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Symptome, Inkubationszeit, Ansteckung
Mumps Symptome

Nach medizinwissenschaftlichen Standards erstellt und geprüft. [Hinweise]
Typische Gesichtsschwellung durch Mumps

Typische Gesichtsschwellung durch Mumps (Abb.: Scio21 | Shutterstock)

Was ist Mumps?

Mumps (umgangssprachlich auch „Ziegenpeter“) gehört zu den klassischen Kinderkrankheiten, obwohl sich auch nicht immunisierte Erwachsene damit infizieren können. Mumps wird durch das Mumpsvirus ausgelöst und ist hoch ansteckend. Der verfügbare Impfschutz ist dringend anzuraten, da schwere Hirnhautentzündungen und Hodenentzündungen zu den Komplikationen der Erkrankung gehören.

Lesezeit: 5 Minuten

Alles Wichtige zu Mumps

Mumps in Deutschland

In Deutschland ist Mumps – durch die hohe Inanspruchnahme der verfügbaren Schutzimpfungen – selten. Mumps ist in Deutschland meldepflichtig.

Mumps Symptome

Die typischen Anzeichen für die Kinderkrankheit Ziegenpeter
Fieber
Schwellung der Ohrspeicheldrüse
Verdickungen der Wangen ("Hamsterbacken")
Ohrschmerzen beim Kauen
geschwollener Hals
geschwollene Lymphknoten im Kopf- und Halsbereich
abstehende Ohrläppchen
Appetitlosigkeit
Müdigkeit
Schluckbeschwerden
Abgeschlagenheit
ausgeprägtes Krankheitsgefühl
Schmerzen beim Drehen des Kopfes
Erbrechen
Oberbauchschmerzen
fettiger Durchfall
Kopfschmerzen
Schmerzen beim Sprechen
Halsschmerzen
Gliederschmerzen
Übelkeit
Erbrechen

Was tun? Welcher Arzt?

Klassisches Mumps Symptome: Entzündung der Ohrspeicheldrüse

Klassisches Mumps Symptome: Entzündung der Ohrspeicheldrüse (Abb.: decade3d – anatomy online | Shutterstock)

Wer den Verdacht hat, dass sein Kind unter Mumps zu leidet, sollte unbedingt einen Arzt aufsuchen. Der Kinderarzt ist hierfür die richtige erste Anlaufstelle. Aufgrund der hohen Infektiösität der Erkrankung rufen Sie bitte vorher in der Praxis an, damit Infektionsschutzmaßnahmen ergriffen werden können.

Behandlung

Ist die Schutzimpfung unterblieben und Mumps ausgebrochen, gibt es keine ursächliche Behandlung. Die Therapie beschränkt sich auf die Linderung der Symptome und die Kontrolle der Komplikationen. Schmerzmedikamente, Fiebersenker und Kälteanwendungen gehören zur Standardtherapie. Kortikosteroide kommen nur bei besonders schweren Krankheitsverläufen zum Einsatz.

Da die Grundimmunisierung im Rahmen der in Deutschland üblichen Mehrfachimpfungen nicht zuverlässig gegen eine Infektion schützt, kann diese auch bei vorliegendem Impfschutz nicht ausgeschlossen werden. Allerdings ist die Komplikationsrate einer Mumps-Infektion unter Impfschutz drastisch reduziert.

Mumps Inkubationszeit

Die Inkubationszeit von Mumps – also die Zeit zwischen der Infektion und dem Auftreten erster Symptome – beträgt zwei bis drei Wochen. Infizierte sind bereits bis zu 7 Tage vor dem Auftreten der Symptome ansteckend. Eine Ansteckungsgefahr geht bis zum neunten Tag nach Auftreten der Symptome von den Infizierten aus.

Erreger und Ansteckung

Erreger: Mumpsvirus (alte Bezeichnung: Paramyxovirus parotitidis)

Mumps wird durch Tröpfeninfektion übertragen. Patienten sind ab dem dritten Tag nach der Infektion ansteckend und bleiben es bis zu 10 Tage nach Auftreten der Symptome.

Fakten zu Mumps

Sterblichkeit

Rund einer von 10.000 Erkrankten stirbt an Mumps.

Verbreitung

Aufgrund der Verfügbarkeit der Schutzimpfung ist Mumps in der westlichen Welt selten und tritt gehäuft in Entwicklungsländern auf. In Deutschland schwankt die Zahl der Infektionen zwischen 500 und 2000 pro Jahr. Die Schutzimpfung gegen Mumps hat zu einem weltweiten Rückgang der Infektionszahlen um 90 Prozent geführt.

Erwachsene

Mumps-Infektionen von Erwachsenen sind zwar selten. Wenn sie aber auftreten, ist der Verlauf meist deutlich schwerer als bei Kindern.

Symptomloser Verlauf

Bei rund einem Drittel der Infizierten verläuft Mumps vollständig symptomlos oder zeigt nur eine milde Symptomatik.

Komplikationen

Im Rahmen einer Infektion mit Mumps kommt es häufig zu schwerwiegenden Komplikationen. Eine Hirnhautentzündung (Meningitis) tritt in etwa 15 Prozent der Fälle auf – eine Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) in etwa 5 Prozent der Fälle. Weitere bekannte Komplikationen sind Herzentzündung, Hodenentzündung bzw. Eierstockentzündung, die zu Unfruchtbarkeit führen können.

Immunität

Eine durchlebte Mumps-Infektion führt i.d.R. zu lebenslanger Immunität.

Ansteckung

Mumps ist hoch-ansteckend und verbreitet sich über Tröpcheninfektion. Auch mit Speichel benetzte Gegenstände können infektiös sein. In einer nicht immunisierten Bevölkerung stecken sich jährlich etwa 0,1 bis 1 Prozent der Menschen mit Mumps an.

Test

Es ist ein Test auf Antikörper gegen das Mumps-Virus verfügbar.

Fragen zu Mumps

Mumps

Mumps ist hochinfektiös (Foto: Jarun Ontakrai | Shutterstock)

Dauer: Wie lange hat man Mumps?

Mumps heilt in den meisten Fällen innerhalb von 2-3 Wochen folgenlos aus.

Wie lange ist Mumps ansteckend?

Mumps ist bereits in der sogenannten Inkubaktionszeit einige Tage vor dem Auftreten erster Symptome ansteckend. Die Infektiösität ist dann sogar besonders hoch. Auch nach dem Abflauen der Symptome können Patienten das Virus noch 1-2 Wochen  übertragen.

Wie gefährlich ist Mumps?

Mumps birgt die Gefahr einer Hodenentzündung, die zur Unfruchtbarkeit führen kann. Eine durch Mumps ausgelöste Hirnhautentzündung kann zu bleibenden Nervenschäden führen. Auch eine bleibende Taubheit zählt zu den seltenen Folgen einer Mumps-Erkrankung. Löst das Mumps-Virus eine Gehirnentzündung aus, kann das zum Tod des Patienten führen.

Kann man Mumps auch bekommen, wenn man geimpft ist?

Ein vollständiger Mumps-Schutz mit zwei Impfungen hat eine Schutzwirkung von etwa 83-88 Prozent. Der Krankheitsverlauf von Patienten, die trotz Impfung an Mumps erkranken, ist allerdings tendenziell weniger schwer.

Inhaltsverzeichnis

Quellen und Informationen

  • ICD-10: B26 Mumps
  • Ärztliche Anlaufstellen: Kinderarzt, Allgemeinmediziner
  • Mumps – Darai, Gholamreza (Editor) ; Handermann, Michaela (Editor) ; Sonntag, Hans-Günther (Editor) ; Tidona, Christian A (Editor) ; Zöller, Lothar (Editor) 2009 – Lexikon der Infektionskrankheiten des Menschen: Erreger, Symptome, Diagnose, Therapie und Prophylaxe, pp.551-5 – DOI: 10.1007/978-3-540-39026-8_720
  • Gesundheitsvorsorge bei Kindern : eine empirische Untersuchung des Impfverhaltens bei Masern, Mumps und Röteln – Peter Kriwy 2007 – 1. Aufl. – DOI : 10.1007/978-3-531-90542-6
  • Mumps. In Principles and Practice of Clinical Virology. – Zuckerman, A.J., 2009. – Chichester, UK: John Wiley & Sons, Ltd, pp. 593–600.
  • Mumps and mumps vaccine: a global review – Bull World Health Organ. 1999;77(1):3-14. – Galazka AM, Robertson SE, Kraigher A. – PMID: 10063655 PMCID: PMC2557572


Medizinjournalist


Sebastian () arbeitet seit Jahren für medizinische Onlinemedien. Er engagiert sich ehrenamtlich in BOINC-Projekten zur Krebsforschung. Sebastian ist verheiratet, hat ein Kind und lebt in Berlin.

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