PankreaskarzinomBauchspeicheldrüsenkrebs – Ursachen und Risikofaktoren

Welche Faktoren die Entstehung des Pankreaskarzinoms begünstigen und was man unternehmen kann, um sein eigenes Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs zu senken.

Bauchspeicheldrüsenkrebs

Bauchspeicheldrüsenkrebs – es gibt vermeidbare Ursachen (Abb.: Eraxion | Bigstock)

Die konkreten Ursachen für ein Pankreaskarzinom können nur in wenigen Fällen ermittelt werden. In manchen Fällen liegt eine genetische Disposition vor – oft in Familien, in denen zugleich ein Mammakarzinom (Brustkrebs) gehäuft auftritt. Die so genannten „Brustkrebsgene“ BRCA 1 und BRCA 2 stehen in Zusammenhang der Entstehung von Bauchspeicheldrüsenkrebs, insbesondere bei Männern. In manchen Familien werden diese Gene vom Vater auf die Tochter vererbt, wobei der Vater meist an einem Pankreaskarzinom und die Tochter an einem Mammakarzinom erkrankt. Die entsprechenden Tumore sind in der Regel äußerst aggressiv. In anderen Fällen sind die Ursachen eher in der Lebensweise zu suchen. Manchmal entsteht ein Pankreaskarzinom auch als Folge einer chronischen Entzündung der Bauchspeicheldrüse. Diese Risikofaktoren konnten in verschiedenen Vergleichs- und Beobachtungsstudien eingegrenzt werden.

Bauchspeicheldrüsenkrebs Ursachen und Risikofaktoren

Diese Faktoren erhöhen das Risiko für ein Pankreaskarzinom
genetische Disposition
chronischen Entzündung der Bauchspeicheldrüse
fleisch- und fetthaltige Kost
Übergewicht und Adipositas
zucker- und weißmehllastige Kost
Alkoholkonsum
Rauchen
Diabetes mellitus Typ 2
Magengeschwür / Magenoperation
Darm-/Magenpolypen
männliches Geschlecht

Lebensstil begünstigt Entstehung von Bauchspeicheldrüsenkrebs

Mutmaßlich spielt die Ernährung eine große Rolle bei der Entstehung von Bauchspeicheldrüsenkrebs. So zeigt die Statistik, dass eine gemüse- und ballaststoffreiche Kost einem möglichen Pankreaskarzinom entgegenwirken kann, während insbesondere Personen mit einer stark fleisch- und fetthaltigen Kost gefährdet sind. Vor allem an Adipositas leidende Patienten haben ein um 3,5 Prozent erhöhtes Risiko, an Bauchspeicheldrüsenkrebs zu erkranken. Das erhöhte Risiko lässt sich auf die ständige Überlastung der Bauchspeicheldrüse zurückführen, die mit der ungesunden Ernährung einhergehen. Demzufolge zählt auch eine stark zucker- und weißmehlhaltige Kost zu den Risikofaktoren. Auch bereits moderater Alkoholkonsum steht im Verdacht, die Entstehung von Bauchspeicheldrüsenkrebs zu begünstigen. Bei Frauen genügt bereits ein geringer täglicher Alkoholgenuss (etwa ein Glas Wein oder ein Bier), um das Risiko signifikant zu erhöhen. Weiterhin fördert der Genuss von Tabak die Entstehung eines Pankreaskarzinoms. Dafür ursächlich sind bestimmte im Tabakrauch enthaltene benzolhaltige Nitrosamine, die stark kanzerogen (d. h. krebsbildend) wirken. Dabei wird das individuelle Risiko nicht nur durch das aktive Rauchen erhöht, sondern auch durch Passivrauchen.

Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 („Altersdiabetes“) sind gefährdet

Patienten mit einem Diabetes mellitus Typ 2 (dem so genannten „Altersdiabetes“) haben ein stark erhöhtes Risiko für ein Pankreaskarzinom. Der oft fälschlicherweise als „Altersdiabetes“ bezeichnete Diabetes mellitus Typ 2 entsteht in fast allen Fällen durch Übergewicht, Bewegungsmangel und falsche Ernährung. Häufig dieser Diabetes durch Diät, Sport und eine Ernährungsumstellung erfolgreich therapiert werden.

Allerdings ist es auch möglich, dass ein neu entstehender Diabetes mellitus Typ 2 durch ein bereits vorhandenes Pankreaskarzinom verursacht wurde. Daher gilt es, insbesondere bei Neuerkrankungen ab dem 50. Lebensjahr, ein Pankreaskarzinom als Ursache auszuschließen.

Lage der Bauchspeicheldrüse im menschlichen Körper

Lage der Bauchspeicheldrüse im menschlichen Körper (Abb.: Nerthuz | Bigstock)

Pankreatitis aufgrund von Vorerkrankungen immer behandeln

Ebenfalls gefährdet sind Patienten mit einer chronischen Entzündung der Bauchspeicheldrüse. Diese kann wiederum verschiedene Ursachen haben und kann beispielsweise auf häufiges Sodbrennen zurückgeführt werden. Eine weitere Form der Pankreatitis ist dagegen erblich bedingt und sollte unter ärztlicher Beobachtung stehen. Aus diesen Gründen sollte schon allein aus prophylaktischen Gründen eine Pankreatitis (d. h. Entzündung der Bauchspeicheldrüse) stets behandelt werden, ebenso wie häufiges Sodbrennen. Um drei bis sieben Prozent erhöht ist auch das Risiko von Patienten, die sich einer Magenoperation – etwa aufgrund eines Magengeschwürs – unterzogen haben.

Genetische Ursachen sind häufig

Wie bei anderen Krebsarten auch scheinen bei manchen Arten des Bauchspeicheldrüsenkrebses erbliche Faktoren eine große Rolle zu spielen. Die mögliche Beteiligung der Brustkrebsgene BRCA 1 und BRCA 2 wurde bereits erwähnt, wobei eine Vererbung nicht nur vom Vater auf die Tochter, sondern auch von der Mutter auf den Sohn möglich ist. Daneben sind auch andere genetische Einflüsse denkbar. So vermuten Wissenschaftler eine Mutation auf dem neunten Chromosom als Ursache für genetisch bedingten Bauchspeicheldrüsenkrebs. In den meisten untersuchten Fällen konnte eine Schädigung des K-ras-Gens festgestellt werden. Dieses Gen ist für die Regulation von Differenzierungs- und Wachstumsprozessen verantwortlich, eine Mutation hat daher eine Entgleisung dieser Prozesse zur Folge. Vermutlich sind zwischen fünf und zehn Prozent aller Pankreastumore auf erbliche Ursachen zurückzuführen. Insbesondere bei familiären Häufungen von Bauchspeicheldrüsenkrebs sowie Brust- und Eierstockkrebs in direkter Verwandtschaftslinie gilt es, zusätzliche Risikofaktoren zu vermeiden und regelmäßig die Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchungen zu nutzen. Dabei sollte der Hausarzt vor allem das Blutbild im Blick behalten und erhöhte Entzündungswerte als Alarmsignal verstehen.

Geringer Einfluss von Umwelteinflüssen

Entgegen der landläufigen Meinung spielen Umweltgifte und andere umweltbedingte Faktoren bei der Entstehung eines Pankreaskarzinoms nur eine untergeordnete Rolle. Allerdings ist der Einfluss der Umwelt sowie vieler Chemikalien auf diese Krebsart noch nicht hinreichend erforscht worden, so dass noch keine abschließenden Aussagen in dieser Hinsicht getroffen werden können.

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Bauchspeicheldrüsenkrebs

BauchspeicheldrüsenkrebsDer Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom) gehört zu den eher seltenen, aber gefährlichen Krebserkrankungen mit einer schlechten Prognose. Der Tumor wächst häufig schnell, bildet Metastasen und Rezidive.

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