Symptome, Ursachen, Behandlung und Vorbeugung der HirnhautentzündungMeningitis

Wir sagen Ihnen, an welchen Anzeichen sie eine Meningitis erkennen, was als erstes zu tun ist und wie die Hirnhautentzündung behandelt wird.

Eine Meningitis gehört immer in ärztliche Behandlung

Eine Meningitis gehört immer in ärztliche Behandlung (Foto: beerkoff | Shutterstock)

Die Gehirnhautentzündung oder eine Entzündung der Häute um das Rückenmark werden in der medizinischen Fachsprache als Meningitis bezeichnet. Weitet die Entzündung sich von den Gehirnhäuten auf das Hirngewebe aus, wird von einer Meningoenzephalitis gesprochen.

Diese Entzündungen sind sehr schwerwiegende Erkrankungen. Sie können sowohl von Viren, Pilzen als auch von Bakterien verursacht werden.

Ursachen

Die häufigste Form einer Meningitis wird von viralen Erregern ausgelöst. Hier spielen vor allem Infektionen mit Coxsackieviren und mit den Mumps- und Herpeserregern eine große Rolle. Bei den bakteriellen Infektionen der Gehirn- oder Rückenmarkshäute führen Pneumokokken und Meningokokken die Rangliste der Verursacher an.

Bakterielle Infektionen führen zu einer seltenen, jedoch gefährlicheren Form der Meningitis. Früher wurde sehr häufig der bakterielle Erreger Haemophilus influenzae als Auslöser einer Meningitis gefunden. Haemophilus influenzae führt oft zu Folgeinfektionen bei durch Grippeviren geschwächten Patienten. Mittlerweile hat der Erreger als Auslöser einer Meningitis durch die jährliche Grippeschutzimpfung an Bedeutung verloren.

FSME wird durch Zecken übertragen

FSME wird durch Zecken übertragen (Foto: Sebastian Kaulitzki | Shutterstock)

Bei Neugeborenen kann es bis zu einem Monat nach der Geburt zu einer Sonderform der Meningitis kommen. Durch die Wunde am Nabel besteht das Risiko, dass sich Darmbakterien – wie der Erreger Escherichia coli – im Gehirn ansiedeln und eine Meningitis auslösen. Nach der Abheilung des Nabels ist die Eintrittspforte für diese besondere Form der Meningitis geschlossen.

Bei immungeschwächten Patienten kann es auch durch Pilze zu Entzündungen im Bereich des Gehirns und der Rückenmarkshäute kommen. Generell haben Menschen mit einem geschwächten Immunsystem ein erhöhtes Risiko, an einer Meningitis zu erkranken. Besonders gefährdet vom sind kleine Kinder und Jugendliche.

Die viralen und bakteriellen Erreger werden von Mensch zu Mensch übertragen. Das kann durch körperlichen Kontakt geschehen. Am häufigsten werden die Erreger jedoch durch Husten und Niesen verbreitet.

Eine weitere Form der Meningitis kann durch Zecken übertragen werden. Die Frühsommermeningoenzephalitis wird ausgelöst durch FSME-Viren, die durch den Biss einer Zecke in den Blutkreislauf des Menschen gelangen können.

Symptome der Meningitis

  • hohes Fieber
  • starke Kopfschmerzen
  • Nackensteifigkeit
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Müdigkeit, Abgeschlagenheit, ausgeprägtes Krankheitsgefühl
  • Verwirrtheit
  • Hautverfärbungen
  • Lichtempfindlichkeit
  • Gelenkschmerzen
  • Geräuschempfindlichkeit

Eine Meningitis beginnt meist mit Symptomen, die den einer Grippe ähneln. Der Patient entwickelt oft innerhalb kurzer Zeit ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl. Typisch sind hohes Fieber, starke Kopfschmerzen und mitunter Gliederschmerzen. Auch Übelkeit und Erbrechen können auftreten. Besonders bei einer bakteriellen Infektion mit Meningokokken kommt es zu einer ausgeprägten Nackensteifigkeit und Verfärbungen der Haut. Diese Symptome sind Anzeichen für einen absoluten Notfall.

Die Nackensteifigkeit äußert sich so, dass der Patient den Kopf nicht mehr in Richtung Brust beugen kann. Verfärbungen der Haut treten zunächst in kleinen Flecken oder Bläschen auf, die dann häufig zu großen roten Stellen zusammenfließen. Eine solche Entwicklung kann auf eine Sepsis hinweisen. Dabei handelt es sich um eine lebensbedrohliche Komplikation der bakteriellen Meningitis. Die Menningokokken können im Verlauf einer Sepsis weitere Organe des Patienten befallen und zu deren Versagen führen.

Die Symptome einer viralen Meningitis sind in der Regel milder ausgeprägt als bei einer bakteriellen Infektion.

Diagose

Bei dem Verdacht auf eine Meningitis sollte sofort der Notarzt gerufen werden. Dieser wird die weiteren Diagnosemaßnahmen veranlassen, die in der Regel einen Klinikaufenthalt notwendig machen. Dort werden das Blut und die Rückenmarksflüssigkeit auf eventuelle vorhandene Erreger untersucht. Die Rückenmarksflüssigkeit wird mit einer Punktion aus dem Bereich der Lendenwirbel entnommen. Um einen erhöhten Hirndruck diagnostizieren zu können, muss mitunter eine Computertomografie des Schädels erfolgen.

Behandlung

Je schneller eine gesicherte Diagnose vorliegt, desto schneller kann mit der gezielten Therapie begonnen werden. Dies ist vor allem bei bakteriellen Erregern sehr wichtig.

Da die Ausbreitung der Bakterien im Organismus so schnell wie möglich eingedämmt werden muss, wird der behandelnde Arzt bei einem begründeten Verdacht sofort ein Breitbandantibiotikum verabreichen. Mitunter werden zusätzlich kortisonhaltige Präparate gegeben, um die Entzündung zu lindern. Treten Komplikationen im Krankheitsverlauf ein, muss der Patient intensivmedizinisch behandelt werden. Dies ist vor allem bei der Gefahr einer sich ausbreitenden Sepsis der Fall. Bei einer vorliegenden Diagnose einer bakteriell verursachten Meningitis werden auch die Personen, die vor Ausbruch der Erkrankung in einem engen Kontakt mit dem Patienten standen, vorsorglich unter Antibiose gestellt.

Die milder verlaufende virale Meningitis heilt in den meisten Fällen ohne weitere medikamentöse Behandlung aus. Allerdings muss der Patient Bettruhe einhalten. Bei Bedarf können symptomatisch schmerzstillende Medikamente gegeben werden.

Meningitis

Meningitis (Abbildung: Alila Medical Media | Shutterstock)

Vorbeugung

Mittlerweile gibt es Impfungen gegen die drei bakteriellen Hauptverursacher Meningokokken, Pneumokokken und Haemophilus influenzae. Die Ständige Impfkommission (STIKO) sieht für Kinder im ersten und zweiten Lebensjahr die entsprechenden Schutzimpfungen vor. Da eine Meningitis auch infolge einer Mumpserkrankung als Komplikation auftreten kann, wird für Kinder im zweiten Lebensjahr eine Kombinationsimpfung gegen Mumps, Masern und Röteln empfohlen. Personen, die in Gebieten wohnen oder dorthin reisen wollen, in denen ein verstärktes Risiko besteht, dass durch Zecken die Frühsommermeningoenzephalitis übertragen werden kann, können sich gegen den FSME-Erreger impfen lassen.

Dipl.-W.Inf. Sebastian Fiebiger
Medizinjournalist

Hattest Du schon mal eine Meningitis? Wie wurde sie behandelt? Wie lange dauerte die Heilung? Gab es Folgeschäden? Wie hat sie sich bemerkbar gemacht? Schreib uns Deine Erfahrungen, Ergänzungen und Fragen – direkt unter diesem Artikel, in den Kommentaren. Du hilfst damit auch anderen Lesern.

1 Kommentar Wichtige Hinweise
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars
4,67 von 1-53 Stimmen
Loading...

Weitere Artikel zum Thema:
Kommentare:
Diskutieren, Fragen & Erfahrungsaustausch:
Zu diesem Beitrag gibt es erst 1 Kommentare. Schreib uns Deine Meinung!
  • 🕝 Anonymous

    dgslfiouhlöauiosdfhzöoaizhöidgiahgeäiaq

Dein Kommentar:
« Blasenentzündung
» Lungenentzündung