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Symptome
Die typischen Symptome eines Hirntumors

Nach medizinwissenschaftlichen Standards erstellt und geprüft. [Hinweise]
Hirntumor im menschlichen Schädel

Hirntumor im menschlichen Schädel (Abbildung: Sebastian Kaulitzki | Shutterstock)

Die typischen Anzeichen eines Gehirntumors
häufige starke Kopfschmerzen
Kopfschmerzen, die sich in der Nacht / im Liegen verschlimmern
Schwindel
Übelkeit
Erbrechen
Vergesslichkeit
Wesensveränderungen
epileptische Anfälle
Sehstörungen
Sprachstörungen
Störungen des Geruchssinnes
Lähmungserscheinungen
verlangsamter Puls
Gangunsicherheiten
Gefühlsstörungen
Taubheitsgefühl
Muskelschwäche
Schwerhörigkeit
Schluckstörungen
Empfindungsstörungen
Reizbarkeit
Depressionen
neu aufgetretene Angstzustände
Desorientierung
eingeschränktes Reaktionsvermögen
Einschlafstörungen
gestörter Schlaf-/Wachrhytmus
Teilnahmslosigkeit (Apathie)
Benommenheit
Netzhaut-Ödem (Stauungspapille)
veränderte Sensibilität in Bezug auf Kälte und Wärme
Zittern
Schläfrigkeit

Mit welchen typischen Anzeichen sich in Hirntumor bemerkbar macht, was dabei unbedingt zu beachten ist und und warum viele Menschen Angst vor einem Hirntumor haben

ICD-10: D33 gutartiger Hirntumor C71, bösartiger Hirntumor

Ärztliche Anlaufstellen: Hausarzt, Allgemeinmediziner, Neurologe, Radiologe

Lesezeit: 5 Minuten

Der Begriff „Hirntumor“ ist ein Sammelbegriff für alle gutartigen und bösartigen Geschwülste innerhalb des Schädels. Im Vergleich zu anderen Krebserkrankungen treten Hirntumore relativ selten auf. Statistisch sind sie für gerade einmal zwei Prozent aller Krebserkrankungen verantwortlich. Deutschlandweit wird die Zahl der jährlichen Neuerkrankungen auf circa 6.800 Menschen geschätzt. Trotz intensiver Forschung wurde bislang nicht eindeutig geklärt, warum Hirntumore entstehen. Die Prognose bei der Erkrankung an einem Hirntumor ist von unterschiedlichen Faktoren, wie der Wachstumsgeschwindigkeit und der Lage abhängig.

Symptome bei einem Hirntumor im Detail

Typische Lokalisationen verschiedener Hirntumore

Typische Lokalisationen verschiedener Hirntumore (Abb.: designua | Bigstock)

Die Symptome für einen Hirntumor sind vielfältig. Viele der möglichen Beschwerden sind unspezifisch. So können unter anderem epileptische Anfälle auf einen Hirntumor hinweisen, weshalb bei jeglichem, plötzlich auftretenden Anfallsleiden eine eingehende Untersuchung notwendig ist, während derer auch ein möglicher Hirntumor ausgeschlossen wird. Ferner können neurologische Ausfallerscheinungen auf einen Tumor innerhalb des Gehirns hinweisen. Hierzu zählen insbesondere halbseitige Lähmungen, Sehstörungen sowie Probleme mit dem Gleichgewicht und Gefühlsstörungen. Auch psychische Veränderungen treten als Folge eines Hirntumors auf.

Besonders ernst zu nehmende Symptome eines Hirntumors sind sogenannte Hirndruckzeichen, welche dann entstehen, wenn das gesunde Hirngewebe durch den Tumor verdrängt wird. Da der knöcherne Schädel den möglichen Ausdehnungsraum beschränkt, steigt der Hirndruck innerhalb der Schädelhöhle. Der erhöhte Hirndruck äußert sich beispielsweise durch ständig wiederkehrende oder plötzlich regelmäßig auftretende Kopfschmerzen. Die für Hirntumore typischen Kopfschmerzen treten vor allem nachts oder in den frühen Tagesstunden auf. Auch Übelkeit und Erbrechen können Anzeichen für einen gesteigerten Hirndruck sein. Bewusstseinsstörungen, die im schlimmsten Fall zum Koma führen, gelten ebenfalls als Hirndruckzeichen, die einen Hirntumor beschreiben.

Weitere mögliche Symptome für einen Hirntumor können Schwindel und eine allmähliche Veränderung des Wesens bzw. Charakters sein. Ferner könnte eine steigende Vergesslichkeit, Sprachstörungen und Gangstörungen für einen Tumor im Gehirn sprechen.

Bei diesen Symptomen sollte unbedingt ein Arzt konsultiert werden

Kopfschmerzen sowie Übelkeit, Erbrechen und Schwindel gehören grundsätzlich zu den Symptomen, die bei einer Vielzahl unterschiedlicher Erkrankungen auftreten können. Beispielsweise während einer Erkältung, einer Grippe oder eines Magen-Darm-Infekts. In diesem Zusammenhang muss auf die weitere Symptomatik geachtet werden. Kritisch wird es, wenn etwa der Kopfschmerz insbesondere in der Nacht oder am Morgen auftritt. Das liegt vor allem daran, dass der Kopfschmerz aufgrund des angeschwollenen Gewebes um den Tumor auftritt. Da die Nacht in der Regel im Liegen verbracht wird, ist das Blutvolumen im Hirn deutlich höher, wodurch die Hirnschwellung in der Nacht einen deutlich intensiveren Druck ausübt.

Epileptische Anfälle gehören insbesondere dann dringend abgeklärt, wenn sie erstmals auftreten. Sollten die Krampfanfälle nach dem 20. Lebensjahr erstmals auftreten, muss ein Hirntumor zwingend ausgeschlossen werden.

Des Weiteren müssen alle Symptome abgeklärt werden, die über einen längeren Zeitraum intensiv auftreten.

Angst vor einem Hirntumor?

MRT

MRT zur schmerzlosen Abklärung einer Verdachtsdiagnose (Foto: Uwphotographer | Bigstock)

In unseren Foren und Kommentaren lesen wir immer wieder Beiträge von völlig gesunden Menschen, die Angst haben unter einem Gehirntumor zu leiden. Eine ähnliche Häufung von Krankheitsängsten beobachten wir sonst nur bei HIV/AIDS.

Es ist wichtig zu wissen, das Kopfschmerz allein noch kein klares Anzeichen für das Vorliegen eines Hirntumors ist. Wer wiederkehrende, starke Kopfschmerzen hat, sollte die auf jeden Fall ärztlich abklären lassen. Dabei wird sich in der weit überwiegenden Zahl der Fälle eine vergleichsweise harmlose Ursache – wie Verspannungen oder Migräne – finden. Die nötigen Untersuchungen sind in der Regel schmerzlos. So kann bspw. ein MRT (Magnetresonanztomographie) des Schädels angefertigt werden, um Raumforderungen innerhalb des Schädels auszuschließen. Diese Untersuchung verursacht keinerlei Schmerzen und setzt den Körper auch keiner schädlichen Röntgenstrahlung aus.

Wer Angst hat, unter einem Hirntumor zu leiden, sollte das beim Arztbesuch offen ansprechen. Nur so ist der Mediziner in der Lage, diese Ängste durch Untersuchungen und Informationen auszuräumen. Sonst läuft man Gefahr eine lapidare Untersuchung zu bekommen. Kopfschmerzen ohne weitere Symptome – wie etwa neurologische Ausfälle – werden in täglichen Praxis oft nicht allzu ernst genommen.

Die Kopfschmerzen, die ein Hirntumor verursacht, werden übrigens von den meisten Betroffenen als extrem stark wahrgenommen. Selbst Migräne-Patienten, die starke Kopfschmerzen bereits über Jahre gewohnt sind, sprechen oft von einer „ganz anderen Qualität“ der Schmerzen, wenn sie von einem Gehirntumor betroffen sind.


Medizinjournalist


Sebastian () arbeitet seit Jahren für medizinische Onlinemedien. Er engagiert sich ehrenamtlich in BOINC-Projekten zur Krebsforschung. Sebastian ist verheiratet, hat ein Kind und lebt in Berlin.

Patientenerfahrungen

Haben Sie Angst, unter einem Gehirntumor zu leiden? Warum? Welche Symptome sind bei Ihnen bereits aufgetreten? Oder wurde bei Ihnen bereits ein Hirntumor diagnostiziert? Welcher? Wie wird er therapiert? Mit welchen Anzeichen hat er sich bemerkbar gemacht?

Schreib Sie uns Ihre Erfahrungen, Ergänzungen und Fragen – direkt unter diesem Artikel, in den Kommentaren. Du hilfst damit auch anderen Betroffenen.

Kommentare:
  • Likie

    Hallo, ich habe Angst vor einem Hirntumor, weil ich seit Wochen täglich Kopfschmerzen habe. Ich habe Ihnen dafür immer einen anderen Grund gegeben, jetzt fällt mir aber nichts mehr ein, da auch der Urlaub keine Besserung brachte. Heute war ich beim Neurologen, Untersuchungen unauffällig. Seit zwei Tagen kommt zu den Kopfschmerzen aber noch Übelkeit hinzu. Ich habe eine Überweisung für ein MRT bekommen. Ich bin der Meinung, dass es ein Tumor sein muss, weil man sonst nicht täglich Kopfschmerzen hat! Sonst hat man auch mal „gute Tage“.
    Meine Kopfschmerzen haben sich auch verändert, anfangs war es nur ein leichter Druck auf den Schläfen beidseitig, jetzt ist es eher ein langsames Pochen mal in der linken, mal in der rechten Kopfhälfte, häufiger links.
    Ja, habe wahnsinnige Angst vorm Ergebnis, aber da muss ich jetzt wohl einfach durch.

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