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Spätfolgen und Komplikationen

Masern Spätfolgen (SSPE)

Nach medizinwissenschaftlichen Standards erstellt und geprüft. [Hinweise]
Masern SSPE

Eine SSPE entsteht, wenn Masernviren in das Gehirn einwandern (Abb.: Tyrannosaurus | Bigstock)

In diesem Artikel: Welche Spätfolgen eine Maserninfektion nach sich ziehen kann, wie dramatisch sie sind, wie oft sie auftreten und warum man sich und seine Kinder unbedingt davor schützen sollte.

Lesezeit: 3 Minuten

Vor allem immungeschächte Patienten (Säuglinge, Babys, Senioren, Schwangere, HIV-Patienten), die erstmals und ungeimpft mit dem Masernvirus in Kontakt treten, haben eine erhöhte Komplikationsrate. Schwere Mittelohrentzündungen, Lungenentzündungen oder gar eine Hirnentzündung (Enzaphalitis) können als Folge einer Maserninfektion auftreten.

Diese Krankheitsfolgen bergen ihrerseits das Risiko, dauerhafte Folgeschäden zu hinterlassen:

  • Mittelohrentzündung: Schwerhörigkeit, Taubheit
  • Lungenentzündung: eingeschränkte Lungenfunktion / -leistung
  • Hirnentzündung: neurologische Störungen

Subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE)

Die SSPE ist die wohl dramatischste Spätfolge einer Masernerkrankung. Sie tritt oft erst Monate oder Jahre (im Mittel 4-10 Jahre) nach der eigentlichen Infektion auf und verläuft in der Regel – auch mit moderner medizinischer Behandlung – tödlich.

Im Zuge der SSPE dringen Masernviren in das Gehirn ein und verbleiben dort längere Zeit, ohne Beschwerden zu verursachen. Werden sie reaktiviert, lösen sie einen schleichenden Entzündungsprozess aus, in dessen Folge das Gehirn an Leistungsfähigkeit verliert. Im weiteren Verlauf fallen selbst essentielle Hirnfunktionen aus. Der Patient leidet unter Demenz, Krampfanfällen und Muskelzuckungen.

Eine SSPE führt i.d.R. innerhalb von 1-3 Jahren zum Tod des Patienten. Die häufigste Todesursache ist eine Lungenentzündung, die durch die nicht mehr funktionierende Hirn-Muskel-Steuerung entsteht.

Symptome: Erste Anzeichen der SSPE

Dass eine SSPE meist erst Jahre nach der Maserkinfektion bei vermeintlich gesunden Menschen auftritt, erschwert die Diagnose. Erste Anzeichen können:

  • Leistungsrückgang in Schule oder Beruf
  • Entwicklungsstörungen bei Kindern
  • Vergesslichkeit
  • Persönlichkeitsveränderungen
  • Schlaflosigkeit
  • Schluckstörungen

sein. Diese Symptome sind jedoch unspezifisch und ähneln denen anderer neurologischer Erkrankungen – bspw. denen eines Hirntumors.

Im weiteren Verlauf treten Muskelzuckungen, Krampfanfälle und Sprachstörungen auf. Auch über Sehstörungen wird berichtet. In der letzten Phase der Erkrankungen treten Anomalien von Puls und Blutdruck auf. Und der Patient fiebert dauerhaft.

Häufigkeit der Masern-Spätfolgen

Die SSPE hat einer jüngeren Studie zufolge eine Häufigkeit von 1:3.300. Von 3.300 Kindern, die an Masern erkranken, entwickelt eines eine SSPE und stirbt daran.1 Früher ging man davon aus, dass die SSPE deutlich weniger häufig auftritt. (zunächst 1:100.000, später dann 1:15.000)


Medizinjournalist


An dieser Stelle ein paar persönliche Worte: Wir leben in einer Zeit, in der dramatische Schicksale durch Masern fast immer zu verhindern sind. Es existiert eine gut verträgliche Schutzimpfung gegen das Virus.

Lassen Sie sich bitte nicht von sogenannten „Impfkritikern“ in die Irre führen. Das sind keine „Kritiker“, die wissenschaftbasiert Kritik an existierenden Impfstoffen äußern, sondern Menschen, die eine Agenda jenseits der Wissenschaft verfolgen.

Als Vater kann ich nur sagen, dass ich keine Lust habe, meinem Kind beim langsamen, grausamen Sterben zuzusehen und einen jahrelangen Prozess des geistigen und körperlichen Verfalls zu begleiten. Deshalb ist mein Kind geimpft.


1 – Studie: Epidemiology of Subacute Sclerosing Panencephalitis (SSPE) in Germany from 2003 to 2009: A Risk Estimation, Katharina Schönberger, Maria-Sabine Ludwig, Manfred Wildner, Benedikt Weissbrich, PLoS One. 2013; 8(7): e68909, Published online 2013 Jul 9. doi: 10.1371/journal.pone.0068909, PMCID: PMC3706451 PMID: 23874807 (Link zur Studie)

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