich unspezifischeren Symptomatik sind Verdauungsstörungen, Müdigkeit und Konzentrationsstörungen.

Neurologische Symptome

Als Besonderheit bei Hashimoto können auch neurologische Störungen wie Schwindel und unsicherer Gang hinzukommen sowie epileptische Anfälle, Halluzinationen und andere andere psychiatrische Symptome auftreten -die sogenannte Hashimoto Enzephalopathie.

Arztbesuch

Hashimoto - Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse

Hashimoto – Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse (Foto: Tyler Olson | Shutterstock)

Wer eine Kombination aus den aufgezählten Merkmalen bei sich bemerkt, sollte einen Termin vereinbaren. Ein Besuch beim Hausarzt reicht meist aus, da ein einfacher Bluttest recht schnell auf die Diagnose Hashimoto hindeutet.

Spezifische Hashimoto Symptome

Spezifische Hashimoto-Symptome
Muskelschmerzen und Gelenkschmerzen
Hautveränderungen
trockene Schleimhäute
Stimmungsschwankungen
Schwindel
Schwächegefühl
reduzierte Leistungsfähigkeit
Verdauungsprobleme
geschwollene Lymphknoten
erhöhte Leberwerte
stecknadelkopfgroße, weiße Flecken auf den Unterarmen
Fieber
erhöhte Entzündungsparameter

Die Fehlfunktion der Schilddrüse ist nur ein Merkmal der Hashimoto-Thyreoiditis. Da es sich hierbei um eine Autoimmunerkrankung handelt, treten ganz spezielle Symptome auf, die nicht bei einer normalen Unter- oder Überfunktion zu verzeichnen sind. Dies können ganz verschiedene Anzeichen sein, wie beispielsweise Hautveränderungen wie Rosazea (Kupferfinne, eine schuppige Rötung der Haut, die auch geschwollen sein kann) oder Urticaria (Quaddeln oder auffällige, teilweise juckende Hautrötungen). Möglich sind auch stecknadelkopfgroße, weiße Flecken auf den Unterarmen, die keine weiteren Beschwerden auslösen. Neben der Hautsymptomatik finden sich bei Autoimmunerkrankungen auch erhöhte Leberwerte, manchmal Fieber, Muskelschmerzen und Gelenkschmerzen sowie eine allgemeine Schwäche und geringe körperliche Belastbarkeit. Da es sich bei dieser Art von Krankheit um entzündliche Vorgänge im Körper handelt sind die Entzündungsparameter im Labor eigentlich immer leicht erhöht.

Hashimoto Varianten

Bisher sind zwei verschiedene Grundformen der Krankheit bekannt. Die Hashimoto-Thyreoiditis mit Vergrößerung der Schilddrüse und die Ord-Thyreoiditis mit einer Verkleinerung der Schilddrüse. Beide Formen zeigen sich in ihrer Symptomatik sehr ähnlich und können ineinander übergehen. Die ersten Symptome sind ein Zittern der Hände, erhöhte Reizbarkeit, Herzrhythmusstörungen, feuchtwarme Haut und plötzlicher Heißhunger sowie ein übermäßiger Durst. Trotz guter Ernährung kann es zu sichtbarem Gewichtsverlust kommen. Frauen haben unregelmäßige oder verstärkte Regelblutungen.

Verbreitung

Hashimoto gehört zu den häufigsten Autoimmunerkrankungen. Man schätzt die Verbreitung in Deutschland auf ein bis zwei Prozent der Bevölkerung. Dazu kommt eine hohe Rate von 5-10 Prozent latent subklinisch verlaufender Hashimoto-Erkrankungen, die sich symptomfrei entwickeln und nicht diagnostiziert werden.

Folgen

Im Verlauf der Krankheit kann es vorkommen, dass das Schilddrüsengewebe fast vollständig zerstört wird. Dieser Vorgang basiert auf einem fehlgeleiteten Prozess von T-Lymphozyten, der sich anfänglich in einer Schilddrüsenunterfunktion zeigt.

Ursachen

Die Ursachen der Erkrankung konnten bislang nicht identifiziert werden. Als Risikofaktoren gelten genetische Vorbelastungen und schwere Viruserkrankungen sowie verschiedene Umwelteinwirkungen. Auch ein zu hoher Konsum von Jod steht im Verdacht, Hashimoto zu begünstigen. Die Erkrankung ist nicht heilbar, kann aber gut behandelt werden.


Medizinjournalist


Leidest Du unter Hashimoto oder hast Du den Verdacht, dass es so ist?

Was hast Du bisher unternommen? Wie wurdest Du untersucht und behandelt? Welche Symptome treten bei Dir auf?

Schreib uns Deine Erfahrungen, Ergänzungen und Fragen – direkt unter diesem Artikel, in den Kommentaren. Du hilfst damit auch anderen Betroffenen.

Quellen

  • ICD-10: E06.3 Autoimmunthyreoiditis
  • Ärztliche Anlaufstellen: Hausarzt, Allgemeinmediziner, Endokrinologe
  • Hashimoto thyroiditis: Clinical and diagnostic criteria – Autoimmunity Reviews – Volume 13, Issues 4–5, April–May 2014, Pages 391-397 – P.Catureglia, A. De Remigis, N.R. Rose – PMID: 24434360 – DOI: 10.1016/j.autrev.2014.01.007
  • Hashimoto encephalopathy: literature review – J. Y. Zhou B. Xu J. Lopes J. Blamoun L. Li – Acta Neurol Scand. 2017 Mar;135(3):285-290. Epub 2016 Jun 20. – PMID: 27324276 DOI: 10.1111/ane.12618
  • Hashimoto’s thyroiditis – an independent risk factor for papillary carcinoma – Uhliarova, Barbora ; Hajtman, Andrej – Brazilian Journal of Otorhinolaryngology, November 2018, Vol.84(6), pp.729-735 – DOI: 10.1016/j.bjorl.2017.08.012
  • Association between Hashimoto’s Thyroiditis and Thyroid Cancer in 64,628 Patients – Resende De Paiva, Christina ; Grønhøj, Christian ; Feldt-Rasmussen, Ulla ; Von Buchwald, Christian – Frontiers in Oncology, 2017, Vol.7 – DOI: 10.3389/fonc.2017.00053 – PMCID: 5385456 – PMID: 28443243
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Kommentare:
  • Ursache für Hashi:Instabiles Genick

    Bitte lest unbedingt das Buch „SCHWACHSTELLE GENICK“
    von Prof.Dr. Bodo Kuklinski – der einzige Arzt, der mir mit meinen vermeintlichen Hashimoto-Symptomen inkl. totaler Erschöpfung, Gelenksschmerzen und -steifigkeit, hoher Puls, Herzrhytmusstörungen, Zwischensystolen, Schlafstörungen bis zur totalen Schlaflosigkeit, Vergessluchkeit, Scheissausbrüche, Panikatacken, Höhenangst, Schwindel, Ohnmacht,Gangunsicherheit, unerklärlich starke Gewichtszunahme, Depressionen, Konzentrationsprobleme…… helfen konnte (von ganz vielen Ärzten, die ich aufgesucht habe)

    Hashimoto ist oft nur eine Begleiterscheinung eines instabilen Genicks oder Folge von Umweltgiften.
    Empfehle unbedingt MITOCHONDRIENTHERAPIE mit Mikronährstoffen: Vitamin B-Komplex, hochdosiertes B12, Biotin, Folsäure, B1, Antistress-Kapseln (Metabolicum) und LOGIKOST !!! Dadurch kann der NITROSATIVE STRESS (überhöhtes NO) im Körper, der Multiorganbeschwerden nach sich zieht, reduziert werden.

    Dr. Kuklinski hat mir ein lebenswertes Leben zurückgegeben – dank der Mitochondrientherapie – er kennt die biochemischen Ursachen vieler Erkrankungen… Bin dafür sehr dankbar 🙂

  • Emilia

    Hallo,

    Ich bin weiblich und 18 Jahre alt.
    Gesten wurde bei mir Hashimoto-Thyreoiditis diagnostiziert, nach dem ich einen Jahr von Arzt zu Arzt gerannt.
    Seit ca. einem Jahr habe ich als schlimmste Beschwerde ein massives Engegefühl im Hals…
    Ich bekomme Keine Medikamente gegen Hashimoto da die Hormon werte im groben Bereich sind … ich muss mit den Engegefühl leben hieß es ..nur schränkt das so die Lebensqualität ein…

    Ich hoffe ihr könnt mir helfen

  • Martina

    Im Jahr 2 000 wurde bei mir Hashimoto festgestellt, durch einen guten Internisten. Dieser hatte mich nachdem die Untersuchungen beendet waren und das Ergebnis feststand, mit L – Thyroxin 50 eingestellt. Bis 2014 wenig Probleme. Dann ging die Post ab – Horrorszenario , da Eintritt der Wechseljahre. Im 1.Jahr über 21 Anlaufstellen ( Heilpraktiker, Heilhypnose, Ärzte ohne Ende, Homöopathie, Akupunktur, alles mögliche an Phytologischen Medikamenten – null Reaktion. ) Symptome über Symptome, mir wurde Valium, Dogmatill i.m. mehrmals verabreicht. Ich wäre nicht mehr aufzuhalten, ich müsste in die Psychatrie. Dort bin ich dann auch gelandet, aber ich kam mir vor wie bei der Scientology . Mein Umfeld äußerte sich, dass ich mich zunehmend negativ verändern würde, wie eine Marionette. Es fanden eine Art Gehirnwäschen statt und mobbing . Nun musste ich selbst alles in die Hand nehmen, es ging Bergauf , in kleinen Schritten. Habe zwei Jahre eine Psychotherapie hinter mir, dem ich wieder zum Menschen machte. Habe zwar massive Beschwerden, diese kommen Anfallsweise, bin mittlerweile auf 125 µg, mein Fazit : helfen kann dir so gut wie niemand, ist meine Erkenntnis nach einer Odyssey von fünf Jahren. Nur selbst kann man etwas tun. Man muss vieles ändern, um wieder Mensch zu werden.

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