Wie gut sind Überlebenschancen?Bauchspeicheldrüsenkrebs – Verlauf, Prognose und Lebenserwartung

Wie hoch die Heilungschancen von Bauchspeicheldrüsenkrebs sind, welche Lebenserwartung Betroffene haben und was es dabei unbedingt zu beachten gilt.

Bauchspeicheldrüsenkrebs - Die Heilungschancen hängen vom Zeitpunkt der Diagnose ab

Bauchspeicheldrüsenkrebs – Die Heilungschancen hängen vom Zeitpunkt der Diagnose ab (Foto: leaf | Bigstock)

Potenziell ist jede Krebsart tödlich, Bauchspeicheldrüsenkrebs ist jedoch besonders gefährlich. Nur wenige Patienten überleben ein Pankreaskarzinom für einen längeren Zeitraum, was meist daran liegt, dass die heimtückische Erkrankung viel zu spät entdeckt wird. Der Bauchspeicheldrüsenkrebs macht sich in der Regel erst sehr spät bemerkbar und die häufigen Tumore dieses Krebses wachsen in den meisten Fällen sehr schnell. Daher gilt: Achten Sie unbedingt auf die – vielleicht nur leisen – Alarmzeichen Ihres Körpers und suchen umgehend einen kompetenten Arzt auf, sollten Sie Verdacht schöpfen.

Lebenserwartung bei Bauchspeicheldrüsenkrebs: Fast immer schlechte Prognose

Patienten mit einem diagnostizierten Pankreaskarzinom müssen sich in fast allen Fällen auf eine sehr schlechte Prognose und geringe Überlebenswahrscheinlichkeit einstellen. Diese Krebsart zählt mit etwa 140.000 Neuerkrankungen pro Jahr zwar nicht zu den häufigeren Tumorerkrankungen, steht aber dennoch in der Statistik der krebsbedingten Todesfälle an 9. Stelle. Das Robert-Koch-Institut führt ein Krebsregister, demzufolge die Wahrscheinlichkeit, einen Bauchspeicheldrüsenkrebs um fünf Jahre zu überleben, für Männer bei 6,4 Prozent liegt. Die Überlebenswahrscheinlichkeit für Frauen ist mit durchschnittlich 7,6 Prozent nur geringfügig höher. Die Heilungschancen steigen erheblich, wenn der Tumor operabel ist. In etwa 15 bis 20 Prozent der Fälle kann ein Pankreaskarzinom vollständig operativ entfernt werden. In diesem Fall erhöhen sich die Überlebenschancen für die ersten fünf Jahre nach der Erkrankung auf 22 bis 37 Prozent und sind umso höher, je früher der Krebs erkannt wird. Ist der Tumor sehr weit fortgeschritten und / oder hat bereits Metastasen gebildet, sinkt die Chance auf ein Überleben auf 0,2 bis 0,4 Prozent und gilt damit als extrem unwahrscheinlich.

Die so genannten Adenokarzinome, die zum exokrinen Pankreaskarzinom gehören, zählen dabei mit einem Anteil zwischen 80 und 90 Prozent der Bauchspeicheldrüsenkrebsfälle zu den häufigeren Formen – und zugleich zu den gefährlichsten. Bei diesen Tumoren sterben die Patienten in der Regel innerhalb von drei bis fünf Monaten nach der Diagnosestellung. Mit einem endokrinen Tumor dagegen lässt es sich durchaus mehrere Jahre leben, da diese Karzinome meist eher langsam wachsen. Auch das selten auftretende Zystadenokarzinom bietet eine vergleichsweise günstige Prognose, da es sehr lange örtlich begrenzt bleibt und nur wenige Metastasen bildet. In vielen Fällen kann jedoch die Überlebensrate auch bei exokrinen Tumoren erhöht werden, wenn eine (begleitende) Chemotherapie durchgeführt wird. Allerdings sprechen nicht alle Patienten auf diese medikamentöse Behandlung an.

Lage der Bauchspeicheldrüse im menschlichen Körper

Lage der Bauchspeicheldrüse im menschlichen Körper (Abb.: Nerthuz | Bigstock)

Heilungschancen sind umso höher, je früher der Krebs erkannt wurde

Besonders hoch ist die Überlebenswahrscheinlichkeit bei Patienten, deren Pankreaskarzinom vollständig operativ entfernt werden konnte – und dabei nicht größer als zwei Zentimeter war. Diese Betroffenen überleben die nächsten fünf Jahre mit einer Wahrscheinlichkeit von ca. 40 Prozent.

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Auch die Chance, nicht operablen Krebs mittels einer Chemotherapie zu besiegen bzw. zu verlangsamen, ist umso höher, desto früher er entdeckt wurde. Insbesondere die exokrinen Formen wachsen sehr schnell, sehr aggressiv und metastieren schnell. Die individuellen Heilungschancen werden nach folgenden Kriterien ermittelt:

  • Größe des Tumors
  • Beteiligung der Lymphknoten
  • Metastasen
Hinweis: Überlebensraten von Krebspatienten sind statistische Daten. Die individuelle Heilungschance kann nur der behandelnde Arzt einschätzen. Die Forschung arbeitet intensiv in neuen Methoden zur Behandlung von Bauchspeicheldrüsenkrebs. Ein Gewinn an Überlebenszeit ist also auch immer die Chance auf neue Therapieoptionen.

Nachsorge wahrnehmen: Häufig entsteht erneut ein Rezidiv

Im Anschluss an eine Therapie sollte stets eine Tumornachsorge erfolgen, die im ersten Jahr alle drei bis fünf Monate stattfindet. Auf diese Weise können neu entstehende Tumore rasch entdeckt und entsprechend behandelt werden. Nach einer überstandenen Erkrankung treten häufig neue Pankreaskarzinome auf, insbesondere in den ersten Monaten nach einer Operation. Bei manchen Patienten mit einem vermeintlich operablen Tumor stellt sich das tatsächliche Ausmaß der Erkrankung, d. h. die Metastasenbildung sowie die Größe des Tumors, erst während der Operation heraus.

Verlauf der Erkrankung

Zu Beginn ist der Tumor auf die Bauchspeicheldrüse begrenzt, kann jedoch rasch angrenzendes Gewebe und die Lymphknoten befallen. Insbesondere der Zwölffingerdarm, die Milz, die Galle, der Magen bzw. der Dickdarm sind dabei gefährdet. Einzelne Krebszellen erreichen über die Blutbahn sowie über das Lymphsystem auch Organe, die weiter entfernt sind. Hier entwickeln sich so genannte Tochtergeschwulste, die Metastasen. Im Falle des Pankreaskarzinoms treten Metastasen häufig in den Knochen sowie in der Lunge und in der Leber auf. Des Weiteren können sich weitere Tochtergeschwulste am Bauchfell entwickeln und Aszites (Bauchwasser) verursachen. Der tatsächliche Erkrankungsverlauf ist allerdings stark abhängig von der Lage des Pankreaskarzinoms: Exokrine Tumore wie das Adenokarzinom wachsen sehr schnell und breiten sich rasch über die Blutbahn aus. Endokrine Tumore wachsen und metastieren dagegen sehr langsam.

Was tun, wenn der Krebs nicht heilbar ist?

Die Diagnose „Sie haben Bauchspeicheldrüsenkrebs“ ist ein Schock sowohl für die Betroffenen als auch für deren Angehörige, da in vielen Fällen keine Hoffnung auf Heilung besteht. Doch auch, wenn der Krebs nicht heilbar ist, lässt sich die Lebensqualität meist recht lange aufrechterhalten, etwa mittels einer Chemotherapie. Mit dieser können Begleiterscheinungen der Erkrankung länger heraus gezögert werden. Zudem ist eine gute palliative Behandlung wichtig, um unnötige Schmerzen zu vermeiden. Auch sollte ein guter, erfahrener Psychoonkologe (d. h. ein Psychotherapeut mit psychoonkologischer Ausbildung) herangezogen werden, um Ängste und Probleme psychischer wie sozialer Natur zu lindern.

Sebastian Fiebiger: Weißt Du etwas über den Verlauf von Bauchspeicheldrüsenkrebs, das hier noch fehlt? Kennst Du neue Therapieoptionen? Schreib uns Deine Erfahrungen, Ergänzungen und Fragen – direkt unter diesem Artikel, in den Kommentaren. Du hilfst damit auch anderen Lesern. Wir freuen uns auch über Patienten- und Erfahrungsberichte.

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Kommentare:
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  • 🕝 Anonymous

    Vor einpaar Tagen ist ein von mir sehr geliebter Mensch an Bauchspeicheldruesenkrebs gestorben. Von der Diagnose bis zum Tod waren es 4 Monate. Chemotherapie hat nicht angeschlagen. Es ging sehr schnell.

  • 🕝 Anonymous

    Mein Mann hatte vor drei Jahrem ein Pankreascarcinom. 1,9×2,4 cm im Schwanz. Konnte alles entfernt werden, keine Metastasen. Keine grosse Whipple Op. Er lebt völlig beschwerdefrei u macht viel Sport. Wir sind guter Dinge. Er hatte keine Chemo.

  • 🕝 Anonymous

    Mein Mann ist 3 Wochen nach der Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs 3,5 *4 cm am Kopf der Bauchspeicheldrüse gestorben .Er hatte nur die letzte Woche starke Schmerzen. Er hatte keine Chemo.

  • 🕝 Anonymous

    meine Schwester bekam Ende August die Diagnose eines inoperablen Bauchspeicheldrüsenkrebs. Sie macht Chemo. Außerdem nimmt sie Hanföl THC…
    Blutwerte sind top. Sie hat in diesen 5 Monaten 11kg abgenommen. der Tumor ist einige Milimeter gewachsen, die Metastasen auf der Leber verwässern zum Teil. Sie bestreitet mit viel Pausen noch ihren eigenen Haushalt…Januar 2017.

  • 🕝 Wingenfeld

    Mein man hatte im Juli 2016 recht Zeit erkannt Bauchspeicheldrüsen Krebs und könnte als entfernt werden.ihm geht ganz gut.

  • 🕝 Anonymous

    Meine Mama ist tot. Diagnose: Juli 2014, Tod: November 2014
    Es ging ganz schnell. Bis zur Diagnose war sie fit.

  • 🕝 Anonymous

    mein Mann ist vor gut neun Monaten an Bauchspeicheldrüsenkrebs verstorben,bei der op in der MHH konnte alles entfernt werden und es kam wieder.Die erste Chemo hat er gut weggesteckt und wieder war alles weg.Es dauerte nicht lange und es wurde wieder was gefunden und es ging weiter mit Chemo ,wo er massiv abgebaut hat,aber der Onkologe machte uns mut,das kriegen wir in den Griff und wir haben es geglaubt.Zum schluß war er ein Pflegefall,mit Rollstuhl und Windeln.Hilfe von Medezinscher Seite hatten wir nicht,ich wollte Psychologische hilfe haben,wenigstens für meinen Mann,aber es gibt lange Wartezeiten,oder man ist Privatpatient.März2017

  • 🕝 Anonymous

    Mein Papa hat vor drei Wochen die Diagnose bekommen. Er wurde noch zweimal operiert, damit der Stuhlgang auf natürlichem Weg abgeht. Jetzt ist er eine Woche zu Hause, Fentanyl wurde von 50 bereits zweimal auf jetzt 100 erhöht. Es ist schrecklich und ganz schlimm zu sagen, aber ich hoffe dass er nicht mehr lange leidet. Bis vor drei Monaten war er noch fit.

  • 🕝 Anonymous

    Meine Mutter bekam im 1996 Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs hatte OP keine Metastasen war laut Ärzten geheilt nach 5 Jahren brach der Krebs wieder aus Diagnose August 2001 hatte dann Chemotherapie und Juli 2002 ist sie Gestorben dieser Krebs ist leider sehr schlimm wenn er richtig ausbricht da er sämtliche wichtigen Organe zerstört meine Mutter war zum Schluss Pflegefall mit Rollstuhl Windeln Hilfe bekamen wir keine habe sie bis zum Schluss selber Gepflegt

  • 🕝 Anonymous

    Meine Schwägerin hat vor einer Woche die Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs mit Metastasen auf der Lunge erhalten. die erste Chemotherapie ist bereits abgeschlossen. Nun folgen noch drei.
    Es fühlt sich soweit gut ausser dass sie sich sehr müde fühlt.
    Nun möchten wir nach Abschluss der Chemotherapien zusammen in die Ferien fliegen.
    Da Unsicherheit besteht bei meiner Scwägerin, hat da vielleicht jemand Erfahrung.

  • 🕝 Antje

    Ich habe damit keine Erfahrungen. Aber habt Ihr mal mit den behandelnden Ärzte über die Reisepläne gesprochen.

    So eine Reise wird mal selten bereuen. Wichtig ist aber, dass die medizinische Versorgung und ggf. auch eine schnelle Schmerztherapie / Rückreise sichergestellt ist.

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