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Die normale Körpertemperatur des Menschen

Nach medizinwissenschaftlichen Standards erstellt und geprüft. [Hinweise]
Temperaturanpassung des menschlichen Körpers

Temperaturanpassung des menschlichen Körpers bei hoher / niedriger Umgebungstemperatur (Abb.: gritsalak karalak | Bigstock)

Die normale Körpertemperatur

Die normale Köperinnentemperatur des Menschen liegt bei 36,3 – 37,4° C. Darüber spricht man von einer erhöhten Temperatur bzw. Fieber. Eine Körpertemperatur unterhalb des Normbereichs wird als Untertemperatur, Unterkühlung oder Hypothermie bezeichnet.

Der Mensch gehört wie die gleichwarmen Tiere zu den endothermen Lebewesen mit einer konstanten Körpertemperatur. Unabhängig von der Umgebungstemperatur regelt der Organismus die Körperkerntemperatur auf einen konstanten Wert.

Sowohl eine zu hohe als auch eine zu niedrige Körpertemperatur kann den menschlichen Organismus schädigen oder sogar zum Tod des Menschen führen.

Temperaturbereich und deren Bezeichnungen

KörpertemperaturBezeichnung
< 20° CKältetod (Erfrieren)
< 28° Cschwere Unterkühlung (schwere Hypothermie)
28 - 32° CUnterkühlung (mittelgradige Hypothermie)
32 - 35° CUntertemperatur (milde Hypothermie)
36,3 - 37,4° CNormaltemperatur
37,5 - 38,0° Cerhöhte Temperatur
38,1 - 38,5° Cleichtes Fieber
38,6 - 39° CFieber
39 - 40° Chohes Fieber
40 - 42° Csehr hohes Fieber (Hyperthermie)
> 42° CGefahr des Kreislaufversagens
> 44° Ctödlich (Zersetzung von Eiweißen und Enzymen)

Was passiert bei Unterschreitung der normalen Körpertemperatur?

  • 32- 35° C – Muskelzittern, beschleunigter Puls, beschleunigte Atmung, Verengung der Gefäße, Teilnahmslosigkeit, Bewegungslähmung
  • 28 – 32° C – Absinken des Pulses, Pupillenerweiterung, verminderte Reflexe, Abfall des Blutdrucks, eingetrübtes Bewusstsein
  • unter 28° C – Bewusstseinsverlust, Herzstillstand, verringerte Hirnaktivität, Atemstillstand

Wie senkt der Mensch eine zu hohe Körpertemperatur?

Bei einer zu hohen Körperkerntemperatur scheidet der Mensch Wasser aus, die Verdunstungskälte kühlt den Körper. Wir nennen diesen biologisch-physikalischen Vorgang „Schwitzen“. Zusätzlich wird die Durchblutung der Gliedmaßen erhöht. Die Wärmeaustauschfläche erhöht sich und der Wärmeverlust steigt.

Was macht der Körper bei einer zu niedrigen Körpertemperatur?

Sinkt die Körpertemperatur – etwa durch niedrige Außentemperaturen – reagiert der Körper mit einem ganzen Maßnahmenpaket. Der Stoffwechsel wird angekurbelt, der Grundumsatz steigt und damit die Wärmeentwicklung.

Zusätzlich wird die Muskulatur aktiviert. Der erhöhte Muskeltonus verbraucht Energie und erzeugt damit Wärme. Das nehmen wir im Extremfall als Zittern war. Die Durchblutung der Gliedmaßen wird reduziert, um die Wärmeaustauschfläche zu verringern.

Die Haare auf der Körperoberfläche richten sich auf. Die Hautporen werden verschlossen und reduzierten den Wärmeverlust weiter. Das nehmen wir als typische „Gänsehaut“ war. Auch im braunen Fettgewebe wird Wärme produziert.

Was steuert die Temperatur des Menschen?

Die Temperatursteuerung des Menschen (medizinisch: Thermoregulation) wird von der Hirnregion Hypothalamus gesteuert. Der Hypothalamus empfängt über die Nervenbahnen die aktuelle Körperkerntemperatur und die Temperatur auf der Hautoberfläche. Weicht die Kerntemperatur vom Zielwert ab, werden die Ausgleichsmechanismen (Stoffwechselaktivierung, Schwitzen etc.) aktiviert.

Was ist eine Kälteidiotie?

Kältidiotie nennt man ein widersinniges Verhalten, das man bei Erfrierenden beobachten kann. Dadurch, dass sich die Gefäße kurz vor dem Tod wieder weiten und Blut in die Gliedmaßen strömt, haben Erfrierende das Gefühl, zu schwitzen und ziehen sich aus, was ihre Lage verschlimmert. Kälteidiotie kann bei einem Absinken der Körpertemperatur auf unter 32° C auftreten.

Was ist ein Scheintod?

Bei stark unterkühlten Menschen kann man oft an den Handgelenken keinen Puls mehr fühlen. Zusätzlich ist die Atmung flach und der Herzschlag stark verlangsamt. Dadurch kann der Eindruck enstehen, ein noch lebender Mensch sei bereits tot.


Medizinjournalist


Sebastian () arbeitet seit Jahren für medizinische Onlinemedien. Er engagiert sich ehrenamtlich in BOINC-Projekten zur Krebsforschung. Sebastian ist verheiratet, hat ein Kind und lebt in Berlin.

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