Die wichtigsten Informationen zum HIV-TestHIV Test – Kosten und Informationen zu PCR, ELISA und Schnelltest

Wann man einen HIV-Test machen sollte, was er kostet, wo man sich testen lassen kann und was man bei den unterschieden Testtypen unbedingt beachten sollte.

HIV-Test

HIV-Test (Foto: Sherry Yates Young | Shutterstock)

Auch wenn heute nicht mehr so intensiv über HIV berichtet wird, wie es in den neunziger Jahren der Fall war, als sich sogar Hollywoodfilme mit dem Thema beschäftigten, ist die Gefahr, sich mit HIV zu infizieren noch immer präsent. Das kann weiterhin über sexuellen Kontakt oder durch Drogenkonsum und das Benutzen von infiziertem Besteck und Spritzen geschehen.

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Die Übertragung des HI-Virus findet durch den Kontakt mit Körperflüssigkeiten wie Blut, Sperma, Vaginalsekret und sogar Muttermilch statt. Frische oder blutende Wunden sowie unterschiedliche Schleimhäute sind dabei die häufigsten Eintrittspforten für das Virus.

Das Ergebnis „HIV-positiv“ ist allerdings längst kein Todesurteil mehr. HIV ist eine Virusinfektion, die lange Zeit symptomlos verlaufen kann bis es zum Ausbruch des Vollbilds „AIDS“ kommt.

HIV ist bis heute nicht heilbar. Die Infektion kann allerdings mit modernen Medikamenten so kontrolliert werden, dass sowohl die Lebenserwartung als auch die Lebensqualität nicht wesentlich beeinträchtigt sind.

Weshalb sollte man einen HIV-Test machen?

Besteht der Verdacht, sich einem Risiko ausgesetzt zu haben, kann über einen HIV-Test schnell Klarheit gewonnen werden. Das nimmt – im Falle eines negativen Testergebnisses – die bohrenden Sorgen und sorgt im Fall eines positiven Ergebnisses für die optimale Therapie.

Es ist auch dann ratsam, einen HIV-Test zu machen, wenn eine Schwangerschaft vorliegt oder der Wunsch besteht, ungeschützten Sex mit dem Partner zu haben. Ein HIV-Test findet immer nur mit der Zustimmung des Patienten statt.

Wo kann man einen HIV-Test machen?

Ein HIV-Test kann nicht nur beim eigenen Hausarzt durchgeführt werden, sondern auch anonym. So bieten etwa die Gesundheitsämter kostenlose Beratung und die Möglichkeit, sich testen zu lassen. Weder der Betroffene, der Berater, noch das Labor wissen den Namen des untersuchten Patienten. Das heißt, der HIV-Test findet absolut anonym statt. Das ist möglich, weil bei der Untersuchung der Blutprobe eine Nummer bzw. ein Codewort benutzt wird, dem die Blutprobe zugeordnet wird. Das Ergebnis erfährt der Untersuchte dann durch den Berater, meistens nach etwa einer Woche. Dieser HIV-Test ist immer kostenlos.

Eine Alternative sind die AIDS-Hilfe und die Aids-Beratungsstellen, die häufig mehrmals in der Woche einen kostenlosen HIV-Test anbieten. Dieser Test findet in den Räumlichkeiten der Beratungsstellen statt.

Wird der Test dagegen durch spezialisierte Ärzte durchgeführt, ist er in der Regel kostenpflichtig. In den meisten Fällen übernehmen aber die Krankenkassen die Kosten. Ähnlich ist es, wenn der Betroffene sich direkt an ein Labor wendet. Hier erhält er das Ergebnis oft direkt am gleichen Tag.

Was genau ist ein HIV-Test und welche Arten gibt es?

HIV Test negativ

HIV-Test: Ein negatives Ergebnis ist eine positive Nachricht (Foto: ktsdesign | Shutterstock)

Ein Test auf eine HIV-Infektion ist auf verschiedenen Wegen möglich. Die häufigste Variante ist der Antikörper-Test. Dieser Test sucht im Blut des Probanden nicht nach dem Virus, sondern nach den körpereigenen Antikörpern, die im Falle einer Infektion gebildet werden. Da die Bildung der Antikörper Zeit beansprucht, ist ein Antikörpertest erst 10-12 Wochen nach der möglichen Infektion aussagekräftig.

Grundsätzlich gilt: ein negatives Ergebnis bedeutet, dass keine Infektion vorliegt. Ein positives Ergebnis bedeutet, dass eine Infektion mit dem HI-Virus stattgefunden hat, wobei damit keine Aussage über den Gesundheitszustand oder über den Zeitpunkt der Ansteckung getroffen wird.

Eine HIV-Infektion kann sowohl im Blut (genauer im Serum oder Plasma), im Urin oder im Speichel nachgewiesen werden, da sich dort Antigene bilden, die sich an die Antikörper des HIV binden.

Es gibt verschiedene Arten an HIV-Tests. Sie sind als Labor- bzw. ELISA-Test, als Schnelltest oder als PCR-Test verfügbar. Die drei erstgenannten gehören zu den „Antikörper-Tests“. Der letztere ist aufwendiger und sucht direkt nach dem Virus.

Labor- oder ELISA-Test

Der Labor- oder ELISA-Test ist der am häufigsten durchgeführte HIV-Test. ELISA steht für „Enzyme Linked Immunosorbent Assay“. Dafür wird eine Blutprobe entnommen und zunächst ein „Suchtest“ durchgeführt. Das heißt, die Probe wird auf HIV-Antikörper getestet. Wie bereits erwähnt, braucht der Körper etwa bis zu 12 Wochen, um Antikörper – also spezielle Abwehrstoffe – gegen das Virus zu bilden. Der Test reagiert nur auf diese Antikörper. Das Ergebnis wird frühestens nach 3 Tagen, spätestens nach ca. einer Woche mitgeteilt.

Bei einem positiven Ergebnis muss ein so genannter „Western-Blot-Test“ durchgeführt werden. Das ist ein Bestätigungstest, der ein eventuell falsch positives Ergebnis offenbart. Bei einer HIV-Untersuchung wird der Befund in der Regel auch nur dann mitgeteilt, wenn der Bestätigungstest das gleiche Ergebnis gebracht hat.

Schnelltest

HIV-Schnelltest

HIV-Schnelltest (Foto: Franco Volpato | Shutterstock)

Neben Labortests sind inzwischen auch sogenannte HIV-Schnelltests verfügbar. Diese ermöglichen ein schnelles Ergebnis, das der Arzt dem Patienten sofort mitteilen kann, ohne dass das Blut für die Untersuchung zunächst in ein Labor geschickt werden muss.

Der Vorgang für einen HIV-Schnelltest ist relativ simpel. Einige Bluttropfen werden der Fingerkuppe des Patienten entnommen – vergleichbar mit der Blutentnahme für einen Blutzucker-Test. Nachdem das Blut auf einen dafür vorgesehenen Teststreifen gegeben wurde, ist das Ergebnis bereits nach spätestens 30 Minuten ablesbar.

Da der HIV-Schnelltest ebenfalls ein Antikörper-Test ist, reagiert der Teststreifen nicht auf die Viren, sondern auf die Antikörper im Blut, die nach einer Infektion mit dem HI-Virus gebildet wurden. Diese sind bei einer möglichen Infektion im Blut nach etwa 3 Monaten nachweisbar.

Den Zeitraum, in dem zwar HI-Viren im Blut sein können, der Körper jedoch noch keine Antikörper gebildet hat, nennt sich ein „diagnostisches Fenster“. Ist der Zeitraum bekannt und die konkrete Risikosituation eingrenzbar, ist der Schnelltest eine gute Alternative zum Labortest, da er genauso sicher ist und auf dem gleichen Testprinzip basiert.

Das Ergebnis wird als reaktiv bezeichnet, wenn eine HIV-Infektion stattgefunden hat. Hin und wieder kann das Ergebnis allerdings auch fälschlicher Weise positiv sein und der Teststreifen reagiert, obwohl keine Antikörper gegen HIV gebildet wurden – zum Beispiel kurze Zeit nach einer Impfung. Das reaktive HIV-Testergebnis muss dann noch einmal überprüft und weitere Schritte eingeleitet werden.

Solche Schritte können bspw. ein neuer Bestätigungstest sein. Dafür wird dann Blut entnommen und an ein Labor geschickt. Das Ergebnis kann nach etwa einer Woche bekanntgegeben werden.

PCR-Test

PCR Test

Der PCR-Test sucht direkt das HI-Virus im Blut (Foto: BioMedical | Shutterstock)

Dieser HIV-Test ist kein Antikörpertest. Er weist keine Abwehrstoffe gegen das Virus nach, sondern das Virus selbst. Darum ist er auch die sicherste der vorgestellten Methoden, HIV-Infektionen nachzuweisen. Die Untersuchung ist allerdings sehr aufwendig.

Ein Nachweis ist schon etwa 10 bis 15 Tage nach einer erfolgten Ansteckung möglich. Der PCR-Test kommt hauptsächlich dann zum Einsatz, wenn ein Verdacht auf eine akute HIV-Ansteckung besteht oder im Rahmen der verschiedenen HIV-Therapien die Viruslast ermittelt werden soll. Er ist in der Regel kostenpflichtig.

Bei diesem Test wird das Blut auf spezifische virale Nukleinsäuresequenzen untersucht. So lässt sich auch die Viruskonzentration / Viruslast ermitteln. Ein negatives Testergebnis bedeutet in diesem Zusammenhang, dass entweder keine Ansteckung vorliegt oder die Viruslast zu gering ist und sich unterhalb der Nachweisgrenze befindet. Gerade in der Anfangsphase einer HIV-Infektion, in der der Körper noch keine Abwehrstoffe aufgebaut hat, ist die Viruslast bei infizierten Patienten sehr hoch. Innerhalb des genannten Zeitfensters ist ein negatives Ergebnis daher eindeutig.

Lässt sich ein HIV-Test auch selbst oder zu Hause durchführen?

Ein Heim-Test ist in Deutschland nicht erlaubt, obwohl es mittlerweile Teststreifen gibt, die zu Hause benutzt werden können. Heimtests werden von medizinischen Fachkreisen vor allem deshalb abgelehnt, weil der Patient keine flankierende Betreuung erhält.

Zum einen erhöht das die Gefahr von Durchführungsfehlern und damit von falschen Ergebnissen. Zum anderen fehlt im Falle eines positiven Ergebnisses jegliche psychologische Betreuung, was bspw. zu Suiziden oder anderen Kurzschlussreaktionen führen kann.

PEP – Postexpositionsprophylaxe

Nach einer Infektion mit HIV wird im Blut eine große Menge an Viren gebildet. Liegt die Risikosituation einer möglichen Ansteckung im Zeitraum der letzten 72 Stunden, ist eine Prophylaxe-Behandlung erfolgsversprechend.

Die Postexpositionsprophylaxe (kurz „PEP“) ist eine medikamentöse Behandlung, die vier Wochen dauert und unbedingt konsequent eingehalten werden muss – selbst bei auftretenden Nebenwirkungen. Eine ärztliche Beratung kann bei der Entscheidung für oder gegen eine PEP behilflich sein.

Eine „PEP“ kann eine mögliche Infektion mit umso höherer Wahrscheinlichkeit verhindern, je eher sie durchgeführt wird. Es kommt dabei wirklich auf jede Stunde an. Die Behandlung erfolgt in Kliniken oder in auf HIV spezialisierten Schwerpunkt-Praxen. Diese sind über das Ärzteverzeichnis schnell zu finden und haben auch an den Wochenenden geöffnet.

Wann wird ein HIV-Test durchgeführt?

Kein HIV-Test ohne Einwilligung des Patienten

Kein HIV-Test ohne Einwilligung des Patienten (Foto: ktsdesign | Shutterstock)

Grundsätzlich werden HIV-Tests nur mit Einwilligung des Patienten durchgeführt. Das gilt auch für Krankenhausaufenthalte und bevorstehende Operationen. Ein HIV-Test muss mit dem Patienten besprochen werden. Eine Durchführung ohne Einwilligung ist rechtswidrig und strafbar.

Liegt ein Verdacht auf eine HIV-Infektion vor, wird in Krankenhäusern meistens routinemäßig ein PCR-Test gemacht. Ein solcher wir auch bei Blutspenden immer durchgeführt.

Beim Blutspenden muss das Blut auf verschiedene Marker getestet werden, damit sichergestellt ist, dass es sich bei dem Spenderblut um gesundes Material handelt. Das Blut wird also neben der Blutgruppe, dem Rhesus- und Kell-Faktor auch auf Hepatitis B und C und auf HIV-Antikörper getestet.

Sebastian Fiebiger: Hast Du die Befürchtung Dich mit HIV infiziert zu haben? Warum? Was ist passiert? Hast Du schon einen Test gemacht? Willst Du noch einen machen? Schreib uns Deine Erfahrungen, Ergänzungen und Fragen – direkt unter diesem Artikel, in den Kommentaren. Du hilfst damit auch anderen Betroffenen.

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