Koffein & Genetik
Vererblich: Lust auf Kaffee liegt in unseren Genen

Warum unsere Gene dafür verantwortlich sind, dass wir ständig Lust auf Kaffee haben und worin sich Menschen dabei unterscheiden.

Die Lust auf Kaffee ist genetisch vorbestimmt

Die Lust auf Kaffee ist genetisch vorbestimmt (Foto: James Woodson | DigitalVision | Thinkstock)

Es gibt viele Aspekte des körperlichen Aussehens und psychischen Befindens, für das die Gene verantwortlich sind. Doch wer hätte gedacht, dass auch der Kaffeedurst zu den sichtbaren Phänomenen des genetischen Ausdrucks gehört?

Auf jeden Fall wird es dem Menschen zu großen Anteilen buchstäblich in die Wiege gelegt, ob er das bittere braune Gesöff einfach nur als ekelhaft empfindet, oder ob er ohne seinen geliebten Kaffee nicht leben kann. Doch was macht die Wirkung von Kaffee im Körper zu einem spannenden Forschungsfeld für Genetiker? Darauf hat die Wissenschaft ab jetzt eine stimmige Erklärung parat.

Gute Gene mögen guten Kaffee

Obwohl die USA nicht gerade in dem Ruf einer Nation mit bemerkenswerter Kaffee-Kultur stehen, kommen ausgerechnet von dort wissenschaftliche Untersuchungsbefunde, die Kaffeekenner wachrütteln. Denn: US-amerikanischer Forscher haben vermutlich jene Gene lokalisiert und identifiziert, die über Art und Ausmaß des Kaffeekonsums bestimmen. Natürlich wurden diese Gene von der Evolution nicht dafür entwickelt, um dem heutigen Menschen die Lust am Latte Macchiato zu schenken. Vielmehr sind diese Gene an der Verstoffwechselung von Koffein beteiligt. Und darin liegt auch der ursächliche Wirkmechanismus. Personen, die, genetisch bedingt, Koffein signifikant sehr viel schneller abbauen, brauchen natürlich auch entsprechend schnellen und starken Nachschub, um sich kontinuierlich der segensreichen Auswirkungen dieses natürlichen Neurotropikums erfreuen zu können. Und so wird der Griff zur gut gefüllten Kaffeekanne zur lieben Gewohnheit. Sogar kurz vor dem zu Bett gehen. Ohne dass die „Kaffeeschnute“ deswegen einen gestörten Schlaf zu antizipieren hätte.

Kaffee ist längst ein unverzichtbarer Teil unserer Alltagskultur

Kaffee ist längst ein unverzichtbarer Teil unserer Alltagskultur (Foto: Uber Images | Shutterstock)

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Zittern oder zagen?

Die andere Seite der Koffeinmedaille gibt es natürlich auch. Das sind dann jene Menschen, die aufgenommenes Koffein nur im Schneckentempo wieder ausscheiden. In dieser Gruppe finden sich Zeitgenossen, denen schon nach einem kleinen Tässchen Kaffee die Hände zittern. Selbstverständlich ziehen auch hier die Gene im Hintergrund ihre evolutionsbiologischen Fäden. Darum muss man davon ausgehen, dass die Fähigkeit des Körpers, mit der Nahrung aufgenommenes Koffein auszuwerten und abzubauen, bestimmte ontogenetischen Faktoren berührt.

Die Wirkung des Koffeins

Koffein regt an, macht wach und hält den Stoffwechsel auf Trab. Da ist es nicht verwunderlich, dass zusammen mit den agilen Körperfunktionen auch die gute Laune ansteigt. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Koffein aus Kaffee, Tee, der Colanuss oder der Guaranapflanze stammt. Also: Hoch die Tasse(n), und ein gesundes „Prosit!“ auf das aromatische Gebräu, dessen Name auch heute noch seine türkische Wortwurzel „Kahve“ auf der gerösteten Bohne trägt. Und wer etwas mehr des Guten zu sich nimmt, hat ab sofort volle wissenschaftliche Rückendeckung für jede Form von Kaffeedurst.

Deine Meinung?

Kaffee als Produktivitätsverstärker

Kaffee als Produktivitätsverstärker (Foto: GaudiLab | Shutterstock)

Wie geht es Dir mit dem Kaffee? Liebst Du ihn oder trinkst Du lieber Tee? Macht Dich Kaffee nervös oder nur wach? Kommst Du ohne Kaffee nicht aus dem Bett? Schreib uns Deine Erfahrungen, Ergänzungen und Fragen – direkt unter diesem Artikel, in den Kommentaren. Du hilfst damit auch anderen Lesern.

Studiengrundlage: „Plos Genetics“ (doi:10.1371/journal.pgen.1002033)

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  • 🕝 Leonie Winter

    Wenn morgens meine Kaffeemaschine alleine startet, die Bohnen frisch mahlt, das Wasser erhitzt und der Duft des Kaffees durch meine Wohnung strömt… da fällt mir das Aufstehen super leicht, denn ich bin absoluter Kaffeeliebhaber. Ich trinke aus Leidenschaft gerne Kaffee. Sowohl der Geschmack als auch die weckende Wirkung machen den Kaffee zu meinem favorisierten Morgengetränk.

    Natürlich darf es nach dem Mittagessen auch mal ein Espresso sein, damit man ein bisschen gegen den Nachmittagstief ankämpfen kann. Aber es gibt auch Tage, da trinke ich lieber Tee. Es kommt immer auf den Tag drauf an. Wenn ich sonntags ausgiebig frühstücke darf natürlich kein Kaffee fehlen, aber da begleite ich das Frühstück auch mit einem Glas Orangen Saft.

    Ab und zu trinke ich aber auch gerne mal einen Energy Drink, wenn ich abends mit Freunden feiern gehe oder ähnliches. Diesbezüglich habe ich auch eine interessante Seite ( http://www.tintag.de/ ) gefunden, da kann man seine Dosen bedrucken lassen mit Motiven nach Wahl. Eigentlich auch eine schöne Idee für das Weihnachtsgeschenk!

    Schönes Wochenende! Ach ja… wenn Kaffee dann ohne Milch und Zucker. Einfach nur den ehrlichen Geschmack der Bohne!

    P.S.: Irgendwann möchte ich nochmal den Kopi Luwak Kaffee probieren!

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