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Gesundheit

Vogelgrippe: Was hilft wirklich? Wie kann man sich schützen?

Nach medizinwissenschaftlichen Standards erstellt und geprüft. [Hinweise]
Vogelgrippe

Bislang konnte sich die Vogelgrippe nicht nachhaltig unter Menschen ausbreiten
(Foto: swissmacky | Shutterstock)

In diesem Artikel: Wie kann man sich gegen die Vogelgrippe schützen? Was beugt einer Infektion vor und wo liegen die Grenzen der Vorbeugung?

ICD-10: J09 Grippe durch nachgewiesene Vogelgrippe-Viren
Ärztliche Anlaufstellen: Hausarzt, Allgemeinmediziner

Lesezeit: 4 Minuten

Die Medien schüren Panik vor einer Krankheit, die es noch gar nicht gibt. Die Vogelgrippe ist derzeit eine reine Tierkrankheit. Doch die Angst vor einer Mutation des Virus wächst nach dem Tod mehrerer Katzen auch in Expertenkreisen. Die Befürchtung, der Virus könnte von Mensch zu Mensch übertragbar werden, eröffnet Horrorszenarien eine breite Plattform.

Die Angst vor Vogelgrippe – ein gutes Geschäft

Windige Geschäftsleute haben die Chancen der Panik längst für sich entdeckt und preisen im Internet Schutzanzüge, Atemmasken und vermeintlich wirksame Medikamente zum Schutz vor Vogelgrippe an. Nach Expertenmeinung sind viele dieser Produkte nicht geeignet, sich im Falle einer Pandemie vor der Infektion mit Viren zu schützen.

Schutz vor Ansteckung mit Grippeviren

Welche Strategien am besten vor Ansteckung mit dem Grippe-Virus, aber auch mit anderen Erkältungserregern schützen, verrät Professor Dr. med. Heinz-J. Schmitt, Mainz, Infektiologe und Sprecher des Forschungsnetzwerks für Atemwegsinfektionen bei Kindern:

Viren bleiben auch außerhalb des Körpers noch stundenlang aktiv

Husten, Schnupfen und schwere Atemwegsinfektionen werden zu rund 70% durch Viren verursacht. Die Viren können in der Regel auch außerhalb des menschlichen Körpers noch stundenlang aktiv bleiben – an Türgriffen, Computermäusen usw. Von Mensch zu Mensch wandern die Erreger durch kleinste Tröpfchen in der Atemluft. „Mindestens ebenso häufig läuft die Ansteckung jedoch über die Hände“, weiß Professor Schmitt. „Ihr Gegenüber putzt sich die Nase und gibt Ihnen die Hand. Sie reiben sich kurze Zeit später die Augen und schon ist es passiert: Sie haben sich infiziert.“

Einen 100%-Schutz gibt es nicht

Erkältungen sind die häufigste Gruppe von Krankheiten des Menschen überhaupt. Im Durchschnitt sechs Mal pro Jahr erkranken Einwohner der Industrienationen an einer Infektion der Atemwege – unabhängig von ihrem Alter. Der einzige sichere Ort vor Ansteckung sei eine Eremitenhöhle, so Schmitt, denn auch moderne Hygienemaßnahmen können eine Übertragung kaum verhindern. „Beispielsweise können virenabtötende Papiertaschentücher nur gegen die Krankheitskeime wirken, die im Taschentuch landen, alle anderen in der Luft und an den Händen bleiben unbeeinflusst.“

Spezial-Papiertaschentücher kein Ersatz für Händewaschen

Einige britische Wissenschaftler wandten sich ebenfalls mit dieser Warnung an die Öffentlichkeit. Mit Blick auf die Vogelgrippe betonte John Oxford, Professor für Virologie an der Queen Mary’s School of Medicine, London, dass antivirale Papiertaschentücher nicht dazu verleiten dürften, das Händewaschen zu vernachlässigen.

Wissenschaftlich: das hilft wirklich

Aus wissenschaftlicher Sicht gibt es aber eine Reihe von Möglichkeiten, die gegen eine Ansteckung helfen:

  • Häufiges Händewaschen, vor allem nach Kontakt mit erkälteten/Erkrankten
  • nicht direkt auf die Hände niesen oder husten, sondern ein durchschnupfsicheres Papiertaschentuch verwenden
  • gebrauchte Papiertaschentücher gleich entsorgen
  • sich impfen lassen gegen echte Virusgrippe und speziell bei Kontakt zu Säuglingen auch gegen Keuchhusten
  • in der Schnupfenzeit dichtes Gedränge vermeiden
  • sich mit erkrankten Personen nicht allzu lange in geschlossenen Räumen aufzuhalten
  • auch in der Familie nicht aus gleichen Gläsern oder Tassen trinken

Die einzig sichere Lösung ist es also, sich im Falle einer Pandemie mit einem Stapel DVDs und genug Vorräten einzuschließen.


Medizinjournalist


Hältst Du die Vogelgrippe für eine ernsthafte Bedrohung für die Menschheit?

Oder ist das einmal mehr eine unbegründete Panikmache der Medien? Schreib uns Deine Meinung – direkt unter diesem Artikel, in den Kommentaren. Das funktioniert auch ganz ohne lästige Anmeldung.

Im Artikel erwähnte Experten

Dr. med. Heinz-J. Schmitt – Mainz, Infektiologe und Sprecher des Forschungsnetzwerks für Atemwegsinfektionen bei Kindern

John Oxford – Professor für Virologie an der Queen Mary’s School of Medicine, London

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