Schlaganfall vorbeugenWie das Schlaganfall-Risiko minimiert werden kann

Wie man einem Schlaganfall vorbeugen kann, was die Hauptursachen für einen Schlaganfall sind und was man unbedingt beachten sollte, wenn man sein Risiko senken will.

Es gibt Möglichkeiten, einem Schlaganfall vorzubeugen

Es gibt Möglichkeiten, einem Schlaganfall vorzubeugen (Foto: Sebastian Kaulitzki | Shutterstock)

In Deutschland erleiden jedes Jahr mehr als 200.000 Menschen einen Schlaganfall. Dabei sind die ersten Anzeichen für den Hirninfarkt Sehstörungen, Schwindel und Kopfschmerzen. Ein Schlaganfall wird meist durch die Folgen einer Gefäßverkalkung der Gehirngefäße hervorgerufen. Durch einen gesunden Lebensstil können bestimmte Risikofaktoren minimiert oder sogar ausgeschaltet werden. Hauptrisikofaktoren für eine Arteriosklerose, also einer Gefäßverkalkung, sind Bluthochdruck, erhöhte Blutfettwerte, Zuckerkrankheit, Übergewicht und Bewegungsmangel sowie das Rauchen. Die gute Nachricht ist, dass einiges gegen das Risiko eines Gehirnschlags schon im Vorfeld unternommen werden kann.

Regelmäßige Bewegung als gesunder Lebensstil

Menschen, die an Diabetes leiden oder an erhöhten Blutfettwerten sowie an Bluthochdruck gehören zu der größten Risikogruppe für einen möglichen Schlaganfall. In all diesen Fällen, aber auch bei Übergewicht, ist ausreichende und regelmäßige Bewegung das Um und Auf für einen gesunden Lebensstil. Schon ein Spaziergang zweimal die Woche hilft, das Erkrankungsrisiko zu minimieren. Durch die Bewegung an der frischen Luft werden die Gefäße mit ausreichend Sauerstoff versorgt und so wirksam vor Gefäßverkalkung geschützt. Optimal, und auch um eventuelles Übergewicht zu minimieren, ist eine tägliche Bewegung von etwa 30 Minuten. Ausdauertrainingsarten, wie Walken oder Joggen, eignen sich hier ideal, um Bluthochdruck zu minimieren. Auch durch die damit verbundene Gewichtsreduktion wird der Bluthochdruck, und damit das Risiko eines Schlaganfalls, gesenkt. Diese täglichen Bewegungen müssen aber nicht unbedingt in Hochleistungssport ausarten. Beispielsweise können statt der Rolltreppe oder dem Lift einfach die Stufen genommen und so körperliche Aktivitäten in den Alltag eingebaut werden.

Mit einer ausgewogener Ernährung einen Schlaganfall vorbeugen

Auch im Bereich der Ernährung kann einiges zur Vorbeugung gegen Schlaganfall getan werden. Obst und Gemüse auf dem täglichen Speiseplan hilft, das Risiko eines Schlaganfalls um bis zu 35 Prozent zu minimieren. Auch die Reduzierung von Salz, Zucker und tierischen Fetten senkt den Cholesterinwert und hilft, Übergewicht zu reduzieren. Raucher sind um zwei- bis dreimal höher gefährdet, einen Schlaganfall zu erleiden. Wer das Rauchen reduziert oder gar einstellt, lebt nicht nur hinsichtlich auf mögliche Schlaganfälle gesünder.

Puls messen als gute Vorsorge

Etwa ein Drittel aller Schlaganfälle wird durch eine Herzrhythmusstörung, einem sogenannten Vorhofflimmern, ausgelöst. Diese Herzrhythmusstörung äußert sich durch ein unregelmäßig schlagendes Herz sowie durch einen rasenden Puls von bis zu 160 Schlägen in der Minute. Normalerweise bleibt dieses Vorhofflimmern unentdeckt, da es vollkommen symptomlos passiert. Gerade ältere Menschen sollten deshalb regelmäßig den Puls selbst messen, um diese mögliche Erkrankung frühestmöglich zu entdecken und so einen weiteren Risikofaktor eines Gehirnschlags zu minimieren.

Studien und Updates

Obst und Gemüse – niederländische Forscher haben über einen Zeitraum von 10 Jahren rund 20.000 Menschen im Alter von 20 – 65 Jahren beobachtet. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass für die Vorbeugung eines Schlaganfalls deutlich mehr Obst und Gemüse konsumiert werden muss, als das etwa zur Herzinfarkt-Prophylaxe nötig ist. Die Früchte sollten roh konsumiert werden, um ihren schützenden Effekt zu entfalten. Für eine Senkung des Schlaganfall-Risikos um 30 Prozent sollten ca. 500 Gramm pro Tag konsumiert werden. Insbesondere weißfleischige Früchte eigenen sich zur Vorbeugung vor einem Schlaganfall.

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Kaffee – Kaffeekonsum kann das Risiko für einen Schlaganfall offenbar erheblich minimieren. Zu diesem Ergebnis kommt jedenfalls die „Nurses Health Story“, die von 1980 – 2004 die Lebensgewohnheiten und die Gesundheit von rund 80.000 Krankenschwestern untersuchte. Die von spanischen und amerikanischen Wissenschaftlern ausgewerteten Daten lassen den Schluss zu, dass das Schlaganfall-Risiko mit der Höhe des Kaffeekonsums fällt. Besonders vom Kaffeekonsum profitieren Nichtraucher.

Magnesium – eine schwedische Metastudie kommt zu dem Ergebnis, dass eine magnesiumreiche Ernährung das Schlaganfallrisiko deutlich senkt. Pro 100 Miligramm zusätzlich aufgenommenem Magnesium sinkt – den Forschern zufolge – das Risiko für einen Schlaganfall um 9 Prozent. Der Metastudie lagen sieben Studien mit insgesamt 250.000 Teilnehmern aus den USA, Asien und Europa zugrunde.

Stress – der lange vermutete Zusammenhang zwischen Stress und Schlaganfallrisiko wurde jetzt durch eine amerikanische Studie untermauert. Die Untersuchung im Rahmen des „Chicago Health and Ageing Projects“ konnte zwar keinen eindeutigen Zusammenhang zwischen Stress und dem der Eintrittswahrscheinlichkeit eines Schlaganfall-Vorfalls nachweisen. Wohl aber ist das Sterberisiko bei gestressten Patienten deutlich höher.

Schokolade – auch die häufig als ungesund verschriene Schokolade scheint einen positiven Effekt auf das Schlaganfallrisiko zu haben. Das belegt eine schwedische Studie an 37.000 schwedischen Männern zwischen 45 und 79 Jahren. Die fleißigsten Schokoladenesser unter den Teilnehmern hatten ein um 17 Prozent geringeres Risiko für einen Schlaganfall. Zurückgeführt wird die positive Wirkung auf die in der Schokolade enthaltenen Flavonoide, die sich günstig auf den Blutdruck, die Insulinresistenz und die Blutfette auswirken.

Betablocker – da Betablocker wirksam gegen hohen Blutdruck eingesetzt werden und dieser als Risikofaktor für Schlaganfälle gilt, lag die Vermutung nahe, sie würden eine vorbeugende Wirkung entfalten. Dem widerspricht aber eine us-amerikanische Studie. Die von der „Universität New York School of Medicine“ durchgeführte Untersuchung sieht keine protektive Wirkung durch Betablocker. Durchgeführt wurde die Studie mit 44.708 Probanden über drei Jahre.

Vitamin C und E – Während Vitamin C das Schlaganfallrisiko deutlich senkt, erhöht eine hohe Zufuhr an Vitamin E das Risiko. Zu diesen Ergebnissen kommt eine italienische Studie, an der 41.620 Probanden teilnahmen. Eine Zufuhr von 210 Miligramm Vitamin C pro Tag kann der Studie zufolge das Risiko für eine  Schlaganfall um 42 Prozent senken. Eine Zufuhr von ca. 11 Miligramm Vitamin E pro Tag erhöht das Risiko eines Schlaganfalls um etwa das Dreifache.

Quellen & Links

1 Studie: Obst und Gemüse zur Vorbeugung vor einem Schlaganfall
2 Studie: Aufwirkung des Kaffeekonsums auf das Schlaganfall-Risiko
3 Studie: Magnesiumreiche Ernährung senkt Schlaganfallrisiko
4 Studie: Stress erhöht Sterberisiko bei einem Schlaganfall
5 Studie: Schokoladenkonsum senkt Risiko für Schlaganfall
6 Studie: Kein Schlaganfall-Schutz durch Betablocker
7 Studie: Vitamin C und E mit Auswirkungen auf das Schlaganfallrisiko

Sebastian Fiebiger: Hast Du Angst vor einem Schlaganfall? Warum? Was unternimmst Du, um Dein Risiko zu senken? Was hat Dir Dein Arzt empfohlen? Schreib uns Deine Ergänzungen, Erfahrungen und Fragen – direkt unter diesem Artikel, in den Kommentaren. Du hilfst damit auch anderen Lesern!

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