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Nierenentzündung ▷ Symptome, Ursachen, Behandlung und Vorbeugung

Nierenentzündung

Nierenentzündung (Foto: Sebastian Kaulitzki | Shutterstock)

Die wichtigsten Infos zur Nierenentzündung – mit welchen Symptome sie sich äußert, was zu tun ist, wie sie behandelt wird, wo die Ursachen liegen und was man vorbeugend tun kann.

ICD-10: N10 Akute tubulointerstitielle Nephritis

Ärztliche Anlaufstellen: Hausarzt, Allgemeinmediziner, Internist

Lesezeit: 5 Minuten

Erkrankungen, bei denen der Patient direkt einen Schmerz oder andere eindeutige Symptome wahrnimmt, sind schnell erkannt und können bereits im Anfangsstadium behandelt werden. Es gibt aber auch die heimtückischen Krankheiten, die sich nicht durch Schmerz zu erkennen geben und unentdeckt zu einer ernstzunehmenden Gefahr heranwachsen. Hierzu zählt die Nierenentzündung. Eine Nierenentzündung (med. Glomerulonephritis) liegt vor, wenn die Filterzellen der Nierenkörperchen angegriffen werden.

Aufgabe der Nierenkörperchen ist es, Abfallprodukte aus dem Blut zu entfernen. Das Ergebnis dieser Reinigung ist der Urin, welcher über die Harnleiter in die Blase geleitet und anschließend über die Harnröhre ausgeschieden wird. Es gibt verschiedene Ursachen, die zu einer Nierenentzündung führen können. Meist ist das eigene Abwehrsystem der verantwortliche Verursacher. Frühzeitig erkannt und behandelt, ist die Entzündung gut in den Griff zu bekommen. Ein chronischer Verlauf hingegen kann unter Umständen lebensbedrohlich werden. Die Nierenentzündung ist allerdings eine eher seltene Erkrankung.

Symptome

Lage der Nieren im menschlichen Körper

Lage der Nieren im menschlichen Körper (Foto: Sebastian Kaulitzki | Shutterstock)

Das tückische an einer Nierenentzündung ist, dass es nicht zwingend zum Auftreten von Symptomen kommen muss. Meist verläuft die Entzündung schmerzfrei. Trüber oder schaumiger Urin kann ein Anzeichen der Nierenentzündung sein. Auch eine Rötfärbung des Urins durch Blut spricht meist für die Entzündung. Hinzu kommen Beschwerden wie erhöhter Blutdruck, Kopfschmerzen, Schwindelgefühl oder Sehstörungen. Liegt eine Nierenentzündung vor, neigt der Patient zu bakteriellen Infektionen und ist anfälliger für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie beispielsweise eine Herzmuskelentzündung. Ebenso können auffällige Wassereinlagerungen im Körper ein Anzeichen einer latenten Nierenentzündung sein. Welche Symptome auftreten, ist sehr unterschiedlich. Erkennbare Krankheitszeichen werden oft erst dann wahrgenommen, wenn die Nieren bereits stark geschädigt sind. Auf Grund der weitgehenden Schmerzfreiheit der Patienten, wird die Entzündung meist bei einer Routineuntersuchung entdeckt. Betroffen sind immer beide Nieren des Patienten.

Was ist zu tun?

Sofort zum Arzt! Der Arzt untersucht eine Urinprobe auf Eiweiß oder Blut. Nicht immer ist der Blutanteil im Urin so groß, dass er durch eine deutliche Rotfärbung mit dem Auge zu erkennen ist. Zusätzlich zum Urintest, kann eine Blutuntersuchung die Nierenentzündung aufdecken. Ist der Nierenwert Kreatinin im Blut erhöht, zeigt dies eine Unregelmäßigkeit der Nierenfunktion auf. Legen die Untersuchungsergebnisse von Urin und Blut den Verdacht nahe, dass eine Nierenentzündung vorliegt, kommt es zu weiteren Untersuchungen. Eine Ultraschalluntersuchung der Nieren, die sogenannte Nierensonographie, kann den Verdacht bestätigen. Bei einer Nierenpunktion werden feinste Gewebeproben der Niere zur genaueren Untersuchung entnommen. Der Arzt wird zudem die Ursache der Entzündung ergründen, um diese zu behandeln.

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Ursachen

Es gibt verschiedene Ursachen für die Entstehung einer Nierenentzündung. Eine Infektion mit Streptokokken (bakterielle Infektion) kann eine Ursache sein. Auch ein Missbrauch von Arzneimitteln oder Drogen führt häufig zu einer Nierenentzündung. Meist wird die Entzündung durch eine Überreaktion des Immunsystems hervorgerufen. Die körpereigene Abwehr produziert Antikörper gegen die Bakterien. Diese lagern sich in den Filterzellen der Nierenkörperchen ein und verursachen dort eine Entzündung. Dadurch wird die Funktion des Nierengewebes gestört. Die Filterzellen sind nicht mehr in der Lage rote Blutkörperchen und Bluteiweiße zurückzuhalten. Diese werden über den Urin ausgeschieden. Zurück bleiben toxische Produkte des Stoffwechselvorgangs, die schädlich für den Körper sind.

Wie gefährlich ist die Nierenentzündung?

Wird eine Nierenentzündung frühzeitig diagnostiziert, ist sie gut behandelbar. Da die Entzündung in der Regel nicht mit Schmerzen verbunden ist, ist die Gefahr groß, dass die Nierenentzündung erst im späteren Verlauf registriert wird. Die Nierenentzündung kann dann zur Ursache eines Nierenversagens werden. In diesem Fall kann es zur Notwendigkeit einer Dialyse oder einer Nierentransplantation kommen. Die Früherkennung ist wichtig, um schnellstmöglich mit einer Behandlung beginnen zu können. Rechtzeitig behandelt, kann einer dauerhaften Schädigung der Nieren entgegengewirkt werden. Liegt hingegen bereits eine chronische Nierenentzündung vor, ist diese oft nicht heilbar.

Ultraschall-Untersuchung der Niere

Ultraschall-Untersuchung der Niere (Foto: Tyler Olson | Shutterstock)

Behandlung

Die Behandlung der Nierenentzündung ist abhängig von der Ursache ihrer Entstehung und vom Verlauf der Entzündung. Eine akute Nierenentzündung wird anders behandelt, als eine chronische Entzündung. Die Therapie eines akuten Verlaufs wird mit Hilfe entwässernder Medikamente behandelt. Weist der Patient einen erhöhten Blutdruck auf, wird dieser zusätzlich behandelt. Liegt der Nierenentzündung eine bakterielle Infektion zu Grunde, greift der Arzt zu einem entsprechenden Antibiotikum. Entscheidend ist, dass sowohl die Ursachen der Entzündung, als auch die Nierenentzündung selbst behandelt werden.

Vorbeugung

Es gibt keine wirksamen Maßnahmen zur Vorbeugung einer Nierenentzündung. Ratsam ist eine regelmäßige Körperuntersuchung und Blutanalyse durch den behandelnden Arzt. Auf diese Weise kann eine Nierenentzündung frühzeitig erkannt und behandelt werden. Darüber hinaus hilft eine gesunde Lebensweise und eine Stärkung des Immunsystems Infekten aus dem Weg zu gehen. Wer die Nieren und Harnwege durch eine ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit regelmäßig durchspült, beugt ebenfalls möglichen Ursachen einer Entzündung vor. Auch auf das Rauchen sollte verzichtet werden.


Medizinjournalist


Hattest Du schon eine Nierenentzündung?

Mit welchen Symptomen hat sie sich geäußert? Wie wurde sie behandelt? Gibt es Folgeschäden? 

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Kommentare:
  • Helena

    Ich habe eine Nierenentzündung bekommen vor Neujahr und liege jetzt immer noch flach.
    Den ersten Tag als es anfing dachte ich es sind Rückenschmerzen da es sich so angefühlt hat.
    Am nächsten Tag ging es mir noch schlechter ich wollte nichts essen nur schlafen und hatte Fieber, hab mich ständig versucht durch die Nacht zu quälen. Habe natürlich ständig gewärmt, aber hatte das Gefühl das hilft alles nichts. Bis ich mich entschieden habe dann aufgrund meiner Schmerzen die bei 5-6 lagen ( bei einer Skala von 1-10) mich ins Krankenhaus fahren zu lassen.
    Ich habe mich die ersten Tage echt gestreubt zum Arzt oder ins Krankenhaus zu fahren, weil ich dachte vllt geht es wieder weg.
    Nun hab ich ein Medikament verschrieben bekommen und nehme gegen die Schmerzen zusätzlich wenn es gar nicht geht noch paracetamol sowie der Arzt meinte.
    Den einen Tag habe ich nur gebrochen egal was ich getrunken oder gegessen habe alles kam wieder raus, nichts wollte drinne bleiben. Zum Glück blieb das nur für einen Tag so…
    Eines nachts hatte ich solche Schmerzen das ich nicht aufhören konnte zu weinen und ich glaube das ist so ziemlich die schlimmste und schmerzhafteste Nacht die ich je durch gemacht habe.
    Jeder Schritt und jede Bewegung hat geschmerzt, lachen und tief Luft holen ging gar nicht.
    Ich habe bei jeder einzelnen Bewegung den Schmerz gemerkt.
    Und ich habe mich schwach gefühlt und gequält von diesen Schmerzen.

Dein Kommentar:
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