Untersuchungen
Darmspiegelung (Koloskopie)

Koloskop bei einer Darmspiegelung

Bei der Darmspiegelung kommt ein Koloskop zum Einsatz (Foto: sfam_photo | Shutterstock)

Vorbereitung: Entleerung des Darms

Das Unangenehmste ist die Vorbereitung auf die Darmspiegelung. Damit der untersuchende Arzt freie Sicht auf den Darm hat, muss der Darm vorab gereinigt werden. Das geschieht mit Hilfe einer Trinklösung, die man nach Anweisung des Arztes am Abend zuvor oder am Morgen vor der Untersuchung trinken muss. Diese Lösung wirkt abführend.
Vor ein paar Jahren waren es noch 3-5 Liter einer dickflüssigen Lösung, die zur Spülung des Darms eingesetzt wurden. Heute reichen meist 2 Liter. Auch der Geschmack der Lösungen wurde deutlich verbessert. Heute gibt es verschiedene fruchtige Geschmacksrichtungen.

Womit wird der Darm gespiegelt?

Die Spiegelung erfolgt mit einem Koloskop – einem speziellen Endoskop mit einem Durchmesser von ca. einem Zentimeter. In der Spitze des Instruments sitzt ein Videosensor, der während der Spiegelung das Bild aus dem Inneren des Darms auf einen Monitor überträgt. Mit dem Koloskop können auch eventuell vorhandene Stuhlreste abgesaugt werden.

Anästhesie und Schmerzen

Patienten erhalten für die Darmspiegel auf Wunsch eine Sedierung und ein Schmerzmittel oder eine leichte Narkose (z.B. Propofol). Gerade die leichte Narkose empfinden viele Patienten als angenehm.

Schmerzen während der Darmspiegelung

Schmerzen während der Darmspiegelung entstehen dadurch, dass Luft in den Darm geblasen wird. So bläst sich der Darm auf und kann begutachtet werden. Der Darm selbst ist schmerzunempfindlich. Die Schmerzen entstehen durch Zug am umliegenden Bindegewebe.

Diese Luft fühlt sich an wie starke Blähungen. Wer Angst vor diesen Schmerzen hat, sollte darüber mit dem Arzt sprechen und eine Spiegelung unter leichter Narkose bevorzugen. Eine alleinige Sedierung führt oft dazu, dass sich Patienten nach der Darmspiegelung zwar nicht mehr an Schmerzen erinnern, sie aber während der Spiegelung empfinden.

Dauer

Eine Darmspiegelung dauert – je nach Geschick des Arztes – ca. 15-30 Minuten.

Darmkrebs: Warum ist eine Darmspiegelung wichtig

Polyp während einer Darmspiegelung

Darmpolypen lassen sich während er Koloskopie entfernen (Abb.: Sebastian Kaulitzki | Shutterstock)

Eine Darmspiegelung wird entweder bei konkreten Beschwerden (bspw. Blut im Stuhl, Blähungen, Bauchschmerzen) durchgeführt oder – im vorgerückten Lebensalter – als allgemeine Vorsorgeuntersuchung.

Eine besondere Bedeutung kommt der Koloskopie bei der Verhinderung von Darmkrebs zu. Bei der Spiegelung können Darmpolypen entdeckt werden, die heute als Vorstufe des Darmkrebses gelten. Darmpolypen können über lange Zeiträume zu Darmkrebs entarten. Werden Polypen rechtzeitig entdeckt und entfernt, kann man eine Darmkrebserkrankung nahezu ausschließen. Die Darmspiegelung ist damit eine der effektivsten Vorsorgemaßnahmen gegen eine der am häufigsten auftretenden Krebsarten.

Im Rahmen der Untersuchung lassen sich gefundene Polypen direkt durch das Koloskop entfernen. Das ist völlig schmerzfrei. Denn das Gewebe der Darmschleimhaut ist schmerzunempfindlich.

Patientenerfahrung:

Ich hatte selbst schon zwei Darmspiegelungen. Eine mit einer Sedierung (Dormicum) und eine mit einer Narkose (Propofol). Ich würde mich immer wieder für die Narkose-Variante entscheiden.

Narkose statt Sedierung

Bei der Sedierung war ich zwar nach der Untersuchung der vollen Überzegung, keine Schmerzen gehabt zu haben. Meine Begleitung schilderte aber meine schmerzenvollen Laute während der Untersuchung. Irgendwann kam dann auch die Erinnerung zurück. Heute erinnere ich mich ganz klar an die Schmerzen und die beruhigenden Worte der Ärztin als Reaktion darauf.

Die Untersuchung unter Narkose war völlig problemlos. Ich habe die ca. 15 Minuten als 30 Sekunden empfunden, hatte keine Schmerzen und keine Nachwirkungen der Narkose.

Tipp zum Trinken der Spüllösung

Was das Trinken der Spüllösung vor der Koloskopie angeht, kann ich nur dazu raten, sich die Nase zuzuhalten. Die Lösung ist deutlich dickflüssiger als Wasser und hinterlässt neben dem künstlichen Fruchtgeschmack das Gefühl einer starken Salzlösung. Das führt mit zunehmender Trinkmenge zu Widerwillen. Hält man sich vor dem Trinken die Nase zu und öffnet den Griff um die Nase erst wieder rund eine Minute nach dem Trinken, sind Geruch und Geschmack verflogen und das Trinken fällt wesentlich leichter.

Lebensretter

Auch wenn eine Darmspiegelung ganz sicher nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen wird, kann ich nur drigend dazu raten. Die kleinen Unannehmlichkeiten sind lächerlich gegen das Leiden von Darmkrebspatienten. Und mit regelmäßigen Darmspiegelungen lässt sich eine Darmkrebserkrankung zu fast 100 Prozent verhindern.

Ergänzungen & Erfahrungen?

Sebastian Fiebiger: Hast Du Deinen Darm auch schon spiegeln lassen? War es schmerzhaft? Wie lange hat die Untersuchung gedauert? Hattest Du Probleme, die Spüllösung zu trinken?

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Kommentieren? 31.05.2017
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