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Welcher Blutdruck ist normal?

Blutdruck

Nach medizinwissenschaftlichen Standards erstellt und geprüft. [Hinweise]
Ein Blutdruck von mehr als 140 / 90 gilt als erhöht

Ein Blutdruck von mehr als 140 / 90 gilt als erhöht (Foto: Helmut Spoonwood | Shutterstock)

≡ Inhaltsverzeichnis

Welche Ursachen ein zu hoher oder zu niedriger Blutdruck haben kann, wie man mit einer Umstellung der Ernährung darauf reagieren kann, welche Faktoren den Blutdruck erhöhen.

Lesezeit: 29 Minuten

Der normale Blutdruck

Ein normaler Blutdruck (Normalwert) ist eine Voraussetzung für ein gesundes Leben. Bluthochdruck gehört zu den bedeutendsten Gesundheitsrisiken des Menschen. Als normaler Blutdruck gelten Werte zwischen 100 und 130 mmHg systolisch. Zielwert: Als medizinisch “optimal” gelten Blutdruckwerte um 120 zu 80. Es handelt sich bei der gängigen Blutdruckmessung am Oberarm um die Erfassung des arteriellen Blutdrucks in den herznahen Arterien.

* Blutdruckwerte: Richtwert der American Heart Association und des American College of Cardiology. Die anderen Werte sind die Normwerte der Hochdruckliga und der European Society of Cardiology. Die Hypertonie Grade entsprechen der Klassifizierung der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Einheit: mmHg (Millimeter Quecksilbersäule)

Blutdruck: Die Werte

Der ermittelte Wert setzt sich aus zwei Teilen zusammen, dem systolischen und dem diastolischen Wert. Die Systole beschreibt den Druck in den Arterien während des Blutausstroms aus dem Herzen und die Diastole denjenigen der Füllungsphase des Herzens. Die Höhe des Blutdrucks wird von vielen Faktoren beeinflusst. Körperliche Anstrengung oder nervlicher Stress treiben ihn kurzzeitig in die Höhe, ohne gleich als krankhaft angesehen zu werden.

Blutdruckschwankungen

Blutdruckschwankungen kommen relativ häufig vor und sind im bestimmten Rahmen auch nicht krankhaft. Starke Blutdruckschwankungen und Schwankungen des Blutdrucks, die neu aufgetreten sind, sollten aber ärztlich abgeklärt werden, da sie durchaus auch Anzeichen einer ernsthaften Erkrankung sein können. Bei der Diagnose eines schwankenden Blutdrucks sind regelmäßige Messungen im Tagesverlauf hilfreich. Wird die Blutdruckkurve dann mit Notizen des Tagesablaufs abgeglichen, sind häufig schon Faktoren erkennbar, die den Blutdruck beeinflussen.

Weißkitteleffekt

Wie sensibel der Blutdruck auf Stress und Aufregung reagieren kann, zeigt der sogenannte „Weißkitteleffekt“. Viele Patienten zeigen bei der Messung in der Sprechstunde ihres Arztes deutlich höhere Werte als bei der Selbstmessung. Die angespannte Situation in der Behandlung und die Gegenwart eines Arztes steigern die Nervosität und damit den Blutdruck.

Der normale Blutdruck nach Lebensalter

Altersystolisch in mmHGdiastolisch in mmHG
Frühgeborene45-50
Neugeborene70-80
Baby (bis 3 Monate)70-85
Kleinkind (bis 1 Jahr)85-9560
Kind (bis 9 Jahre)95-10060-70
Jugendlicher (bis 14 Jahre)101-11068-74
Erwachsener120-12980-84
Senioren< 140< 90

Isolierte systolische Hypertonie (Altershochdruck)

Blutdruckwerte im Alter: Bei ausschließlich systolischer Druckerhöhung spricht man häufig vom sogennanten „Altershochdruck“, denn der systolische Blutdruck steigt mit zunehmendem Lebensalter kontinuierlich an, während der diastolische im sechsen Lebensjahrzehnt seinen Zenith erreicht und danach häufig wieder rückläufig ist.

Die Bezeichnung „Altershochdruck“ verharmlost dieses Krankheitsbild allerdings. Patienten profitieren durchaus von einer Senkung des systolischen Drucks. Sprechen Sie auch bei isoliert erhöhten systolischen Werten mit ihrem Arzt.

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Blutdruck bei Kindern

Für Kinder gibt es keine Pauschalwerte für den normalen Blutdruck. Kinder befinden sich in einem dynamischen Wachstums- und Entwicklungsprozess und die körperliche Entwicklung ist sehr individuell.

Zur Bestimmung des Normalwerts nutzt man Perzentilenkurven, die das Lebensalter und die Körpergröße berücksichtigen. Die Kurven zeigen einen Korridor, in dem sich 95 Prozent der vergleichbar entwickelten Kinder befinden. Weicht der Blutdruck davon nach oben ab, besteht Abklärungsbedarf.

Kindliche Hypertoniker sind zwar selten, aber der Trend ist steigend. Es ist vermutlich unsere westliche Lebensweise – geprägt von Bewegungsmangel und Überernährung – die auch im Kindesalter den Bluthochdruck auf den Vormarsch schickt. Das Fatale: Da Bluthochdruck nur selten symptomatisch wird, bleibt er meist unentdeckt und kann mittelfristig Folgeschäden auslösen.

Ab dem dritten Lebensalter Blutdruck prüfen

Es ist daher ratsam, auch bei Kindern den Blutdruck von Zeit zu Zeit zu überprüfen – idealerweise in einer 24-Stunden-Messung – und mit den Referenzkurven zu vergleichen. Besonders gefährdet sind übergewichtige Kinder und solche, die aus Familien stammen, die bereits von Bluthochdruck geprägt sind.

Faktoren, die den Blutdruck erhöhen

  • koffeinhaltige Getränke (Cola, Tee, Kaffee)
  • hoher Salzkonsum
  • Stress, Aufregung, Nervosität
  • körperliche Anstrengung
  • Infektionen, Erkältung
  • Fieber

Blutdrucktabelle: Richtwerte für Erwachsene

Einstufungsystolisch in mmHgdiastolisch in mmHg
Hypotonie< 90< 60
niedrig< 110< 70
optimal< 120< 80
normal< 130< 85
hochnormal130-13985-89
Hypertonie Grad I140-15990-99
Hypertonie Grad II160-179100-109
Hypertonie Grad III> 180> 110
Hypertensiver Notfall> 210110-140
systolische Hypertonie> 140< 90
US-Grenzwert1 für Bluthochdruck bis 2017> 140> 90
US-Grenzwert1 für Bluthochdruck seit 2017> 130> 80

Krankhafte Ursachen für zu hohen Blutdruck

Folgende Erkrankungen haben einen hohen Blutdruck als Begleiterscheinung:

Erhöhter Blutdruck als Begleitsymptom anderer Krankheiten
Borreliose
Burnout Syndrom
Hashimoto
Histaminintoleranz
Leberzirrhose
Menopause
Nierenentzündung
Niereninsuffizienz
Nierenversagen
Magnesiummangel
Präeklampsie
Schilddrüsenüberfunktion
Wechseljahre

Auch diverse Herzkrankheiten können sich in einem erhöhten Blutdruck manifestieren.

Hypertonie: Bluthochdruck

Liegen die Blutdruckwerte allerdings dauerhaft über 140/90 mmHg, so liegt eine Hypertonie, also das Krankheitsbild des Bluthochdrucks vor. Die Gefahr dieser Krankheit liegt in der folgenden Schädigung der Gefäßwände durch die permanente Überbelastung der Arterien. Dadurch steigt das Risiko einen Herzinfarkt oder eine Lungenembolie zu erleiden.

Zur Behandlung einer bestehenden Hypertonie ist es wichtig ein eventuell vorhandenes Übergewicht über eine den Hochdruck angepasste Diät zu reduzieren. Eine kochsalz- und fettarme Ernährung, sowie ausreichend körperliche Bewegung tragen hierzu bei und stärken gleichzeitig die Blutgefäße. Des Weiteren sollten Alkohol und Nikotin gemieden und eine Dauerbelastung durch Stress, Ängste oder Konflikte mittels Entspannungsübungen behoben werden. Die Blutdrucksenkung über Medikamente – bspw. Betablocker – ist immer nur die zweite Wahl.

Trend: Blutdruck-Normalwerte

Ein normale Blutdruck ist eine wichtige Voraussetzung für körperliche Gesundheit

Ein normale Blutdruck ist eine wichtige Voraussetzung für körperliche Gesundheit (Foto: Piotr Adamowicz | Shutterstock)

In der Wissenschaft wird der Normalbereich für den menschlichen Blutdruck kontrovers diskutiert. Während eine ganze Reihe von Medizinern inzwischen höhere Grenzwerte befürwortet, um gerade ältere Patienten nicht unnötig medikamentös therapieren zu müssen, sprechen sich Befürworter von Blutdrucksenkern für niedrigere Werte aus, um frühzeitig Gefäß- und Folgeschäden vorzubeugen.

Die „European Society of Hypertension“ (ESH) und die „European Society of Cardiology“ (ESC) haben ihre Empfehlungen erst 2013 nach oben angepasst. Statt bislang 130 zu 80 gilt fortan erst 140 zu 90 als medikamentös behandlungsbedürftiger Blutdruck. Für Menschen über 80 Jahren hat man den Wert so gar auf 160 (systolisch) angehoben. Ein erhöhter Blutdruck unterhalb dieser Schwellen solle – so die Wissenschaftler – durch Ernährungsumstellung und Bewegung therapiert werden.

Eine umstrittene US-Studie aus 2016 kommt hingegen zu dem Ergebnis, dass Patienten davon profitieren, wenn man ihren Blutdruck auf 120 (systolisch) absenkt. Deutsche Ärzte sehen das eher kritisch, da die Gesundheitsvorteile eines niedrigeren Blutdruckwerts gegen die Nebenwirkungen der Medikamente abgewogen werden müssen.

In den USA gibt es einen gegenläufigen Trend. So haben die American Heart Association und das American College of Cardiology ihre Grenzwerte erst 2017 von 140 zu 90 auf 130 zu 80 abgesenkt und damit die Anzahl der Bluthochdruck-Patienten deutlich erhöht. Schätzungen gehen von ca. 30-40 Millionen zusätzlichen Bluthochdruck-Betroffenen aus.

Hypertensive Krise

Plötzlich stark ansteigende Blutdruckwerte auf über 210 zu 120 bezeichnet man als hypertensive Krise. Sie ist ein medizinischer Notfall bedarf sofortiger medizinischer Behandlung. Wählen Sie bitte 112 und fordern Sie sofort notmedizinische Hilfe an.

Der Zusammenhang zwischen Puls und Blutdruck

Der Puls bezeichnet die Intensität und die Anzahl der Impulse, die innerhalb einer Minute vom Herz ausgesandt werden. Im Rahmen der Druckverhältnisse in den Blutgefäßen kommt dem Puls eine äußerst wichtige Rolle zu. Die drei organischen Mechanismen für die Blutdruckkontrolle sind:

  • die Puls- bzw. Herzfrequenz
  • das Schlagvolumen
  • der periphere Widerstand

Bei einem gesunden Menschen liegt die Herzfrequenz bei 60 bis 80 Schlägen pro Minute. Bei dem Schlagvolumen handelt es sich um die Menge an Blut, die vom Herzen in die Peripherie weitergeleitet wird. Im Durchschnitt sind das 70 Milliliter (0.07 Liter). Bei einem Pulsschlag von 70 Schlägen pro Minute verarbeitet das Herz mehr als 4 Liter Blut. Diese Menge entspricht etwa dem Blutvolumen eines Erwachsenen. Der Blutdruck liegt im direkten Verhältnis zum Herzzeitvolumen und dem peripheren Widerstand und wird mit Hilfe folgender Formel ausgerechnet:

Blutdruck = Herzfrequenz * Schlagvolumen * peripherer Widerstand

Bei aktiven Sportlern ist der Herzmuskel gut durchtrainiert, sodass das Herz in der Lage ist, ein erhöhtes Schlagvolumen zu erzeugen. Statt den durchschnittlichen 0.07 Liter, pumpt ein Sportlerherz in vielen Fällen mehr als 100 Milliliter pro Herzschlag. Da der menschliche Organismus etwa 4 – 5 Liter Blut zirkulieren lassen muss, um alle Organe mit ausreichender Menge Blut zu versorgen, haben aktive Sportler einen niedrigeren Ruhepuls. Bei einem Schlagvolumen von mehr als 100 Milliliter muss das Herz lediglich 45 – 50 Mal pro Minute schlagen, um den benötigten Wert von 4 – 5 Liter Blut zu erreichen.

Rauchen und Blutdruck

Rauchen steht in einer direkten Beziehung zum Bluthochdruck. Wer regelmäßig mehrere Zigaretten raucht, wird früher oder später mit hoher Wahrscheinlichkeit an Bluthochdruck erkranken. Der Grund hierfür ist die Tatsache, dass die Schadstoffe des Rauchs über Jahrzehnte in den Organismus eindringen und dort erhebliche Schäden verursachen. Der Genuss einer Zigarette führt bereits innerhalb von 30 Sekunden zum erhöhten Blutdruck. Das zentrale Nervensystem (ZNS) reagiert unmittelbar auf die in einer Zigarette enthaltenen Schadstoffe und löst dabei verschiedene Veränderungen im Organismus aus, die einen erhöhten Blutdruck begünstigen:

Verengung der Blutgefäße

Bei einer Verengung der Blutgefäße kann das Blut nicht mehr mit einer normalen Geschwindigkeit durch die Gefäße fließen, sodass der Blutdruck erhöht werden muss, um auch periphere Körperteile (Beine, Arme) gut mit Blut versorgen zu können.

Erhöhung der Herzfrequenz

Der Konsum von Zigaretten löst eine Erhöhung der Herzfrequenz aus, die wiederum einen höheren Blutdruck begünstigt.

Schädigung der Blutgefäße

Die Schadstoffe, die in Zigaretten enthalten sind, zerstören im Laufe der Zeit die Innenwände der Blutgefäße. Es kommt über kurz oder lang zur Vernarbung, wodurch der Durchmesser der Blutgefäße verkleinert wird. Um sich diesen neuen Umständen anzupassen, wird der Blutdruck erhöht. Aktuellen Studien zufolge erhöht sich der Blutdruck beim täglichen Konsum von Zigaretten um bis zu 10 mmHg.

Rauchen erhöht auch kurzfristig den Blutdruck

Jenseits des langfristig negativen Einflusses auf den Blutdruck, lässt das Rauchen den Blutdruck auch kurzfristig steigen. In den ersten 5 Minuten des Rauchens steigt der Blutdruck um etwa 20 mmHg und erreicht dort – auch bei sonst gesunden Menschen mit Normaldruck – Werte im Bereich des Bluthochdrucks. Es dauert ca. eine halbe Stunde, bis der Blutdruck wieder auf den Normalwert sinkt. Ursächlich für diesen periodenweise erhöhten Blutdruck bei Rauchern ist die gefäßverengende Wirkung des Tabakrauchs.

Sport und körperliche Aktivität

Körperliche Aktivität treibt den Puls in die Höhe. Von Ausdauersport heißt es dennoch, er wirke sich Blutdruck senkend aus. Kann Sport also den Blutdruck senken oder ist körperliche Anstrengung eher kontraproduktiv?

Regelmäßige körperliche Bewegung steht in dem Ruf, sich positiv auf das Herz-Kreislauf-System auszuwirken und Bluthochdruck vorzubeugen. Das können auch gemäßigtere Aktivitäten sein. Insbesondere, wenn der Blutdruck bereits die Normwerte überschreitet, sollte Bewegung regelmäßig, aber dosiert stattfinden. Das bezieht sich auf den Grad der Belastung, der immer auf die Konstitution des Betroffenen abgestimmt sein sollte, aber auch auf die Art der sportlichen Betätigung.

Geeignete Sportarten

Geeignet ist jeglicher Ausdauersport. Dazu zählen zum Beispiel Joggen, Walking, Radfahren, Schwimmen und Wandern. Daneben empfiehlt sich der gezielte Muskelaufbau durch Krafttraining, allerdings ebenfalls wohl dosiert und auf Ausdauer statt auf Muskelmasse ausgerichtet.

Beim Ausdauertraining wird darauf geachtet, dass sich der Puls in einem gewissen Rahmen bewegt. Dem Körper sollen keinesfalls Höchstleistungen abverlangt, geschweige denn soll er überlastet werden. Ziel ist die Leistungsfähigkeit des Herzens, welches unermüdlich das Blut pumpt, langsam zu steigern. Wichtig ist Regelmäßigkeit, ideal sind drei bis fünf Einheiten von etwa 30 Minuten pro Woche. Anfangs kann die Belastungsdauer jedoch durchaus geringer sein – das optimale Pensum unterscheidet sich mit der individuellen Belastbarkeit.

Leichtes Krafttraining: Werden durch leichtes Krafttraining zusätzlich gezielt Muskelgruppen gestärkt, wirkt sich das positiv auf den Stoffwechsel aus. Dabei wird mit weniger Gewicht, aber vielen Wiederholungen gearbeitet. Wer das wöchentliche Idealpensum nicht schafft, ist dennoch gut beraten, sich regelmäßig zu bewegen. Spaziergänge an der frischen Luft sind für den Blutdruck besser, als ein völliger Mangel an körperlicher Aktivität. Bei akutem Bluthochdruck ist es außerdem ratsam, sich vorab untersuchen und einen auf die Konstitution abgestimmten Belastungsplan erstellen zu lassen, der kontinuierliche, wiederkehrende Bewegungsabläufe umfasst.

Blutdruck richtig messen

Die Selbstmessung ist ein wichtiger Teil der Früherkennung von Vorsorge. Ein Messgerät sollte deshalb in jedem Haushalt vorhanden sein. Verlässliche Blutdruckmessgeräte gibt es heute schon für unter 50 Euro. Bei der Auswahl helfen Fachhändler und Tests in Verbraucher- und Fachmagazinen. Sie können mit dem gekaufen Gerät auch zum Arzt oder in die Apotheke gehen und eine Vergleichsmessung durchführen lassen.

Wichtig ist eine entspannte Körperhaltung während der Messung. Suchen Sie sich am besten einen ruhigen Ort, setzen Sie sich und lassen sie ein paar Minuten verstreichen, um sich zu entspannen. Die Beine stellen Sie parallel auf den Boden (überschlagene Beine erhöhen den Blutdruck) und achten Sie darauf, dass sich die Messmanschette in etwa auf Herzhöhe befindet.

Führen Sie mehrere Messungen durch, um Ausreißer und Messfehler zu vermeiden. Achten Sie darauf, dass sie nicht zur Toilette müssen. Stuhl- oder Harndran erhöhen den Blutdruck deutlich.

Ist die Messung am Oberarm oder am Handgelenk genauer?

Während früher die Oberarmmessung präferiert wurde, bestehen heute faktisch kaum noch Unterschiede in der Präzision. Gute Messgeräte für den Oberarm und für das Handgelenk messen gleichermaßen genau.

Sollte ich den Blutdruck links oder rechts messen?

Das spielt keine große Rolle, sodass der bequemere Arm gewählt werden kann. Sollten beide Messwerte aber erheblich abweichen, gilt der höhere Wert.

Sollte man den Blutdruck vor oder nach dem Essen messen?

Der Blutdruck sollte immer zur selben Zeit vor dem Essen gemessen werden. Auf keinen Fall sollte der Blutdruck direkt nach einer Mahlzeit gemessen werden. Das Blut fließt nach dem Essen in die Verdauungsorgane, sodass der Blutdruck in Armen und Beinen abfällt, was zu einer Verfälschung der Messergebnisse führen kann. Es sollte daher mindestens eine Stunde zwischen einer Mahlzeit und dem Messen des Blutdrucks liegen.

Zu welcher Tageszeit sollte man den Blutdruck messen?

Der Blutdruck hat einen bestimmten Tagesrhythmus, das ist der circadiane Rhythmus des Blutdrucks. Morgens nach dem Aufstehen – zwischen acht und neun Uhr – ist er am höchsten, das ist der erste Gipfel. Mittags fallen die Werte ab. Nach einem Mittagsschlaf können sie wieder leicht erhöht sein. Nachmittags zwischen vier und fünf Uhr kommt es zu einem zweiten Gipfel, der nicht ganz so hoch ist wie morgens. In der Nacht pendelt sich der Blutdruck auf seinen tiefsten Stand ein. Die Werte können im Laufe der 24 Stunden im Schnitt um 15% voneinander abweichen.

Wie oft sollte man den Blutdruck messen?

Wer therapiebegleitend den Blutdruck zu Hause misst, sollte in der Anfangsphase, bis der Blutdruck richtig eingestellt ist, dreimal täglich messen: morgens, mittags und gegen Abend. Ist der Blutdruck stabil, reicht eine Messung am Tag. Es ist dann sinnvoll, die Tageszeiten zu variieren, also mal morgens, mittags oder abends zu messen, um einen besseren Überblick zu bekommen. In der hausärztlichen Praxis wird der Blutdruck jedes Mal gemessen und kann dazu dienen, die eigenen Messungen zu kontrollieren.

Schwankt der Blutdruck im Laufe des Tages?

Ja, die meisten Menschen können einen typischen Verlauf der Blutdruckkurve im Tagesverlauf beobachten. In den frühen Morgenstunden ist meist ein Hoch zu verzeichnen, während die Werte gegen Mittag abfallen, um dann am frühen Abend ein neues Hoch zu generieren. Nachts fällt der Blutdruck meist wieder ab. Zahlreiche Einflussfaktoren – wie Kaffeekonsum, das Trinken von Energydrinks, Stress und Sport – können aber zu Abweichungen dieses typischen Verlaufs führen.

Was tun, wenn der Blutdruck zu hoch ist?

Sind die Blutdruckwerte nur leicht erhöht, sollten zunächst weitere Messungen vorgenommen werden. Es gibt Faktoren (siehe oben), die den Blutdruck kurzfristig erhöhen. Nur regelmäßige Messungen sorgen für ein aussagekräftiges Bild.

Ist der Blutdruck immer wieder erhöht, sollte ein Arzt konsultiert werden. Der Hausarzt oder Internist sind hierfür die richtigen, ersten Anlaufstellen. Der Arzt wird zunächst versuchen, die Ursache für die Druckerhöhung zu ermitteln. Dazu ist ein ausführliches Patientengespräch (Anamnese) erforderlich. Das sollte man als Patient durchaus ernst nehmen und nicht abtun, da hier wertvolle Informationen gewonnen werden können. Machen sie möglichst ausführliche Angaben zu ihrem Lebenswandel, eingenommenen Medikamenten und etwaigen Herzproblemen in ihrer Familie. Meist wird zusätzlich eine Herzdiagnostik (EKG, Belastungs-EKG, Herz-Ultraschall) durchgeführt.

Was bedeutet diastolischer und systolischer Blutdruck?

Das Herz pumpt das Blut durch den menschlichen Kreislauf und sorgt dafür, dass alle wichtigen Organe mit Sauerstoff versorgt werden. Das Herz pumpt mit der Pulsfrequenz – der aufgebaute Druck ist daher nicht konstant, sondern folgt ebenfalls einem Pulsmuster.

Der dabei aufgebaute Maximaldruck ist der systolische Blutdruck, der Minimaldruck der diastolische Blutdruck. Der systolische Blutdruck entsteht bei der Anspannung des Herzens, wenn es sich zusammenzieht und die Pulswelle aufbaut. Der diastolische Druck entsteht bei der Entspannung des Herzmuskels, in deren Folge die Pulswelle abebbt.

Was ist eine 24-Stunden-Blutdruck-Messung?

Der Blutdruckwert kann im Tagesverlauf erheblich schwanken – sowohl auf Basis der natürlichen Blutdruckkurve, als auch durch Einflussfaktoren im Leben des Patienten. Blutdruckschwankungen können aber auch eine krankhafte Ursache haben. Um sich dem diagnostisch zu nähern, kann eine 24-Stunden-Messung veranlasst werden.

Dazu bekommt der Patient für 24 Stunden eine Oberarm-Manschette mit Messcomputer. Diese verbleibt den ganzen Tag am Arm und führt automatisch alle Viertelstunde eine Messung durch. Nachts ist die Messfrequenz meist auf eine halbe Stunde reduziert. Alle Messwerte werden aufgezeichnet und ermöglichen so ein aussagekräftiges Bild über den Tagesverlauf. Parallel wird meist ein Tagebuch geführt, um die auslösenden Faktoren für die Blutdruckschwankungen zu identifizieren.

Steigt oder sinkt der Blutdruck durch Sport?

Direkt während des Sports steigt der Blutdruck. Vor allem der systolische Druck steigt deutlich an, weil das Herz die Pumpleistung erhöhen muss, um dem durch die körperliche Aktivität steigenden Sauerstoffbedarf Rechnung zu tragen. Mittelfristig gehört körperliches Training aber zu den blutdrucksenkenden Maßnahmen. Körperliche Aktivität ist daher meist auch Bestandteil einer Blutdrucksenkungstherapie.

Ernährung

Welche Lebensmittel senken den Blutdruck?

Wer von leichtem Bluthochdruck betroffen ist, muss nicht gleich zu Medikamenten greifen. Blutdruck können Sie mit den folgenden Lebensmitteln auf eine natürliche Art und Weise senken.

Hibiskustee

Die blutdrucksenkende Wirkung von Hibiskustee wurde bereits in zahlreichen Studien bewiesen. Wenn Sie drei Tassen Hibiskustee täglich trinken, können Sie innerhalb von sechs Wochen Ihren Blutdruck messbar senken. Dieser positive Effekt ist den enthaltenen Anthocyanen zu verdanken. Diese haben einen stärkenden Effekt auf die Blutgefäße, indem Sie verhindern, dass sie sich zusammenziehen, wodurch der Blutdruck auf einem niedrigeren Niveau gehalten wird.

Rote-Beete-Schorle

Rote-Beete-Schorle soll angeblich den Blutdruck genauso gut senken, wie verschreibungspflichtige Medikamente. In Studien wurde bewiesen, dass 0.5 Liter Rote-Beete-Schorle besonders effektiv bei der Senkung von Bluthochdruck ist. Ein halber Liter Rote-Beete-Saft entspricht etwa zwei Knollen. Den Saft können Sie beispielsweise mit einem Entsafter erzeugen. Falls Ihnen der Saft zu würzig schmeckt, können Sie diesen mit Wasser verdünnen oder zusammen mit Apfelsaft trinken.

Naturjoghurt

Auch Joghurt ist ein Lebensmittel, das den Bluthochdruck auf eine natürliche Art und Weise regulieren kann. Laut einer aktuellen US-Studie lässt der regelmäßige Konsum von Joghurt das Risiko für Bluthochdruck um bis zu 30 Prozent sinken. Um diesen positiven Effekt zu erzielen, reicht bereits der Konsum von 400 Gramm Joghurt pro Woche.

Wassermelone

Die Wassermelone ist insbesondere im Sommer als Snack für zwischendurch beliebt. Darüber hinaus kann diese Frucht auch den Blutdruck senken. Für die positive Wirkung auf die Blutgefäße ist die Aminosäure Citrullin verantwortlich. Der menschliche Körper wandelt sie in die Aminosäure Arginin um, die eine gefäßerweiternde Wirkung besitzt. So wird die Zirkulation des Blutes durch den Körper optimiert, wodurch dem Anstieg des Bluthochdrucks entgegengewirkt wird. Zwei bis drei Stücke des Kürbisgewächses reichen aus, um die positive Wirkung zu entfalten.

Ananas

Die tropische Sommerfrucht besitzt eine Vielzahl positiver Eigenschaften. So lässt sie sich beispielsweise nicht nur bei Übersäuerung des Körpers einsetzen, sondern kann auch bei der Senkung des Blutdrucks behilflich sein. Ananas enthält einen Stoff, der Aspirin sehr ähnlich ist, und das Blut verdünnt. Um von diesem positiven Effekt zu profitieren, genügen ein bis zwei Stück Ananas pro Tag.

Datteln

Bei Kalium handelt es sich um einen äußerst wichtigen Mineralstoff, der unter anderem auch für die Regulierung des Blutdrucks und des Herzschlags verantwortlich ist. Besonders kaliumreich sind Datteln. Der Blutdruck kann durch den regelmäßigen Konsum von Datteln so auf eine natürliche Weise gesenkt werden. Zwei bis drei Datteln reichen aus, um den täglichen Bedarf an Kalium zu decken.

Knoblauch

Worüber manche Menschen die Nase rümpfen, ist für andere besonders schmackhaft. Am Knoblauch scheiden sich kulinarisch die Geister. Wer ihn aber mag, ist gesundheitlich im Vorteil. Die Knollen enthalten nämlich Allicin und S-Allylcystein, die gefäßerweiternd wirken und dadurch den Blutdruck senken können.

Chili

Auch für Chili ist eine blutdrucksenkende Wirkung inzwischen gut durch Studien belegt. Der Scharfmacher Capsaicin, der unsere Augen tränen und die Nase laufen lässt, wirkt gefäßerweiternd und hilft dadurch, den Blutdruck zu senken.

Haferflocken

Haferflocken enthalten Beta-Glucan und Kalium, die sich positiv auf den Blutdruck auswirken. Die Wirkung ist durch Studien belegt.

Kakao

Kakaopulver und Schokolade sind als Dickmacher verrufen. Produkte mit einem hohen Kakaoanteil (etwa Bitterschokolade) können – in Maßen genossen – den Blutdruck senken. Verantwortlich sind die im Kakao enthaltenen Flavanole.

Welche Lebensmittel lassen den Blutdruck steigen?

Eine ungünstige Ernährungsweise oder der übermäßige Konsum folgender Lebensmittel kann den Blutdruck nachhaltig erhöhen.

Kochsalz

Viele Menschen sind salzsensitiv und können durch eine kochsalzreduzierte Ernährung ihren Blutdruck beeinflussen. Wenn man es schafft, seinen durchschnittlichen Salzkonsum von 10 Gramm Kochsalz auf die empfohlenen 6 Gramm zu reduzieren, kann man die eigenen Blutdruckwerte um bis zu 4 mmHg senken. So sollten Fertiggerichte, gesalzene Backwaren und salziger Käse gemieden werden wie auch das Nachsalzen. Als Alternative können Sie beispielsweise Diätsalz verwenden, das zum Großteil aus Kalium und Natriumchlorid besteht.

Lakritze

Der übermäßige Konsum von Lakritz kann den Bluthochdruck in die Höhe steigen lassen. Dies ist auf die Tatsache zurückzuführen, dass Lakritz in hoher Menge Glycyrrhetinsäure enthält. Diese greift in den Elektrolythaushalt ein und führt zu Wasseransammlungen, die wiederum einen höheren Bluthochdruck begünstigen.

Tierische Fette

Lebensmittel tierischer Herkunft besitzen in vielen Fällen eine hohe Menge an gesättigten Fettsäuren, welche die Eigenschaften des Blutes beeinträchtigen und zu Ablagerungen in den Blutgefäßen führen können. Fettreiche Milchprodukte und rotes Fleisch sollten Sie aus diesem Grund vermieden und nur selten konsumieren.

Alkohol

Obwohl Alkohol kurzzeitig den Blutdruck senkt, begünstigt ein regelmäßiger Alkoholkonsum auf lange Sicht Bluthochdruck. Wenn Sie auf den Genuss von Alkohol nicht verzichten möchten, sollten Sie den Alkoholkonsum auf zwei Abenden in der Woche begrenzen und lediglich kleinere Mengen trinken.

Die Wirkung von Kaffee auf den Blutdruck

Kaffee steht in dem Ruf, den Blutdruck zu erhöhen. Dennoch trinken zahlreiche Menschen täglich mehrere Tassen des koffeinhaltigen Getränks, ohne unter Bluthochdruck zu leiden. Wie wirkt sich Kaffee also konkret aus?

Koffein erhöht den Blutdruck – das ist wissenschaftlich erwiesen. Allerdings hält diese Wirkung nur etwa 20 bis 30 Minuten an. Ein Mensch, der selten Kaffee trinkt, kann mit einem kurzfristigen Blutdruckanstieg von 10 bis 20 mmHg rechnen. Der Körper gewöhnt sich aber an die Koffeinzufuhr, weshalb häufiger Kaffeegenuss zu einem geringeren und weniger lang anhaltenden Anstieg führt. Wer also jeden Tag seine fünf Tassen Kaffee trinkt, bemerkt bei ansonsten guter Konstitution keine Auswirkungen. Akuter Bluthochdruck oder Herzrhythmusstörungen können jedoch verstärkt werden.

Ein Unterschied ist auch bei Rauchern und Nichtrauchern zu verzeichnen. Während Menschen, die regelmäßig Kaffee konsumieren, aber nicht rauchen, dauerhaft eher zu niedrigem Blutdruck neigen, trifft das auf Raucher weniger zu. Das ergab eine Schweizer Studie, die den Effekt auf eine bestimmte Eiweißaktivität zurückführt, die am Koffeinabbau in der Leber beteiligt ist. Diese kann außerdem genetisch bedingt variieren, so dass sich der Konsum trotz eindeutiger Tendenzen bei jedem Menschen anders auf den Blutdruck auswirken kann. Ähnlich verhält es sich mit Schwarzem Tee.

Hoher Blutdruck

Welche Beschwerden treten bei zu hohem Blutdruck auf?

Im Gegensatz zu den Betroffenen, die unter einem zu niedrigen Blutdruck wirklich leiden, geht es den Bluthochdruck-Patienten grundsätzlich erst einmal bestens. Der Begriff Patient ist hier bewusst gewählt, denn ein Bluthochdruck kann, wenn er über längere Zeit hinweg besteht, gefährlich für das gesamte Herz-Kreislauf-System werden. Leider kommt es bei der Hypertonie eine ganze Zeit lang nicht zu Beschwerden. Im Gegenteil, die Betroffenen fühlen sich aktiv und munter. Erst wenn der Bluthochdruck bereits bedrohliche Ausmaße annimmt oder über einen längeren Zeitraum hinweg besteht, machen sich die ersten Symptome bemerkbar. Die Symptome sind in der Regel recht unspezifisch:

  • morgendliche Kopfschmerzen (meistens im Hinterkopf)
  • Schlafstörungen
  • Müdigkeit
  • Ohrensausen (Tinnitus)
  • Schwindel
  • Übelkeit
  • Nasenbluten
  • sichtbare Äderchen im Gesicht
  • errötetes Gesicht
  • Nervosität
  • Ungeduld
  • Kurzatmigkeit

Doch bis einige dieser Beschwerden auftreten, kann es eine ganze Weile dauern. Bluthochdruck ist daher eine Art „stille Gefahr“. Es kann also nicht schaden, auch ohne Beschwerden, hin und wieder den Blutdruck messen zu lassen.

Die schwerwiegendsten Symptome bei einer Hypertonie sind die einer Bluthochdruckkrise, auch hypertensive Krise genannt. Bei Blutdruckwerten von über 200, zu über 130 mmHg, kann es zu Krampfanfällen und Atemnot kommen. Die Betroffenen fühlen sich benebelt und fallen im schlimmsten Fall ins Koma. Jetzt besteht akute Lebensgefahr (Schlaganfall, Hirnschäden, Herzversagen, etc.).

Krankheiten mit hohem Blutdruck als Symptom

Bei folgenden Krankheiten kann ein hoher Blutdruck als Teil der Symptomatik auftreten:

Auch folgende medizinische Indikationen als Ursache kommen für einen hohen Blutdruck in Frage:

Niedriger Blutdruck

Welche Beschwerden treten bei zu niedrigem Blutdruck auf?

Auch wenn ein niedriger Blutdruck nicht so gefährlich für die Gesundheit ist, wie Bluthochdruck, kann der Leidensdruck bei den Betroffenen erheblich sein. Sie klagen über Schwindel, Müdigkeit und haben das Gefühl, nicht so richtig „in die Gänge“ zu kommen. Besonders morgens benötigen sie eine lange Anlaufzeit, die oft von Schwindelgefühl und Lustlosigkeit begleitet ist.

Meistens bewegen sich die typischen Symptome einer Hypotonie im Bereich von Befindlichkeiten. So heißt es dann oft „stell Dich nicht so an“ oder es werden Scherze über die sogenannte „Frostbeulen“ gemacht. Doch auf Dauer sind diese Befindlichkeiten, echte Beschwerden, die sich negativ auf die Lebensqualität der Betroffenen auswirken:

  • Schwindel (besonders morgens und auch sonst beim Lagewechsel vom Liegen/ Sitzen zum Stehen)
  • schwarz werden vor Augen (Lagewechsel, beim Aufstehen morgens)
  • Antriebsschwäche, grundlose Müdigkeit, Konzentrationsmangel
  • häufig kalte Hände und kalte Füße
  • insgesamt sehr wetterfühlig
  • eher blasse Gesichtshaut
  • Herzklopfen, Schlaflosigkeit, aber starkes Schlafbedürfnis
  • erhöhte Reizbarkeit, depressive Verstimmungen

Sofern eine Hypotonie nicht durch eine ernsthafte Erkrankung hervorgerufen wurde, handelt es sich nicht um eine Krankheit. Zumindest international. Deutschland ist das einzige Land, in dem ein „grundloser“ primärer, niedriger Blutdruck als Krankheit gilt.

Gefährlich kann ein niedriger Blutdruck bei älteren Menschen werden. Zum Beispiel dann, wenn es durch einen plötzlichen Lagewechsel zur Ohnmacht kommt und sie dabei stürzen. Bei Schwangeren gilt es, die Symptome im Auge zu behalten. Ein leichter Blutdruckabfall ist in den ersten Monaten normal. Er sollte sich spätestens nach dem sechsten Monat wieder normalisieren.

Symptome eines niedrigen Blutdrucks oder ein gemessener zu niedriger Blutdruck sollte immer Anlass für einen Arztbesuch sein. Da ein niedriger Blutdruck auch als Begleiterscheinung ernsthafter Erkrankungen auftreten kann, müssen diese zunächst ausgeschlossen werden.

Krankheiten mit niedrigem Blutdruck als Symptom

Bei folgenden Krankheiten kann ein niedriger Blutdruck als Teil der Symptomatik auftreten:

Was hilft bei niedrigen Blutdruck?

Eine arterielle Hypotonie, so der medizinische Fachbegriff, liegt vor, wenn die gemessenen Blutdruckwerte unter 105/65 mmHg liegen. Grundsätzlich ist ein niedriger Blutdruck nicht in dem Maße gesundheitsgefährdend, wie es Bluthochdruck ist. Bei einem niedrigen Blutdruck wird nur ein moderater Druck auf die Gefäße ausgeübt, das schont die Adern und das Herz.

Natürlich gibt es Medikamente, mit denen man den Blutdruck erhöhen kann. In erster Linie handelt es sich dabei um Sympathomimetika. Diese Arzneimittel stimulieren über hormonelle Mechanismen den Sympathikus. Er ist der aktive Teil des vegetativen Nervensystems und sorgt unter anderem dafür, dass sich die Blutgefäße verengen. Dadurch steigt dann der Blutdruck. Doch in der Medizin ist man eher zurückhaltend mit einer Verordnung von Arzneimitteln gegen niedrigen Blutdruck. Man setzt zunächst auf einfache Maßnahmen, um den Blutdruck auf Trab zu bringen:

Bewegung – Sport

Das erste Mittel der Wahl, die Symptome eines niedrigen Blutdrucks zu lindern, ist und bleibt ausreichend Bewegung. Am besten eignen sich dafür Ausdauersportarten, wie die typischen Triathlon Disziplinen, Schwimmen, Radfahren und Laufen.
Bereits im Bett lässt sich der Kreislauf auf Trab bringen: Im Liegen die Beine in die Luft strecken und ein wenig radfahren. Oder die Beine einfach im Wechsel strecken und anwinkeln. Ratsam ist es zudem, morgens nicht gleich aufzuspringen, sondern langsam, über die Sitzposition, aufzustehen.

Gefäß-Training

Mit Wechselduschen lassen sich die Gefäße gut trainieren. Je nach Temperatur, ziehen sie sich zusammen oder weiten sich. Das ist gewissermaßen ein Muskeltraining für die Gefäße. Von den Füßen aufwärts, geht es, warm und kalt im Wechsel, mit dem Wasserstrahl Richtung Körpermitte. Das Gleiche an den Armen. Dieser blutdrucksteigernde Prozess lässt sich durch eine Massage mit dem Luffaschwamm oder einer Bürste noch verstärken.

Richtig essen

Dass Kaffee oder Tee den Kreislauf ankurbeln, ist hinlänglich bekannt. Doch auch bestimmte Nahrungsmittel können unterstützend wirken. Zum Beispiel Lebensmittel, die Saponine enthalten. Das sind unter anderem Lakritze, Hülsenfrüchte oder Hafer. Einige Gewürze kurbeln ebenfalls den Kreislauf an, wie zum Beispiel Ingwer und Chili. Auch salzhaltige Nahrung erhöht das Flüssigkeitsvolumen der Gefäße und damit den Blutdruck.

Alkohol

Die Aussagen zum Thema Alkohol sind häufig gegensätzlich. Einerseits heißt es, Alkohol erhöhe den Blutdruck, andererseits soll der Genuss eine gefäßerweiternde Wirkung haben, wodurch der Blutdruck sinkt. Welchen Einfluss hat Alkohol tatsächlich?

Direkt nach dem Konsum erweitert Alkohol die Gefäße. Das ist jedoch grundsätzlich nur bis zu einer gewissen Menge der Fall und die tatsächliche Wirkung auf den Blutdruck ist von mehreren Faktoren abhängig. Als Faustregel gilt für Frauen ein Grenzwert von 20 Gramm, für Männer ein Grenzwert von 30 Gramm. Wird darüber hinaus Alkohol konsumiert, kann der Blutdruck steigen. Weiterhin fördert der Nikotinkonsum in Kombination mit Alkoholgenuss einen Blutdruckanstieg. Die persönliche Verfassung und Stimmung der Umgebung spielen ebenfalls eine Rolle: Bei Stress, Ärger und in ausgelassenem, lautem Ambiente ist eher eine Steigung statt Senkung zu verzeichnen, während eine ausgeglichene Verfassung und eine ruhige Umgebung eher zu niedrigem Blutdruck beitragen.

Mit steigender Alkoholmenge wird das Zwischenhirn angeregt, blutdrucksteigernde Hormone zu produzieren – die sogenannte Sympathikus-Aktivität. Erregungszustände begünstigen dies noch.

Werden regelmäßig größere Mengen Alkohol konsumiert, steigt langfristig das Risiko für krankhaften Bluthochdruck. Ein gemütliches Gläschen Wein am Abend hat statistisch dagegen kaum dauerhafte Auswirkungen.

Studien

Einsamkeit und Bluthochdruck

Einsamkeit erhöht einer US-Studie zufolge das Risiko für Bluthochdruck. Die Untersuchung der Universität von Chicago kam zu dem Ergebnis, dass der Blutdruck einsamer Menschen um bis zu 30 mmHg höher ist als der von gut vernetzten Menschen. Die Bluthochdruck-Neigung einsamer Menschen nimmt im Alter zu.

Studien und Literatur

Hoher Blutdruck ein Leitfaden für Klinik und Praxis

Autoren: Reinhard Gotzen, Friedrich Wilhelm Lohmann
Erscheinungsjahr: 1991
Verlag: Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart
ISBN: 1-281-11452-9
DOI: 10.1007/b138735

Blutdruck: Für Alte gelten andere Regeln

Autor: Prof. Dr. med. H. Holzgreve
Quelle: MMW – Fortschritte der Medizin, 2018, Vol.160(16), pp.37-37
ISSN: 1438-3276
DOI: 10.1007/s15006-018-0934-x
Verlag: Springer Science & Business Media B.V.

Kommt der Blutdruck vor dem Blutzucker?

Autor: Dr. med. Michael Hubert
Quelle: Info Diabetologie, 2015, Vol.9(3), pp.70-70
ISSN: 1865-5459
DOI: 10.1007/s15034-015-0611-4
Verlag: Springer Science & Business Media B.V.

Patientenerfahrungen


Medizinjournalist


Wie hoch ist Dein Blutdruck?

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Kommentare:
  • Melli

    Ich (52 Jahre alt, 1,76 m groß, übergewichtig) nehme Medikamente gegen Bluthochdruck (pro Tag insgesamt 10 mg Ramipril und 5 mg Amlodipin), außerdem Entwässerungsmedikamente (täglich insgesamt jeweils 100 mg Spironolacton und Torasemid) wegen Wasseransammlungen im Körper, habe außerdem eine schlechte Sauerstoffsättigung (manchmal sogar nur 85).

    Nun messe ich seit Längerem sehr niedrige Blutdruckwerte: Der systolische Druck ist zwar im grünen Bereich, der systolische jedoch so ungewöhnlich niedrig, dass ich mich frage, ob das noch normal und gesund ist. Häufig messe ich nur 40 mmHg, und (Ihr werdet es nicht glauben) vorhin einmal 14 und einmal sage und schreibe nur 11 mmHG. Vielleicht bin ich schon tot und merke es nur nicht? Mein Blutdruckmessgerät ist übrigens in Ordnung.

    Kennt jemand einen solch niedrigen systolischen Wert? Ich fühle mich oft so erschöpft, dass ich glaube, ich falle gleich in Ohnmacht.

  • Daniel

    Bei diesen Werten kann etwas nicht stimmen. Entweder Dein Blutdruck-Messgerät ist kaputt oder Du bist tatsächlich tot. Ernsthaft: Geh zum Arzt und lass das abklären. Sollte Dein Blutdruck wirklich sehr tief sein, am besten gleiche die ganze Herz-Kreis-Laufdiagnostik mit Langzeit-EKG und Herz-Ultraschall.

  • Hartmut

    Ich bin ein gesunder „Oldtimer“: 81 Jahre alt, Ruhe-Blutdruck 110 zu 60 (mit leichten Schwankungen), Ruhe-Puls etwa 50.

    Wie erreicht man solche Werte? Sich viel, aber nicht erschöpfend bewegen (stramm gehen, wandern, Radfahren), viel ‚Grünzeug‘ (Karotten, Tomaten, Paprika, Brokkoli, Radieschen, Feldsalat, Rucola und Obst der Saison, vor allem Äpfel) essen, wenig tierische Fette, dafür täglich je einen Esslöffel Olivenöl, Rapsöl und Leinöl kalt unters Essen mischen, z.B. aufs Brot verteilen, genug Eiweiß (Eier, Käse, Quark, Fisch), wenig Fleisch/Wurst, wenig Kohlenhydrate, z.B. nur 3 Scheiben Vollkornbrot (200g) pro Tag und keine Knabbereien oder Süßigkeiten, nicht rauchen, nicht „saufen“, genügend schlafen (8 Stunden) und das Wichtigste:

    Sich über jeden neuen Tag freuen, den man erleben darf, keine Ängste haben, sich stressen lassen, sondern sich entspannen und freundlichen Kontakt zu anderen Menschen halten. Mehr braucht es nicht.

    Ich wünsche Euch eine gute Gesundheit!

  • Sebastian

    Das sind sehr schöne Worte, Hartmut. Leider wollen die meisten Menschen das nicht hören. Morgens ein paar Tabletten zu schlucken ist eben einfacher, als wirklich die eigene Lebensweise zu ändern. Leider haben viele Ärzte diese „bittere“ Realität schon akzeptiert und drängen nur noch wenig konsequent auf Verhaltensänderungen.

    Daumen hoch für Deine Lebensweisen. Davon können wir uns alle eine dicke Scheibe abschneiden.

  • Emir

    Ich bin kein Arzt und auch kein Wissenschaftler.

    Aber ich empfehle jedem Menschen, jeden Tag immer morgens mindestens eine Zehe Knoblauch zu essen und mindestens 2 Liter Wasser pro Tag zu trinken. Ihr werdet schnell merken, wir sich Eure körperliche und gesundheitliche Situation verbessert.

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