Symptome, Therapie, Infektion und Verlauf
Brucellose

Brucellose

Die Symptome der Brucellose sind zunächst eher unspezifisch (Foto: Image Point Fr | Shutterstock)

Jedes Jahr treten weltweit ca. 500.000 Fälle von Brucellose auf. In Deutschland tritt die Krankheit jedoch kaum auf. Betroffen sind bevorzugt Mittelmeerländer sowie Asien, Afrika, Mittel- und Südamerika. Ein Impfstoff ist in Deutschland nur für Tiere zugelassen.

Infektion

Ausgelöst wird diese Erkrankung durch nicht sporenbildene Bakterien, die durch Tiere auf den Menschen übertragen werden. Fast alle Infektionen lassen sich auf direkte oder indirekte Tierkontakte zurückführen. Eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch erfolgt in der Regel nicht. Nur beim Stillen besteht ein geringes Restrisiko. Daher sollte im Erkrankungsfall keine Muttermilch verabreicht werden. Ebenso können Blut, Urin, Sperma, Fruchtwasser oder Wundsekret infektiös sein. Eine Isolierung ist bei ausreichenden Hygienemaßnahmen aber nicht erforderlich.

Bei Menschen wird die Erkrankung überwiegend durch den Verzehr verunreinigter Nahrungsmittel oder nicht abgekochter Milch und Milchprodukte sowie durch den direkten Kontakt mit einem infizierten Tier ausgelöst. Über den Magen-Darm-Trakt sowie Bindehaut, Atemwege oder verletzte Haut kann eine Infektion erfolgen. Gelangen die Erreger in den menschlichen Körper, so werden die Bakterien von Zellen aufgenommen und zu den Lymphknoten transportiert. Über die Blutbahn gelangen dann die Bakterien zu den einzelnen Organen und befallen insbesondere Milz, Leber und Knochenmark. Nach der Aufnahme des Erregers in den menschlichen Körper beträgt die Zeit bis zum Krankheitsausbruch zumeist zwei bis drei Wochen. (Inkubationszeit) Durch eine Blutuntersuchung lassen sich die Erreger nachweisen. Sind kontaminierte Lebensmittel für Erkrankungsfälle verantwortlich, so müssen diese rasch ermittelt werden, um weitere Erkrankungen zu verhindern.

Symptome

90 % aller Infektionen verlaufen jedoch symptomlos. Bei etwa 10 % ist der Beginn schleichend mit hohem Fieber, Müdigkeit, Übelkeit, Kopfschmerzen und Nachtschweiß. Der Fieberverlauf kann sich über 7 bis 21 Tage erstrecken und von kurzen fieberfreien Intervallen unterbrochen sein.

Verlauf

Bei etwa 5 % aller Patienten kann es nach Abklingen der akuten Symptome zu chronischen Verläufen, wie Infektionen in Lunge (Pneumonie), Knochen, Leber oder Milz kommen. In seltenen Fällen kommt es zu einer Hirnhautentzündung. Vereinzelt treten auch psychische Veränderungen (Depression) auf.

Behandlung

Als Behandlungsmaßnahme wird bei Kindern und Erwachsenen eine Kombination aus den Medikamenten Rifampicin und Doxycyclin über eine Dauer von 6 bis 12 Wochen hinweg empfohlen. Sind Gelenke betroffen, so können weitere Medikamenten verabreicht werden.

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