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Magenspiegelung (Gastroskopie)

Magenspiegelung

Magenspiegelung (Foto: Doro Guzenda | Shutterstock)

Die Magenspiegelung auch Gastroskopie genannt, ist eine medizinische Untersuchung, mit der die Speiseröhre (Ösophagus), der Magen (Gaster) sowie Teile des 12-Finger-Darms (Duodenum) untersucht werden können. Darüber hinaus können Gewebe- und Sekretproben entnommen werden und auch kleinere operative Eingriffe lassen sich mit der Magenspiegelung problemlos durchführen. Wie genau eine Magenspiegelung abläuft, wann sie sinnvoll ist, worauf zu achten ist und welche Risiken mit ihr verbunden sind, darum geht es in dem folgenden Text.

Was ist eine Magenspiegelung?

Bei der Magenspiegelung handelt es sich um eine Methode zur Untersuchung des Magens, der Speiseröhre sowie von Teilen des 12-Finger-Darms. Dabei wird eine spezielle Sonde über den Mund-Rachen-Raum in den Ösophagus bzw. in den Magen-Darm Bereich eingeführt. Diese wird auch als Gastroskop bezeichnet. Es ist mit einer Minikamera und Licht sowie mit verschiedenen Werkzeugen ausgestattet. Die Aufnahmen werden auf eine Leinwand oder einen Monitor übertragen. So ist es möglich, sich einen genauen Eindruck von den untersuchten Bereichen zu verschaffen. Durch kleine Zangen und Werkzeuge an der Sonde können die Ärzte darüber hinaus während der Gastroskopie Gewebe- und Sekretproben entnehmen oder kleinere operative Eingriffe durchführen. Die Magenspiegelung ist schonend und in der Regel unkomplizierter als ein operativer Eingriff.

Die Gastroskopie gilt als schmerzfreie Untersuchung, die zudem in den meisten Fällen mit einem nur sehr geringen Risiko verbunden ist, dabei aber wirkungsvolle Ergebnisse erzielen kann.

Wann ist eine Magenspiegelung sinnvoll?

Die Magenspiegelung ist sinnvoll für die Diagnose von Krankheiten und Beschwerden im oberen Verdauungstrakt. Eine Gastroskopie bietet sich zum Beispiel an, um die Ursache von häufiger Übelkeit oder Bluterbrechen zu ermitteln. Auch unklare Schmerzen im Oberbauch, eine plötzliche vermehrte Gewichtsabnahme oder Blut im Stuhl können Anlass zu einer Gastroskopie geben. Außerdem wird die Untersuchung häufig bei Blutarmut (Anämie), chronischem Husten, Bähungen oder bei Schluckstörungen angewendet.

Die oben genannten Symptome und Beschwerden sind natürlich nur ein kleiner Auszug. Es gibt noch viele weitere Probleme und Erkrankungen, die den oberen Verdauungstrakt betreffen, bei denen eine Gastroskopie sinnvoll sein kann. In all diesen Fällen ermöglicht es die Magenspiegelung klare Aufnahmen von Magen, Speiseröhre und Duodenum zu erhalten, die zur Diagnose beitragen können.

Dabei ist die Magenspiegelung in der Regel anderen Alternativen, wie der Röntgenuntersuchung oder einer Tomografie vorzuziehen, da sie mehr Möglichkeiten und bessere Ergebnisse bietet.

Wie wird eine Magenspiegelung vorbereitet?

Für den Patienten selbst ist die Magenspiegelung mit wenig Vorbereitungen verbunden. Voraussetzung ist, dass man vor der Behandlung nüchtern ist. Das bedeutet, dass man mindestens acht Stunden vorher nichts mehr essen oder trinken darf. Außerdem kann es notwendig sein, dass während der Behandlung Gewebeproben entnommen werden. Diese können zu kurzzeitigen Blutungen führen. Aus diesem Grund müssen bestimmte Medikamente zur Blutverdünnung meist vorher ebenfalls abgesetzt werden. Dies sollte jedoch ausschließlich nach Absprache mit dem Arzt erfolgen.

Die Gastroskopie ist in der Regel schmerzfrei. Sie kann jedoch unangenehm sein und einen Würgereiz auslösen. Aus diesem Grund entscheiden sich manche Menschen dazu, sich ein Beruhigungsmittel verabreichen zu lassen. Dies ist jedoch optional. Die Untersuchung kann auch bei vollem Bewusstsein erfolgen. In jedem Fall wird jedoch der Mund-Rachen-Raum betäubt, um die Untersuchung zu vereinfachen. Eine Vollnarkose hingegen ist nur in den seltensten Fällen erforderlich.

Der Ablauf und Dauer der Gastroskopie

Ablauf einer Magenspiegelung

Ablauf einer Magenspiegelung (Abbildung: Designua | Shutterstock)

Die Magenspiegelung ist eine einfache und unkomplizierte Untersuchung und nimmt meist nur wenigen Minuten in Anspruch. Patienten, die über ein künstliches Gebiss verfügen, müssen dieses herausnehmen. Ansonsten wird ein Beißring zwischen die Zähne gelegt, der verhindert, dass während der Behandlung auf das Gastroskop gebissen wird. Anschließend wird der Schlauch in die Speiseröhre eingeführt, geht dann in den Magen und schließlich in den Darm. Meist wird der Magen dabei außerdem mit Luft aufgebläht, damit bessere Aufnahmen gemacht werden können. Die Luft wird nach der Behandlung wieder abgesaugt. Während der Gastroskopie kann sich der Arzt einen Überblick über die Situation verschaffen und die meisten Probleme schnell lokalisieren. Sollte es notwendig sein, können während der Behandlung auch Gewebeproben entnommen oder kleinere chirurgische Eingriffe durchgeführt werden. Anschließend wird das Gastroskop wieder zurückgezogen. Die Behandlung ist abgeschlossen.

Nach der Gastroskopie sollte man ca. zwei Stunden nichts essen. Ansonsten besteht die Gefahr des Verschluckens (Aspiration). Wurde vor der Behandlung eine örtliche Betäubung verabreicht, dann darf man außerdem 24 Stunden lang keine Maschinen bedienen. Das beinhaltet auch die Teilnahme am Straßenverkehr. Sollten nach der Behandlung Beschwerden wie Schwindel, Bluterbrechen, Schmerzen, etc. auftreten, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden.

Mögliche Risiken und Probleme

Bei der Magenspiegelung handelt es sich um einen Routine-Eingriff. Dieser ist in der Regel nicht mit größeren Risiken oder Problemen verbunden. Es kann jedoch gelegentlich vorkommen, dass der Arzt bei der Behandlung mit dem Gastroskop die Schleimhäute der Speiseröhre oder des Darms verletzt. Es kann dann zu Blutungen kommen, die jedoch meist ohne Behandlung abklingen. In besonders seltenen Fällen kann es vorkommen, dass der Arzt mit dem Gastroskop die Wand des Verdauungstraktes durchstößt (Perforation). Außerdem kann der Schlauch des Gastroskops den Kehlkopf reizen. Die Folge sind Heiserkeit und Schluckbeschwerden. Diese lassen jedoch nach einiger Zeit von allein wieder nach.

Manchmal ist es während der Magenspiegelung notwendig, dass der Arzt Gewebeproben entnimmt. In diesem Fall kommt es häufig zu leichten Blutungen. Diese sind jedoch selten gefährlich und versiegen in den meisten Fällen schnell. Sollten die Blutungen anhalten, ist es jedoch notwendig, einen Arzt aufzusuchen. Anzeichen hierfür sind zum Beispiel Blut im Stuhlgang oder auch ein blutiger Mund-Rachen-Raum bzw. Speichel.

Vorteile einer Gastroskopie

Gastroskop

Gastroskop (Foto: Doro Guzenda | Shutterstock)

Die Magenspiegelung bietet viele Vorteile bei der Diagnose von Krankheiten und Problemen im oberen Verdauungstrakt. Sie ist unkompliziert und lässt sich in kurzer Zeit erledigen. Darüber hinaus bekommt der Arzt Bilder in Echtzeit von den betroffenen Bereichen. Sollte es notwendig sein, können Fotos gemacht oder Gewebeproben entnommen werden, ohne das ein neuerlicher Eingriff erforderlich ist. Vor allem im Vergleich zu bildgebenden Untersuchungen, wie etwa einer Tomografie ist die Bildqualität hier deutlich besser, da die Aufnahmen direkt aus dem Inneren stammen. So lassen sich Probleme feststellen, die sich auf einfachen Röntgenbildern nicht oder nur schwer erkennen lassen

Alternativen zur Magenspiegelung

Zur Magenspiegelung gibt es einige Alternativen. Diese sind jedoch nicht so effektiv und zuverlässig wie die Gastroskopie. Eine Alternative bietet zum Beispiel die Röntgenuntersuchung. Hier können viele Gewebeveränderungen festgestellt werden. Das Problem ist jedoch, dass diese auf den Bildern meist erst sehr spät zu erkennen sind. Außerdem ist es bei der Röntgenuntersuchung nicht möglich, Gewebeproben zu entnehmen, sodass im Zweifel anschließend dennoch eine Magenspiegelung erfolgen muss. Ähnliches gilt für andere bildgebende Verfahren, wie die Computer- oder Kernspintomografie.

Sebastian Fiebiger: Hattest Du schon eine Magenspiegelung? Wie lief sie ab? Hattest Du Schmerzen?
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Kommentieren? 20.11.2017
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