Typische Anzeichen einer HIV-Infektion
HIV Symptome

Die HIV-Symptome taugen nicht als Diagnose, Sicherheit bringt nur ein Test

Die HIV-Symptome taugen nicht als Diagnose, Sicherheit bringt nur ein Test (Foto: luchschen | Shutterstock)

HIV Symptome im Detail

Typische HIV-Erstsymptome
Fieber
geschwollene Lymphknoten
Hautausschlag
Abgeschlagenheit
ausgeprägtes Krankheitsgefühl
Müdigkeit
Appetitlosigkeit
Nachtschweiß
Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut
Gelenkschmerzen
plötzlicher Gewichtsverlust
Kopfschmerzen
Hirnhautentzündung
Durchfall
Kurzatmigkeit
Übelkeit
Nervenschmerzen
Lichtempfindlichkeit
Lähmungserscheinungen im Gesicht
Muskelschmerzen
trockener Husten
Halsschmerzen
schnelle Erschöpfbarkeit
Atemnot
Schluckbeschwerden
erhöhte Leberenzyme (GOT, GPT, GGT)
Mangel an weißen Blutkörperchen (Leukozytopenie)
Mangel an Blutplättchen (Thrombozytopenie)
Geschwüre im Gentitalbereich

HIV steht für Humane Immundefizienz-Virus (englisch human immunodeficiency virus) und bezeichnet ein Virus, dass das menschliche Immunsystem schwächt.

Nach einer HIV-Infektion zeigt der Patient meist nur leichte Symptome. Danach kommt es zu einer meist jahrelangen, symptomfreien Latenzphase. In dieser Zeit ist die HIV-Infektion nur über einen HIV-Test nachweisbar. Trotz der Symptomfreiheit ist das HI-Virus im Körper aktiv, vermehrt sich und schädigt fortschreitend das Immunsystem.

Die akuten Symptome ähneln denen des Pfeifferschen Drüsenfiebers (Mononukleose) bzw. einer Grippe. Sie treten kurz nach der Ansteckung auf und verschwinden in den meisten Fällen nach wenigen Tagen oder einigen Wochen wieder. Die HIV-Infektion geht dann in die symptomlose Latenzphase über, bis sich – oft erst nach Jahren – das AIDS-Vollbild entwickelt. In der akuten Phase vermehren sich die Viren zunächst rasant. Anschließend fällt die Viruslast wieder und steigt dann langsam an, bis der Patienten – oft Jahre später – das AIDS-Vollbild entwickelt.

Die wichtigsten HIV-Symptome

Die wichtigsten HIV-Symptome (Abb.: Marish | Bigstock)

Erste Anzeichen nach einer HIV-Infektion

Eine bis sechs Wochen nach einer HIV-Infektion treten bei etwa der Hälfte der Infizierten erste Symptome auf. Sie ähneln den Beschwerden einer Grippe und sind so unspezifisch, dass sie allenfalls als Grundlage einer Verdachtsdiagnose taugen.

Ein HIV-Antikörpertest ist unmittelbar nach der Infektion noch negativ. Erst wenn sich genügend Antikörper gebildet haben (nach 1-3 Monaten), ist die Infektion über einen Antikörpertest nachweisbar. Der Patient ist aber bereits kurz nach der Infektion selbst infektiös.

Das Auftreten der genannten Symptome taugt ebenso wenig als Diagnosegrundlage wie das Nicht-Auftreten. Denn rund die Hälfte der HIV-Infizierten zeigt überhaupt keine Erstsymptome oder sie sind so schwach, dass sie unbemerkt bleiben.

Die typischsten Erstsymptome sind: Hautausschlag, Fieber – auch in Kombination – eine Rachenentzündung, Geschwüre in der Mundhöhle, geschwollene Lymphknoten und ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl. Bei einem Teil der Patienten bleiben die Beschwerden, in diesem Stadium der Infektion – der sog. akuten Phase – völlig unbemerkt.

Häufigkeit der HIV-Symptome

Häufigkeit der HIV-Symptome

Häufigkeit der HIV-Symptome

HäufigkeitSymptom
80%Fieber
68%Abgeschlagenheit
54%Gelenkschmerzen (Arthralgie)
54%Appetitlosigkeit
51%Hautausschlag
49%Muskelschmerzen (Myalgie)
46%Fieber und Hautausschlag
44%Rachenentzündung (Pharyngitis)
37%Geschwüre der Mundschleimhaut (Orale Ulzera)
32%Gewichtsverlust

Was tun bei Verdacht auf HIV-Infektion?

Wenn man einen Risikokontakt hatte und fürchtet, sich infiziert zu haben, sollte man umgehend das nächste Krankenhaus aufsuchen. Dort kann mit einer Postexpositionsprophylaxe (PEP) die Infektion noch nach dem Eindringen des Virus verhindert werden.

Die PEP wirkt innerhalb der ersten 24 Stunden nach der Infektion am Besten. Sind mehr als 72 Stunden nach der mutmaßlichen Infektion vergangen, wird eine PEP nicht mehr empfohlen.

Die HIV-PEP ist kein 100 prozentiger Schutz vor eine HIV-Infektion und verursacht kosten von ca. 1.500 Euro, die nicht immer von den Krankenkassen übernommen werden.

Schematischer Aufbau des HIV

Schematischer Aufbau des HIV (Abb.: rob3000 | Bigstock)

HIV-Test

Liegt der Risikokontakt schon länger zurück oder sind gar die typischen HIV-Erstsymptome aufgefallen, empfiehlt sich ein HIV-Test.

Während ein Antikörpertest erst nach ca. drei Monaten aussagekräftig ist, kann mit einem modernen PCR-Test das Virus direkt im Blut nachgewiesen werden. Ein PCR-Test ist aber deutlich teurer. (150 – 200 Euro) Der Test gilt bereits 15 Tage nach der Infektion aus aussagekräftig.

Ein Test ist im Verdachtsfall aus zwei Gründen wichtig. Zum einen wird eine weitere Übertragung an Sexualpartner verhindert. Zum anderen kann im Falle einer tatsächlichen Infektion der Therapiebeginn optimal auf die Entwicklung der Erkrankung abgestimmt werden. Moderne AIDS-Medikamente wirken deutlich besser, wenn sie in frühen Phasen der Infektion eingesetzt werden und so das geschwächte Immunsystem durch die Reduzierung der Viruslast stabilisieren können. Das senkt insbesondere die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Lebensbedrohlichen Folgeerkrankungen wie Krebs.

Patienten, die früh mit der antiviralen Behandlung beginnen, haben heute eine fast normale Lebenserwartung. Bleibt eine HIV-Infektion lange unentdeckt und erst in der Phase des AIDS-Vollbild therapiert, leidet der Patient oft schon unter einer ganze Reihe von Begleiterkrankungen und hat eine deutlich reduzierte Lebenserwartung.

Autor Dipl.-W.Inf. Sebastian Fiebiger MedizinjournalistDipl.-W.Inf. Sebastian Fiebiger (42)
Medizinjournalist

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